Das Thema Elektromobilität gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere in urbanen Räumen. Nach dem Aufstieg der E-Bikes erfreuen sich nun auch E-Scooter großer Beliebtheit als kraftsparende und kostengünstige Alternative zum Auto. Der Markt für E-Scooter wächst rasant.
E-Scooter im Test: Worauf kommt es an?
Wir haben insgesamt 44 Elektro-Scooter mit Straßenzulassung getestet, von denen 32 derzeit noch erhältlich sind. Eins haben wir beim Update festgestellt: Die Preise für E-Scooter sind angezogen. In unserem Test erklären wir Ihnen auch, worauf Sie beim Kauf - und beim Fahren - achten müssen.
Die Besten im Überblick
Hier sind einige der herausragenden Modelle aus unserem Test:
- ePowerFun ePF-Pulse: Ein flotter Flitzer mit ausgezeichneter Beschleunigung, hoher Reichweite, souveränem Fahrverhalten und starken Bremsen. Er ist vorn und hinten gefedert, wodurch harte Schläge und Fahrbahnunebenheiten eliminiert werden.
- Trittbrett Sultan Plus: Blinker, Federung, stabile Konstruktion, durchzugsstarker Motor und ordentliche Bremsen zeichnen dieses Modell aus.
- Segway Ninebot G3 D: Ein extrem komfortabler E-Scooter mit ausgereifter Technik, super Federung, optionalem Zusatzakku, tollem Display, Bremslicht, Blinker und exzellenten Bremsen.
- Slidefox NT: Bietet maximalen Fahrspaß durch einen starken Motor, exzellente Federung, große Reichweiten, vier Blinker und einen stabilen Alu-Rahmen.
- Navee V50i Pro: Für rund 500 Euro ist er preiswert, außerdem kann man den Lenker zweifach falten und damit das Packmaß deutlich reduzieren.
E-Scooter im Alltag: Vor- und Nachteile
Seit 2019 sind E-Scooter in vielen deutschen Innenstädten präsent. Sie bieten eine zusätzliche Alternative zum Fahrrad oder E-Bike. E-Scooter ermöglichen es, sich ohne eigene Kraftanstrengung bis zu 20 Kilometer pro Stunde fortzubewegen. Gerade in engen und überfüllten Innenstädten spielen sie ihre Stärken aus.
Man kommt überall durch, muss sich um einen Parkplatz keine Sorgen machen und darf sich auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen bewegen. Fehlen diese, ist sogar die Fahrbahn erlaubt.
Kritikpunkte
E-Scooter stehen zudem in Innenstädten immer stärker in der Kritik. Einerseits, weil sie für schwere Unfälle verantwortlich sind. Andererseits, weil viele Leihroller auf Straßen und Bürgersteigen herumstehen, als Hindernis fungieren und das Städtebild verschandeln.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die wichtigste Nachricht gleich vorweg: E-Scooter-Fahrer brauchen keinen Führerschein, auch nicht eine Mofa-Prüfbescheinigung. Einzige Voraussetzung ist das Mindestalter von 14 Jahren. Genau wie für Auto- und Radfahrer gelten auch für E-Scooter-Fahrer dieselben Alkoholgrenzwerte.
Wer trotz einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille mit dem E-Scooter unterwegs ist, begeht eine Straftat. Besitzer eines Elektro-Scooters benötigen für ihr Zweirad eine Haftpflichtversicherung. E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen.
Kaufberatung: Was ist wichtig?
Das Angebot an E-Scootern wächst rasant. Für einen möglichst flexiblen Einsatz sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, dass am Fabrikschild Ihres Electro-Scooters eine Betriebserlaubnis-Nummer (ABE-Nr.) angebracht ist. Diese finden Sie in der Regel am Rahmen oder an der Unterseite. Fahren Sie einen Elektroroller ohne Straßenzulassung auf öffentlichen Straßen, drohen empfindliche Geldstrafen.
E-Scooter dürfen bis zu 20 km/h schnell fahren. Der Elektromotor kann im Normalfall nicht im Stand aktiviert werden. Viele Elektro-Scooter verfügen über unterschiedliche Fahrstufen, die Auswirkungen auf die Agilität des Rollers und die Höchstgeschwindigkeit haben. Über ein Display sehen Sie die aktuelle Geschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer und die Restkapazität des Akkus.
Während Modelle mit größeren Rädern und Federgabel deutlich mehr Fahrkomfort bieten, ist die Fahrt auf einem Gerät mit kleinen Rädern oft sehr unkomfortabel, jedes Schlagloch wird hier zur Herausforderung. Ein wichtiger Aspekt ist ebenfalls die Reifengröße. Auch Federgabeln erweisen sich als sinnvoll, damit Sie nicht jeden Schlag direkt an der Lenkerstange spüren.
E-Scooter müssen mit Licht, Klingel und mindestens zwei Bremsen ausgestattet sein, um die Straßenzulassung zu erhalten. Hersteller bieten neben Scheiben- und Trommelbremsen auch elektrische Vorderradbremsen sowie mechanische Rücktrittbremsen an. Bremsen sollten gut dosierbar sein.
Akkukapazität und Reichweite
Ein erhebliches Unterscheidungsmerkmal bei Elektro-Scootern sind zudem der Akku bzw. die Akkukapazität. Diese entscheidet über die Reichweite. Modelle ab etwa 7.500 mAh ermöglichen Ihnen Strecken von mindestens 20 Kilometern - abhängig ist diese Angabe natürlich von möglichen Steigungen und der Bodenbeschaffenheit.
Detaillierte Betrachtung: ePowerFun ePF-Pulse
Der beste E-Scooter ist für uns der ePowerFun ePF-Pulse. Der Flitzer ist mit drei unterschiedlichen Akku-Kapazitäten erhältlich und kostet zwischen 1.070 und 1.450 Euro. Das ist nicht wenig, aber dafür bekommt man extrem viel E-Scooter mit super Beschleunigung, großer Reichweite, Blinkern, Bremslicht und exzellenten Bremsen. Der einzige kleine Nachteil: Mit einem Gewicht zwischen 23,5 und 25,2 Kilo (je nach verbautem Akku) ist dieses Modell kein Leichtgewicht.
Der Aluminiumrahmen des E-Scooters ist absolut verwindungssteif und sehr robust. Selbst bei schweren Fahrern vibriert und klappert nichts. Maximal kann der ePowerFun mit 140 Kilo beladen werden.
Das Zweirad rollt auf sehr griffigen, 10 Zoll großen schlauchlosen Luftreifen mit selbstreparierenden Geleinlagen. Diese zeichnen sich nicht nur durch effektive Absorptionseigenschaften aus, sondern sollen auch besten Pannenschutz bieten.
Großgewachsene Fahrer dürfen sich freuen: Die Lenkstange ist schön hoch, sodass man entspannt gerade stehen und den E-Scooter mühelos pilotieren kann. Über zwei Tasten links am Lenker betätigt man den Blinker für links und rechts.
Eine Besonderheit des ePF-Pulse sind die drei mitgelieferten elektronischen Schlüsselkarten. Legt man eine der Karten auf das Display, so wird der E-Scooter entsperrt. Der ePF-Pulse ist mit drei Lithium-Ionen-Akku-Variationen erhältlich: mit 480, 720 und 960 Wh, die Reichweiten von bis zu 52, 78 bzw. 104 Kilometer am Stück ohne Aufladen ermöglichen sollen.
Der 48-Volt-Motor liefert eine Nenndauerleistung von 500 Watt, in der Spitze sind sogar 1.200 Watt drin. Der ePF-Pulse ist vorne und hinten gefedert, die Bodenfreiheit beträgt großzügige 14 Zentimeter, und das Fahrwerk ist auf robusten Aluminium-Schwingen an Vorder- und Hinterachse aufgebaut.
Über zwei Bremshebel betätigt man die beiden Scheibenbremsen. Beide Bremshebel der Scheibenbremsen aktivieren auch die elektronische Motorbremse. Für uns ist der ePowerFun ePF-Pulse eine ausgezeichnete Spaßmaschine.
Trittbrett Hilde 2.0 im Detail
Mit rund 40 kg ist Hilde ein echter Brummer. Dafür handelt es sich aber auch um einen der stärksten E-Scooter am Markt.
Die technischen Details der Trittbrett Hilde im Überblick:
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Akku wechselbar | Nein |
| Akkukapazität | 20 Ah / 960 Wh |
| Akkuspannung | 48 V |
| App | iOS, Android |
| Bereifung | Tubeless |
| Bremse hinten | Scheibenbremse |
| Bremse vorne | Scheibenbremse |
| Display | Tacho, Akku, Modus, Rekuperation |
| Elektrische Bremse | Ja |
| Federung hinten | Ja |
| Federung vorne | Ja |
| Gewicht | 40 kg |
| Max. Belastung | 177 kg |
| Max. Geschwindigkeit | 22 km/h |
| Nennleistung | 500 W |
| Reichweite | 45 km |
| Reifendurchmesser | 11 Zoll |
| Spitzenleistung | 3.200 W |
| Steigleistung | 38 % |
| Wasserdichtigkeit | IP66 |
| Wegfahrsperre | Per App |
| Listenpreis | 2.799,00 € |
Trittbrett setzt bei der Hilde auf Aluminium, welches aus dem Flugzeugbau stammt. Die Hilde setzt auf einen Allradantrieb, der auf 500 W Systemleistung gedrosselt wurde. Hervorzuheben ist an dieser Stelle das einzigartige Design. Die Hilde wirkt hochwertig und modern
Das Display der Hilde gefällt mir auch wirklich gut. Es ist groß und bietet dir als Fahrer einen guten Überblick über die aktuelle Geschwindigkeit, den Akkustand und die Rekuperation.
Wirklich gut gefällt mir auch die Lackqualität der Hilde. Der gesamte E-Scooter ist lackiert. Die maximale Zuladung von 177 kg sucht im aktuellen Wettbewerbsumfeld ihresgleichen. Insgesamt konnte uns die Hilde im Test mit einer hervorragenden Verarbeitung überzeugen.
Die Hilde hat jeweils einen Motor im Vorder- sowie Hinterrad. Wenig überraschend schafft die Hilde laut Tacho die 22 km/h und nutzt damit die gesetzlich erlaubte Abweichung von 10 % aus. Dieses Bild hat sich beim Steigungstest auch bestätigt. Hier schafft die Hilde nämlich 38 % und beim Einsatz im Harz konnten wir problemlos - damit meine ich wirklich problemlos - größere Anstiege bewältigen. Hilde die Leistung nicht gedrosselt.
Bei der Hilde handelt es sich um einen vollgefederten E-Scooter der über eine einstellbare Federung verfügt. Möchtest du wirklich enge Kurven fahren, sorgt diese Einschränkung dafür, dass du den E-Scooter stoppen und am Heck neu ausrichten musst. In unserem Test konnte ich mit der Hilde bergab sogar 50 km/h fahren. Gerade die Hilde mit ihren 40 kg und der gebotenen Leistung benötigt verdammt viel Bremsleistung.
Trittbrett hat der Hilde direkt zwei hydraulische Scheibenbremsen mit 160 mm Scheiben verpasst. Das integrierte Licht ist hell, lässt sich allerdings nicht verstellen Wie du im oberen Bild siehst, fokussiert das Licht sehr nah am E-Scooter.
Wie ich bereits im Zuge des Tests erwähnt habe, wiegt die Hilde 40 kg und ist damit der schwerste E-Scooter, den wir bisher im Test hatten. Bereits diese Tatsache sorgt in unserem Testverfahren für Punktabzug.
Offroad E-Scooter im Test
Mit ordentlicher Federung, stabiler Verarbeitung und starkem Motor eignen sich E‑Scooter auch für unbefestigte Wege. Dabei lohnt es sich beim E-Scooter-Kauf grundsätzlich, auf diese drei Attribute Wert zu legen, erhöhen sie doch den Fahrkomfort auch im urbanen Umfeld.
Das ist der beste Offroad-E-Scooter:
- Segway Ninebot Max G3 D: Souverän steht er an der Spitze dieser und auch der allgemeinen Bestenliste der E-Scooter und kostet 949 Euro.
- Navee ST3 Pro: Er glänzt mit seiner exzellenten Federung sowie starkem Motor.
- Joyor Y8-S: Einen kräftigen Offroader mit immens großem Akku für nur 469 Euro.
Weitere Offroad-E-Scooter:
- Epowerfun EPF-Pulse für 989 Euro
- Egret Ey! 1 für 970 Euro
- Ninebot ZT3 Pro D für 769 Euro
- Trittbrett Fritz für 1389 Euro
- Xiaomi Mi 4 Ultra für 669 Euro
- Slidefox NT für 849 Euro
- Streetbooster Pollux für 1299 Euro
Im Vergleich zum Vorgänger G2 D bietet der G3 D zahlreiche Verbesserungen: Statt einer einfachen Federung kommt nun eine vollständige hydraulische Federung zum Einsatz. Der Motor wurde von 900 Watt Spitzenleistung auf beeindruckende 2000 Watt aufgerüstet. Zudem wurde die Akkulaufzeit optimiert.
Die richtige Federung für E-Scooter
Hier sollte man darauf achten, dass die Lenkstange kaum wackelt und keine Teile leicht abzubrechen drohen. Der Faltmechanismus muss leichtgängig, aber dennoch stabil sein. Hier ist es wichtig, nicht nur auf die Leistung des Motors in Watt, sondern besonders auf das Drehmoment in Newton-Meter (Nm) zu achten.
Der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt, ist die Dämpfung, also wie viele Unebenheiten der Strecke an den elektrischen Scooter und Fahrer weitergegeben werden. Große Räder wie das 16 Zoll große Vorderrad des Gomate Steap ER1 Evo schlucken Unebenheiten deutlich besser weg als 8-Zoll- oder 10-Zoll-Räder. Außerdem sind Luftreifen den Vollgummi- oder Honeycomb-Reifen vorzuziehen.
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