Höchstleistung auf Knopfdruck: E-MTBs bezwingen extreme Uphills und ebnen auch steile Berge ein. Die Kehrseite von viel Leistung und noch mehr Drehmoment: Normale Kettenantriebe verschleißen im Handumdrehen. Der Riemenantrieb könnte eine Lösung für das Verschleißproblem sein. Bislang an E-MTBs eher unüblich soll er mit geringem Wartungsaufwand und hoher Langlebigkeit punkten.
In diesem Artikel werden die Vor- und Nachteile von Riemenantrieben im Vergleich zu Kettenantrieben bei E-Mountainbikes (E-MTBs) untersucht. Wir haben beide Antriebsvarianten im direkten Vergleich getestet.
Vorteile des Riemenantriebs
Größter Vorteil: Der Riemen kommt ohne Schmierung aus und zieht so weniger Schmutz an. Außerdem längt sich der Riemen auch bei Verschleiß nicht. Lediglich die Zähne werden abgenutzt, irgendwann kann der Riemen auch reißen. Die Haltbarkeit soll jedoch rund dreimal so hoch sein wie bei einem Kettenantrieb.
Da er keine Schmierung benötigt, ist er prädestiniert für den Einsatz im Gelände. Die Wartung beschränkt sich auf die gelegentliche Reinigung der Antriebskomponenten mit Schlauch und Bürste. Dank einer Führungsrille können moderne Riemen kaum noch von den Riemenscheiben rutschen. Eine Art Umlenkrolle - der Riemenspanner - gleicht die Längung des Hinterbaus beim Einfedern aus und macht den Riemen Fully-tauglich. Eine zusätzliche kleine Führungsrolle verhindert, dass der Riemen von der hinteren Riemenscheibe fällt.
Noch besser steht es auf dem Papier um den Antriebsriemen selbst.Im Vergleich zu einer Kette mit Nabenschaltung bietet der Zahnriemenantrieb laut Gates nahezu denselben Wirkungsgrad, da der Effizienzverlust bei Nabengetriebe-Kette und Nabengetriebe-Riemen vorwiegend durch die Reibung des Nabengetriebes gegeben ist. Zudem hat der Hochschulreport ergeben, dass bei höherer Spannung des Fahrrad-Antriebsriemens der Wirkungsgrad steigt. Allerdings sollte nach Angaben des amerikanischen Riemenherstellers keine zu hohe Spannungseinstellung vorgenommen werden.
Die einfache Pflege kommt vor allem Pendlern und Alltagsfahrern, aber auch Gelegenheitsradlern, entgegen. Wer seinen Riemen hin und wieder pflegt und die Spannung überprüft, braucht sich auch keine Sorgen bezüglich Störgeräusche sowie klappernde Ketten machen. Auch die Haltbarkeit ist ein Argument, dass speziell für Vielfahrer interessant sein dürfte.
E-Bike-Riemenantriebe sind leistungsstark, langlebig, wetterfest und wartungsarm. Gerade gegenüber äußerlichen Einflüssen sind Riemenantriebe im Gegensatz zu anderen Antriebsarten weniger empfindlich.
Nie wieder Kettenantrieb reinigen und ölen, kein Geschmiere mehr an den Hosenbeinen! Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt. Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst. Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette.
Für alle, die viel, lange und sorgenfrei fahren möchten. Selbst bei hoher Beanspruchung und wenig Pflege dürfte ein Riemen über Jahre keine Probleme verursachen. Der jährliche Radservice, den du ohnehin bei E-Bikes in Anspruch nehmen solltest, sollte verschlissene Riemen rechtzeitig erkennen.
Die Allwettertauglichkeit des Riemenantriebs ist gerade für Globetrotter und Weltenbummler von Vorteil. Durch den wasserfesten Aufbau ist der Antrieb gegen Rost sozusagen immun.
Vorteile des Riemenantriebs im Überblick:
- Minimaler Verschleiß des Riemens und deutlich längere Lebensdauer
- Muss nicht gewartet werden
- Kettenöl oder -fett werden nicht benötigt
- Geringes Gewicht
- Sehr leise
Nachteile des Riemenantriebs
Der Riemenantrieb in Kombination mit einem Mittelmotor funktioniert nur mit einer Getriebenabe im Hinterrad. Die wiederum ist zwar ebenfalls sehr haltbar, aber schwer, teuer und schaltet nicht unter Last. Viele Hersteller sind daher bislang skeptisch, ob der Riemenantrieb überhaupt für den Einsatz am E-MTB geeignet ist.
Eine klassische Kettenschaltung funktioniert nicht mit einem Antriebsriemen. Für eine variable Übersetzung muss eine Getriebenabe her, wie hier die Rohloff E14, die vierzehn elektronisch angesteuerte Gänge bei einer Bandbreite von 528 Prozent bietet.
Aufgrund der Tatsache, dass man für einen Riemenantrieb einen speziellen Rahmen benötigt, ist das Um- bzw. Nachrüsten eines Riemenantriebs zwar möglich, aber es ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden.
Technisch gesehen können Sie bei einem Riemenantrieb mit geringer Leistung mit einem höheren Widerstand rechnen. Wenn die Leistung aber höher ist, erfolgt auch die Kraftübertragung besser.
Jedoch kann es auch hier durchaus mal zu sichtbaren Beschädigungen am Antrieb kommen, welcher dann eine fachmännische Reparatur benötigt. Daher ist es wichtig, immer mal wieder einen prüfenden Blick walten zu lassen: Finden Sie feine Haarrisse am Rahmen, abgebrochene Teile oder ausgefranste Zähne, sollten Sie unverzüglich einen Experten drauf schauen lassen.
Schäden wie Risse sind beim Zahnriemen als Antriebsstrang schwer zu sehen, wodurch sich die Unfallgefahr bei einem gerissenen Riemen erhöht. Auch für Fahrradfahrer, die öfter ihr Hinterrad ausbauen, um das Fahrrad im Auto zu transportieren, ist ein Bike mit Kettenantrieb die bessere Alternative. Eine falsche Riemenspannung ist eine häufige Ursache für einen gerissenen oder verschlissenen Antriebsriemen.
Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen - das steht schon im Namen - nicht zusammen. Ketten hingegen sind flexibler und können in Kombination mit allen Schaltungsarten genutzt werden.
Für viele Radfahrerinnen und Radfahrer bietet eine Kettenschaltung die beste Übersetzungsbandbreite, wenn Sie in hügeligen Gegenden oder Städten unterwegs sind. Das ist umso wichtiger bei Lastenrädern, die es bei Anstiegen ungleich schwerer haben. Übrigens: Auch mit potenter Motorunterstützung solltest du immer den passenden Gang einlegen. Damit verlängerst du die Lebensdauer deiner Antriebsteile - egal ob Kette oder Riemen.
Während eine Kette zwar gereinigt werden muss, aber mit geübten Händen schnell gewechselt ist, dauern Ein- und Ausbauen des Riemens etwas länger. Zunächst: Um den Riemen unter Spannung zu halten, muss bei vielen E-Bikes der Rahmen geöffnet und der Riemen als Ganzes auf die Ritzel gebracht werden. Zusätzlich muss das Hinterrad exakt ausgerichtet werden. Bei unseren Ca Go Bikes mit Riemenantrieb verwenden wir einen Spanner, der die Montage etwas erleichtert.
Sportfahrräder - Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes - werden auch in absehbarer Zeit mit Kettenschaltung angetrieben.
Nachteile des Riemenantriebs im Überblick:
- Nur in Kombination mit einer Naben- oder Tretlagerschaltung möglich
- Für die Montage wird meistens ein Rahmenschloss benötigt
- Weniger sportliches Schaltverhalten
- Meist etwas teurer in der Anschaffung
- Radausbau im Pannenfall möglicherweise kompliziert
Der Kettenantrieb als Alternative
Diese bewährte Antriebsart basiert auf einer Kette, die über Ritzel die Kraft aufs Laufrad überträgt. Beim Riemenantrieb, häufig auch als Zahnriemen bezeichnet, läuft der Riemen, der in seinem Inneren „Zähne“ aufweist, über die sogenannten Riemenscheiben und überträgt die Kraft aus den Radlerbeinen und dem Akku über ein Nabenschaltwerk auf das Laufrad.
Beinharte Mountainbike-Freaks werden wohl immer der Kettenschaltung für Ihr E-Bike den Vorzug geben. Sie schätzen das Gefühl der direkten Kraftübertragung über die Ritzel und die Möglichkeit, aktiv zu schalten und ihr Schaltwerk stets sehen zu können.
Die Fans der klassischen Fahrradkette für das E-Bike müssen werden vom selben Hersteller-Duo bedient, das auch vor den Elektrifizierung den Schaltungsmarkt beherrschte: das sind Shimano und Sram. Beide Unternehmen sind inzwischen auch im E-Bike Segment gesetzte Erstausrüster. E-Bike Kettenschaltungen von Shimano und Sram sind im Unterschied zum nicht elektrifizierten Rad grundsätzlich mit nur einem vorderen Ritzel ausgestattet.
Obwohl der breite Riemen etwas weniger dynamisch daherkommt als die feingliedrige Kette, gibt es kein nennenswertes Plus, was den Widerstand beim Fahren angeht.
Vorteile des Kettenantriebs im Überblick:
- Bekanntes, bewährtes Prinzip
- Günstig in der Anschaffung
- Kettenschaltung bietet dynamischeres Fahrverhalten und für steile Anstiege
- Schneller, unkomplizierter Service im Schadensfall
Nachteile des Kettenantriebs im Überblick:
- Muss regelmäßig geölt werden
- Verschleißt relativ schnell, besonders an E-Bikes
- Macht oft Geräusche beim Fahren
Hersteller von Riemenantrieben
Seit 34 Jahren ist Rohloff auf dem deutschen Fahrradmarkt als Komponentenhersteller aktiv und liefert Schaltungen für Fahrräder aller Bauarten. Die Nabenschaltung Speedhub ist in zahlreichen Varianten zu bekommen und lässt sich hervorragend mit Riemenantrieben kombinieren.
Enviolo ist mit einem Planetengetriebe erfolgreich, das stufenlos schaltet. Wahlweise gibt es das Getriebe auch als Automatik-Variante, wobei sich das Schaltwerk je nach Trittfrequenz und Widerstand automatisch den richtigen Gang heraussucht.
Pinion ist auf Getriebe spezialisiert, die auf dem Prinzip von Autogetrieben aufbauen. Die kleinen Metallgehäuse, die die Schaltwerke beherbergen, werden am Rahmen des E-Bikes montiert. Wahlweise stehen 12, 9 oder 6 Gänge zur Verfügung.
Gates Carbon Drive ist bereits seit Jahren mit seinen Riemenantrieben erfolgreich und führt inzwischen auch zahlreiche Produkte für E-Bikes.
Feine Zahnriementechnik bietet Conti unter dem Namen Conti Drive System seinen E-Bike-Kunden an.
Platzhirsch auf dem Gebiet der Fahrradriemen ist der Hersteller Gates Carbon Drive. Aber auch die Contitech Power Transmission Group hat sich diesem Thema gewidmet wie auch Veer Cycle. Dieser Hersteller hat sich sogar dem Problem angenommen, dass man einen Riemen bisher nur fahren konnte, wenn der eigene Fahrradrahmen über ein Rahmenschloss verfügt. Als Lösung hat Veer Cycle einen teilbaren Riemen gebaut.
E-Bike Antriebsarten im Vergleich
Hier ist eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile von Ketten- und Riemenantrieben zusammenfasst:
| Merkmal | Kettenantrieb | Riemenantrieb |
|---|---|---|
| Wartung | Regelmäßiges Ölen und Reinigen erforderlich | Geringer Wartungsaufwand, kaum Reinigung notwendig |
| Haltbarkeit | Verschleißt relativ schnell, besonders an E-Bikes | Längere Lebensdauer |
| Geräuschentwicklung | Kann Geräusche verursachen | Leise |
| Kosten | Günstiger in der Anschaffung | Meist etwas teurer in der Anschaffung |
| Schaltverhalten | Dynamischeres Fahrverhalten und für steile Anstiege | Weniger sportliches Schaltverhalten |
| Kompatibilität | Mit allen Schaltungsarten kompatibel | Nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes |
Fazit
Sicher sind beide Antriebs-Systeme für den Durchschnittsradler absolut tauglich. Für den E-Bike Riemenantrieb sprechen eindeutig die Wartungsfreundlichkeit, die lange Haltbarkeit sowie der Sauberkeitsfaktor.
Wenn ein E-Fahrrad nachträglich einen Riemenantrieb eingebaut bekommen soll, kann man vorab schlecht eine genaue Kosten-Angabe machen. Speziell durch das Rahmenschloss entstehen individuelle Kosten, welche schwer vorab kalkulierbar sind. Für den Antrieb an sich (je nach Ausführung) muss man mit 150 bis 300 Euro rechnen.
Es ist nicht einfach für einen potentiellen Käufer, das für sich passende und optimale Rad zu finden. Bzgl. der Varianten Riemen- oder Kettenantrieb ist man sich selbst in Profi-Kreisen nicht ganz einig, welches nun die bessere Ausführung ist.
Vergleichen Sie daher vor dem Kauf verschiedene E-Bike-Modelle in allen Ausstattungsmerkmalen, wie z.B. Ist die Kette oder der Riemen effizienter bezüglich des Wirkungsgrades, welcher Antrieb ist pflegeleichter und wie sieht es mit der Haltbarkeit eines Riemenantriebs aus?
Für Stadtradler, Vielfahrer und Globetrotter auf jeden Fall eine Überlegung wert: der Riemenantrieb.
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