E-Bike Umrüstkits im Test: So wird Ihr Fahrrad zum Pedelec

E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, aber die hohen Anschaffungskosten schrecken viele ab. Besonders für diejenigen, die bereits ein hochwertiges Fahrrad besitzen, kann die Umrüstung zum E-Bike eine kostengünstige Alternative sein, um die Vorteile eines elektrischen Antriebs zu genießen.

Warum ein E-Bike Umrüstkit?

  • Kostengünstig: Sparen Sie Geld im Vergleich zum Kauf eines neuen E-Bikes.
  • Nachhaltig: Nutzen Sie Ihr vorhandenes Fahrrad weiter und vermeiden Sie unnötigen Konsum.
  • Individuell: Rüsten Sie Ihr Lieblingsfahrrad nach und behalten Sie das gewohnte Fahrgefühl.

Die Qual der Wahl: Verschiedene Antriebsarten

Bei E-Bike Umrüstsätzen haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Antriebsarten:

  • Mittelmotor: Diese Antriebsform wird unter oder auf dem Tretlager angebracht. Die Gewichtsverteilung ist unproblematisch und das Fahrgefühl wird kaum beeinträchtigt.
  • Heckmotor: Der Motor befindet sich am Hinterrad und ist vor allem beim Antritt sehr effektiv. Die Gewichtsverteilung liegt größtenteils auf dem Hinterrad.
  • Frontmotor: Hier sitzt der Motor entweder direkt im Vorderrad oder wird an der Felge bzw. Bereifung des Rades befestigt.
  • Reibrollenantrieb: Eine kleine Rolle am Hinterrad oder Vorderrad wird durch Reibung beschleunigt und dient als Antriebshilfe.

Getestete E-Bike Nachrüst-Kits

In den vergangenen Monaten wurden insgesamt fünf Nachrüst-Kits für E-Bikes getestet. Hier ist alles für Front-, Mittel- und Heckmotor dabei.

  • Mittelmotor Bafang BBS-01B
  • Mittelmotor Bafang MM G340
  • Mittelmotor Pendix Edrive 300
  • Frontmotor iMortor 2.0
  • Heckmotor Bikight SW900

Platz 1: Bafang BBS-01B

Der Bafang-Mittelmotor ist gut verarbeitet und mit 250 Watt Leistung in Deutschland legal. Laut diverser Foreneinträge kommt der Motor auf 80 Nm, was eine entspannte Fahrt bei Hügeln und kleineren Bergen ermöglicht.

Neben dem Mittelmotor liefert Bafang neue Kurbeln, einen großen Farb-LCD-Bordcomputer, einen Handcontroller, einen Geschwindigkeitssensor, neue Bremshebel sowie ein Frontlicht und unzählige Kabelbinder. Montagewerkzeug und eine Anleitung sind ebenfalls dabei.

Platz 2: Pendix Edrive 300

Pendix ist Premium und das spürt man schon beim Preis. Dafür ist das System absolut geräuschlos, fällt kaum auf und es gibt keine nervigen Kabel, aber auch kein eigenes Display.

Der Mittelmotor bietet 250 Watt Leistung und ein Drehmoment von 65 Nm. Der Akku bietet 330 Wh und liefert in der Kombination 40 bis 50 Kilometer Reichweite. Großer Pluspunkt ist bei Pendix das sehr minimalistische Design sowie der komplett geräuschlose Motor.

Platz 3: Bikight SW900

Den Heckmotor Bikight SW900 mit 1000 Watt gibt es bei Banggood regulär für 300 Euro. Leider ist die Version hierzulande illegal. Das Modell mit 250 Watt ist derzeit ausverkauft.

Die 250-Watt-Version kann mit einem Drehmoment von vermutlich gerade einmal 25-35 Nm nicht vollständig überzeugen. Ja, man spürt die Unterstützung, bergauf fehlt es aber einfach an Kraft. Somit landet der Heckmotor nur auf Platz 3 unserer Bestenliste.

Platz 4: Bafang MM G340

Eigentlich steht das Kit Bafang MM G340 unserem erstplatzierten Bafang BBS-01B um nichts nach. Ganz im Gegenteil, der MM G340 ist ein sehr starker Mittelmotor der auf ganzer Linie Freude bereitet. Leider verfügt der Motor über eine Leistung von 750 Watt, das ist in Deutschland illegal.

Platz 5: iMortor 2.0

Eigentlich ist der iMortor 2.0 eine tolle Idee. Akku, Elektronik und Motor stecken allesamt im Vorderrad. Man muss nur ein Kabel zur Lenkerstange verlegen und es mit dem mitgelieferten Controller verbinden. Insgesamt brauchen wir für den Umbau 15 Minuten.

Das klingt zu gut, um wahr zu sein und ist es leider auch. Denn der iMortor 2.0 hat mit rund 10 bis 15 Kilometern kaum Reichweite, man braucht eine App, um ihn überhaupt nutzen zu können, und ohne Gashebel kann man ihn nicht nutzen. Damit ist das Modell in Deutschland illegal und generell einfach nicht zu gebrauchen.

Swytch GO E-Bike-Nachrüstsatz

Der Swytch GO E-Bike-Nachrüstsatz verspricht, Ihr geliebtes Fahrrad in ein leistungsstarkes E-Bike zu verwandeln - ganz ohne die hohen Kosten für ein neues E-Bike.

Montage des Swytch GO Sets

Der Umbausatz kommt in einem großen Karton und enthält das komplett eingespeichte Vorderrad inklusive Motor. Akku, Netzteil, Display und Montagematerial sind geschickt im Karton verteilt.

Der erste Schritt ist der Ausbau des Vorderrads. Dank Schnellspannachse ist das kein Problem. Danach setze ich probeweise das Laufrad von Swytch ein. Dabei fällt das höhere Gewicht auf - kein Wunder, denn der Nabenmotor sitzt hier vorne.

Montageablauf

  1. Vorderrad austauschen: Ersetzen Sie Ihr vorhandenes Vorderrad durch das Swytch-Rad mit Nabenmotor.
  2. Akku befestigen: Der Akku kann mittels Klettverschlüssen am Rahmen befestigt werden.
  3. Bediendisplay montieren: Schrauben Sie das kompakte Bediendisplay an das linke Lenkerende und verbinden Sie es mit dem Kabelbaum.
  4. Kadenzsensor installieren: Der Sensor misst die Pedalbewegung und aktiviert die E-Unterstützung.

Rechtliche Aspekte

Grundsätzlich darf man sein eigenes Fahrrad nachrüsten. Die Nachrüst-Sets müssen nicht einmal eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Viele Nachrüst-Kits bieten zudem einen Gashebel. Den sollte man lieber nicht anbringen, da solch ein Hebel im öffentlichen Verkehr auf deutschen Straßen bis dato nicht erlaubt ist.

Generell darf ein Pedelec, also ein Elektrofahrrad ohne Versicherungskennzeichen, nicht mehr als 25 km/h mit Motorunterstützung leisten. Die Nennleistung des Motors darf 250 Watt nicht übersteigen.

Kosten eines Nachrüst-Kits

Die Preise für Nachrüst-Kits variieren stark. Oft bekommt man sie bei Händlern mit deutschem Standort für 100 bis 200 Euro mehr als über einen chinesischen Online-Shop. Die meisten Nachrüst-Kits führt Banggood; auch zu den besten Preisen in der Regel. Ausnahme ist hier Pendix. Die Preise sind dauerhaft gleich (hoch) und der Verkauf findet ausschließlich direkt über Pendix statt.

Vor- und Nachteile der E-Bike Nachrüstung

Vorteile Nachteile
  • Kostengünstiger als ein neues E-Bike
  • Nachhaltige Nutzung des vorhandenen Fahrrads
  • Individuelle Anpassung möglich
  • Montage erfordert handwerkliches Geschick
  • Nicht immer einfach zu montieren
  • Kaum teurer als Neukauf

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