E-Bike Scheibenbremse wechseln – Eine detaillierte Anleitung

Die Bremsscheibenmontage ist ein wichtiger Aspekt der Fahrradwartung, insbesondere bei E-Bikes. Es gibt viele Details zu beachten, von der Auswahl der richtigen Scheiben über passende Adapter bis hin zur korrekten Montage und Anzugsmomenten. Dieser Artikel fasst das Wichtigste zum Thema Bremsscheibenmontage zusammen, um Fehler zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.

Welche Bremsscheiben gibt es? Centerlock vs. 6-Loch

Grundsätzlich gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch.

6-Loch

Bei diesem Standard werden die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden. Es ist wichtig, sowohl das Handbuch für die Nabe als auch das der Scheibe zu beachten. Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.

Centerlock

Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig.

Die Vorteile von Centerlock liegen bei der einfacheren Montage, da hier nur ein Verschlussring festgezogen werden muss. Das gilt natürlich nur, wenn man das passende Werkzeug hat. Je nachdem, welche Naben und Scheiben verwendet werden, kann manchmal auch ein leichter Gewichtsvorteil gegenüber 6-Loch-Systemen erreicht werden. Allerdings ist dieser Punkt schwer zu verallgemeinern.

Ein großer Nachteil von Centerlock ist die reduzierte Auswahl an Komponenten. Der Standard kommt ursprünglich von Shimano und so bieten hauptsächlich die Japaner passende Scheiben an. Auch bei den Naben ist längst nicht jeder Komponentenhersteller auf den Centerlock-Zug aufgesprungen. Will man also maximale Auswahl, setzt man lieber auf 6-Loch Scheiben. Auch auf Alpenüberquerungen oder anderen längeren Touren sind sie im Grunde überlegen, da man sie mit den meisten Multitools (meistens wird ein T25-Torx benötigt) demontieren kann. Für Centerlock müsste man dafür ein sperriges Kassettentool mitschleppen. Im Notfall findet man eine Schraube für 6-Loch Scheiben auch bedeutend leichter als den Verschlussring eines Centerlock-Systems. Wer also gerne etwas abseits vom Schuss unterwegs ist, ist mit 6-Loch besser beraten.

Ein Nachteil ist hingegen, dass sich durch nicht korrektes Anziehen die Scheibe verspannen und zu Defekten führen kann. Außerdem hat sich schon der eine oder andere schon eines der sechs Gewinde in der Nabe kaputtgedreht. Hier ist also Vorsicht geboten.

6-Loch Centerlock
Vorteile
  • Große Auswahl an Naben und Bremsscheiben
  • Montage per Multitool (meist Torx-25)
  • Ersatzschrauben leicht zu beschaffen
  • Mit Adapter auch 6-Loch Bremssscheiben möglich
  • Kompatibel mit 15/20mm Achsen
  • Einfache und schnelle Montage
  • Eventueller Gewichtsvorteil
Nachteile
  • Montage dauert länger
  • Höhere Wahrscheinlichkeit, ein Gewinde zu beschädigen
  • Spezielles Werkzeug notwendig
  • Reduzierte Auswahl an Bremsscheiben und Naben
  • Keine Umrüstung auf Centerlock möglich
  • Für verschiedene Achsen werden unterschiedliche Abschlussringe benötigt

Bremsscheibendurchmesser

Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt. Warum das so ist, weiß vermutlich niemand so genau, aber umso wichtiger ist es daher, genau hinzusehen.

Um den Einsatzbereich der verschiedenen Scheiben zu definieren, nehmen wir aber einfach einmal die vier eingangs genannten Größen:

  • 140mm: Passen zu Rennrädern und Cyclocrossern. Wichtig ist allerdings, dass das Fahrergewicht hier eher gering sein sollte (<80 kg).
  • 160mm: Diese kommen auch gerne bei Cross-Country Fahrern zum Einsatz, da sie einen guten Kompromiss aus Bremskraft und Gewicht darstellen.
  • 180mm: Wer gerne Trail-Touren fährt, der braucht jedoch mehr Standfestigkeit. 180mm Scheiben vorne und hinten haben sich dafür bewährt. Kräftigere Kerle können auch auf eine 200mm Scheibe an der Front setzen.
  • 200mm: Spätestens beim Enduro-Fahren ist das sowieso Pflicht und wer im Bikepark den ganzen Tag seine Laps zieht, der darf auch noch hinten eine 200mm Version verbauen. Auch E-Bikes werden häufig mit 200mm Scheiben ausgestattet, da hier durch das erhöhte Systemgewicht deutlich mehr Belastung auf die Bremse wartet.

Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe. Die Empfehlungen oben sind dabei natürlich nur Richtlinien, die noch um Faktoren, beispielsweise den eigenen Fahrstil und das Fahrkönnen (Thema Schleifbremsung), ergänzt werden sollten. Außerdem sollte man sein Gewicht beachten, da mehr Gewicht nach größeren Scheiben ruft.

Kurz zusammengefasst:

  • 140mm für Rennrad- und Cyclocross-Fahrer
  • 160mm für Cross-Country-Fahrer, leichte Fahrer können evtl. hinten noch auf 140mm setzen
  • 180mm vorne und hinten für Trail-Touren, bei mehr Körpergewicht vorne 200mm
  • 180mm hinten und 200mm vorne für Enduro-Bikes und E-Bikes
  • 200mm vorne und hinten für Downhiller

Lieber zu große Scheiben als zu kleine!

Spezielle Technologien

Wie bei jedem Fahrradteil wurde natürlich auch an der Bremsscheibe herumoptimiert, was das Zeug hält.

  • Shimano (Ice-Tech): Diese Scheiben zeichnen sich durch zweiteilige Bremsscheiben aus. Ein Aluminiumträger im Zentrum, der als Spider fungiert und deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit aufweist, nimmt einen Reibring aus Stahl auf. Dadurch sollen die Scheiben deutlich hitzebeständiger und geräuschärmer sein. Zudem beugt die zweiteilige Konstruktion einem ungünstigen Verformen bei hohen Temperaturen vor.
  • Hope: Setzt auf zweiteilige bzw. sogar dreiteilige Scheiben aus Spider und zwei Reibringen. Die Reibringe sind dabei schwimmend gelagert und weisen einen schmalen Luftschlitz zwischen ihnen auf. Dadurch kann die Luft noch besser zirkulieren, was zu einer extrem guten Kühlperformance führen soll.
  • SRAM (Centerline-Technologie): Der Reibring ist hier durch sehr lange Aussparungen geteilt, die fast ringsherum gehen. Dadurch werden die Scheiben nicht nur leichter, sondern das Reibzentrum bleibt während der Radumdrehung durchgehend konstant. Das beugt nervigen Geräuschen vor, reduziert Vibrationen und sorgt für mehr Performance.

Benötige ich irgendwelche speziellen Adapter?

Es gibt vermutlich kein anderes Bauteil, das mit so vielen verschiedenen Adaptern kombiniert werden kann, wie die Scheibenbremse. Es ist ein regelrechter Urwald. Für den Durchblick muss daher zunächst geschaut werden, was für eine Bremse man überhaupt vor sich hat: Es gibt International Standard- (IS), Postmount- (PM) und Flatmount-Bremszangen. Jeder Standard hat dann seine eignen Adapter, um verschiedene Scheibengrößen zu verbauen.

  • Beim IS-Standard ist die Aufnahme ohne Adapter für 140mm Scheiben geeignet, zumindest wenn man eine Bremszange mit kurzen Befestigungsarmen hat.
  • Auch Flatmount-Aufnahmen starten bereits bei 140mm ohne Adapter.
  • Bei Standard PM-Aufnahme (6 Zoll) passen hingegen erst 160mm Bremsscheiben ohne Adapter, wobei einige Federgabeln (speziell Downhill-Gabeln) mittlerweile mit einer standardmäßigen 200mm PM-Aufnahme (8 Zoll) ausgestattet werden. Auch manche Rahmen haben diesen Standard, hier muss man also genau hinsehen.

Mit den passenden Adaptern kann man nun jeden der Standards auf die gewünschte Scheibenbremsengröße hin anpassen. Während Flatmount-Aufnahmen nur bis 180mm Scheiben funktionieren, können bei IS- und PM-Aufnahmen mit den passenden Adaptern bis zu 203mm große Scheiben montiert werden.

PM-Bremszangen passen übrigens mit entsprechenden Adaptern auch auf IS-Aufnahmen, sogar bei derselben Scheibengröße. Umgekehrt gibt es zwar auch Adapter, allerdings muss bei einer IS-Zange auf PM-Aufnahme immer eine größere Scheibe gefahren werden, als es die PM-Aufnahme zulassen würde. Sprich: Wenn ich eine 6 Zoll PM-Aufnahme habe, kann ich mit IS-Zangen minimal eine 180mm Scheibe fahren.

Flatmount-Zangen funktionieren hingegen problemlos auf PM-Aufnahmen, vorausgesetzt, man verwendet den passenden Adapter, und dasselbe gilt auch umgekehrt.

Kurz zusammengefasst:

  • Flatmount-Standard ermöglicht 140-180mm große Bremsscheiben
  • IS-Aufnahmen ermöglichen 140-203mm große Bremsscheiben
  • PM-Aufnahmen starten entweder bei 160mm (6 Zoll) oder 200mm (8 Zoll). Mittels Adapter können 6 Zoll PM-Aufnahmen auf bis zu 203mm angepasst werden
  • IS-Bremszangen passen auf PM-Aufnahmen mit Adapter und größeren Scheiben
  • PM-Aufnahmen passen auf IS-Aufnahmen mit Adapter
  • PM- und Flatmount sind mit Adaptern jeweils uneingeschränkt kompatibel

Was muss ich bei der Montage beachten?

Egal ob 6-Loch- oder Centerlock-Bremsscheibe - es ist extrem wichtig, immer auf die Montagerichtung der Scheibe zu schauen. Die meisten Bremsscheiben haben nämlich eine Laufrichtung, bei der die volle Stabilität gewährleistet werden kann.

Das hat folgenden Grund: Bei richtig herum montierter Bremsscheibe werden die Speichen der Scheibe (bzw. der Spider) auf Druck belastet, also zusammengedrückt. Der Reibring hingegen ist auf Zug belastet, man spricht auch von Zugspannung. Montiert man die Scheibe umgekehrt, tritt genau der umgekehrte Fall ein: Speichen auf Zug, Reibring auf Druck. Das hat ab dann fatale Folgen, wenn die Bremsscheibe heiß wird. Nun sinkt nämlich die Widerstandsfähigkeit des Stahls, weshalb der Reibring unter dem Druck zusammenfallen kann. Unter Zug passiert das nicht.

Man kann sich das so vorstellen: Nimmt man ein Drahtseil in die Hand, kann man es ziehen und es ist perfekt stabil. Drückt man es jedoch zusammen, nimmt es keine stabile Form ein und fällt in sich zusammen.

Es ist also absolut sicherheitsrelevant, die Bremsscheibe in Laufrichtung zu montieren. Bei 6-Loch-Schrauben sollte man außerdem darauf achten, die einzelnen Schrauben bei der Montage immer über Kreuz festzuziehen. Dadurch beugt man einer Verspannung der Scheibe vor, was sich ansonsten ebenfalls negativ auf deren Stabilität auswirken könnte. Die oben genannten Drehmomente sollten natürlich immer beachtet werden, was auch für Centerlock-Scheiben gilt.

Zudem sollte man an der Bremse immer mit sauberen Fingern arbeiten, da man sonst erst die Bremsscheibe und anschließend die Bremsbeläge unbrauchbar verschmutzen kann. Vor allem Öle und Fette sind hier natürlich problematisch.

Welche Hersteller sind die gängigsten?

Wie schon bei den Antrieben, sind auch bei den Bremsen zwei Platzhirsche besonders aktiv: Shimano und SRAM. Die meisten OEM Ausstattungen nutzen wohl Scheiben dieser beiden Hersteller und das zurecht: Schließlich funktioniert sowohl die Ice-Tech- als auch die Centerline-Technologie sehr gut.

Natürlich darf in dieser Liste aber auch nicht der schwäbische Traditionshersteller Magura fehlen. Die Storm-Bremsscheiben sind schon seit geraumer Zeit echte Legenden und auch die neuaufgelegte Variante ist ein echter Wurfanker, dabei aber dennoch sehr leicht. Gerade seit der neu aufgelegten MT-Serie sieht man sie an unglaublich vielen Rädern.

Wenn es dir auf das Preis-Leistungs-Verhältnis ankommt, solltest du dir Tektro ansehen. Die klassischen, einteiligen Stahlscheiben bieten zwar keine ausgefallene Technologie, dafür aber einen super Preis. Dennoch überzeugt die Performance vollständig und vom gesparten Geld kann man sich auf der nächsten Alm noch ein Bierchen gönnen.

Wer es dennoch gerne etwas exklusiver mag, kann sich nochmals im Südwesten Deutschlands umsehen. Trickstuff ist eine Firma aus Freiburg, bei der es immer das gewisse Extra gibt. So auch bei ihrer Dächle Bremsscheibe. Speziell die Dächle Ultralight ist ein echter Hingucker, die aus mehr Löchern zu bestehen scheint als Stahl. Dabei soll sie dennoch sehr standfest sein.

Apropos standfest: Wenn das dein Hauptanliegen sein sollte, dann ist der britische Hersteller Hope etwas für dich. Die zweiteiligen Floating Technology Scheiben kriegst du nämlich einfach nicht heißgebremst. Dank des Luftspalts zwischen den Bremsen hast du immer volle Performance, egal wie lange der Trail ist.

E-Bike Bremsen: Besonderheiten

E-Bikes sind schnell und sind schwer. Entsprechend standfest muss eine E-Bike Bremse sein. Eine Bremse für das E-Bike muss den Belastungen gewachsen sein, die das höhere Gewicht des E-Bikes und die höhere Geschwindigkeit erfordern. Dabei muss sie gut zu dosieren sein und zuverlässig funktionieren.

In den meisten Fällen ist ein E-Bike mit einer hydraulischen Scheibenbremse ausgestattet, wie etwa das Rose Black Lava, ein E-Bike mit Scheibenbremsen von Shimano. Hydraulische Scheibenbremsen bieten einen exakten Druckpunkt, erfordern wenig Handkraft und bieten hohe Bremskraft.

Ob Sie Ihr E-Bike über den Winter eingelagert haben oder bei Regen, Schnee und Glätte unterwegs waren - auf einen Frühjahrs-Check sollte niemand verzichten. Wenn die E Bike Bremse quietscht, zehrt das an den Nerven, im schlimmsten Fall kann es auch Anzeichen eines Defekts sein.

Ursachen für quietschende E-Bike Bremsen

Manchmal quietschen E Bike Bremsen lediglich während des Bremsvorgangs, manchmal ist ein regelmäßiges kurzes Quietschen zu hören, das sich mit jeder Umdrehung des Laufrads wiederholt.

Handelt es sich um hydraulische Felgenbremsen am E-Bike, deutet das regelmäßige Geräusch auf einen Seitenschlag der Felge hin, das Laufrad hat also eine leichte „Acht“, die es zu beheben gilt. Im Zweifelsfall sollte man das dem Fachmann überlassen.

Quietscht die Felgenbremse beim Bremsvorgang, lässt sich das Problem in den meisten Fällen durch minimales Schrägstellen der Bremse und damit der Bremsbeläge abstellen. Die Bremsbeläge sollten beim Betätigen der Bremse zunächst an ihrem vorderen Ende mit der Felge in Kontakt kommen, das hintere dabei noch etwa einen Millimeter von der Felge entfernt sein.

Falls die E Bike Bremsen quietschen, und es sich um Scheibenbremsen handelt, deutet ein regelmäßiges kurzes Geräusch entweder auf eine verbogene Bremsscheibe oder auf einen ungenau montierten Sattel hin. Eine nur leicht verbogene Bremsscheibe kann man unter Umständen mit den Händen oder mit Spezialwerkzeug wieder geradebiegen. Man muss dabei unbedingt darauf achten, die Scheibe nicht zu verschmutzen. Aber auch das Einstellen des Bremssattels ist kein Hexenwerk.

Quietschen die Bremsen beim Bremsvorgang selbst, kommen mehrere Ursachen in Frage. Ist es ein neues E-Bike, an dem die Scheibenbremsen quietschen, sind sie noch nicht eingebremst. E-Bike Bremsen müssen nämlich eingefahren werden - das gilt auch für neue Beläge nach einem Wechsel. Dazu muss man auf einer Gefällestrecke etwa 20 mal stärker bremsen - man bemerkt, wie die Bremsen bissiger und auch leiser werden.

Alternativ kann man gerade E Bike Bremsen einfahren, indem man in der Ebene einige Sekunden an der Bremse zieht und dabei weiter in die Pedale tritt. Bei Nässe oder nach dem Putzen des Fahrrads quietschen viele E-Bike-Bremsen, das gibt sich von selbst, sobald es wieder trocken wird.

Außerdem kann die E Bike Bremse quietschen, wenn Schmutz oder Öl auf die Scheibe und/oder die Beläge gelangt ist, und wenn die Beläge verglast sind. Die Bremsscheibe und verschmutzte Beläge kann man mit speziellen Bremsenreinigern säubern, verglaste Beläge und mit Öl verschmutzte Bremsbeläge müssen ausgetauscht werden.

E-Bike Bremsen einstellen

Ein regelmäßiges, sich wiederholendes Tickern oder Quietschen der E-Bike-Bremse, das nicht von einer verbogenen Bremsscheibe herrührt, deutet auf einen nicht exakt montierten Bremssattel hin. Will man die E-Bike Bremsen einstellen, indem man den Bremssattel exakt platziert, muss sich das Rad frei drehen können. Ein Montageständer ist hier extrem hilfreich.

Der Bremssattel am E-Bike mit hydraulischer Bremse ist am Rahmen und an der Gabel gleichermaßen mit zwei Schrauben befestigt. Die sind jeweils durch ein Langloch am Bremssattel geführt, so dass sich dieser hin- und herschieben lässt, sobald man diese Schrauben lockert.

  1. Falls die E Bike Bremse schleift oder tickernde Geräusche macht, löst man in einem ersten Schritt die beiden Schrauben, so dass sich der Bremssattel leicht hin- und herbewegen lässt.
  2. Dann dreht man das Laufrad mit der Hand an und zieht den Bremshebel, wodurch sich der Sattel an der Scheibe ausrichtet.
  3. Falls das noch nicht der Fall ist, kommen die Augen ins Spiel. Idealerweise vor einem hellen Hintergrund sieht man mit bloßem Auge, ob der Spalt zwischen Scheibe und Bremsbelägen auf beiden Seiten gleich groß ist.
  4. Jetzt löst man eine Schraube ganz leicht, die andere etwas weiter und richtet den Bremssattel von Hand passend aus. Das erfordert Geduld und ist etwas mühsamer, von daher empfehlen wir immer mit der ersten Methode zu starten.

Manche Scheibenbremsen bieten die Option, den Abstand der Bremsbeläge zur Scheibe einzustellen. Die Einstellung erfolgt am Bremshebel, per Drehrad, Rändelschraube oder - mit Werkzeug - einer Schraube.

Bremsbeläge am E-Bike wechseln

Bremsbeläge verschleißen, das gilt auch für Bremsbeläge am E-Bike. Aber wie lange halten Bremsbeläge am E-Bike? Das hängt vom Systemgewicht ab, also dem Gewicht von Fahrer, Fahrrad und Gepäck, vom Fahrstil und von der Art des Bremsbelags.

Es gibt organische Bremsbeläge und gesinterte Bremsbeläge. Bei organischen Bremsbelägen sind unterschiedliche Kohlenstoffverbindungen per Kunstharz zu einem Belag gepresst. Ein organischer Bremsbelag ist weicher, quietscht weniger, verträgt aber Hitze schlechter und verschleißt schneller.

Gesinterte Bremsbeläge bestehen dagegen aus feinen Metall- und Keramikteilen. Gesinterte Beläge sind härter und resistenter gegen Hitze, neigen aber eher zum Quietschen.

Für die meisten E-Bike Bremsen gibt es neben den originalen Bremsbelägen ihrer Hersteller auch Bremsbeläge von Drittanbietern. Es schadet nicht über Alternativen nachzudenken, und man findet online oder immer wieder auch in Fachmagazinen einen E-Bike Bremsbeläge Test, um sich über Preise und Qualität zu informieren.

Um die E-Bike Bremsbeläge zu wechseln, muss man zunächst die Laufräder ausbauen. Die Bremsbeläge werden von einem Bolzen oder einer Schraube in ihrer Lage gehalten. Diese werden in der Regel von einem Clip oder Splint gesichert, den man im ersten Schritt entfernt.

Nachdem auch die Schraube oder der Bolzen entfernt wurden, kann man die Bremsbeläge zusammen mit der Spreizklammer entfernen. Danach reinigt man die Kolben mit einem weichen Lappen und drückt sie zurück, bis sie plan mit dem Gehäuse des Bremssattels liegen.

Dieses Zurückdrücken ist nötig, weil bei hydraulischen Scheibenbremsen am E-Bike die Beläge automatisch nachgestellt werden, wenn die Beläge nach und nach verschleißen. Die neuen Beläge sind dicker als die abgefahrenen alten, ohne das Zurückstellen der Kolben ist die Montage der neuen schlecht möglich und die Bremsscheibe findet keinen Platz dazwischen.

Jetzt die neuen Bremsbeläge zusammen mit der Spritzklammer einsetzen und die Sicherung, ob Bolzen oder Schraube wieder einsetzen und auch diese mit Splint oder Clip sichern.

Hydrauliköl wechseln und Bremsen entlüften

Hydraulische E-Bike Bremsen arbeiten entweder mit Bremsflüssigkeit (DOT) oder mit Hydrauliköl. Beide Medien müssen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, Sram etwa empfiehlt für DOT einen jährlichen Wechsel, für Hydrauliköl einen Zweijahres-Turnus.

Nach dem Wechsel müssen die E-Bike Bremsen entlüftet werden, das Entlüften kann aber auch dazwischen nötig sein. Typisches Anzeichen: Der Bremshebel lässt sich durchziehen und die Bremse greift sehr spät oder schlimmstenfalls gar nicht, die E-Bike Bremse baut erst nach mehrmaligem Ziehen Druck auf.

Luft im System ist einer der häufigsten Gründe, warum eine E-Bike Bremse nicht funktioniert. Eine gut funktionierende Bremse aber ist unabdingbar, deswegen darf man den Ölwechsel oder das Entlüften der E-Bike Bremse nur mit handwerklichem Geschick selbst durchführen. Im Zweifel immer zum Händler gehen.

Wer selbst entlüften will benötigt ein zur Bremse passendes Entlüftungsset. Wie man die E-Bike-Bremsen entlüftet, unterscheidet sich von Fall zu Fall, Anleitungen dazu findet man auf YouTube oder der Internet-Präsenz der jeweiligen Hersteller.

Im Prinzip werden am Bremssattel und am Bremsgriff Spritzen angeschlossen. Mit der oberen drückt man Öl durch das System in die untere, bis alle Luftblasen entwichen sind.

Allgemeine Tipps zur Wartung und Pflege

Bei entsprechender Pflege sind E-Bike-Bremsen sehr langlebig. Wer seine E-Bike Bremse wechselt tut das oft, weil er ein höherwertiges Modell fahren will, das ein besseres Bremsgefühl, höhere Standfestigkeit oder mehr Bremskraft bietet.

In Fachmagazinen, bei der Stiftung Warentest oder online findet man regelmäßig einen E Bike Scheibenbremsen Test, der aktuelle Modelle vorstellt und bewertet. So kann man bei Bedarf vergleichen und eine neue E-Bike Bremse auswählen.

Wenn man den Umbau selbst vornimmt, entstehen beim E-Bike Bremsen wechseln lediglich die Kosten für die neue Bremse und für das Entlüftungsset. Das benötigt man zwingend, da in der Regel die Leitungen der neuen Bremse gekürzt und diese danach entlüftet werden müssen.

Bei vielen modernen E-Bikes ist zudem die hintere Bremsleitung durch den Rahmen geführt, so dass die Leitung vom Bremsgriff getrennt werden muss, um die durch den Rahmen zu ziehen, selbst wenn sie nicht zu lang ist. Auch dann ist das Entlüften nötig.

Auch hier gilt: im Zweifel den Händler beauftragen, wodurch sich die Kosten für den Wechsel der E-Bike Bremse um die Arbeitszeit erhöhen.

Eines muss man auch mit einer neuen Bremse auf jeden Fall: mit dem E-Bike richtig bremsen. Mit Gefühl also und mit beiden Bremsen gleichzeitig, wobei der größere Teil der Bremskraft auf das Vorderrad wirken sollte.

Es gibt übrigens hydraulische Scheibenbremsen für das E-Bike mit ABS.

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