E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch oft schrecken die hohen Anschaffungskosten ab. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für die hohen Preise und gibt einen Überblick über die laufenden Kosten.
E-Bike-Trend und steigende Preise
Sie spielen mit dem Gedanken, sich ein E-Bike zu kaufen? Dann liegen Sie voll im Trend. Vor allem in Großstädten werden elektrisch betriebene Fahrräder, die sogenannten E-Bikes, immer beliebter. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Mit einem E-Bike ist man schneller und kraftsparender unterwegs als mit einem herkömmlichen Rad. Je nach Modell sind die Räder mit Geschwindigkeiten von bis zu 45 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Erst einmal muss man feststellen: Elektroräder werden (wie alles andere auch) von Jahr zu Jahr teurer. Lag der Durchschnittspreis für ein E-Bike 2019 noch bei 2.200 Euro, waren es vier Jahre später bereits 2.950 Euro. Hier spielt es sicher auch eine Rolle, dass das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher gestiegen ist und man heute stärker auf hochwertiges Material achtet. Aber auch das Aufkommen des Bike-Leasings hat diese Entwicklung begünstigt.
Faktoren, die den Preis bestimmen
Beim E-Bike (Pedelec / S-Pedelec) lässt sich ein großer Teil der Preiskalkulation auf die Akkus, Elektronik und den Antrieb zurückführen. Dazu gehören dann auch entsprechend der höheren Leistung und Gewichtung stabilere Rahmen, Federelemente, (Feder-)Gabeln, Bremsen und Felgen. Ein weiterer Teil im Preis fällt auf Design- / und zulassungsrechtliche Vorkostenstellungen für die Hersteller, welche über den Kaufpreis auch wieder reingeholt werden müssen.
Zunächst ist ein E-Bike im Gegensatz zu einem herkömmlichen Rad natürlich anders aufgebaut. Hochwertige Akkus und Motoren tragen zu den hohen Kosten bei. Außerdem muss ein E-Bike wegen der rasanten Geschwindigkeiten mehr Belastungen aushalten als ein normales Fahrrad. Rahmen, Lenker und Reifen müssen darauf ausgelegt sein.
Qualität und Komponenten
Zu guter Letzt kommt es dann noch auf die Qualität der Einzelteile (z.B. Schaltung, Lager etc.pp) einerseits an, wie andererseits auch auf die Zeitstückzahl in Serienmontage, der Fertigungsaufwand und der Montageort einiger Bauteile die nicht einfach aus asiatischen Großserien zugekauft werden (können). Selbst bei den "billigen" Pedelecs aus Baumärkten und Kaufhäusern machen Antrieb, Akkus und Elektronik in der Regel etwa mindestens 2/3 des Preises aus.
Und auch da macht es dann neben oben genannten Punkten noch einen Unterschied, ob pro Jahr und Serie 2.000 oder 2.000.000 Millionen Fahrzeuge die Fertigungsstätten verlassen.
Vergleich mit Motorrädern
Ich wage doch stark zu bezweifeln, dass das Motorrad für 5000 € in Relation der gleichen Qualitätsstufe entspricht. Und es macht wenig Sinn, "das günstigste auffindbare Motorrad" mit einem Premium-Fahrrad zu vergleichen.
Die Rolle der E-Technik
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Die eTechnik steckt noch in den Kinderschuhen und Entwicklung kostet eben. Verbrenner können auf alte Technik zurückgreifen.
E-Bike Typen: Pedelec und S-Pedelec
Mittlerweile gibt es E-Bikes in allen Farben, Größen und mit diversen Ausstattungen zu kaufen. Häufig sieht man sogar Angebote im Discounter. Ein gutes E-Bike sollte aber in etwa 1.500 bis 2.000 Euro kosten.
Pedelecs und S-Pedelecs sind E-Bikes, denn das ist nur ein Oberbegriff für alle Fahrräder mit Motorunterstützung. Das Wort Pedelec ist eine Abkürzung für Pedal Electric Cycle. Diese Modelle gelten gesetzlich als normales Fahrrad und können mit Unterstützung des Motors bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell werden. S-Pedelecs sind wesentlich schneller. Das „S“ steht für Speed. Die Turbo-Fahrräder bringen es auf bis zu 45 Kilometer pro Stunde. Dafür benötigt man einen Mofaführerschein. Ein S-Pedelec gehört auf die Straße, der Radweg ist tabu.
Laufende Kosten und Wartung
Die laufenden Kosten sind bei einem günstigen E-Bike nicht anders gelagert als bei einem Premium-Modell bzw. einem unmotorisierten Fahrrad. Los geht’s mit einem jährlichen Check, der beim E-Bike rund 70 Euro kostet. Dabei werden sämtliche Bauteile kontrolliert und bei Bedarf kleinere Arbeiten wie das Zentrieren der Laufräder vorgenommen.
Die Werkstatt checkt auch alle Verschleißteile und tauscht sie nach Absprache aus, was natürlich zusätzlich kostet. Für die Erneuerung der Bremsbeläge kann man 50-60 Euro veranschlagen, 40-50 Euro kostet die Montage einer neuen Kette (jeweils mit Material). Die aufgeführten Arbeiten summieren sich auf rund 200 Euro (plus Check); wie oft sie fällig werden, hängt stark von der Kilometerleistung und den individuellen Nutzungsbedingungen ab - Faktoren wie Witterung, Fahrweise und Bremsverhalten.
In größeren Abständen müssen weitere Teile erneuert werden (Bremsscheiben, Zahnkranzkassette/Ritzel), sodass man pro Jahr mit Werkstattkosten um 200 Euro rechnen kann. Wird bei jedem Wetter gefahren, leiden natürlich auch alle anderen Bauteile am Rad, Motor und Akku inbegriffen.
Akkulebensdauer und -kosten
Wer das E-Bike regulär kauft und eine lange Nutzung plant, könnte also gut daran tun, Rücklagen zu bilden - etwa für den Fall, dass der Akku das Ende seiner Lebenszeit erreicht. Neben der Zahl der Ladezyklen - bei aktuellen Akkus meist 1.000 komplette Ladevorgänge - ist auch das Alter der Batterie ausschlaggebend.
Chemische Prozesse reduzieren ihre Kapazität nach und nach, und zwar unabhängig von der Nutzung; auch eine ungünstige Lagerung - etwa wenn der Akku im Winter dauerhaft draußen am Rad bleibt - schränkt die Lebensdauer ein. Ob man dann noch Lust hat, in einen neuen Akku zu investieren, der je nach Bauart 600 bis 1.000 Euro kostet, hängt vom Gesamtzustand des e-Bikes ab.
Motor und Reparaturen
Dazu gehört auch der Motor, der üblicherweise auf eine Lebensdauer von 10.000 bis 20.000 Kilometer ausgelegt ist, wobei es stark auf die Nutzungsintensität ankommt. Ein Defekt am Motor bedeutet aber nicht das Ende des E-Bikes - längst gibt es Unternehmen, die sich auf die Reparatur des Antriebs spezialisiert haben.
In dieser Hinsicht ist das E-Bike näher am Fahrrad als am Kraftfahrzeug: Reparieren lässt sich eigentlich alles, selbst der Rahmen kann theoretisch ausgetauscht werden.
Verbrauchskosten
Und wie sieht es mit den Verbrauchskosten aus? Dieser Faktor kann beim E-Bike-Fahren getrost vernachlässigt werden. Geht man von einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde aus, kostet es 30 Cent, einen 750-Wh-Akku voll aufzuladen.
E-Bike Leasing
Ziemlich transparent werden die Kosten des E-Bike-Fahrens übrigens beim Leasing. Die Verträge enthalten nämlich standardmäßig umfangreiche Versicherungs- und Serviceleistungen, wozu auch Inspektionen und Ersatzteile gehören. Mehr als die Monatsrate muss man also in keinem Fall zahlen, und bevor größere Reparaturen fällig werden, sind die drei Jahre der Leasingdauer um und das Bike kann zurückgegeben werden (oder man übernimmt es für einen Bruchteil des Neupreises).
Tipps für den E-Bike-Kauf
Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein elektrisches Zweirad zuzulegen, sollte deshalb nicht zu lange warten.
Vorteile eines Kaufs im Jahr 2025
- Günstigere Preise durch aktuelle Rabattaktionen
- Große Auswahl an verfügbaren Modellen
- Mehr Flexibilität in der Finanzierung und beim Zubehör
- Vorbeugung gegen künftige Preiserhöhungen
Herausforderungen und Forderungen
Kurzlebig: Verbraucher wollen gerne länger mit ihrem E-Bike fahren. Doch nicht bei allen Rädern lässt sich der Akku wechseln, was für eine längere Nutzung jedoch notwendig wäre.
Der vzbv fordert, die Reparierbarkeit von E-Bikes, Ersatzteilverfügbarkeit und den Akku-Austausch gesetzlich zu regeln.
Forderungen des vzbv
- E-Bikes in die Regulierung des EU-Ökodesigns aufnehmen
- Gesetzliche Regelung für einfachen Akku-Austausch
- Bereitstellung von Wechsel-Akkus für festgelegte Nutzungsdauer
Ausblick auf steigende Preise
E-Bike-Fans konnten sich in den letzten Jahren über satte Rabatte freuen. Doch damit könnte bald Schluss sein. Experten aus der Fahrradbranche rechnen damit, dass die Preise für E-Bikes ab 2026 wieder steigen.
Fahrradhersteller und Händler erwarten, dass die Zeiten hoher Preisnachlässe bald vorbei sind. Während 2024 und 2025 noch gute Angebote zu finden sind, könnte es ab 2026 schwieriger werden, ein Schnäppchen zu machen. Wer sein Wunschmodell ins Auge gefasst hat, sollte also nicht zu lange zögern.
Kostenvergleich: Mobilität im Wandel
Mobilität war schon immer ein teurer Spaß, und Besserung ist nicht in Sicht. Eher im Gegenteil: Laut einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland e. V. aus dem Jahr 2020 wurden Bus und Bahn von 2010 bis 2018 um 79 % teurer; beim Autofahren gab’s ein Plus von 36 %.
Versicherung und Sicherheit
Für ein normales Pedelec besteht keine Helmpflicht, für S-Pedelecs hingegen schon. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich das Tragen eines Helms jedoch zu jeder Zeit und auf jedem Rad. S-Pedelecs sind versicherungspflichtig, werden also rechtlich wie Mofas behandelt. Inklusive Diebstahlversicherung müssen Sie dafür mindestens 80 Euro im Jahr einrechnen.
E-Bike Beliebtheit und Nutzung
E-Bikes werden immer beliebter. Jeder Fünfte besitzt ein oder mehrere E-Bikes (16 Prozent) bzw. plant, eines zu kaufen (5 Prozent). Das ergibt eine repräsentative Umfrage von Kantar im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).
Dabei geben Verbraucherinnen und Verbraucher viel Geld für die Anschaffung eines Fahrrads mit Elektromotor aus. 42 Prozent zahlten mehr als 2.000 Euro, knapp jeder vierte Befragte (23 Prozent) sogar mehr als 3.000 Euro. Jedoch besitzen nur sechs Prozent der Haushalte mit einem Einkommen unter 1.500 Euro netto bereits ein E-Bike.
„Klimaschutz darf kein Luxusgut sein. Damit das Potenzial für eine verbraucherfreundliche Mobilitätswende genutzt und viele Verbraucherinnen und Verbraucher umsteigen können, muss die Politik aktiv werden“, sagt Marion Jungbluth, Leiterin Team Mobilität und Reisen beim vzbv.
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