E-Bike-Motor: Reichen 50 Nm aus?

Die Frage, ob ein E-Bike-Motor mit 50 Nm Drehmoment ausreichend ist, hängt stark vom Einsatzzweck und den individuellen Bedürfnissen des Fahrers ab. Um diese Frage zu beantworten, ist es hilfreich, sich zunächst mit den Grundlagen von E-Bike-Motoren und deren Leistungsmerkmalen auseinanderzusetzen.

Grundlagen von E-Bike-Motoren

Wie bei einem Automotor spielen auch bei E-Bike-Motoren verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter Drehmoment, Leistung und Positionierung im Rahmen. Der Mainstream bei E-Mountainbikes liegt momentan bei Mittelmotoren. Hinterrad-Nabenmotoren folgen in der Verkaufszahl mit Abstand danach, haben ihren Schwerpunkt bei den wendigen Urban E-Bikes oder E-Gravel-Bikes.

Drehmoment

Das Drehmoment, gemessen in Newtonmetern (Nm), ist ein entscheidender Faktor für die Kraft des Motors. Je höher das Drehmoment, desto kraftvoller ist das E-Bike, was sich in einer schnelleren Beschleunigung und besserer Zugkraft bemerkbar macht. Mittelmotoren liefern in der Regel das größte Drehmoment.

Hier eine Übersicht verschiedener Motoren und ihrer Drehmomente:

  • Bafang Hinterradnabenmotor: 45 Nm
  • Brose Mittelmotorsystem: 90 Nm
  • AEG ComfortDrive Mittelmotor: Maximales Drehmoment 100 Nm
  • GO SwissDrive Hinterrad-Nabenmotor: 40 Nm
  • Panasonic XO Front Mount MTB mid drive: 75 Nm

Deshalb sind Mittelmotoren bei E-Bikes im E-MTB und Trecking-Bereich die geeignetste Motorart. Hier geht es schließlich oft mal steil bergauf, oder Steigungen ziehen sich im hügeligen bis bergigen Gelände.

Leistung

Die Leistung, angegeben in Watt, ist bei Pedelecs gesetzlich auf 250 Watt begrenzt. Dieser Wert sagt allerdings wenig über die tatsächliche Kraft des Motors aus. Wichtiger ist das Drehmoment, gemessen in Newtonmetern (Nm).

Position des Motors

Es gibt E-Bikes mit Front-, Mittel- und Heckantrieb. Der Frontantrieb ist günstig und auf der Ebene völlig ok. Auf steilen Anfahrten neigt er allerdings zum Überhitzen. Der Mittelantrieb erzeugt durch seinen niedrigen Schwerpunkt ein sehr natürliches Fahrgefühl.

Wann reichen 50 Nm aus?

Für den Stadtverkehr oder leichte Touren sind zwischen 40 und 50 Nm ausreichend, für Trekkingtouren sind bis zu 60 Nm günstig.

Leicht, wendig und ideal für die Stadt: Light E-Bikes bieten eine moderate Unterstützung mit einem Drehmoment von 20 bis 40 Nm.

Mid Assist E-Bikes: bieten eine ausgewogene Unterstützung mit einem Drehmoment von 50 bis 75 Nm.

Ein Motor mit 40Nm würde bei einem 26“-Rad maximal eine Unterstützung bis 12% Steigung ermöglichen bei reinem Motorbetrieb ohne zusätzliche Tretunterstützung.

60 Nm ermöglichen bei einem Rad mit 26″-Felgen (Radius inkl.

Faktoren, die die Wahl des Drehmoments beeinflussen

Die Wahl des richtigen Drehmoments hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Einsatzzweck: Für Fahrten in der Ebene oder leichte Steigungen reichen 50 Nm in der Regel aus. Für steile Anstiege oder Fahrten im Gelände sind Motoren mit höherem Drehmoment empfehlenswert.
  • Körperliche Fitness: Wer körperlich fit ist und gerne selbst in die Pedale tritt, kann auch mit einem Motor mit geringerem Drehmoment gut zurechtkommen.
  • Gewicht: Ein höheres Gesamtgewicht (Fahrer + Gepäck) erfordert mehr Drehmoment, um Steigungen mühelos zu bewältigen.
  • Fahrstil: Wer gerne in schweren Gängen anfährt oder bei niedriger Trittfrequenz fährt, benötigt mehr Drehmoment.

Tipps für die Wahl des richtigen E-Bike-Motors

  • Probefahrt: Machen Sie eine Probefahrt mit verschiedenen E-Bikes, um ein Gefühl für die unterschiedlichen Drehmomente zu bekommen.
  • Beratung: Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, um den passenden Motor für Ihre Bedürfnisse zu finden.
  • Trittfrequenz: Achten Sie auf eine hohe Trittfrequenz (mindestens 75 Umdrehungen pro Minute), um den Motor zu entlasten und die Kniegelenke zu schonen.
  • Schaltung: Nutzen Sie eine gute Schaltung mit hoher Übersetzungsbandbreite, um die Motorleistung optimal zu nutzen.
  • Akkupflege: Pflegen Sie den Akku richtig, um seine Lebensdauer zu verlängern und die Reichweite zu maximieren.

E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec?

Bei der Definiton des E-Bikes kommt es immer wieder zu Missverständnissen, weil es im normalen Wortgebrauch fast immer dem Pedelec gleichgesetzt wird. Eigentlich unterscheidet man aber zwischen Pedelec, S-Pedelec und E-Bike.

Pedelec: Hier unterstützt der Motor auch nur, solange man selbst in die Pedale tritt. Allerdings stoppt er erst bei einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h.

S-Pedelec: Hier unterstützt der Motor auch nur, solange man selbst in die Pedale tritt. Allerdings stoppt er erst bei einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h.

E-Bike-Motor-Typen

Es gibt drei verschiedene E-Bike Antriebsarten. Welcher E-Bike Motor der Beste ist, kommt auf den Einsatzweck an.

Frontmotor: Dieser sitzt am Vorderrad und vor allem für die Ebene ausgelegt. Bergauf steigt die Gefahr, dass er überhitzt. Für Tourenräder oder Citybikes, die häufig auf flachen Strecken genutzt werden, ist diese günstige Variante durchaus sinnvoll.

Heckantrieb: Dieser hat herausragende Klettereigenschaften und gibt bergauf richtig Kraft. Allerdings ist das Abnehmen des Hinterrades mit dem Motor, seinen Kabeln und Anschlüssen ziemlich kompliziert. Wer für den Transport den Reifen oft abnimmt, wird keine Freude haben.

Mittelmotor: Dieser erzeugt durch seinen günstigen Schwerpunkt direkt am Tretlager ein äußerst natürliches Fahrverhalten und ist in jedem Gelände anwendbar.

E-Bike Rekuperation

Unter E-Bike Rekuperation versteht man eine Energierückgewinnung. Das heißt: Beim Bergabfahren oder Laufenlassen des Rades wird Energie gespeichert. Das ist allerdings nur bei E-Bikes mit Front- oder Heckantrieb möglich.

E-Bike Updates

Für viele E-Bikes gibt es regelmäßig Up Dates. Absoluter Vorreiter ist Bosch, weil sich Antrieb und Display ständig weiterentwickeln und der Kunde viele Up Dates sogar zu Hause durchführen kann.

Leistung vs. Kraft

Wenn es darum geht, wie viel Kraft ein E-Bike hat, kommt es immer wieder zu Unklarheiten. Denn man muss zwischen Leistung und Kraft unterscheiden. Die Leistung wird in Watt angegeben und ist bei allen E-Bikes gleich: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein E-Bike maximal 250 Watt abgeben darf.

Wer wissen will, wie viel Kraft ein E-Bike hat, muss auf den Indikator Drehmoment achten. Dieser wird in NM angegeben und gibt Auskunft, wie stark der Motor anschiebt. Je höher der Drehmoment, desto kraftvoller der Antrieb!

Drehmoment verschiedener Hersteller

Yamaha: Yamaha Motoren haben ein sehr hohes Drehmoment. Sie reagieren knackig und schieben bei der ersten Pedalbewegung kraftvoll nach vorne. Das ist ideal für steile Berge oder wenn man am Berg aufsteigen will.

Bosch: Bosch bietet verschiedene Motoren mit unterschiedlichen Drehmomenten. Grundsätzlich gelten Bosch E-Bikes aber als „gefühlvoll“. Der Motor startet sanft, gibt aber obenhinaus auch volle Kraft. Interessant bei Bosch: Der Motor setzt beim Schalten automatisch aus. Für den Fahrer ist das nicht spürbar, die Kette wird aber extrem geschont, weil ohne Widerstand geschaltet wird.

Brose: Brose Motoren sind bekannt für ihren sanften Start. Sie passen die Kraft der Pedalbewegung an, geben also nicht schon bei der ersten Bewegung Vollgas - perfekt für alle, die kniffelige Passagen im Gelände mit viel Gefühl und Balance meistern wollen.

Shimano Steps: Shimano Steps ist im Drehmoment dem Brose Antrieb sehr ähnlich - sanft und gefühlvoll, beinahe zaghaft.

Reichweite des Akkus

Akkus halten am längsten bei Raumtemperatur um rund 20 Grad. Je kälter es draußen ist, desto öfter muss der Akku geladen werden. Natürlich spielt auch die Topografie eine große Rolle für die Reichweite. Fährt man nur auf der Ebene auf befestigten Wegen, reicht der Akku sehr lange. Geht es hingegen über Feld und Wiesen und auf steile Berge, wird mehr Strom verbraucht.

Außerdem gilt: Je höher die Unterstützungsstufe, desto höher der Stromverbrauch, desto geringer die Reichweite. Selbiges gilt für das Gewicht: Ideal ist es, mit möglichst wenig Gepäck zu fahren. Zuletzt ist auch der Reifendruck wichtig: Ist dieser zu gering, nutzt sich der Reifen nicht nur schneller ab, er rollt auch schwerer und man braucht mehr Strom.

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