E-Bike Klapprad mit Rücktrittbremse und Mittelmotor: 20 Zoll im Test

Millionen Deutsche pendeln regelmäßig zur Arbeit. Um ihren Alltag aufzupeppen, nutzt Redakteurin Sandra Leinfelder ein Faltrad als zusätzliche Alternative zur Bahn. Das kompakte Maß der E-Falträder im zusammengelegten Zustand ermöglicht es sie fast überall mit hinzunehmen.

Was ist ein E-Bike Klapprad?

In einem Elektro Klapprad sind zwei Fahrradtypen vereint. Das Elektrorad wird auch E-Bike oder Pedelec genannt. Es handelt sich um ein Fahrrad, das mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Der Motor wird aktiviert, wenn Sie mit dem Treten der Pedale beginnen. Von allein fährt das Fahrrad nicht. Der Pedalantrieb ist notwendig. Aus diesem Grund dürfen Sie das Fahrrad ohne eine spezielle Fahrerlaubnis im Straßenverkehr bewegen.

Bei einem Klapprad handelt es sich um ein Fahrrad mit kleinem Raddurchmesser, das bei Nichtgebrauch zusammengeklappt werden kann. Der Klappmechanismus ist so gestaltet, dass sich das Fahrrad schnell zusammenlegen und auch wieder entfalten lässt. Klappfahrräder sind optimal, wenn Sie auf Reisen kein großes Fahrrad mit sich führen möchten. Aber auch für Fahrten mit der Bahn werden gern Klappräder benutzt. Der Vorteil liegt darin, dass Sie keine Fahrradkarte lösen müssen. Wenn Sie das Fahrrad vor dem Antritt der Fahrt zusammenklappen, wird es wie ein Gepäckstück behandelt.

Das Elektro Klapprad ist eine Symbiose aus dem Klapprad und dem E-Bike. Der Vorteil dieses Fahrradtyps liegt darin, dass Sie von dem Elektromotor unterstützt werden. Dies gleicht einem großen Nachteil der Klappräder aus. Durch die kleinen Räder hat das Klapprad nur eine geringe Umdrehung. Das Fahren kann vor allem auf längeren Touren oder auf hügeligem Gelände anspruchsvoll sein. Hier bietet der Elektromotor eine sehr gute Hilfe. Sie müssen selbst treten und verbrauchen somit auch Kalorien. Der Elektromotor wirkt, als würden Sie mit Rückenwind fahren. Dies gleicht den Nachteil des kleinen Raddurchmessers beim Klapprad wieder aus.

Vorteile eines E-Klapprads

  • Kompakte Bauweise für einfachen Transport
  • Elektromotorunterstützung für müheloses Fahren
  • Keine Fahrradkarte in der Bahn notwendig (als Gepäckstück)
  • Anpassbare Sattelhöhe für verschiedene Körpergrößen

E-Bike Klapprad mit Rücktrittbremse

Für viele Faltrad-Freunde ist ein Rücktritt oder eine Rücktrittbremse ein entscheidendes Auswahlkriterium beim Kauf von einem Elektro-Klapprad. Nur so fühlen sie sich bei Geschwindigkeiten von bis zu 25 Km/h gut im Sattel und sicher im Straßenverkehr. E-Bike Klappräder mit Rücktritt, auch Mobilemaster bietet entsprechend Bikes an, ein anderes Beispiel ist Saxonette mit dem Premium Plus.

Vorteile eines E-Klapprads mit Rücktritt

  • Vertraute Sicherheit der Rücktrittbremse
  • Verschleißarm und wartungsarm
  • Auch bei nassem Wetter zuverlässige Bremskraft
  • Hände bleiben am Lenker für Handzeichen

Aktuelle Modelle im Test (2025)

Hercules Rob Fold R5

Hercules hat mit der Rob-Fold-Reihe ein ebenso spannendes wie auch simples E-Klapprad im Programm. Denn anders als sonst üblich wird das E-Bike einfach nur in der Mitte zusammengeklappt, der Lenker kann unangetastet stehen bleiben.

Insgesamt sechs Varianten des Rob Fold zeigt die Traditions-Bikeschmiede Hercules auf seiner Webseite - wahlweise mit oder ohne Rücktritt-Bremse, erkennbar ist das über den Buchstaben R für Rücktritt, Modelle ohne heißen F.

Für so viel Schotter bekommt man auch einen "dicken" Mittelmotor. Einmal mehr zieht ein Aggregat aus dem Ländle ins Tretlager ein, im R5 steckt der Performance-Line-Cruise-Motor mit satten 75 Newtonmetern Drehmoment. Im Reigen der motorisierten Klapp-Klasse ist das ein Spitzenwert, zudem wird er von einem 545-Wattstunden-Akku flankiert.

Der größte Clou des Rob Fold ist dessen Klapp-Mechanismus. Denn anders als üblich wird das E-Bike nur einmal vor dem Motor zusammengefaltet - das war es auch schon. Ein kleiner Federzug hält dann das Vorderrad am Rahmen. Kurzum: so simpel wie das Hercules klappt quasi kein zweites Rad zusammen.

Mit 4199 Euro ist das Rob Fold R5 zudem vergleichsweise teuer - ein Umstand, der sich kaum mit der Ausstattung erklären lässt. Shimano liefert Nabenschaltung und Naben, Schwalbe die griffigen 20-Zoll-Gummis, Gates den Carbon-Riemen, Limotec eine federnde Sattelstütze, Tektro eine Hydraulikbremse. Eine Glaubensfrage ist dabei der Rücktritt, was als Option immerhin nichts extra kostet.

Einmal mehr ist der super verarbeitete Alu-Rahmen eine Bank und selbst unter widrigsten Bedingungen stabil wie ein Stahlträger. Die Sitzposition lässt sich breit einstellen - sowohl kleine 1,60 als auch große 1,80 Piloten fühlten sich auf Anhieb wohl. Insgesamt sitzt man eher hoch auf dem Rad.

Test-Fazit: Hercules Rob Fold R5

Das Rob Fold R5 lässt uns zwiegespalten zurück: Sowohl in puncto Verarbeitung als auch in Sachen der reinen Fahrdynamik ist das Rad aus Niedersachsen gut gelungen. Der Alu-Rahmen ist superstabil, der Bosch-Antrieb wie immer eine Wucht, der Akku in der Klasse ausdauernd. Ähnliches gilt für die alltagstaugliche Ausstattung, wobei Rücktritt eine Glaubensfrage ist. Der Klapp-Mechanismus, der zwar super easy in der Handhabung ist, macht das Rob Fold aber nicht preisverdächtig klein. Wo es in unseren Augen wirklich hapert, ist beim Gewicht: 26,8 Kilo sind auch für normale E-Bikes ein Wort und schränkt den Nutzen entsprechend ein. Auch der Preis ist vergleichsweise hoch, da die Anbauteile zwar funktional gesehen gut, für den Preis jedoch wenig hochwertig sind.

  • Vorteile: Super Motor, sehr gut verarbeitet, einfach zu klappen, top Fahrleistungen
  • Nachteile: Schwer, vergleichsweise teuer, Klappmechanismus macht es nicht sehr klein

Weitere getestete Modelle (2025)

  • Cube Fold Hybrid
  • Eovolt
  • Gudereit
  • Tern
  • Vello

Weitere E-Bike Klapprad Modelle im Überblick

  • Cube Fold Hybrid Comfort 500: Ein E-Faltrad mit leichtem Aluminiumrahmen und Bosch Performance Motor. Bietet eine Shimano Nexus 5-Gang-Schaltung und hydraulische Shimano-Scheibenbremsen.
  • Brompton Electric C-Line Explore: Mit klassischem Stahlrahmen, 17,4 Kilo Gewicht, Frontmotor, Brompton 6-Gang-Schaltung und Felgenbremsen.
  • Fiido X 2025: Kompaktes, faltbares E-Bike, ideal für den Transport im Auto. Leichtem Rahmen (unter 20 kg) und leistungsstarkem Motor.
  • Flyer Upstreet 2: Nutzt einen Bosch Mittelmotor, tiefen Einstieg und gefederte Sattelstütze. Mit Nabenschaltung und Scheibenbremsen von Shimano.
  • Victoria Scalyo 3: Elegantes E-Faltrad mit Bosch-Mittelmotor (Smart System), 20-Zoll-Laufrädern, Gates Riemenantrieb und Shimano-Nabenschaltung (wahlweise mit oder ohne Rücktritt).
  • Mobilemaster Offroad von GermanXia: Modernes 20 Zoll Faltrad mit Motor und einem leichten Aluminiumrahmen, Vollfederung in der Vordergabel, Balloon-Reifen sowie einem Gelsattel.

Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten

Wenn Ihr neues E-Bike klappbar sein soll, sind beim Kauf die nachfolgenden Kriterien relevant:

Eignung für den Nutzer

Ob Sie sich für ein Damenfahrrad oder ein Herrenmodell entscheiden, bleibt letztendlich Ihnen selbst überlassen. Viele Hersteller haben je nach Modell ebenso wie beim klassischen Damenfahrrad auch bei E-Bikes ein spezielles E-Bike für Damen im Angebot. Häufig zeichnen sich diese Räder durch einen tieferen Einstieg aus. Zudem ist ein herkömmliches E-Bike für Damen häufig leichter als ein vergleichbares Herren-Elektro-Klapprad.

Radgröße

Die meisten E-Falträder sind in 20 Zoll erhältlich, allerdings kann die Größe durchaus variieren. Erhältlich sind meist Räder in den Größen 16 Zoll, 20 Zoll, 24 Zoll oder 26 Zoll. Bedenken Sie auch, dass sich die Radgröße auch auf das Faltmaß auswirkt. Ein möglichst kleines Faltmaß bietet den Vorteil, dass Sie das Klappfahrrad-E-Bike leichter im Kofferraum Ihres Autos verstauen können.

Mittelmotor oder Nabenmotor

Mittelmotor und Nabenmotor bieten jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile. Der Nabenmotor kann sich je nach E-Bike am Vorderrad oder am Hinterrad befinden. Es gibt Motoren von unterschiedlichen Herstellern wie beispielsweise den Bosch Mittelmotor.

Schaltsystem

In der Regel weist das E-Faltbike eine elektrische Schaltung, Kettenschaltung oder Nabenschaltung auf. Wenn das Elektro-Faltrad Ihrer Wahl viele Einstellmöglichkeiten bietet, profitieren Sie von einer größeren Flexibilität. Bei der Wahl der Gangschaltung können Sie meist zwischen Modellen mit 2 bis 10 Gängen wählen. Wenn Sie häufiger Steigungen bewältigen, kann eine 5-Gang- oder 7-Gang-Schaltung eine gute Wahl sein.

Bremsen

Ein Elektro-Faltrad kann meist Geschwindigkeiten bis 25 km/h (Kilometer pro Stunde) erreichen, gute Bremsen sind daher unverzichtbar. Sie haben generell die Wahl zwischen hydraulischer Felgen- und Scheibenbremse.

Weitere wichtige Aspekte

  • Akkukapazität: Entscheidend für die Reichweite. Für längere Touren mindestens 500 Wh.
  • Schaltung: Nabenschaltung ist üblich, wartungsarm und zuverlässig.
  • Gewicht: Je nach Ausstattung zwischen 22 und 27 Kilogramm.
  • Probefahrt: Unverzichtbar, um Sitzposition, Bremskraft und Fahrgefühl zu testen.

Tabelle: Ausgewählte E-Bike Klapprad Modelle im Vergleich

Modell Motor Akku Schaltung Bremsen Gewicht Besonderheiten
Hercules Rob Fold R5 Bosch Performance Line Cruise 545 Wh Shimano Nabenschaltung Tektro Hydraulikbremse (optional Rücktritt) 26,8 kg Einfacher Klappmechanismus
Cube Fold Hybrid Comfort 500 Bosch Performance k.A. Shimano Nexus 5-Gang Shimano Scheibenbremsen k.A. Leichter Aluminiumrahmen
Brompton Electric C-Line Explore Frontmotor k.A. Brompton 6-Gang Felgenbremsen 17,4 kg Klassischer Stahlrahmen
Mobilemaster Offroad Bafang Mittelmotor 468 Wh k.A. Scheibenbremse vorne und Rücktritt hinten k.A. Vollfederung, Balloon-Reifen

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