E-Bike-Motoren im Vergleich: Bosch gegen Shimano

Es ist DAS Duell der E-Bike-Giganten: Der deutsche Traditionshersteller Bosch tritt in diesem Vergleich gegen den japanischen Traditionshersteller Shimano an. In der linken Ecke steht also der Kraftmeier CX Performance Line in seiner brandneuen fünften Generation, in der rechten der erst neulich per Firmware-Update aufgefrischte und auf dem Papier ähnlich starke EP801. Das sind unsere beiden Duellanten in diesem Duell, die derzeit gefragtesten E-Bike-Motoren Europas, vielleicht sogar der Welt.

Bosch Performance Line CX Gen 5

Wer beim Fahrradhändler nach einem "Bosch-Fahrrad" fragt, will sehr wahrscheinlich ihn hier haben: Bosch Performance Line CX in seiner erst kürzlich vorgestellten fünften Generation. Zunächst mit 85 Newtonmetern Drehmoment und 600 Watt in der Spitze, bekommt er im Sommer 2025 nun endlich per Firmware-Update mehr Saft. Bis zu 100 Nm und 750 Watt in der Spitze soll er dann können, die Unterstützung steigt dann auf bis zu 400 %. Der neue CX ist endlich merklich leiser geworden - und seit Mai 2025 auch noch stärker als zuvor!

Wer wiederum Wert auf "Infotainment" in Form eines riesigen Displays legt, kommt um Bosch nicht herum - an dieser Stelle würden wir Bosch mit seinen Kiox-300- und 500-Modellen als führend bezeichnen.

Shimano EP801

Augenfälligste Neuerung ist die abgespeckte Figur des Shimano-Antriebs. Zehn Prozent kleiner und auch deutlich leichter als sein Vorgänger geht der EP8 ins Rennen. Der Vergleich zu Bosch: Über 400 Gramm spart der Japaner ein, auch die Abmessungen sind eine ganze Ecke schlanker.

Wer riesige Akkus will, kommt um Bikes mit Shimano-Motor kaum herum, wie beispielsweise das Canyon Spectral:ON mit seinem bis zu 900 Wattstunden großen Stromfass eindrucksvoll zeigt. Sportlich, kompakt und minimalistisch: Auch mit dem neuen EP8-Display hält Shimano an dieser Philosophie fest. Die Vorteile sind ein exzellenter Schutz vor Beschädigung, eine dezente Optik und gute Bedienbarkeit. Größtes Manko: die ungenaue Akku-Stand-Anzeige ohne Prozentwerte.

Die inneren Werte: Leistung und Software

Doch entscheidend für die Antriebsleistung sind die Innereien der Motoren. Dazu gehört auch die Software. Wie wichtig die Programmierung ist, hat Bosch kurz vor dem Erscheinen des EP8 gezeigt. Die Schwaben haben ihrem Performance CX mal eben einen Power-Boost verpasst, als hätten sie dieses Ass bewusst in der Hinterhand gehalten. Ohne ein Bauteil des Antriebs zu verändern, liefert der Motor plötzlich noch mehr Drehmoment und fährt sich noch geschmeidiger. Kaum zu glauben, dass die Anpassung im Datenblatt - 85 statt 75 Newtonmeter - so kurz vor der EP8-Premiere Zufall war.

Die E-MTB-Motoren im Fakten-Check:

Die Fakten zum Shimano EP8: 2,52 Kilo (EMTB-Messung), 3 Fahrstufen, die individuell via App anpassbar sind. Max. Drehmoment auf dem EMTB-Prüfstand: 79 Newtonmeter. Die Fakten zum Bosch Performance CX: 2,96 Kilo (EMTB-Messung), 4 Fahrstufen, nur mit Nyon-Display anpassbar. Max. Drehmoment auf dem EMTB-Prüfstand: 79 Newtonmeter.

Besonders nach vorne/unten ist der Shimano schlanker, das kann im Gelände, je nach Rahmenkonstruktion, mehr Bodenfreiheit bringen.

Boschs Kiox-Display (links) bietet seit dem letzten Update noch mehr Funktionen, darunter die Darstellung einer Komoot-Navigation. Allerdings ist das Kiox deutlich sperriger als die EP8-Variante und die Ergonomie des Bedienteils nur mäßig. Einige Hersteller greifen deshalb zum etwas altbackenen Purion-Display.

Full-Power Motoren im Vergleich

In unserem Full-Power Motorenvergleich haben wir zuletzt drei verschiedene Motoren für sportlich orientierte e-Bikes genauer unter die Lupe genommen. Zweiradmechanikermeister und e-Bike Experte Leon hat sich die Fahreigenschaften und technischen Daten des Bosch Performance Line CX, des Brose Drive S Mag, sowie des Shimano EP801 genauer angesehen und für uns aufgearbeitet. Full-Power Motoren stehen für genau das, was sich hier bereits im Namen versteckt: volle Power und eine Extraportion an Leistung. Ein Full-Power Motor schiebt dich besonders kraftvoll an, kann schneller beschleunigen und das Tempo halten, weshalb du damit selbst steilste Anstiege meisterst.

Um im Rahmen des Full-Power Motorenvergleichs auch eine Vergleichbarkeit zu schaffen, hat sich Leon auf einige Hauptaspekte konzentriert: das Gewicht und die Erscheinung der Motoren, die dargebotene Leistung mitsamt der Geräuschentwicklung sowie das Fahrgefühl und Drehmoment.

In Sachen Gewicht ist der EP801 Motor von Shimano mit knappen 2,7 Kilogramm der leichteste Motor unseres Full-Power Motorenvergleichs. Der EP801 hat zusätzlich Kühlrippen und kommt im Gesamten auch optisch fortschrittlich modern daher. Dicht darauf folgen die beiden anderen Motoren, der Bosch Performance Line CX und der Brose Drive S Mag mit nur knappen 200 Gramm mehr und damit etwa 2,9 Kilogramm. Dabei fällt auf, dass alle Motoren gewichtsmäßig sehr dicht beieinander liegen. Anders als bei den Light-Assist Motoren wird bei den Full-Assist Motoren schließlich nur bedingt auf das Gewicht geachtet, da es primär um die starke Leistung geht. Diese Leistung kompensiert zeitgleich das höhere Gewicht des Motors und ermöglicht damit weiterhin ein vergleichsweise leichtes Fahrgefühl.

Optisch gesehen erwecken der Bosch CX Motor sowie der Shimano Motor einen eher sportlichen und technischen Eindruck. Der Brose Drive S Mag ist aufgrund des verbauten Riemens etwas größer im Aufbau.

Während der Bosch und Shimano Motor beim Arbeiten eine hörbare Geräuschkulisse erzeugen, ist der Brose Drive S Mag aufgrund des Riemens deutlich leiser. Der Bosch Performance Line CX sowie der Shimano EP801 Motor kommen beide mit einem Drehmoment von 85 Nm. Lediglich der Brose Drive S Mag fällt hier nach oben aus der Reihe und liefert satte 90 Nm Unterstützung, die dennoch beeindrucken präzise kontrolliert werden können. Mit diesem höheren Drehmoment bietet der Brose Motor nicht nur eine starke Beschleunigung, sondern ermöglicht auch eine souveräne Bewältigung anspruchsvoller Steigungen. Der Bosch-Motor punktet vor allem mit einer energiegeladenen Beschleunigung und einer stabilen Performance in unterschiedlichen Geländearten. Der Shimano Motor sichert eine ausgeglichene Leistung und trägt zu einem geschmeidigen Fahrerlebnis bei.

Wie verhält es sich bei den Motoren in Sachen Tretwiderstand, wenn wir über der magischen 25 km/h Grenze unterwegs sind oder proaktiv ohne Unterstützung fahren wollen? Der Bosch CX hat einen sehr geringen Tretwiderstand ohne Unterstützung. Selbiges gilt für den Brose Drive S Mag, was Leon demonstriert, indem er die Antriebswellen leicht manuell betätigt.

In unserem Vergleich von Full-Assist Motoren hat sich Zweiradmechanikermeister Leon drei verschiedene Modelle im Detail angesehen.

Bosch Performance Line CX Brose Drive S Mag Shimano EP801
Gewicht ca. 2,9 kg ca. 2,9 kg ca. 2,7 kg
Drehmoment 85 Nm 90 Nm 85 Nm

Du suchst einen sehr langlebigen Motor mit einer ausgezeichneten Ersatzteilversorgung? Dann solltest du dir den Bosch Motor einmal näher ansehen. Der Shimano EP801 eignet sich besonders gut für e-Bike Neulinge, da er eine sehr angenehme Kraftverteilung sowie eine gute Dosierbarkeit hat. Auch das elektrische Schalten - ganz ohne Treten - kann in Verbindung mit dem Motor überzeugen. Der Brose Drive S Mag überzeugt durch die größte Kraft, bzw. das größte Drehmoment.

Alle drei Motoren sind für die verschiedensten Arten von e-Bikes geeignet. So findest du beispielsweise unterschiedliche e-Mountainbikes oder auch Trekking e-Bikes, die mit derart starken Motoren ausgestattet sind. Damit du für dich persönlich entscheiden kannst, ob einer der Motoren für dich geeignet ist, kannst du eine Probefahrt bei einem e-motion Shop in deiner Nähe machen und das Bike in Sachen Fahrempfinden, Geräuschentwicklung und vielem mehr direkt testen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0