Durch die Novelle der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gibt es auch für E-Bike Fahrer interessante Optionen, sich bei Dunkelheit besser sichtbar zu machen.
Die Bedeutung der Bremslichtfunktion
Eine wichtige Änderung dürfte hier sein, dass nun auch Bremslicht am Fahrrad zugelassen ist. Fahrrad-Rücklichter mit Bremslichtfunktion dienen dazu, hinter Ihnen fahrende Verkehrsteilnehmer zu warnen, wenn Sie selbst stark das Tempo wegnehmen oder bremsen.
- Erhöhte Sicherheit im Straßenverkehr: Ein Rücklicht mit Bremsfunktion signalisiert anderen Verkehrsteilnehmern deutlich, wenn du bremst. Das reduziert das Risiko von Auffahrunfällen, besonders in unübersichtlichen Situationen oder bei schlechten Sichtverhältnissen wie Dunkelheit oder Regen.
- Klare visuelle Kommunikation mit Autofahrern: Autofahrer sind durch Bremslichter am Fahrrad besser auf plötzliche Geschwindigkeitsänderungen vorbereitet. Dadurch können sie rechtzeitig reagieren und den Sicherheitsabstand einhalten.
- Vorteil bei Gruppenfahrten: In Gruppenfahrten hilft ein Rücklicht mit Bremsfunktion, dass nachfolgende Radfahrer deine Bremsmanöver rechtzeitig erkennen und sich anpassen können, was Stürze verhindert.
Wie funktioniert ein Fahrrad-Rücklicht mit Bremslicht?
Die meisten Akku-betriebenen Rücklichter mit Bremslichtfunktion haben einen eingebauten Beschleunigungssensor, der das Bremslicht aktiviert, wenn die gemessene Geschwindigkeit sich reduziert.
Technische Details der Bremslichter
Die Bremslichtfunktion wird über einen Beschleunigungssensor ausgelöst. Treten hier negative Beschleunigungen auf, realisiert der Sensor dies und schaltet zu der normalen Beleuchtung von einer LED, zwei weitere LED hinzu. Ist die negative Beschleunigung vorbei, gehen die zwei zusätzlichen LED wieder aus.
Oft reagieren sie aber leider auch auf Erschütterungen und Hindernisse beim Überfahren. Sie müssen also damit rechnen, dass gerade ältere Rücklichtmodelle mit Bremslichtfunktion diesen Abgleich nicht vornehmen und Sie auf holprigen Strecken wie ein Stroboskop blinken und damit der Akku sich schnell leert.
Abseits der Bremslichter mit Sensor gibt es noch zwei weitere Techniken, wie ein Rücklicht mitbekommt, dass gebremst wird. Beide Techniken kommen in den oben genannten Lampen nicht zum Einsatz, wir stellen sie trotzdem kurz vor:
- Dynamo-betriebene Rücklichter: Bei Rücklichtern, die per Dynamo an der Radnabe betrieben werden, können Änderungen in der Spannungsfrequenz erfasst und dazu genutzt werden, das Bremslicht zu aktivieren. Das hat den Vorteil, dass Erschütterungen nicht zu Fehlsignalen und damit zu einem schnell leeren Akku führen.
- Kopplung an den Bremshebel (E-Bikes): Eine eher teure Lösung ist, die Kopplung der Bremslichter an den Bremshebel eines E-Bikes. Hier leuchtet das Rücklicht kurz auf, sobald der Bremshebel betätigt wird.
Wenn Sie nicht gerade Akku-getriebene Rücklichter mit Bremslicht benutzen, sollten Sie beachten, dass Rücklichter fürs E-Bike den Strom aus dem E-Bike-Akku ziehen und daher Gleichstrom benötigen. Deshalb funktionieren Dynamorücklichter meist nicht. Legen Sie sich also besser Beleuchtung zu, die speziell fürs E-Bike zugelassen ist.
Litecco G-RAY-E2: Ein Beispiel für intelligente Rückleuchten
Der deutsche Hersteller Litecco hat die neuen gesetzlichen Möglichkeiten berücksichtigt und mit dem G-RAY-E2 ein intelligentes, sensorgesteuertes Rücklicht geschaffen. Mit der Rückleuchte zur Montage am Gepäckträger können E-Bikes bis 25 km/h einfach und schnell mit der sicherheitsrelevanten BREMSLICHT-Funktion nachgerüstet werden können.
Diese wird durch einen Beschleunigungssensor ausgelöst, der bei negativer Beschleunigung das Verzögerungslicht aktiviert und zwei zusätzliche Power-LEDs hell aufleuchten lässt. Die Funktion "Terrain Scan Control" analysiert die Fahrbahnbeschaffenheit und vermeidet so störende und irritierende Fehlauslösungen des Bremslichtes durch Unebenheiten. Neu ist außerdem eine permanente Kalibierung um eine dauerhaft zuverlässige Funktion gewährleisten zu können. Die G-RAY-E2 ist gem. StVZO zugelassen für E-Bikes bis 25 km/h.
Das Test- und Vergleichsportal "Vergleich.org" testete im Januar 2023 Fahrrad-Rücklichter mit Bremslicht woraus das Litecco G-RAY-E2 als "Preis-Leistungs-Sieger" hervorging und erhielt die Bewertung "SEHR GUT".
Wichtige Kriterien beim Kauf eines Rücklichts mit Bremslicht
Wenn Sie sich ein neues Fahrrad-Rücklicht mit Bremslicht-Funktion zulegen wollen, sollten Sie vor dem Kauf einige Punkte beachten, die Ihnen Fehlkäufe und möglichen Ärger ersparen:
- StVZO-Zulassung: Fahrrad-Rücklichter mit Bremslicht sind seit 2017 durch die Straßenverkehrs-Zulassung-Ordnung grundsätzlich erlaubt. Aber: Die Geräte brauchen eine eigene Zulassungs-Nummer, die erkennen Sie an einer K-Nummer mit vorangestellter Welle. Nicht zugelassene Rücklichter können in Deutschland zwar verkauft und eingesetzt werden, aber Sie riskieren dann eben 35-Euro-Bußgeld und vor allem bei Unfällen zusätzlichen Ärger.
- Befestigung: Achten Sie darauf, dass Ihr Rücklicht nicht von der Sattelstütze rutscht. Befestigungen aus Silikon oder Gummi bieten meist höchste Flexibilität, verschraubte Befestigungen sitzen jahrelang gut und fest. Befestigungen, die dafür sorgen, dass die Leuchten unkompliziert abgenommen werden können, sind ein sinnvoller Diebstahlschutz.
- Schutzklasse: Wenn Sie kein ausgesprochener Schönwetter-Straßen-Radler sind, sollten Sie beim Kauf eines Rücklichts auf alle Fälle darauf achten, dass das Gerät und vor allem die Ladebuchse gegen Spritzwasser, aber besser noch gegen Strahlwasser und Staub geschützt ist.
- Helligkeits-Modi und Sensorik: Die meisten Rücklichter mit Bremslicht-Funktion sind mit LEDs ausgestattet und strahlen ordentlich hell. Je heller sie allerdings strahlen, desto flotter zieht es den integrierten Akku leer, der aufgrund der Rücklichter-Baugrößen oft nur begrenzte Kapazitäten aufweist. Sinnvollerweise können Sie an Ihrem Rücklicht mehrere Modi einstellen, bestenfalls hat das Rücklicht einen eigenen Helligkeitssensor, der den Lichtstrom passend zum Umgebungslicht regelt und bei Stillstand des Rads in Standby schaltet.
- Akku-Lauf- und Ladezeiten: Werfen Sie hier einen genauen Blick auf die Angaben und suchen Sie im Internet nach Erfahrunsgwerten. Wir raten, im Zweifelsfall zu einem etwas teureren Rücklicht-Modell mit größerem Akku zu greifen, damit sie nicht nach jeder Tour die Lampe wieder aufladen müssen.
- Auto-Sensor: Manche Rücklichter mit Bremslichtfunktion verfügen über zusätzliche Näherungssensoren, die den Befehl zum Aufleuchten erteilen, wenn ein anderes Fahrzeug sich von hinten nähert.
Rückblick: Fahrrad-Rücklichter mit Bremsfunktion im Test
Rücklichter mit Bremsfunktion gibt es nicht nur für E-Bikes, sondern auch für normale Fahrräder. Wir stellen Ihnen fünf gut bewertete Rücklichter für Fahrräder und E-Bikes von 20 bis 80 Euro vor. Seit 2017 erlaubt die StVZO Fahrrad-Rücklichter mit Bremslichtfunktion, allerdings bedarf es einer Zulassung der einzelnen Geräte.
Testergebnisse und Empfehlungen
Das beste Fahrrad-Rücklicht mit Bremslichtfunktion im Test ist das Lupine C14 Mag. Das robuste LED-Rücklicht sitzt in einem stabilen Aluminium-Gehäuse, ist StVZO-konform und wiegt mitsamt Halterung stattliche 75 Gramm.
Das 26 Gramm leichte Sigma Blaze LED-Rücklicht mit Auto-Sensor mit Bremslicht-Funktion kostet gerade mal 17 Euro. Die Montage des Sigma Blade erfolgt mit einem festen Silikonband, das damit auf verschiedene Sattelstützen ohne Probleme passt.
Das Lezyne Strip Alert Fahrrad-Rücklicht mit Bremslicht-Funktion kostet nur um die 30 Euro, ist sehr robust, wasserfest, StVZO-konform und mit 60 Gramm das zweitschwerste Rücklicht im Test.
Das BBB Signal Brake BLS-167 Akku-Rücklicht ist 28,3 Gramm leicht und aufgrund seines SteadyFlash-Modus nicht mit der StVZO vereinbar, bietet allerdings fünf teils recht nützliche Modi und eine sehr effektive Bremslicht-Funktion.
Das Büchel Fahrrad Rücklicht LED im Premium-Stil ist relativ günstig und Amazons Empfehlung für alle, die sich ein Fahrrad-Rücklicht mit Bremslicht-Funktion zulegen möchten.
Top 10 Akku-Rückleuchten mit Bremslichtfunktion
Hier ist eine Übersicht von Akku-Rückleuchten mit Bremslichtfunktion, die auf dem Markt erhältlich sind:
- Busch & Müller Brixxi: Kompakt, hohe Leuchtkraft, Notbremslicht, bis zu 24 Stunden Leuchtdauer.
- Sigma Blaze: Auto-Sensor, spritzwassergeschützt, bis zu 7 Stunden Leuchtdauer.
- Ansmann Bikelight Rear LED break: 220° Sichtbarkeit, Verzögerungssensor, spritzwassergeschützt nach IPX5.
- Trelock LS 740 I-Go Vector Brake Light: Schlankes Design, wasserdicht, bis zu 10 Stunden Leuchtdauer.
- Lupine C14 Mag STVZO: Magnetische Befestigung, wasserdicht (IP 68), schlagfest (IK 09), Lichtsensor.
- Cube Acid Pro Evolution: Breiter Abstrahlwinkel, spritzwassergeschützt, bis zu 4 Stunden Leuchtdauer.
- Lezyne Strip Alert: Fünf LEDs, 270 Grad Abstrahlwinkel, bis zu 6 Stunden Leuchtdauer.
- Velmia Fahrrad Rücklicht mit Bremsanzeige: Tag-/Nachtsensor, bis zu 500 Metern Leuchtkraft, ca. 7 Stunden Akkulaufzeit.
- Cateye Rapid X2G Kinetic: Bewegungssensor, 180 Grad Sichtbarkeit, ca. 8 Stunden Leuchtdauer.
- AXA Dwn Rear Brake light: USB-C-Anschluss, spritzwassergeschützt, ca. 7 Stunden Leuchtkraft.
Detaillierte Betrachtung ausgewählter Modelle
Es folgen detailliertere Informationen zu ausgewählten Modellen, die in Tests besonders gut abgeschnitten haben:
Sigma Aura 100 + Blaze Link Test
Die Verarbeitung und die Qualität der Lampen sind gut bis sehr gut. Mit 100 Lux kann der LED Scheinwerfer durchaus sehr dunkle Kirch- und Waldwege ausleuchten. Der 25 Lux Modus ist primär im städtischen Gefilde und der 50 Lux Modus kann durchaus in Parks mit vereinzelnden Beleuchtungseinheiten ausreichend sein.
Die Bremslichtfunktion schafft Aufmerksamkeit und die Bedienung der beiden Lampen war intuitiv. Einfach den Frontscheinwerfer einschalten und das Rücklicht geht mit an. Wer nur auf der Suche nach einem Frontscheinwerfer ist, der sollte sich den Scheinwerfer Sigma Aura 80 ansehen.
Technische Details laut Hersteller: Sigma Aura 100
- Bis zu 12 h Akkulaufzeit
- 4+1 Leuchtmodi
- 25 Lux
- 50 Lux
- 75 Lux
- 100 Lux mit 200 Lumen
- Automatikmodus, der einen der 4 Stufen wählt
- 5 stufige Ladestandsanzeige
- Seitlicher Light-Guide
- Bis zu 110 Meter Sichtweite
- 3,7 Volt / 2000 mAh Akku (integriert)
Sigma Blaze Link
- bis zu 7 Stunden Laufzeit
- bis zu 500 Metern erkennbar
- integrierte Bremslichtfunktion
Sigma Blaze
Sigma hat mit dem Blaze ein kleines und leichtes Rücklicht auf den Markt gebracht, dass durchaus gute Funktionen mitbringt. Die Einschaltautomatik schaltet das Rücklicht nach ca. 4,5 Minuten wieder aus. Dies passiert in Kombination mit dem Bewegungssensor. Die Bremslicht-Funktion finden wir smart. Hier wird eine erhöhte Sichtbarkeit für ein abbremsendes Fahrrad erzeugt. Die Funktion lässt sich nicht abstellen. Der G-Sensor ist relativ sensibel, er reagiert bereits bei kurzen Verzögerungen. Die Verarbeitung hat uns im Sigma Blaze Test gut gefallen.
Das Rücklicht hat eine Zulassung für den Deutschen Straßenverkehr nach StVZO. Von hinten sieht man das Rücklicht sehr gut, seitlich ist es ebenfalls noch gut zu erkennen, könnte jedoch etwas mehr abstrahlen. Das Gewicht und die Handhabung der Fahrradbeleuchtung ist positiv zu bewerten.
Fahrradbeleuchtungs-Sets im Test
Im Folgenden werden einige Fahrradbeleuchtungs-Sets vorgestellt, die im Test gut abgeschnitten haben:
- Sigma Aura 80 USB-Front- und der Blaze-Rücklampe: Beide Lampen sind hervorragend verarbeitet, leicht zu montieren und kommen ohne permanenten Halter am Lenker aus. Das Blaze-Rücklicht verfügt über einen Nacht- und einen Tag-Modus und ist zusätzlich mit einer gut funktionierenden Bremslichtfunktion ausgestattet.
- GVolt-70-Front- und der Rapid Micro-G-Rücklampe: Die Leuchten lassen sich gut montieren und bleiben während der Fahrt an Ort und Stelle. Die Lampen sind gut verarbeitet, leicht und haben eine schlanke Bauform.
- Büchel BLC 820: Dieses Set war eines der hellsten im Test. Um die Leuchtdauer zu verlängern, verfügt die Frontleuchte über eine automatische Lichtsteuerung und das Rücklicht über einen Tag-Nacht-Modus sowie eine gut funktionierende Bremslichtfunktion.
- Trelock LS950 Control: Die Trelock LS950 Control hat vor allem eins: eine extrem lange Akkulaufzeit auch bei hoher Leuchtstärke. Mit 56 Stunden Durchhaltevermögen im Low-Modus und 14 Stunden im High-Modus schlägt sie die Konkurrenz um Längen.
- Sigma Aura-60-Front- sowie die Nugget-II-Rückleuchte: Das Set von Sigma um die Aura-60-Front- sowie die Nugget-II-Rückleuchte ist super verarbeitet und macht von allen getesteten Lampen mit den hochwertigsten Eindruck.
Diese Sets bieten eine Kombination aus guter Sichtbarkeit, einfacher Montage und zusätzlichen Funktionen wie Bremslicht und automatischer Lichtsteuerung.
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