Wer ein liebgewonnenes Fahrrad Zuhause hat, muss keine Unsummen für ein E-Bike ausgeben. Mit hochwertigen Sets zum Nachrüsten wird aus einem alten Drahtesel schnell und legal ein vollwertiges E-Bike, beziehungsweise Pedelec. Wir zeigen, welche Motoren sich von Bafang, Pendix, iMortor und Bikight lohnen. Ab 250 Euro kann man ein E-Bike nachrüsten.
Was kostet ein Nachrüst-Kit für E-Bikes?
Die Preise für Nachrüst-Kits variieren stark. Oft bekommt man sie bei Händlern mit deutschem Standort für 100 bis 200 Euro mehr als über einen chinesischen Online-Shop. Die meisten Nachrüst-Kits führt Banggood; auch zu den besten Preisen in der Regel. Ausnahme ist hier Pendix. Die Preise sind dauerhaft gleich (hoch) und der Verkauf findet ausschließlich direkt über Pendix statt.
Sind Nachrüst-Kits für E-Bikes legal?
Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad nachrüsten, das ergab ein gemeinsames Interview mit Deutschlandfunk, ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e.V.) und TechStage. Das bestätigt auch Dr. Arun Kapoor, Rechtsanwalt für Produkthaftung und Produktsicherheitsrecht bei der Kanzlei Noerr LLP, im Interview mit Emobiljournal. Die Nachrüst-Sets müssen laut Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad nicht einmal eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Im Zweifel haftet hier dann der Inverkehrbringer, also etwa Onlineshops wie Amazon.
Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man lieber nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen bis dato nicht erlaubt ist. Der Motor darf ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h beschleunigen; das gilt in Deutschland als Schiebehilfe. Generell darf ein Pedelec, also ein Elektrofahrrad ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung leisten. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.
Das nachzurüstende Fahrrad sollte zudem in einem einwandfreien Zustand sein. Das Material sollte keine Ermüdungserscheinungen aufweisen. Idealerweise rüstet man am besten ein neues oder junges Fahrrad auf. Wer sich unsicher ist, sollte zu einem Fachhändler gehen. Das ist meist nicht schwierig und erfordert in aller Regel nur Zeit und Werkzeug. Vor allem ein Innenlagerschlüssel ist bei Mittelmotor-Sets ein Muss; den gibt es etwa bei Amazon für rund 14 Euro. Den Produkten liegt meist eine Montageanleitung bei. Zudem gibt es für die hier getesteten Modelle auf Youtube diverse Montageanleitungen. Kurbeln, Motor, Bremshebel und Steuereinheit - das sind in aller Regel die Komponenten eines Nachrüst-Kits.
Wer keinerlei Zeit oder Geduld hat, um sein Fahrrad selbst umzurüsten, geht zu Pendix. Hier kann man über einen Fachhändler die Montage vornehmen. Das kostet natürlich extra.
Die Top 5 Nachrüst-Kits im Test
Platz 1: Bafang BBS-01B
Mit Gutschein-Code BG04aa52 gibt es den Bafang-Mittelmotor derzeit bei Banggood für 520 Euro. Er ist gut verarbeitet und mit 250 Watt Leistung in Deutschland legal. Laut diverser Foreneinträge kommt der Motor auf 80 Nm; das verschafft dem Nutzer eine entspannte Fahrt bei Hügeln und kleineren Bergen.
Neben dem Mittelmotor liefert Bafang neue Kurbeln, einen großen Farb-LCD-Bordcomputer, einen Handcontroller, einen Geschwindigkeitssensor, neue Bremshebel sowie ein Frontlicht und unzählige Kabelbinder. Montagewerkzeug und eine Anleitung sind ebenfalls dabei. Nur einen Innenlagerschlüssel muss man selbst kaufen. Wir haben unseren von Amazon für rund 14 Euro bestellt.
Zum Bafang BBS-01B (Testbericht) braucht man noch einen Akku. Hier haben wir uns für den Haniwinner H194 samt europäischem Netzteil für knapp 270 Euro entschieden. Den Preis erzielt man derzeit mit dem Gutschein-Code BG2eb379 bei Banggood. Die Kapazität des Akkus liegt bei 561 Wh. In der Praxis kommt man damit zwischen 30 und 70 Kilometer weit; abhängig von vielen Fanktoren wie Unterstützungsstufe und Beschaffenheit der Fahrstrecke.
Platz 2: Pendix Edrive 300
Pendix ist Premium und das spürt man schon beim Preis. Der von uns getestete Pendix Edrive 300 (Testbericht) kostet im Set samt Akku mit Gutschein-Code HeiseMedien2022 1500 statt 1.649 Euro. Dafür ist das System absolut geräuschlos, fällt kaum auf und es gibt keine nervigen Kabel, aber auch kein eigenes Display. Das Pendix-Kit hat drei Jahre Garantie (bei Registrierung) und ist hochwertig verarbeitet.
Der Mittelmotor bietet 250 Watt Leistung und ein Drehmoment von 65 Nm. Der Akku bietet 330 Wh und liefert in der Kombination 40 bis 50 Kilometer Reichweite. Großer Pluspunkt ist bei Pendix das sehr minimalistische Design sowie der komplett geräuschlose Motor. Dieser arbeitet ohne Getriebe und gibt deshalb keinen Ton von sich. Dafür tritt der Motor nach.
Platz 3: Bikight SW900
Den Heckmotor Bikight SW900 (Testbericht) mit 1000 Watt gibt es bei Banggood regulär für 300 Euro. Mit Gutschein-Code BG690f26 kostet er nur noch 279 Euro - ein echtes Schnäppchen. Leider ist die Version hierzulande illegal. Das Modell mit 250 Watt ist derzeit ausverkauft. Für den kompatiblen Akku Haniwinner HA194 561Wh legt man mit Code BG6e013a 210 Euro auf den Tisch. Insgesamt zahlt man also rund 460 Euro für das gesamte Set.
Die 250-Watt-Version kann mit einem Drehmoment von vermutlich gerade einmal 25-35 Nm nicht vollständig überzeugen. Ja, man spürt die Unterstützung, bergauf fehlt es aber einfach an Kraft. Somit landet der Heckmotor nur auf Platz 3 unserer Bestenliste.
Platz 4: Bafang MM G340
Eigentlich steht das Kit Bafang MM G340 (Testbericht) unserem erstplatzierten Bafang BBS-01B um nichts nach. Ganz im Gegenteil, der MM G340 ist ein sehr starker Mittelmotor der auf ganzer Linie Freude bereitet. Leider verfügt der Motor über eine Leistung von 750 Watt; das ist in Deutschland illegal. Schade, denn ansonsten hätte es für diesen kraftvollen Mittelmotor den ersten Platz gegeben.
Derzeit bekommt man den Motor via Banggood für rund 480 Euro mit Code BG44073d. Via Amazon findet man den Motor immer wieder für rund 100 Euro mehr.
Platz 5: iMortor 2.0
Eigentlich ist der iMortor 2.0 (Testbericht) eine tolle Idee. Akku, Elektronik und Motor stecken allesamt im Vorderrad. Man muss nur ein Kabel zur Lenkerstange verlegen und es mit dem mitgelieferten Controller verbinden. Insgesamt brauchen wir für den Umbau 15 Minuten.
Das klingt zu gut, um wahr zu sein und ist es leider auch. Denn der iMortor 2.0 hat mit rund 10 bis 15 Kilometern kaum Reichweite, man braucht eine App, um ihn überhaupt nutzen zu können, und ohne Gashebel kann man ihn nicht nutzen. Damit ist das Modell in Deutschland illegal und generell einfach nicht zu gebrauchen. Via Banggood ist das Produkt noch gelistet, aber nicht mehr verfügbar. Auf Geekbuying findet man den Nachfolger, den iMortor 3.0, für rund 420 Euro.
GermanXia E-Bike Vorderrad-Umrüstsatz
Das in Pulheim bei Köln ansässige Unternehmen GermanXia hat sich auf Mobilität im E-Bike Bereich spezialisiert. Neben Komplettbikes umfasst das Portfolio auch verschiedene Umrüstsätze, mit denen ein herkömmliches Fahrrad zum E-Bike umgerüstet werden kann. Einen besonders unkomplizierten Umbau verspricht der GermanXia E-Bike Vorderrad-Umrüstsatz, da hier grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen.
Die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten der GermanXia E-Bike Umrüstsätze ermöglichen einen sehr individuellen Aufbau des Fahrrades zum Pedelec. Angeboten wird der bürstenlose, wartungsfreie 250 Watt Vorderrad-Nabenmotor in Kombination mit Laufrädern von 20 bis 28 Zoll. Der Vorderrad-Nabenmotor ist speziell auf die Laufradgröße abgestimmt. Für die Begrenzung der Unterstützung auf maximal 25 km/h sorgt ein interner Hallsensor. Wir hatten im Test die 26 Zoll Version als Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor.
Bei der Bestellung müssen die Einbaubreite und die Möglichkeit der Scheibenbremsmontage explizit angegeben werden. Auch bei den Akkus bietet GermanXia mehrere Optionen an. Erstaunlich ist der Blick auf die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln - das war es schon.
Das Gesamtgewicht in unserer Ausführung beträgt knapp 6,6 Kilogramm, den größten Teil davon beanspruchen der Akku mit 2933 Gramm und das Laufrad mit 2891 Gramm. Die Komponenten machen einen hochwertigen Eindruck. Das Vorderrad ist sauber eingespeicht und zentriert. Die Verwendung von dickeren Speichen in Kombination mit der robusten 36-Loch Alu-Felge spricht für den Qualitätsanspruch des Herstellers. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen zudem eine CE-Kennzeichnung auf.
Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen.
Der Trinkflaschenakku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Wir haben beides ausprobiert. Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt - und definitiv Erfahrung beim Schrauben.
Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Das trägt nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich.
Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen werden. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Nach dem E-Bike Umbau kann der GermanXia Vorderrad-Antrieb sofort in Betrieb genommen werden. Da eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege - vorausgesetzt der Akku ist geladen.
Die Tretunterstützung erfolgt bei Betätigung der Kurbel und setzt relativ schnell, wenn auch nicht sofort ein. Sobald das System eine Tretbewegung registriert, sorgt der GermanXia Vorderrad-Antrieb für Schub. Abhängig von der gewünschten Unterstützungsstufe kann der Vortrieb überraschend kraftvoll sein. Selbst ein schwerer Cruiser bekommt so ordentlich Beine.
Die übersichtliche Gestaltung des LED-Displays ermöglicht eine sehr einfache Bedienung des Systems. Zur Verfügung stehen insgesamt fünf Unterstützungsmodi, die per LED angezeigt werden. Vier LEDs geben den aktuellen Akkuzustand an. An- und Ausschalten lässt sich das System mittels eines separaten Knopfs.
Unser Testbike verfügte nicht nur über sehr breite Reifen, sondern war mit einem Gesamtgewicht von knapp über 30 Kilogramm auch recht schwer. Hinzu kam noch das Fahrergewicht von etwa 80 Kilogramm. Dennoch waren bei günstigen Wetterverhältnissen und wenig Steigungen ohne Probleme 80 Kilometer möglich. Damit haben wir uns aber nicht begnügt und forderten das System in der Eifel heraus.
Wir waren von der Power des Antriebs wirklich überrascht. Der Unterstützungsgrad verringert sich natürlich mit steigender Fahrgeschwindigkeit progressiv und endet den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend bei 25 km/h. Um Schäden am Motor zu verhindern, verfügt das System über einen Thermoschutz.
Der Umbau eines Fahrrades mit dem GermanXia Vorderrad-Antrieb stellt durchaus eine gute Alternative zu einem „fertigen“ E-Bike dar.
E-Bike-Nachrüstsatz Vergleich 2025
Hier ist eine Übersicht der besten E-Bike-Nachrüstsätze im Vergleich:
| Modell | Antriebstyp | Leistung | Bremstyp | Akku inklusive | Maximalgeschwindigkeit | Montage | Kundenwertung bei Amazon | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Yose Power E-Bike-Nachrüstsatz Conversion Kit | Hinterradantrieb | 350 Watt | Scheibenbremse | Ja | 30 km/h | einfache Montage | 92 Bewertungen | ab 449,00 € |
| Shimost 28 Zoll 700C E-Bike Umbausatz | Vorderantrieb | 250 Watt | Scheibenbremse | Ja | 25 km/h | einfache Montage | 43 Bewertungen | ab 458,00 € |
| Season Nachrüstsatz | Hinterradantrieb | 350 Watt | Hydraulikbremse | Ja | 32 km/h | besonders einfache Montage | 156 Bewertungen | ab 449,00 € |
| Yose Power Hub Motor | Vorderantrieb | 250 Watt | Scheibenbremse | Nein | 25 km/h | einfache Montage | 118 Bewertungen | ab 246,00 € |
| Season 36250-QZ-28 | Vorderantrieb | 250 Watt | Keine Herstellerangabe | Ja | 25 km/h | einfache Montage | 108 Bewertungen | ab 246,00 € |
| Season E-Bike Conversion Kit | Hinterradantrieb | 350 Watt | Hydraulikbremse | Ja | 32 km/h | besonders einfache Montage | 119 Bewertungen | ab 429,00 € |
| L-faster YK-B-214 | Mittelmotor | 250 Watt | Für Mittelmotor nicht relevant | Nein | 25 km/h | herausfordernde Montage | 742 Bewertungen | Preisvergleich |
| L-faster YK-B-208 | Mittelmotor | 450 Watt | Für Mittelmotor nicht relevant | Nein | keine Herstellerangabe | einfache Montage | 394 Bewertungen | Preisvergleich |
Swytch GO E-Bike-Nachrüstsatz
Swytch aus Großbritannien bietet einen Nachrüstsatz an, mit dem sich ein normales Fahrrad zum E-Bike umbauen lässt. Mit dem im Jahr 2023 vorgestellten E-Bike-Nachrüstsystem Swytch GO möchte das Londoner Unternehmen seine Produktlinie erweitern und preisbewusste Kunden ansprechen, die in den E-Bike-Bereich einsteigen wollen.
Der Umbausatz kommt in einem großen Karton - kein Wunder, denn er enthält das komplett eingespeichte Vorderrad inklusive Motor. Akku, Netzteil, Display und Montagematerial sind geschickt im Karton verteilt.
Der erste Schritt ist der Ausbau des Vorderrads. Dank Schnellspannachse ist das kein Problem. Danach setze ich probeweise das Laufrad von Swytch ein. Dabei fällt das höhere Gewicht auf - kein Wunder, denn der Nabenmotor sitzt hier vorne. Da Swytch beim Kit keine Scheibenbremse mitliefert, muss das Laufrad zunächst wieder herausgenommen werden, um die Bremsscheibe vom alten Laufrad auf das neue zu schrauben. Auch Schlauch und Mantel wechseln von alt zu neu.
Zunächst bringe ich den Akku an, den ich über Nacht geladen habe. Der Akku kann mittels dreier breiter Klettverschlüsse an unterschiedlichen Stellen am Fahrrad befestigt werden. Ich entscheide mich für das Rahmendreieck zwischen Oberrohr und Sattelrohr. Danach schraube ich das kompakte Bediendisplay an das linke Lenkerende und verbinde das Kabel mit dem Kabelbaum, der vom Akku herkommt.
Im nächsten Schritt führe ich ein Kabel aus dem Kabelbaum am linken Gabelholm nach unten und verbinde es mit dem Motor. Zuletzt montiere ich den Kadenzsensor. Wie bei den meisten Umbausätzen mit Vorderrad- oder Hinterradnabemotoren, setzt Swytch auf diese Art der Steuerung. Ein Sensor misst mit Hilfe einer Magnetscheibe am Tretlager, ob sich die Pedale bewegen und aktiviert dann die E-Unterstützung. Diese Art der Steuerung eines E-Bike Motors ist, solange bei 25km/h die Unterstützung eingestellt wird, legal.
Der Sensor wird ans Unterrohr geklebt und mit Kabelbindern gesichert. Früher musste zur Montage der Magnetscheibe der Pedalarm demontiert werden, mittlerweile setzen die Anbieter auf einen teilbare Scheibe. Swytch löst das noch cleverer: An einem der beiden Teile ist ein langer Arm aus Kunststoff befestigt, der über zwei fixierbare Gelenke an die Form des Pedalarms angepasst werden kann. Der Abstand von Sensor zur Magnetscheibe kann mit einer kleinen, fixierbaren Achse angepasst werden. Das ist wichtig, denn der Abstand zur Scheibe darf nicht zu groß sein, damit die Sensorik zuverlässig funktioniert.
Als letzten Schritt verbinde ich den Sensor mit dem Kabelbaum - die Montage ist damit grundsätzlich abgeschlossen. Obwohl die Achse des Vorderrads noch nicht fest verschraubt ist, ist ein erster Funktionstest möglich. Ich schalte das System am Akku ein, aktiviere das Display und schalte die Unterstützungsstufe 1 (von 5) ein. Ein längerer Druck auf die Taste mit dem Pfeil nach oben am Display aktiviert die Schiebeunterstützung. Das Vorderrad setzt sich in Bewegung und bei Erreichen von 6 km/h endet das Summen. Perfekt - der Antrieb funktioniert!
Für die Abschlussarbeiten lasse ich mir Zeit. Die Kabel des SWYTCH-Systems sind lang, um an verschiedene Fahrradtypen montiert werden zu können. Daher muss ich ein bisschen experimentieren, bis ich die Kabel gut befestigt habe. Die Montage des Swytch GO ist mit etwas handwerklichem Geschick kein Problem. Spezialwerkzeug und Elektronikwissen sind dank der kodierten Stecker nicht notwendig. Am längsten dauert die saubere Verlegung und Befestigung der Kabel. Insgesamt habe ich gemütliche 90 Minuten für den Umbau benötigt. Alle wesentlichen Teile sind im Lieferumfang enthalten. Insgesamt ist der Umbau einfacher und unkomplizierter als meine früheren Umbauprojekte.
Verschiedene Antriebsarten im Überblick
- Mittelmotor: Diese Antriebsform ist am geläufigsten und wird unter oder auf dem Tretlager angebracht. Die Gewichtsverteilung ist unproblematisch und beeinträchtigt das Fahrgefühl kaum.
- Heckmotor: Der Motor befindet sich am Hinterrad und ist vor allem beim Antritt sehr effektiv. Die Gewichtsverteilung liegt größtenteils auf dem Hinterrad.
- Vorderradmotor: Hier sitzt der Motor entweder direkt im Vorderrad oder wird an der Felge bzw. Bereifung des Rades befestigt.
- Reibrollenantrieb: Bei einem Reibrollenantrieb sitzt eine kleine Rolle an dem Hinterrad oder Vorderrad auf. Der Motor des Reibrollenantriebs beschleunigt durch Reibung das Rad und dient so als Antriebshilfe.
Vor- und Nachteile eines E-Bike Umbausatzes
- Vorteile:
- Nachhaltiger: Du brauchst kein neues E-Bike kaufen und dein altes Fahrrad verschrotten, um ein E-Bike zu fahren.
- An geliebtem Fahrrad festhalten: Wer leidenschaftlich Fahrrad fährt, baut eine Verbindung mit seinem Fahrrad auf.
- Nachteile:
- Nicht immer einfach zu montieren: Einen Umbausatz zu montieren, ist nicht immer einfach. Du brauchst häufig spezielles Werkzeug und Fahrradkenntnisse.
- Kaum teurer als Neukauf: E-Bikes werden immer günstiger. Ein Neukauf kann unter Umständen günstiger sein als ein Umbau.
Wichtige Sicherheitsaspekte
- Fahrradhelm: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten ein höheres Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden. Der Fahrradhelm ist damit umso wichtiger.
- Versicherungen: Ein Umbausatz wertet dein Fahrrad auf und erhöht den Wert.
- Wartung Fahrrad & Anbauteile: Motor, Akku, Sensoren, Fahrradcomputer, E-Bike Sattel und andere Bauteile können zu einem erheblichen Risiko werden, wenn sie nicht mehr rund laufen.
- StVO beachten: Du kannst alles richtig machen und doch im Straßenverkehr andere behindern, wenn du die Straßenverkehrsordnung nicht einhältst.
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