ZF CentriX E-Bike Motor im Test: Eine neue Ära für E-Mountainbikes?

Der Automobilriese ZF präsentiert sein erstes in Eigenregie entwickeltes Motorsystem: das ZF Bike Eco System, das nicht nur mit spannenden Eckdaten, sondern auch mit unerwarteten Features aufwartet. Wir waren zu Gast bei R RAYMON in Schweinfurt und hatten exklusiv die Möglichkeit, uns mit den Entwicklern und Produktmanagern des neuen ZF Bike Eco Systems und den E-Bike-Pionieren Susanne und Felix Puello zu treffen. Wir haben alle Infos und den ersten Test zum neuen ZF Bike Eco System für euch.

Das ZF Bike Eco System: Mehr als nur ein Motor

Das neue ZF Bike Eco System umfasst nicht nur den Motor, sondern auch Akkus, Remotes, Displays und Connectivity-Features. ZF liefert auch die restliche Hardware zum Bike Eco System wie Display, Remote und Controller. Der neue ZF E-Bike Motor will mit einer Kombination aus hohem Drehmoment, geringem Gewicht und kleinem Bauraum überzeugen.

Das Herzstück: Der ZF CentriX Motor

Das Herzstück des neuen ZF Bike Eco Systems ist der Motor, der auf den Namen ZF CentriX hört. Er setzt wie sein aus dem Joint Venture entstandener Vorgänger Sachs RS oder der 2023 vorgestellte Brose Drive³ Peak-Motor auf 48 Volt Spannung. Das soll in der Theorie das Potenzial bieten, die Stromstärke durch die höhere Spannung zu senken. Der ZF CentriX-Motor ist etwas größer als eine Cola-Dose und bringt 90 Nm Drehmoment und eine maximale Leistung von 600 Watt. Seine zylindrische Bauform erinnert an eine Cola-Dose, nur etwas größer und schwerer. 2,5 kg bei 90 Nm Drehmoment und 600 Watt Maximalleistung klingen auf den ersten Blick vielversprechend.

Um die zylindrische Bauform zu realisieren, setzten die Entwickler auf einen Aufbau auf einer Achse. Dafür verbauen sie ein sogenanntes Wellgetriebe, das durch seine einstufige Bauweise sehr platzsparend ist und nur aus wenigen Komponenten besteht. Durch einen verformbaren Zahnkranz wird die Kraft nahezu spielfrei übertragen, was für eine hohe Präzision auf der Kurbelwelle sorgt.

Die große Besonderheit des ZF E-Bike Motors: Die Entwickler haben einen Drehmomentbegrenzer - eine Art spezielle Kupplung - entwickelt, um Lastspitzen abzufangen, den Motor so vor Überlastung zu schützen und für eine längere Lebensdauer zu sorgen. Zu Lastspitzen kann es z. B.

Innovative Motorintegration

Auch bei der Motorintegration gehen die Entwickler neue Wege und verpassen dem ZF E-Bike Motor keine Anschraubpunkte, wie man es von den meisten anderen Motorsystemen kennt, sondern klemmen den Motor mithilfe einer Halterung mit 4 Schrauben nach oben an den Rahmen - ähnlich wie ein Lenker vom Vorbau geklemmt wird. Dank einer Aussparung am Motor und eines Gegenstücks am Rahmen wird der Motor durch einen Formschluss gegen Verdrehen gesichert. So soll der Ausbau für den Händler im Servicefall sehr schnell von der Hand gehen. Der ZF E-Bike Motor wird mit einer speziellen Halteplatte von unten nach oben in den Rahmen gespannt.

Akkus und Energieversorgung

Gespeist wird der ZF E-Bike Motor von Akkus in zwei verschiedenen Ausführungen: 504 oder 756 Wh. Der kleine Akku wiegt 3,2 kg und die größte Version 4,2 kg (Herstellerangabe). Die Akkus können über ein eigens entwickeltes Schienensystem ins Unterrohr eingeklickt werden und sollen dadurch immer fest im Rahmen sitzen. Systemausfälle und Klappern durch Spiel bei der Montage aufgrund nicht sauber sitzender Akkus - wie man es bei anderen Herstellern immer wieder sieht - sollen so der Vergangenheit angehören. Darüber hinaus ist der Akku per Schlüssel gegen Langfinger geschützt. Zudem lässt ZF den Bike-Marken die Möglichkeit, auf Komponenten wie Akku, Displays oder Remotes von Drittanbietern zurückzugreifen.

Bedienelemente und Connectivity

ZF liefert auch die restliche Hardware zum Bike Eco System wie Display, Remote und Controller. Der ZF Core Controller im Oberrohr ist unabdingbar und gleichsam das Gehirn des gesamten Systems. Über ihn wird das System an- und ausgeschaltet. Wenn man ohne Remote unterwegs ist, werden darüber auch die Fahrmodi gewechselt. Leider gibt die LED-Anzeige nur spärliche Infos wie den aktuellen Akku-Stand oder die gewählte Unterstützungsstufe preis - ähnlich wie beim Bosch Controller. Da hat z. B. Specialized mit dem MasterMind-Display die Nase vorn. Über einen magnetischen Stecker kann auch das Smartphone auf längeren Touren aufgeladen werden.

Eigentlich reicht der Core Controller zum Fahren des E-Bikes aus, für mehr Informationsgehalt oder eine einfachere Bedienung hat ZF noch ein Display und eine Remote im Programm. Das 2,8 Zoll große Color Display zeigt u. a. Akku-Stand, Geschwindigkeit und Unterstützungsstufe an und wird über eine Halterung am Lenker befestigt. Die Remote sitzt am Lenker und hat insgesamt vier Tasten, die entweder zur Fahrmodi-Verstellung, zur Aktivierung der Schiebehilfe oder zur Menü-Navigation verwendet werden. Die gummierte Oberfläche überzeugt mit guter Haptik. Die Fahrmodi lassen sich auch über die Remote am Lenker durchwechseln.

Die Schnittstelle zur Connectivity-Welt des ZF Motorsystems ist der Core Controller im Oberrohr. Das Smartphone kann über die App per Bluetooth mit dem Bike verbunden werden. Mit der App lassen sich dann bei den vier Unterstützungsmodi Eco, Active, Sport und Boost jeweils Ansprechverhalten und Nachlauf anpassen. Neben der Fahrmodi-Anpassung soll es eine Navigationsfunktion geben, die dann in Form von Pfeilen und einfachen Angaben auf dem ZF Color Display erscheint - für die Navigation muss das Smartphone dennoch immer dabei sein. Außerdem plant ZF in Zukunft Over-the-Air-Updates und will das Bike Eco System so mit Features erweitern.

Erster Einsatz im R RAYMON Tarok E-Mountainbike

Zum Einsatz kommt das neue ZF Bike Eco System zunächst nur im neuen R RAYMON Tarok E-Mountainbike, das 2025 auf den Markt kommen soll. Die Motorintegration fällt durch die zylindrische Bauform schick aus. Gespeist wird der ZF E-Bike Motor vom großen 756-Wh-Akku, der im Unterrohr seinen Platz findet. Er kann zum Laden aus dem Unterrohr entnommen werden, indem man ihn durch die große Öffnung nach unten herausklappt. In Sachen Motor-Hardware setzt R RAYMON auf das volle Programm und verbaut neben dem ZF Core Controller im Oberrohr auch das ZF Color Display vor sowie die ZF Pure Remote am Lenker. Das Tarok wird es in 4 verschiedenen Varianten geben und preislich zwischen 6.299 und 10.499 € liegen. Außerdem soll es noch eine leichte Version mit 20,5 kg (Herstellerangabe) und kleinerem Akku geben.

Der ZF CentriX im Praxistest

Wir hatten die exklusive Möglichkeit, das neue ZF Bike Eco System bereits unter Realbedingungen zu testen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Dabei muss man beachten, dass viele verschiedene Aspekte die Performance eines E-Mountainbikes bestimmen und daher der Motor nie isoliert vom Bike betrachtet werden darf. Jeder Motor ist nur so gut wie das Bike, in dem er steckt. Dennoch fühlt sich der Motor in allen Fahrmodi kraftvoll und gleichzeitig gut dosierbar an.

Seine maximale Power erreicht der CentriX zwischen 60 und 90 Umdrehungen, und gerade im starken Sport- oder Boost-Modus wird man ohne große Anstrengung auch über steile Rampen Richtung Gipfel geschoben. Der dynamische Sport-Modus eignet sich vor allem für technische Anstiege, da er seine Unterstützungsleistung an die jeweilige Fahrsituation anpasst. Er besitzt auch als einziger Modus einen längeren Nachlauf, um einzelne Hindernisse überwinden zu können. So kann man das E-MTB mit ein paar Kurbelumdrehungen in Schwung versetzen, und der längere Nachlauf schiebt einen über Wurzeln oder Stufen, an denen man nicht pedalieren kann.

Allerdings ist besondere Vorsicht auf engen und kurvenreichen Trails geboten. Tritt man vor engen Spitzkehren zu sehr in die Pedale, sorgt der lange Nachlauf unter Umständen für zu viel Schub und trägt einen über die Kurve hinaus. Steht man mit anderen am Trail-Einstieg und bringt etwas mehr Druck auf das Pedal, spricht der Motor relativ direkt an und man wird überrascht, wenn man nicht darauf gefasst ist. Allerdings ist dieses Phänomen hier deutlich weniger stark ausgeprägt als beim Yamaha PW-X3.

Während der ZF CentriX den Uphill mit einem unterschwelligen Brummen begleitet, aber keinesfalls stört, ist er in der Abfahrt absolut leise: Man hört kein typisches Klappern wie beim Bosch Performance Line CX oder Shimano EP801.

ZF CentriX: Das Upgrade für 2025

ZF stellt auf der Eurobike 2025 ein kräftiges Leistungsupdate für seinen ZF CentriX-Motor vor: Bis zu 105 Nm Drehmoment und 750 W Spitzenleistung sollen den kompakten Antrieb auf ein neues Level heben. Die Eurobike 2025 wird zum Leistungsshowdown der Motorenhersteller. Alle buhlen mit neuen Superlativen, Leistungswerten und Upgrades um Aufmerksamkeit - und ZF mischt mit. Über ein Softwareupdate können auch bereits im Markt befindliche Antriebe upgegradet werden.

Ebenfalls neu: die ZF Ride App mit vorkonfigurierten Fahrprofilen - darunter ein Race- und ein Wet-Modus. Biker können ihr ZF-Antriebssystem über die App „ZF Ride“ mit drei neue Fahrprofilen optimal auf den Einsatzzweck einstellen. Der Antrieb merkt sich immer den zuletzt gespeicherten Preset Mode und führt diesen bei einem Systemneustart aus.

  • Fahrprofil „Race“: holt das Maximum an Leistung aus dem E-Bike-Antrieb heraus. Der Motor zeigt ein direktes Ansprechverhalten und keine Kompromisse bei der Leistung. Zudem regelt er bei einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde scharf ab.
  • Fahrprofil „Wet“: Bei Nässe auf der Straße oder auf Waldwegen verringert sich der Grip zwischen Reifen und Untergrund. Für den Antrieb eines E-Bikes heißt das: Leistung reduzieren und feiner dosieren, den Overrun verringern.
  • Fahrprofil „Ride“: ist für trockenen Untergrund gedacht. Jede Unterstützungsstufe sorgt für ein optimales Verhältnis von Motorunterstützung zu Fahrerinput. Unabhängig von der gewählten Unterstützungsstufe bietet die Antriebseinheit volle Unterstützung, wenn die Leistung des Fahrers 350 Watt übersteigt. Im „Boost“-Modus gibt der Motor maximale Power ab.

Seit Frühjahr 2025 ist der Antrieb von ZF im Serieneinsatz. „Mit den neuen Fahrprofilen können Nutzer ihren ZF-Antrieb noch besser und schneller auf ihren jeweiligen Einsatz einstellen“, sagt Daniel Härter, Leiter des Geschäftsbereichs Micro Mobility bei ZF.

Konkurrenzanalyse: ZF CentriX im Vergleich

Betrachtet man die nackten Zahlen, liefert der ZF CentriX eine ähnliche Spitzenleistung, wie die wichtigste Konkurrenz. Allerdings besitzt der Motor selbst einen nicht unerheblichen Gewichtsvorteil von 320 Gramm gegenüber Bosch, beziehungsweise 120 Gramm gegenüber Shimano. Auf dem Prüfstand zeigt sich der CentriX unkompliziert und baut seine Leistung sehr gleichmäßig auf. Schön, dass die Power auch noch bei Kadenzen von gut 120 Umdrehungen pro Minute aufrechterhalten wird - ein Vorteil gegenüber Shimano. Doch die Aggregate von z. B. Bosch und DJI ziehen noch deutlich länger mit voller Kraft durch.

Leistungsdaten im Vergleich:

MotorMax. DrehmomentSpitzenleistungGewicht
ZF CentriX90 Nm600 W2,5 kg
Bosch Performance Line CX85 Nm600 WCa. 2,9 kg
Shimano EP80185 Nm600 WCa. 2,6 kg
DJI Avinox90 Nm600 W2,5 kg
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ZF E-Bike Motor im Test: Das neue Bike Eco System

Der Automobilriese ZF stellt sein erstes in Eigenregie entwickeltes Motorsystem vor. Das ZF Bike Eco System kommt nicht nur mit spannenden Eckdaten, sondern auch mit unerwarteten Features. Wir haben alle Infos und den ersten Test zum neuen ZF Bike Eco System für euch.

ZF Micro Mobility: Ein neuer Player im E-Bike-Markt

ZF ist den meisten wohl eher als einer der größten Teilezulieferer der Automobilindustrie bekannt. Doch die wenigsten wissen, dass die Schwaben auch eine E-Bike-Sparte namens ZF Micro Mobility unterhalten. Bereits auf der Eurobike 2018 hat ZF als Joint Venture aus MAGURA, BFO und BMZ einen ersten E-Bike Motor vorgestellt: den Sachs RS. Der hat damals schon mit seinen krassen Eckdaten von 110 Nm Drehmoment und 700 Watt Maximalleistung für ordentlich Aufsehen gesorgt, ist aber nur bei wenigen Herstellern wie etwa NOX zu finden. Nun 6 Jahre später holt ZF erneut zum Schlag aus - diesmal alleine - und stellt das neue ZF Bike Eco System vor, das nicht nur Motor, sondern auch Akkus, Remotes, Displays und Connectivity-Features enthält. Der neue ZF E-Bike Motor will mit einer Kombination aus hohem Drehmoment, geringem Gewicht und kleinem Bauraum überzeugen.

Das Herzstück: Der ZF CentriX Motor

Das Herzstück des neuen ZF Bike Eco Systems ist der Motor, der auf den Namen ZF CentriX hört. Er setzt wie sein aus dem Joint Venture entstandener Vorgänger Sachs RS oder der 2023 vorgestellte Brose Drive³ Peak-Motor auf 48 Volt Spannung. Das soll in der Theorie das Potenzial bieten, die Stromstärke durch die höhere Spannung zu senken. Seine zylindrische Bauform erinnert an eine Cola-Dose, nur etwas größer und schwerer. 2,5 kg bei 90 Nm Drehmoment und 600 Watt Maximalleistung klingen auf den ersten Blick vielversprechend. Zum Vergleich: Der Platzhirsch Bosch Performance Line CX und der Shimano EP801 setzt 85 Nm Drehmoment frei und ebenfalls 600 Watt Maximalleistung. Den ZF E-Bike Motor gibt es auch in einer abgespeckten Version mit 75 Nm Drehmoment und 450 Watt maximaler Leistung und soll so z. B. für urbane Bikes oder Gravel-Bikes geeignet sein.

Um die zylindrische Bauform zu realisieren, setzten die Entwickler auf einen Aufbau auf einer Achse. Dafür verbauen sie ein sogenanntes Wellgetriebe, das durch seine einstufige Bauweise sehr platzsparend ist und nur aus wenigen Komponenten besteht. Durch einen verformbaren Zahnkranz wird die Kraft nahezu spielfrei übertragen, was für eine hohe Präzision auf der Kurbelwelle sorgt. Die große Besonderheit des ZF E-Bike Motors: Die Entwickler haben einen Drehmomentbegrenzer - eine Art spezielle Kupplung - entwickelt, um Lastspitzen abzufangen, den Motor so vor Überlastung zu schützen und für eine längere Lebensdauer zu sorgen. Zu Lastspitzen kann es z. B. kommen, wenn man mit dem E-Bike über einen Bordstein springt.

Ja - auch bei der Motorintegration gehen die Entwickler neue Wege und verpassen dem ZF E-Bike Motor keine Anschraubpunkte, wie man es von den meisten anderen Motorsystemen kennt, sondern klemmen den Motor mithilfe einer Halterung mit 4 Schrauben nach oben an den Rahmen - ähnlich wie ein Lenker vom Vorbau geklemmt wird. So soll der Ausbau für den Händler im Servicefall sehr schnell von der Hand gehen. Dank einer Aussparung am Motor und eines Gegenstücks am Rahmen wird der Motor durch einen Formschluss gegen Verdrehen gesichert.

Technische Details des ZF CentriX Motors:

  • Bauform: Zylindrisch
  • Gewicht: 2,5 kg
  • Maximales Drehmoment: 90 Nm (75 Nm in der abgespeckten Version)
  • Maximale Leistung: 600 Watt (450 Watt in der abgespeckten Version)
  • Spannung: 48 Volt

Akkus und Energieversorgung

Gespeist wird der ZF E-Bike Motor von Akkus in zwei verschiedenen Ausführungen: 504 oder 756 Wh. Die Akkus können über ein eigens entwickeltes Schienensystem ins Unterrohr eingeklickt werden und sollen dadurch immer fest im Rahmen sitzen. Darüber hinaus ist der Akku per Schlüssel gegen Langfinger geschützt. Zudem lässt ZF den Bike-Marken die Möglichkeit, auf Komponenten wie Akku, Displays oder Remotes von Drittanbietern zurückzugreifen.

Die Akkus wird es zunächst mit 756 Wh und 504 Wh geben. Leider fallen beide mit 4,2 kg und 3,2 kg ziemlich schwer aus. Dies könnte auch an den massiven Metallgehäusen liegen, in denen auch die Montagepunkte im Rahmen integriert sind. Hierfür gibt es nämlich eine spezielle Schiene, die im Rahmen verschraubt wird und auf der die Akkus aufgeschoben werden.

Core Controller, Display und Remote

ZF liefert auch die restliche Hardware zum Bike Eco System wie Display, Remote und Controller. Der ZF Core Controller im Oberrohr ist unabdingbar und gleichsam das Gehirn des gesamten Systems. Über ihn wird das System an- und ausgeschaltet. Wenn man ohne Remote unterwegs ist, werden darüber auch die Fahrmodi gewechselt. Leider gibt die LED-Anzeige nur spärliche Infos wie den aktuellen Akku-Stand oder die gewählte Unterstützungsstufe preis - ähnlich wie beim Bosch Controller. Über einen magnetischen Stecker kann auch das Smartphone auf längeren Touren aufgeladen werden. Eigentlich reicht der Core Controller zum Fahren des E-Bikes aus, für mehr Informationsgehalt oder eine einfachere Bedienung hat ZF noch ein Display und eine Remote im Programm. Das 2,8 Zoll große Color Display zeigt u. a. Akku-Stand, Geschwindigkeit und Unterstützungsstufe an und wird über eine Halterung am Lenker befestigt.

Die Remote sitzt am Lenker und hat insgesamt vier Tasten, die entweder zur Fahrmodi-Verstellung, zur Aktivierung der Schiebehilfe oder zur Menü-Navigation verwendet werden. Die gummierte Oberfläche überzeugt mit guter Haptik. Die Fahrmodi lassen sich auch über die Remote am Lenker durchwechseln.

Connectivity und App

Die Welt vernetzt sich von Tag zu Tag immer weiter, und auch aus der E-Bike-Welt ist Connectivity nicht mehr wegzudenken. Die Schnittstelle zur Connectivity-Welt des ZF Motorsystems ist der Core Controller im Oberrohr. Das Smartphone kann über die App per Bluetooth mit dem Bike verbunden werden. Mit der App lassen sich dann bei den vier Unterstützungsmodi Eco, Active, Sport und Boost jeweils Ansprechverhalten und Nachlauf anpassen. Neben der Fahrmodi-Anpassung soll es eine Navigationsfunktion geben, die dann in Form von Pfeilen und einfachen Angaben auf dem ZF Color Display erscheint - für die Navigation muss das Smartphone dennoch immer dabei sein. Außerdem plant ZF in Zukunft Over-the-Air-Updates und will das Bike Eco System so mit Features erweitern.

Erster Einsatz im R RAYMON Tarok E-Mountainbike

Zum Einsatz kommt das neue ZF Bike Eco System zunächst nur im neuen R RAYMON Tarok E-Mountainbike, das 2025 auf den Markt kommen soll. Die Motorintegration fällt durch die zylindrische Bauform schick aus. Gespeist wird der ZF E-Bike Motor vom großen 756-Wh-Akku, der im Unterrohr seinen Platz findet. Er kann zum Laden aus dem Unterrohr entnommen werden, indem man ihn durch die große Öffnung nach unten herausklappt.

In Sachen Motor-Hardware setzt R RAYMON auf das volle Programm und verbaut neben dem ZF Core Controller im Oberrohr auch das ZF Color Display vor sowie die ZF Pure Remote am Lenker. Das Tarok wird es in 4 verschiedenen Varianten geben und preislich zwischen 6.299 und 10.499 € liegen. Außerdem soll es noch eine leichte Version mit 20,5 kg (Herstellerangabe) und kleinerem Akku geben.

Erster Test des ZF Bike Eco Systems

Wir hatten die exklusive Möglichkeit, das neue ZF Bike Eco System bereits unter Realbedingungen zu testen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Dabei muss man beachten, dass viele verschiedene Aspekte die Performance eines E-Mountainbikes bestimmen und daher der Motor nie isoliert vom Bike betrachtet werden darf. Jeder Motor ist nur so gut wie das Bike, in dem er steckt. Dennoch fühlt sich der Motor in allen Fahrmodi kraftvoll und gleichzeitig gut dosierbar an.

Seine maximale Power erreicht der CentriX zwischen 60 und 90 Umdrehungen, und gerade im starken Sport- oder Boost-Modus wird man ohne große Anstrengung auch über steile Rampen Richtung Gipfel geschoben. Der dynamische Sport-Modus eignet sich vor allem für technische Anstiege, da er seine Unterstützungsleistung an die jeweilige Fahrsituation anpasst. Er besitzt auch als einziger Modus einen längeren Nachlauf, um einzelne Hindernisse überwinden zu können.

Tritt man vor engen Spitzkehren zu sehr in die Pedale, sorgt der lange Nachlauf unter Umständen für zu viel Schub und trägt einen über die Kurve hinaus. Steht man mit anderen am Trail-Einstieg und bringt etwas mehr Druck auf das Pedal, spricht der Motor relativ direkt an und man wird überrascht, wenn man nicht darauf gefasst ist. Allerdings ist dieses Phänomen hier deutlich weniger stark ausgeprägt als beim Yamaha PW-X3. Während der ZF CentriX den Uphill mit einem unterschwelligen Brummen begleitet, aber keinesfalls stört, ist er in der Abfahrt absolut leise: Man hört kein typisches Klappern wie beim Bosch Performance Line CX oder Shimano EP801.

Eurobike 2025: Leistungssteigerung und neue Fahrprofile

Auf der Eurobike 2025 stellt ZF seinen CentriX-Antrieb mit einer Performancesteigerung auf 750 Watt Spitzenleistung und einem Drehmoment von 105 Newtonmetern vor. Über ein Softwareupdate können auch bereits im Markt befindliche Antriebe upgegradet werden. Die neuen Fahrprofile sind über die App „ZF Ride“ voreingestellt werden:

  • Race: Direktes Ansprechverhalten und maximale Leistung.
  • Wet: Reduzierte Leistung und feinere Dosierung bei Nässe.
  • Ride: Optimale Performance für trockenen Untergrund.

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