Das Tretlager (auch Innenlager genannt) Ihres (Elektro-)Fahrrads sorgt dafür, dass Sie mit Ihrem Fahrrad vorwärtskommen. Da es allerdings von außen nicht sichtbar ist, macht es sich meistens erst bemerkbar, wenn Ihr Fahrrad nicht mehr einwandfrei funktioniert: Wenn es quietscht und knarzt, liegt das häufig an einem Defekt im Tretlager. Auch wenn das Treten schwerer fällt als sonst oder Sie Spiel beim Treten haben sollten, ist es Zeit, Ihr Tretlager genauer in den Blick zu nehmen.
Wann sollte man das Tretlager wechseln?
Wenn die beschriebenen Probleme auftreten, ist es Zeit für einen Wechsel des Tretlagers? Nicht unbedingt! In manchen Fällen reicht es schon aus, das Tretlager zu reinigen. Vorweg: Es ist völlig normal, dass das Tretlager irgendwann den Geist aufgibt. Das variiert stark nach der Kilometerleistung, den äußeren Bedingungen und Ihrer Fahrweise.
Das Tretlager ist - ähnlich wie das Radlager am Auto - ein klassisches Verschleißteil. Man bezeichnet es auch als Innenlager. Es befindet sich typischerweise im Tretlagergehäuse des Fahrradrahmens zwischen den Pedalkurbeln. Die Qualität eines Tretlagers definiert sich in erster Linie über dessen Langlebigkeit. Das Fahrrad-Innenlager ist eines des wichtigsten Antriebsbauteile am Bike. Es verfügt an der rechten und linken Seite jeweils über eine Tretlagerwelle mit Wälzlager. An den Außenseiten des Lagers befinden sich jeweils zwei Kurbelaufnahmen, welche die Pedalkurbeln mit dem Innenlager verbinden.
Es gibt einige untrügliche Zeichen dafür, dass es Zeit ist, das Tretlager zu wechseln. So verursacht ein defektes oder verschlissenes Tretlager bei jeder kräftigen Belastung der Pedale ein unüberhörbares Knarzen oder Quietschen. Ein verbrauchtes Tretlager hat zudem Spiel - es fühlt sich bei Weitem nicht mehr so präzise an wie ein neues Innenlager. Außerdem fällt das Treten mit einem kaputten Innenlager schwerer als mit einem funktionstüchtigen. Falls eines dieser „Symptome“ auftritt, sollte man das Innenlager wechseln.
Verschiedene Faktoren beeinflussen den Verschleiß eines Tretlagers. Neben der reinen Kilometerleistung und dem Alter spielt die tatsächliche Beanspruchung eine wichtige Rolle. Außerdem hängt der Verschleiß des Lagers - ähnlich wie bei einem Kugellager - von den äußeren Bedingungen ab. Manchmal verursachen sogar relativ neue Lager Schwierigkeiten. Dies liegt häufig nicht am Verschleiß, sondern an eingedrungenem Wasser, Schmutz oder Mangel an Montagefett.
Welches Tretlager brauche ich?
Auf dem Lager befinden sich alle relevanten Daten wie Lagergröße sowie ein Code, der als Referenz für das neue Lager - beispielsweise für ein Shimano Tretlager - herangezogen werden kann. Wenn man ein altes Fahrrad mit defektem Tretlager besitzt, sollte man das Lager ausbauen, dessen Maße ausmessen und danach ein maßgleiches Tretlager neu kaufen. In der Gebrauchsanleitung zu Ihrem Fahrrad finden Sie heraus, welches Tretlagermodell Sie benötigen. Das variiert von Fahrrad zu Fahrrad. Im besten Fall wenden Sie sich an einen Fachhändler in Ihrer Nähe.
Kann man ein Tretlager reparieren?
Wenn Sie handwerklich ein wenig geschickt sind, können Sie das Tretlager Ihres Fahrrads bei Ihnen Zuhause reparieren. Allerdings ist das für Laien gerade bei E-Bikes gar nicht so einfach und beispielsweise kaum vergleichbar mit dem Einstellen der Sattelhöhe. Sollten Sie Unterstützung benötigen, wenden Sie sich am besten an einen Fachhändler in Ihrer Nähe. Hier können Sie sich auch ein Angebot für den Wechsel einholen und sind auf der sicheren Seite, dass dieser empfindliche Teil Ihres Fahrrades korrekt ausgetauscht wird. Auch beim Wechsel Ihrer Kette oder bei einem Loch im Fahrradschlauch hilft man Ihnen hier gerne weiter.
Grundsätzlich: Ja, Sie können den Wechsel selbst übernehmen. Wenn Sie aber unsicher sind oder kein passendes Werkzeug haben, lohnt sich manchmal der Gang zum Profi. Ich persönlich finde: Reparaturen selbst durchzuführen macht nicht nur Spaß, sondern erhöht auch das Vertrauen in das eigene Material enorm. Probieren Sie es einfach aus!
Moderne und hochwertige Innenlager (alter Begriff: Tretlager) halten oft viele Jahre und verrichten klaglos ihre Arbeit. Dennoch kann es irgendwann nötig sein, diese zu tauschen. Die notwendige Reparatur bzw. der Austausch ist auch für den Laien/Anfänger in weniger als einer Stunde zu bewerkstelligen. So sparen Sie sich den Weg zur Fahrradwerkstatt und damit bares Geld.
Werkzeug und Vorbereitung
Mit etwas Vorbereitung, dem richtigen Werkzeug und Geduld können Sie Ihr Tretlager selbst wechseln.
- Ein hilfreicher Fahrrad-Montageständer
- Ein Inbusschlüssel (meist 5 oder 8 mm)
- Ein Tretlagerwerkzeug (abhängig vom Tretlagertyp, z. B. Hollowtech II oder Vierkant)
- Ein Kurbelabzieher (bei Vierkant-Kurbeln)
- Fett oder Montagepaste
- Ein alter Lappen
Wichtig ist natürlich das neue, passende Tretlager. Oft ist auf dem alten Lager eine Modellnummer eingeprägt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln des Tretlagers
1. Kurbeln entfernen
Um das Tretlager zu wechseln, nehmen Sie sich zunächst die linke Kurbelseite des Fahrrads vor. Zuerst müssen die Kurbeln abgebaut werden, also die Teile, an denen die Pedale befestigt sind. Dafür schraubt man die Pedale ab. Achtung: Eine Seite verfügt über ein Linksgewinde. Danach werden die Schrauben an den Kurbelarmen gelöst. Man lockert die Inbusschrauben und entfernt die Kurbelkappe mit dem Kurbelkappenwerkzeug. Danach löst man die Sicherheitsplatte zwischen den Inbusschrauben mit einem kleinen Schraubenzieher. Als nächstes zieht man die linke Kurbel ab und klopft die rechte Kurbel mit einem Gummihammer sachte aus dem Lager. Mit dem Kurbelabzieher zieht man nun die Kurbeln vorsichtig von der Achse.
2. Altes Tretlager ausbauen
Jetzt geht es an das eigentliche Innentretlager, das sich im Rahmen befindet. Je nach Fahrradtyp setzt man das Tretlagerwerkzeug an, um die Lagerschalen herauszudrehen. Es folgt die Entfernung der Lagerschalen mit einem passenden Dorn oder Tretlagerwerkzeug. Auch hier gilt: Eine Seite hat oft ein Linksgewinde - also nicht wundern, wenn sich etwas „falsch herum“ dreht.
3. Gewinde reinigen
Jetzt ist eine gute Gelegenheit, vor dem Einbau des neuen Lagers das Tretlagergehäuse gründlich zu reinigen. Ein Lappen und etwas Entfetter helfen, alten Schmutz und Fett zu entfernen. Das Gewinde im Rahmen sollte sauber und unbeschädigt sein.
4. Neues Tretlager einsetzen
Bevor man das neue Innenlager am Fahrrad einbaut, sollte man zunächst das Gewinde und die Gehäuseflächen großzügig mit Montagefett einfetten. Anschließend schraubt bzw. presst man die Lagerschalen in das Tretlagergehäuse. Nun kann man das neue Tretlager einsetzen. Etwas Fett auf die Gewinde auftragen, damit später nichts knarzt oder festrostet. Dann die neuen Lagerschalen einschrauben - wieder auf die richtige Seite achten - und mit dem passenden Werkzeug festziehen. Das Anzugsmoment bei einem Schraublager sollte bei 40 - 45 Nm liegen. Bei einem Presslager muss man besonders auf Bündigkeit achten. Mit einem geeigneten Einpresswerkzeug sollte dies kein Problem sein. Zuerst die rechte Seite einschrauben (meist mit Linksgewinde, also nach links drehen), dann die linke Seite (normal, also nach rechts drehen). Beide Seiten sollten mit 35 bis 50 Nm angezogen werden.
5. Kurbeln wieder montieren
Anschließend schiebt man zunächst die rechte Kurbel bis zum Anliegen ins Gehäuse. Danach folgt das Aufschieben der linken Kurbel auf die Kurbelachse. Nächster Schritt: Man zieht die Kurbelkappe mit dem Kurbelkappenwerkzeug moderat an. Moderat bedeutet in diesem Fall: maximal 1,5 Nm. Danach folgen das Eindrücken der Sicherungsplättchen und das wechselseitige Anziehen der Inbusschrauben mit 12 - 14 Nm. Abschlusskontrolle: Die montierte Kurbel sollte sich unter Belastung locker im Gehäuse drehen. Zum Schluss werden die Kurbeln wieder montiert. Sie werden auf die Achse gesetzt und die Schrauben gleichmäßig festgezogen. Jetzt sollte sich alles leicht und ohne Spiel drehen - fertig!
Wer sich unsicher ist, macht vor jedem Schritt ein Foto, das zeigt, wie ursprünglich alles zusammengesetzt war.
Typen von Tretlagergehäusen
Aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Lagertypen ist es mitunter schwer, das passende Tretlager zu finden. Am einfachsten ist es, wenn man das alte Tretlager 1:1 durch ein identisches neues Lager ersetzt.
Es gibt verschiedene Tretlagergehäuse-Typen:
- BSA Tretlagergehäuse
- Italienisches Gewinde (ITA)
- BB30 Tretlager
- BB30A Tretlager
- BB86/92 Pressfit
- Press Fit 30 (PF30)
- BBright
- BB90 (Trek)
- BB386EVO (FSA)
Jeder dieser Typen hat spezifische Eigenschaften und erfordert möglicherweise spezielle Adapter oder Werkzeuge für den Austausch.
Häufige Probleme und Lösungen
Wenn beim Treten plötzlich Knirschen oder Knacken auftritt, ist oft das Tretlager schuld. Die Tretlager moderner Fahrräder sind robust, aber Verschleiß bleibt nicht aus. Besonders unter hoher Belastung können sich Lager setzen, verschleißen oder anfangen zu knacken. Je nach Typ brauchen Sie spezifisches Werkzeug. Wenn das Tretlager fest sitzt, hilft oft ein Gummihammer oder Kriechöl.
Einige zusätzliche Tipps:
- Reinigen Sie das Tretlagergehäuse gründlich von außen und innen.
- Bestreichen Sie beide Gewinde bzw. die Gehäusefläche von innen reichlich mit Montagefett.
- Achten Sie auf die richtige Anzahl der Spacer (siehe Tabelle).
- Beim Einpressen können unangenehme Geräusche entstehen. Diese sind jedoch nicht schlimm.
Wenn ein Tretlager knackt, schleift, rumpelt, quietscht, leicht wackelt oder rau läuft, ist das ein eindeutiges Alarmsignal, das man wirklich ernst nehmen sollte, denn die Reparatur ist ohne Austausch quasi unmöglich. Die Prüfung dazu: Einmal die Kette abnehmen und mit der Hand durchdrehen fördert meist sofort den vermuteten Zustand zutage. Reparieren oder Nachstellen kann man das Lager nicht, ein kompletter Austausch ist sinnvoller.
Kurbel wechseln ohne Abzieher?
Die Frage taucht regelmäßig in Foren auf und lässt sich recht eindeutig beantworten: Kann man beim Fahrrad die Kurbel wechseln ohne Abzieher? Auf YouTube findet man zwar zahlreiche semiprofessionelle Videos zu diesem Thema, aber in der Praxis ist es für die meisten Laien dennoch nicht zu empfehlen, den Wechsel ohne Spezialwerkzeug durchzuführen. Der zusätzliche Kraftaufwand und das Risiko unbeabsichtigter Beschädigungen sind zu hoch.
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