E-Bike Träger für Anhängerkupplung im Test: Ein umfassender Überblick

Spätestens seit sich E-Bikes stark verbreitet haben, setzen sich die Fahrradträger für die Anhängerkupplung zunehmend durch. Oft reicht die Dachlast eines Pkw-Modells nicht aus, um die wegen ihrer Akkus oft deutlich schwereren Elektroräder per Dachträger transportieren zu können. Zudem ist es für die Reisenden beschwerlich, Pedelecs und Co. nach oben aufs Autodach zu wuchten.

Der ADAC hat in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Automobilclub TCS 13 aktuelle Modelle getestet. Sie sind jeweils falt- und kippbar sowie für zwei bis zu jeweils 30 Kilogramm schwere Fahrräder - und damit auch für E-Bikes - geeignet.

ADAC Fahrradträgertest 2025

Der ADAC hat Fahrradträger für Anhängerkupplungen getestet. Das Niveau ist gut, doch die Qualität hängt auch vom Preis ab.

Der Testsieger: Uebler i21

Rundum überzeugen konnte die ADAC-Tester das Modell Uebler i21. Es erreicht mit der Gesamtnote 1,5 als einziger Fahrradträger das Testurteil "sehr gut". Der ADAC lobt "seine einzigartige und simpel zu bedienende Montageart", das niedrige Gewicht von nur 13,2 Kilogramm und den geringen Platzbedarf im zusammengefalteten Zustand. Es ist nicht nur das sicherste Modell im Test (Note 1,0 in dieser Kategorie), sondern überzeugt auch bei den Aspekten Qualität und Handhabung. Doch das hohe Niveau hat seinen Preis: Mit 727 Euro ist der Uebler i21 klar der teuerste Fahrradträger im ADAC-Test.

Gutes Niveau im Mittelfeld

Es folgt ein breites Mittelfeld mit durchgängig guten Testergebnissen und hohem Sicherheitsniveau (allesamt mit der Note 1,2 in dieser Kategorie). Die Modelle MFT Compact 2e+1, Thule Easyfold XT2 und XLC Azura Xtra WT VC-C10 schneiden mit der Gesamtnote 1,6 kaum schlechter ab als der Testsieger, sind aber - abgesehen vom Thule-Fahrradträger - deutlich günstiger als der Testsieger. Auch in der Handhabung und bei der Qualität gibt es bei diesen Kupplungsträgern kaum Unterschiede.

Zwei "Preis-Leistungs-Sieger"

Ebenfalls kaum schlechter sind die Modelle Norauto E-Fit 200-2 und Oris Tracc, die jeweils die Gesamtnote 1,7 erreichen und somit durchaus als Preis-Leistungs-Sieger bezeichnet werden können. Mit 400 (Norauto) beziehungsweise 395 Euro (Oris) gehören sie zu den günstigeren Fahrradträgern im Testfeld. Das Modell von Oris erreicht sogar dasselbe hohe Sicherheitsniveau wie der Testsieger von Uebler (Note 1,0 in dieser Kategorie). Überschaubare Nachteile gibt es lediglich bei der Qualität, sodass Sparfüchse diese Modelle getrost in Erwägung ziehen können.

Dass die Güte eines Fahrradträgers trotzdem eine Preisfrage ist, zeigt der Blick auf das untere Drittel der Ergebnistabelle. Hier landen nämlich die drei günstigsten vom ADAC überprüften Modelle. Der 325 Euro teure Bullwing SR7 erreicht mit der Gesamtnote 2,0 zwar ein insgesamt gutes Ergebnis, leistet sich aber qualitative Schwächen.

Befriedigende Testverlierer

Beim billigsten Fahrradträger Fischer ProLine Evo (283 Euro) kommen Mankos in der Handhabung hinzu, weshalb er nur die befriedigende Gesamtnote 2,6 erhält. Seine Erstmontage gestaltet sich aufwendig, er ist relativ unhandlich bei der Montage auf die Anhängerkupplung und nicht so einfach zu falten wie die Konkurrenten. Ähnliches berichtet der ADAC über den Menabo Antares 2 für 327 Euro, der insgesamt am schlechtesten abschneidet. Er landet in jeder Einzelkategorie ganz hinten, hält mit einer Gesamtnote von 2,7 jedoch ebenfalls den Kontakt zum Mittelfeld.

Besonders positiv: Keiner der getesteten Träger verursachte in den dynamischen Fahrversuchen bei 90 km/h Schäden am Testfahrzeug. "Selbst bei plötzlichen Ausweichmanövern mit voller Beladung blieben alle Systeme stabil", heißt es vonseiten des ADAC.

Fahrradträger Test: Modelle für die Anhängerkupplung

Der Fahrradträger für die Anhängerkupplung (Kupplungsträger) ist individuell einsetzbar und passt bei jedem Auto, das eine Anhängerkupplung hat. Wie bei einem herkömmlichen Anhänger, wird der Träger an der Anhängerkupplung befestigt. Hierbei wird der Träger festgeklemmt und befindet sich direkt hinter dem Auto. Eine Montage ist somit unkompliziert und geht schnell von der Hand. Mit einem Schloss wird das unerlaubte „Abkuppeln“ verhindert.

Worauf man bei einem Kupplungsträger achten sollte

Das Beachten der Stützlast des Fahrzeugs bzw. der Anhängerkupplung ist maßgeblich wichtig. Mit dem Gewicht des Fahrradträgers und den Fahrrädern kann schnell die zulässige Stützlast erreicht werden. Dieser Hinweis ist vor allem beim Mitführen von E-Bikes zu beachten.

Beispielrechnung zur Tragkraft und Stützlast: Maximale Stützlast von 50 Kg - 13 kg Eigengewicht vom Träger = 37 kg Zuladung durch Fahrräder. Alle Räder zusammen dürfen die 37 kg nicht überschreiten.

Alle einzuhaltenden Werte für das Maximalgewicht, der Tragkraft und die Höchstgeschwindigkeit, findet man auf einem Aufkleber oder einer Plakette auf dem Träger (siehe Bild). Um das Gewicht möglichst gering zu halten, werden zumeist Aluminium und Edelstahl verwendet. Ein weiterer Vorteil der Materialien, sie setzen keinen Rost an.

Einige Kupplungsträger haben eine Klappfunktion mit der man den Träger nach vorne (weg von der Kofferraumklappe) klappen kann. Die Heckklappe kann so weiterhin Problemlos geöffnet werden. Bei allen Fahrradträgern kommt während der Autofahrt eine hohe Belastung auf das Material. Qualität hat auch hierbei seinen Preis, einfache und billige Fahrradträger können schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Bei der Neuanschaffung sollte immer auf ein TÜV Siegel oder ein GS Zertifikat geachtet werden. Ebenfalls sollte der Fahrradträger eine Zulassung in Deutschland haben.

Wichtig ist, dass man den Träger nach Herstellerangaben befestigt. Egal ob auf der Anhängerkupplung, auf dem Dach oder an der Heckklappe. Beim Fahrradträger Test wird auf diese Dinge mit eingegangen.

Anzahl der Fahrräder

Die meisten Fahrradträger können von Werk aus zwei Fahrräder transportieren. Möchte man mehr als zwei Räder mitnehmen, kann man die Träger um Module bzw. Schienen erweitern. Hierbei sollte man direkt ein Modell wählen, dass eine hohe Zuladung hat. Alternativ wird direkt ein Fahrradträger für vier Fahrräder gekauft.

Hinweis: Bei einigen Fahrradträgern muss man aus Platzgründen den Lenker eines Rades querstellen, dies ist jedoch von der Kombination Auto/Fahrradträger abhängig.

Weitere Arten von Fahrradträgern

Je nach Fahrzeug variieren die Modelle. Es gibt Fahrradträger für die Anhängerkupplung, für das Autodach oder die Heckklappe. Hier ein kurzer Überblick über die anderen Varianten:

  • Fahrradträger für die Heckklappe: Geeignet für Fahrzeugmodelle mit großer Heckklappe oder Kofferraumklappe.
  • Dachträger für Fahrräder: Werden auf dem Autodach in einer Radschiene befestigt.
  • Deichselträger für Wohnwagen: Werden auf der Deichsel des Wohnwagens montiert.

Befestigung der Fahrräder auf dem Fahrradträger

Die Fahrräder werden in eine Reifenschale gestellt, so steht das Fahrrad auf einer Schiene in den sogenannten Felgenhaltern. Um diese Schienen befinden sich Gurte, Riemen oder Felgenhaltebänder. Mit ihrer Hilfe werden die Felgen der Fahrräder festgezurrt und gesichert. Zusätzlich gibt es noch einen Rahmenhalter mit einer Klemme. Die Klemme ist am Fahrradträger befestigt und umschließt eine Stange vom Fahrradrahmen. Es entsteht eine Dreipunktbefestigung.

Die Schellen bzw. Klemmen, die am Fahrradrahmen halten, sind abschließbar. Das Fahrrad ist so vor Diebstahl geschützt. Der maximale Rahmendurchmesser ist bei sehr dicken Rahmen zu beachten. Die Hersteller geben hier entsprechende Informationen an. Der Thule EuroClassic G6 hat die Rahmenhalter für Rahmendurchmesser von 22 - 80 mm. Wer das Rad vor Kratzern schützen möchte, kann zwischen Fahrradrahmen und Klemme noch ein Tuch legen oder zum Beispiel ein Schutz-Set nutzen.

Wer beim Transport der Fahrräder besonders sicher sein möchte, kann die Fahrräder noch mit einem Spanngurt sichern. Dazu eignen sich mehrere kurze Spanngurte (z.B. 50 cm lang) oder ein Langer, der mehrfach um und durch das Rad gezogen wird.

Crashtest Fahrradträger Test mit E-Bikes

In dem Video wird eindrucksvoll gezeigt, wie sich das E-Bike durch den Aufprall löst und sich frei bewegen kann. Nur die Mauer hindert das Fahrrad am Weiterfliegen. Eines der E-Bikes hat sich komplett gelöst und die Gurte sind zerrissen.

Hinweis: Alle lockeren Anbauteile sollten vor der Fahrt abgenommen werden, dies können Akkus am Pedelec, eine abnehmbare Fahrradbeleuchtung, Fahrradkörbe und besonders Kinderfahrradsitze sein.

Bei dem Fahrradträger für die Anhängerkupplung gibt es außerdem eine Beleuchtungseinheit. Wie bei einem richtigen Anhänger, hat man auch hier jeweils einen Blinker, ein Rücklicht und eine Bremsleuchte für jede Seite, sowie teilweise einen Rückfahrscheinwerfer.

Da diese Variante häufig das Nummernschild verdeckt, haben die Anhängerkupplungsträger eine Nummernschildhalterung, an der ein weiteres Kennzeichen befestigt werden kann. In Deutschland (520 × 110 mm) hat das Nummernschild eine andere Größe als in Österreich (520 × 120 mm).

Die Beleuchtungsbrücke wird über die Anhänger-Steckdose mit Strom versorgt. Passt der Steckeranschluss nicht, kann ein Adapter verwendet werden.

Worauf man vor dem Kauf achten sollte:

  • auf die Stützlast von der Anhängerkupplung
  • auf ein gültiges und vorhandenes GS oder TÜV Siegel beim Träger
  • rostfreies Material (auch bei den Schrauben)
  • eine Möglichkeit der Erweiterbarkeit durch zusätzliche Schienen oder Module der Felgenschalen
  • Passt der Radstand meines Bikes auf den Träger

Fahrradträger für E-Bikes

Ein normaler Fahrradträger kann auch E-Bikes transportieren. Hier kommt es lediglich auf die technisch erlaubten Zuladungen an. Die Zuladung pro Schiene, das Gewicht der E-Bikes und die Stützlast der Anhängerkupplung entscheiden, ob Pedelecs auf einem Fahrradträger transportiert werden dürfen.

Einige Hersteller kennzeichnen die Fahrradträger mit dem Hinweis „Fahrradträger für E-Bikes“, da diese im Regelfall 30 kg pro Schiene tragen dürfen und insgesamt eine hohe Zuladung aufweisen.

Es gilt zu beachten: Gewicht des Fahrradträgers+Gewicht aller Fahrräder dürfen die Stützlast der AHK nicht überschreiten. Dazu darf ein Rad nicht schwerer sein als die Zulässige Last pro Schiene.

Man kann die Träger Problemlos im Internet bestellen, auf billige Chinaware sollte man aus eigenem Interesse jedoch verzichten.

Testergebnisse verschiedener Modelle (Auswahl)

Hier eine Übersicht über Testergebnisse und Eigenschaften einiger Fahrradträger-Modelle:

Produkt Faltbar Räder Traglast Note Preis
Thule EasyFold XT 2 2 60 kg Gut 739,99 €
Atera Strada E-Bike M - 2 60 kg Sehr gut 359,99 €
Uebler i21 Z60 2 60 kg Sehr gut (Testsieger 2025) 887 Euro
Norauto E-Fit 100-2 - 2 60 kg Sehr gut (Testsieger 2024) 250 Euro

Vor der Fahrt

  • Vor der Fahrt sollten leicht zu verlierende Teile, wie die Luftpumpe, vom Rad entfernt werden.
  • Die Akkus von E-Bikes haben zusätzliches Gewicht und gehören idealerweise ins Auto.
  • Kontrollieren Sie bei einem Heckträger die Beleuchtung und ob das Kfz-Kennzeichen gut zu erkennen ist.
  • Nach 50 Kilometern sollte man noch einmal checken, ob sich Schrauben oder Spanngurte gelockert haben.
  • Das Fahrverhalten des Autos mit einem oder mehreren Fahrrädern an Bord kann deutlich anders sein, speziell dann, wenn Sie die Räder am Heck befestigt haben.
  • Fahren Sie deshalb nicht schneller als 130 Kilometer pro Stunde und seien Sie in Extremsituationen, wie einer abrupten Vollbremsung oder engen Kurven, darauf vorbereitet, dass Ihr Pkw unerwartet reagiert.
  • Bedenken Sie außerdem, dass der Spritverbrauch mit einem Fahrradträger wegen der schlechteren Aerodynamik in die Höhe schnellt.

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