Obwohl Bike-Rucksäcke zuletzt Konkurrenz von "hippen Bags" (Hüfttaschen) bekamen und gar als uncool verschrien waren, kehren viele Bikerinnen und Biker zu den ehrenwerten Klassikern der Lastenbeförderung zurück. Denn ihre Vorteile sind allen Moden zum Trotz klar: Zwei Schultergurte und ein Hüftgurt verteilen die Last gleichmäßig auf Rücken und Hüfte, verhindern Wackeln oder einen rutschigen Sitz. Zudem schmiegen sie sich gut an den Körper und verleihen eine sichere Balance, wenn es beim Trailritt heftig zugeht. Auch ist ein Stauraum von mindestens zehn Litern das Minimum, wenn etwa Regenjacke, Trinkschlauch und Werkzeug mitgenommen werden. Nicht zuletzt taugen Rucksäcke - anders als Hipbags - als Alltagsbegleiter auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Wanderungen sind somit sogar nachhaltiger.
Viele Bikerinnen und Biker greifen zu einem mittelgroßen Modell der Klasse bis 20 Liter. Diese sind für die Tagestouren-Ausrüstung groß genug, schrumpfen für kürzere Ausritte mittels Kompressionsgurten zusammen und sind nicht viel schwerer als XC/Marathon-Modelle. Wer hingegen einen Alpencross plant, für den führt ohne dramatischen Ausrüstungsverzicht kein Pfad an den größten Rucksackmodellen vorbei.
Die Bedeutung von Protektoren in E-Bike-Rucksäcken
Die Funktion von Protektoren in Rucksäcken ist vielfach belegt. Richtig ist: Ein Rückenprotektor kann beim Aufprall auf Steine und Wurzeln schützen. Unfallchirurgen wissen aber: Die größten Gefahren für Biker lauern beim Überschlag. Solche Impacts führen oft zur Überstreckung der Halswirbelsäule und enden im schlimmsten Fall mit einer Querschnittslähmung. Ein Rucksack - ob mit oder ohne Protektor - würde daran nichts ändern.
Eines aber scheint unstrittig: Sobald man sich einen Akku in den Rucksack steckt, ist ein solider Rückenschutz Pflicht. Warum? Ein Akku ist hart, schwer und kantig - „bei einem Sturz stempelt’s Dir das Teil in den Rücken wie einen Backstein“, warnt Experte Hertneck.
Um das herauszufinden, musste der Cube-Protektoren-Rucksack ein zweites Mal auf den Prüfstand, diesmal mit einem hölzernen Akku-Dummy im Batteriefach. Das Ergebnis: Mit 6,2 Kilonewton lag die Restkraft, die am Rücken ankäme, nur unwesentlich über dem Wert ohne Akku.
Testkriterien und Ergebnisse
Klarstes Kriterium zur Einordnung ist der Stauraum, der in reinen Literangaben dennoch abstrakt erscheint. Um zu veranschaulichen, wie viel Zubehör in die verschiedenen Rucksackgrößen passt, findest du bei den Testfeldern beispielhafte Packlisten mit typischen Ausrüstungsteilen für den Einsatzbereich.
Zwar erzielen nur die leichtesten drei (Amplifi, Camelbak, Evoc) einen echten Gewichtsvorteil gegenüber Tourenmodellen, doch ihre luftigeren Tragesysteme, das klar strukturierte Fächerangebot und die schnelle Handhabung sind für alle Bikerinnen und Biker interessant, die gerne schnell und schweißtreibend unterwegs sind.
Doch auch beim Trailtanz spielen sie ihre Vorteile aus: Der reduzierte Stauraum erzielt einen schlankeren Formfaktor. XC/Marathon-Rucksäcke schmiegen sich eng an den Körper und sorgen bei perfekt eingestelltem Tragesystem für einen körpernahen Schwerpunkt. Doch Licht wirft auch Schatten: Ab etwa vier Kilo Zuladung ist die Einsatzdauer der Tragesysteme eingeschränkt, denn die meist dünnen, luftigen Schulter- und Hüftgurte verteilen die Last auf eine geringere Fläche als dicker gepolsterte.
Empfehlungen für Race-Rucksäcke
- Der MOUNTAINBIKE-Testsieg in der Kategorie Race-Rucksäcke holt sich der Ergon BX2 Evo, dank idealer Anpassung, top Belüftung und stark gepolsterte Rückenauflage mit viel Komfort.
- Der vielseitige, ausgreifte Deuter Race Air holt sich den Kauftipp in der Race-Rucksack-Kategorie und bietet viel Leistung fürs Geld.
Empfehlungen für Tourenrucksäcke
- Testsieger unter den Tourenrucksäcken wird der Ergon BA3, der mit einem hochklassigen Tragesystem und bestem Komfort überzeugt.
- Der Scott Trail Rocket FR’16.0, der mit üppigem Stauraum und einer prima Belüftung überzeugt, holt sich den MOUNTAINBIKE-Kauftipp in der Kategorie Tourenrucksäcke.
Empfehlungen für Alpencross-Rucksäcke
- Unter den Alpencross-Rucksäcken begeistert der Deuter Trans Alpine 30 mit zahlreichen Featurues und einer top Handhabung bei moderatem Gewicht. Die top Performance holt ihm den MOUNTAINBIKE-Testsieg!
Detaillierte Testberichte einzelner Modelle
Advenate Symphony 8+2+4
Mit der Aufsatztasche stößt er in Tourengefilde vor, das exzellente Tragesystem schultert die dann höheren Lasten ohne Probleme. Im Verhältnis zum Volumen nicht zu schwer geraten. Etwas schwitzig, der Rückenauflagestoff wellt sich. Handhabung gewöhnungsbedürftig.
Amplifi Tour 12
Das sehr luftige Rückensystem des Amplifi hält den Rücken schwitzfrei, erzeugt bei etwas mehr Zuladung aber Druckstellen. Sehr gut bedienbare Konstruktion mit schnell erreichbaren Seitentaschen und griffigen Reißverschlüssen. Sehr sauber verarbeitet, aus Recyclingmaterial.
Camelbak M.U.L.E
Bei voller Trinkblase und Notausrüstung trägt sich der teure M.U.L.E. noch komfortabel, da die Schultergurte dezent vorgeformt sind. Bei viel Körpereinsatz oder noch mehr Zuladung sitzt er etwas undefiniert. Prima ausgestattet. Intuitive, "schnelle" Handhabung.
Deuter Race Air
Am Deuter gefällt der luftige Spannnetzrücken mit hohem Komfort selbst bei viel Zuladung. Die schmale Kontur unterstützt eine aktive Fahrweise, er neigt kaum zum Schwänzeln. Klares, gut strukturiertes Fächerangebot, top Handhabung. Günstig, tadellos verarbeitet.
Ergon BX2 Evo
Durch das anpassbare Rückensystem können Schwerpunkt und Sitz ideal eingestellt werden, wodurch der BX2 trotz weicher Hüftgurte superb anliegt, ohne schwitzig zu werden. Gutes, übersichtliches Fächerangebot mit leicht laufenden Zippern für schnelles Öffnen/Schließen.
Evoc Ride 12
Sehr leichter, geräumiger Rucksack, dessen Tragesystem erst bei viel Zuladung aufgrund der schmalen Hüftgurte an die Komfortgrenze stößt. Durch zahlreiche Fächer gut strukturierter Stauraum. Schmiegt sich trailtauglich-eng an den Rücken. Rundum tadellos verarbeitet.
Camelbak H.A.W.G. Pro 20
Der H.A.W.G. trägt sich besser, als die sehr weichen Schultergurte vermuten lassen. Bestens fixiert, schmiegt er sich eng an den Körper, hält am Rücken dennoch Abstand für super Belüftung. Die Fachaufteilung ohne Seitentaschen richtet sich an Trailhungrige. Top Trinkblase.
Ergon BA3
Schwer, aber durch die variable Rückenlängenverstellung ist der Sitz individuell anpassbar, das Tragesystem verteilt die Last perfekt und erzeugt einen tiefen Schwerpunkt. Mit vielen Fächern kleinteilig, aber bestens organisiert. Umfangreich ausgestattet, tadellos verarbeitet, super bedienbar.
Norrøna Skibotn 15L
Für Freeride konzipiert, nimmt der Norrøna die wichtigste Ausrüstung auf, nur Halter für Knieprotektoren fehlen. Das Tragesystem erzielt einen körpernahen Sitz für heftige Trailrides, ohne Rückenprotektor getragen, beult es jedoch deutlich aus. Für das Gebotene recht teuer.
Osprey Syncro 20
Auf Leichtgewicht getrimmt, bietet der Syncro gut organisierten Stauraum. Das Tragesystem mit Drahtrahmen und Spannrücken drückt am unteren Auflagepunkt leicht durchs luftige Material. Das Aufsatzfach mit nicht umlaufendem RV ist etwas fummelig zu bedienen. Top Verarbeitung.
Scott Trail Rocket FR’16.0
Sein üppiger Stauraum ist in wenige Organisationseinheiten aufgeteilt. Das simpel konstruierte Tragesystem mit zwei vertikalen Polstern erfüllt seinen Zweck und ist prima belüftet. Bei einem Testexemplar lief der RV des Hauptfachs aufgrund eines Fertigungsfehlers sehr hakelig.
Packlisten für verschiedene Rucksacktypen
Das passt in Race-Rucksäcke:
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Smartphone
- Minitool
- Schlauch
- Reifenheber
- Flickzeug
Das passt in die Tourenrucksäcke:
- Regenjacke/leichte Softshell-Jacke
- Wechseltrikot/Unterhemd
- Knieprotektoren
- Knielinge
- Armlinge
- Buff
- Trinkblase bis 2 Liter
- 2-3 Energieriegel und Gels
- Tourenkarte
- Erste-Hilfe-Set
- Minipumpe
- Dämpferpumpe
- Handy/Kompaktkamera
- Geld und Ausweis
- Wechselscheiben für Brille
- Minitool
- Schlauch
- Multitool mit Zange
- Reifenheber
- Flickzeug
- Kleines Kabelschloss
Spezielle E-Mountainbike-Rucksäcke
Will man seine Tour unabhängig von Ladestationen gestalten, hilft nur ein Ersatzakku im Rucksack. Klar kann man den Akku auch einfach in einen klassischen Tagesrucksack packen, doch ein spezieller E-Mountainbike-Rucksack garantiert den festen Sitz des ca. 3 kg schweren Ersatzakkus in einem dafür vorgesehenen Fach. Obendrein schützt ein integrierter Rückenprotektor die Wirbelsäule vor dem harten Akku.
Die grundsätzliche Ausstattung eines E-Bike-Rucksacks unterscheidet sich nicht von einem normalen Bike-Rucksack. Besonderheiten sind die feste Fixierung des Akkus im Hauptfach des Rucksacks sowie ein hartes Rückenteil, damit der Akku keine zusätzliche Gefahr für die Wirbelsäule darstellt. Bis auf den Thömus sind deshalb alle Modelle im Test mit einem Rückenprotektor ausgestattet.
Der Ergon BA3 E Protect setzt auf das gleiche Konzept wie der Ergon BA2 Protect, bietet mit 15 l aber ein deutliches Plus an Fassungsvermögen. Auch er setzt auf die Akkuhalterung mit den quer laufenden Klettbändern, die zwar Akkus problemlos fixieren, allerdings auch den Stauraum im Inneren einschränken. Obendrein besitzt der BA3 im Außenfach fünf statt vier Netztaschen für das Werkzeug und noch zwei zusätzliche Reißverschlusstaschen, von denen eine durch den Regenüberzug belegt ist. Auch der große Ergon BA3 E Protect lässt sich an die Länge des Rückens anpassen und überzeugt mit einem sehr guten Sitz und guter Belüftung.
Der 20 € günstigere AMPLIFI E-Track 23 sichert sich in diesem Vergleich den begehrten Kauftipp. Mit ihm kann man einen Ersatzakku mitnehmen und kann gleich doppelt so lange fahren.
Worauf man beim Kauf eines Tourenrucksacks achten sollte
Ein guter Tourenrucksack sollte in erster Linie einen hohen Tragekomfort bieten und genügend Platz für das Gepäck bereitstellen. Die Langlebigkeit des Rucksacks ist ebenfalls entscheidend, da er viele Abenteuer überstehen sollte. Wichtig ist auch eine durchdachte Fachaufteilung, die es ermöglicht, das Gepäck organisiert zu verstauen und schnell darauf zuzugreifen. Features wie Trinkblasenfächer, Helmhalterungen und Regencover können je nach Einsatzzweck entscheidend sein. Für diejenigen, die viel im Straßenverkehr unterwegs sind, sind Reflektoren ein wichtiges Sicherheitsmerkmal.
Unser Test der besten Tourenrucksäcke berücksichtigt all diese Aspekte. Wir analysieren den Tragekomfort, die Rückenbelüftung und die Fachaufteilung der Rucksäcke sowie deren Handling und Qualität. Auch die Robustheit und die verfügbaren Features werden bewertet. Das Gewicht und die Abmessungen spielen ebenso eine Rolle wie die Nachhaltigkeit des Produkts. Unsere Bestenliste umfasst Rucksäcke unterschiedlicher Größen und Kapazitäten, um eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten abzudecken.
Vergleichstabelle ausgewählter Tourenrucksäcke
| Hersteller | Modell | Gesamtbewertung | Preis/Leistung | Preis | Volumen | Gewicht | Regenhülle | Rückenbelüftung | Reflektoren | Trinkblase nachrüstbar | Helmhalterung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bulls | BP Team | 75% | 83% | 59,95 € | 16l | 710g | Nein | Ja | Nein | Ja | Ja |
| CamelBak | H.A.W.G. | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
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