Leichte E-Bikes unter 20 kg im Test: Agilität und Fahrspaß

Lange Zeit drehte sich beim E-Bike fast alles um das Thema Reichweite. Kaum jemand fragte: Wie schwer ist ein E-Bike? Die 20 bis 28 Kilo eines herkömmlichen E-Bikes erschienen unwichtig. Gerade aber liegen super leichte E-Bikes im Trend und die Frage, welches ist das leichteste E-Bike, rückt in den Fokus. Ein E-Bike bis 20 Kilo Gewicht war beinahe unvorstellbar, die meisten Modelle waren und sind deutlich schwerer.

Warum sind E-Bikes so schwer?

Ein E-Bike ist kein Leichtgewicht - damit hatte man sich in den letzten Jahren abgefunden. Zum einen bringen die Komponenten des Antriebs Zusatzgewicht ans Rad. Der Motor, der Akku, Sensoren, Display und Kabel - sie alle tragen ihren Teil zum höheren Gewicht bei. Motoren unterschiedlicher Bauart und verschiedener Leistungsklassen unterscheiden sich beim Gewicht.

Das Thema Reichweite wird oft groß geschrieben, als Konsequenz ist die Kapazität der Akkus in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und mit ihr das Gewicht der Batterien. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Carbon-E-Bike wie das Rennrad Trek Domane+ SLR 9 oder ein Aluminium-E-Bike handelt. Die Bremsen müssen ausreichend dimensioniert sein, Laufräder und Reifen stabil und die Federelemente - falls vorhanden - an das höhere Systemgewicht angepasst sein.

Die Größe des Akkus hat enormen Einfluss auf das Gewicht eines E-Bikes, nicht unerheblich sind auch die Art und Größe des Motors und damit seine Leistungsfähigkeit. Sind das Drehmoment und die Leistung des Motors geringer, kann die Kapazität des Akkus weniger groß ausfallen und damit sinkt automatisch dessen Gewicht. Die Kategorie des Bikes hat ebenfalls Einfluss auf dessen Gewicht. So sind an einem schlanken Urban-E-Bike leichtere Komponenten montiert als an einem E-Mountainbike.

Vorteile leichter E-Bikes

Handhabung, Fahrverhalten und Komfort, plus technischer Fortschritt - das sind wesentliche Punkte für den Erfolg der leichten E-Bikes. Keine Mini-E-Bikes, wie das Cube Compact Sport Hybrid, sondern leichte E-Bikes in herkömmlicher Dimension. Ein leichtes E-Bike für Damen, das unter 20 kg wiegt, wie das Ampler Juno, bietet dieselben Vorteile. Auch bei E-Bikes für Herren spielt das Gewicht eine Rolle.

Wer den Akku nicht in einer Garage oder im Treppenhaus laden kann, freut sich über die Option diesen zu entnehmen und in der Wohnung an die Steckdose anzuschließen. Ein geringeres Gewicht spielt jedoch nicht nur bei der Handhabung generell eine Rolle, sondern es nähert das Fahrverhalten des E-Bike dem eines „normalen“ Fahrrads an. Das ist nicht zuletzt sportlichen Fahrern willkommen, ob am Gravelbike, am Rennrad oder am Mountainbike.

Neben den bereits genannten sportlichen und stylischen E-Bikes sollen auch Klappräder möglichst leicht sein. Klar, denn sie sollen gut zu transportieren sein und da ist es hochwillkommen, wenn ein E-Bike Klapprad wie das Woscat C1 unter 20 kg wiegt. Besser noch natürlich, das leichte Faltrad liegt sogar unter 10 kg. Es ist ein Abwägen, denn das geringere Gewicht bedeutet normalerweise schwächere Motorleistung und geringere Reichweite.

Wer maximale Unterstützung sucht und ausgedehnte Touren plant, ist mit einem Standard-E-Bike besser beraten. Gerade im E-Mountainbike-Sektor wächst das Angebot derzeit beinahe explosionsartig, wobei der im Sommer 2022 vorgestellt TQ HPR50-Motor einen großen Anteil hat. Immer mehr Marken bieten mit ihm ausgestattete E-Mountainbikes an. Wie schwer ist ein solches E-Mountainbike?

Technische Aspekte und Komponenten

Die Gewichtsreduktion ist bei den leichten Rädern unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Stevens E-Strada unterscheidet sich mit seinen 13,8 Kilo beim Gewicht kein bisschen von Tourenrädern ohne Motor - bietet aber natürlich ohne Gepäckträger und Federgabel auch weniger Variabilität. Ähnlich sieht es beim 17,3 Kilo schweren KTM Macina Cross SX Elite aus, das sich sogar die Spritzschützer spart. Dafür greifen hier gerne diejenigen zu, die am Wochenende oder nach Feierabend sportlich rasant über Feld- und Waldwege zischen wollen.

Am KTM zeigt sich, dass der leichte 55-Nm-Bosch-Motor eigentlich eine Lücke zwischen den Full-Power-Aggregaten und den Leichtmotoren à la Mahle und Bafang schließt. Die beiden vollausgestatteten Tourenräder im Test mit diesen Motoren unterschreiten die 20 Kilo ganz knapp (Simplon Silkcarbon TQ, 19,98 Kilo) oder liegen knapp darüber (Canyon ­Pathlite:ON SL 6, 21 Kilo).

Apropos Mahle und die bei deren Heckmotoren X35+ (Bergamont) sowie X20 (Stevens) angegebenen maximalen Drehmomente: Hier gilt es beim Lesen und vor allem dem Vergleichen mit Mittelmotoren zu beachten, dass die 23 Nm (X20) dann, laut Prüfstand-Messungen von Mahle selbst, etwa 55 Nm entsprechen würden, da keine Motorkraft durch Kette oder Riemen verloren geht. Wichtig dabei zu erwähnen ist aber, dass bei solchen Vergleichen diverse Faktoren, wie beispielsweise die gewählte Kettenübersetzung, eine Rolle spielen.

Gewichts- wie motortechnisch im Mittelfeld liegt das Excelsior. Die Eckdaten: 19,8 Kilo bei Vollausstattung und dezentem Bafang-Heckmotor - mit 1899 Euro aber mit Abstand das günstigste Rad im Test, trotz namhafter Komponenten, toller Verarbeitung und stimmigem Setup. Und wer optisch auf klassische Fahrräder steht, der wird sich ohnehin in das Urban-E verlieben.

Alltagstauglichkeit leichter E-Bikes

Wie sieht es aus mit der Alltagstauglichkeit der leichten Bikes? Der Vorteil schwerer Pedelecs: In jeder Lebenslage gibt es Unterstützung satt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenn die Luft ohnehin schon raus ist, kann man sich nach Hause schieben lassen. War der Einkauf doch etwas üppiger als geplant, bereiten schwere Packtaschen auch auf steilen Straßen kein Kopfzerbrechen. Und auf Tour gleichen sie die am Ende fehlenden Körner aus, wenn man Entfernung und Höhenmeter unter-, seine eigene Leistungsfähigkeit überschätzt hat.

Wie immer ist es eine Frage der eigenen Ansprüche und Bedürfnisse, die letztlich den Ausschlag geben, ob ein Full-Power-Bike, ein absolutes Leichtgewicht oder eine Mischung aus beidem die beste Wahl ist. Erfahrene E-Biker finden für sich eine schnelle Antwort. Sie wissen genau, ob und wenn ja wie oft sie mit leerem Akku liegen geblieben sind, in welcher Unterstützungsstufe sie die meiste Zeit unterwegs sind und ob sie eher im Flachen, im welligen Gelände oder doch im Gebirge fahren.

Im Zweifel gilt: Auch ein etwas schwächeres Aggregat schiebt im Power-Modus ermüdete Radler nach Hause. Das schwerste Rad im Test, das Canyon Pathlite:ON 6, ist gleichzeitig das vielseitigste. Exemplarisch steht dafür der sehr variable Gepäckträger: Canyon setzt auf eine MIK-Trägerplattform mit seitlichen, abschraubbaren Ortlieb-­QuickLock-3.1-Pins und einer Zulassung für Kindersitze. 27 Kilogramm lassen sich aufladen. Komfort kommt durch einen verstellbaren Vorbau, eine gute Federgabel und eine gefederte sowie absenkbare Sattelstütze ins Rad. Für dieses Gesamtpaket sind 21 Kilo ein herausragender Wert.

Zum Vergleich bietet das ein Kilo leichtere Simplon ebenfalls einen robusten Gepäckträger (bis 25 Kilo), eine Top-Federgabel und viel Komfort, zudem ein sehr geländegängiges Setup. Das leichteste Rad im Test, das Stevens E-Strada 8.3.4 FEQ, wählt einen gänzlich anderen Ansatz. Die Hamburger setzen auf Performance. Carbon satt drückt das Gewicht ebenso wie der leichte Heckmotor und der mit 236 Wh kleinste Akku im Testfeld. Die Alltagsausstattung ist auf Schutzbleche und Lichtanlage reduziert, wer Gepäck mitnehmen will, kann an den zahlreichen Ösen am Rahmen gerne Bikepacking-Taschen befestigen. Stevens setzt voll auf den klassischen Ansatz des „Pedal-Assist“, also der Unterstützung. Die eigene Muskelkraft steht im Vordergrund.

Und damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt der Gewichtsreduktion im E-Bike: Je leichter das Rad, desto geringer der Energiebedarf. Wer mit seinem knapp 14 Kilo schweren Stevens unterwegs ist, verbraucht weniger Energie als ein Radler auf dem 30-Kilo-Kaventsmann, dessen Power-Motor zudem „durstiger“ ist als Light-Aggregate. In der Ebene oder im leichten Gefälle lassen sich unsere Testräder allesamt locker über der 25-km/h-Schwelle bewegen, verbrauchen dort gar keinen Akku-Strom. Während schwere ­E-Bikes auch hier fast ausschließlich mit Motor-Unterstützung unterwegs sind.

Sind die Leichten also die besseren E-Bikes? Sicher nicht für jeden. Aber das sind die klobigen, kraftstrotzenden 30-Kilo-Bikes eben auch nicht. Am Ende ist es wie immer: Ihr Rad muss passen.

Ausgewählte Modelle und ihre Eigenschaften

Minimalistisch ausgestattete E-Bikes werden häufig auch als Urban- oder Gravel-E-Bikes bezeichnet. Man könnte sie auch Pendler-Pedelecs nennen. In jedem Fall sind sie besonders leicht - jedenfalls für ein Fahrrad mit elektrischem Antrieb. Meist wiegen sie unter 20 kg. Doch dafür muss der Käufer einige Kompromisse eingehen. Anders als robuste City-E-Bikes bieten Urban-E-Bikes überwiegend kleine Akkus. Aus Gewichtsgründen verzichten die meisten E-Bikes dieser Klasse auf Gepäckträger und Schutzbleche. Aus dem gleichen Grund findet man auch keine gefederte Gabel.

Damit wird klar: Leichte E-Bikes sind in erster Linie Schönwetter-Räder, die Stadtbewohner im Sommer bei strahlendem Sonnenschein für die Fahrt zur Arbeit verwenden. Hier eine Auswahl von getesteten leichten E-Bikes mit Straßenzulassung, die sich perfekt für die Fahrt zur Arbeit oder für einen kurzen Ausflug eignen:

Das beste leichte E-Bike

  • Fiido Air: Überzeugt vor allem durch sein geringes Gewicht von unter 14 kg. Das futuristische Design des Carbon-Rahmens, der leise Motor und der Riemenantrieb machen es zu einem guten Begleiter für den urbanen Raum. Die Reichweite des Akkus ist für den städtischen Pendelverkehr ausreichend, für längere Touren empfiehlt sich jedoch der optionale Range-Extender. Zum aktuellen Preis von 1499 Euro bietet das Fiido Air ein sehr gutes Gesamtpaket.
  • Engwe Mapfour N1 Air ST: Punktet mit Carbonrahmen, nur 16,4 kg Gewicht und praktischen Smart-Features zum fairen Preis. Motor und Bremsen sind ausreichend, aber nicht überragend. Ein gutes City-E-Bike für technikaffine Stadtfahrer. Für 1499 Euro (Rabatt-Code: influencer150off) bietet das Engwe Mapfour N1 Air ST trotzdem ein überzeugendes Gesamtpaket.
  • Fiido C21: Preis-Leistungs-Sieger mit perfektem Fahrverhalten dank natürlicher Motorunterstützung, unter 18 Kilogramm, ansprechender, minimalistischer Optik und hydraulischen Scheibenbremsen.

Weitere erwähnenswerte Modelle

  • Urtopia Carbon 1 Pro (17 kg) für 2499 Euro
  • Diamant 365 (17 kg) für 1540 Euro
  • Winora E-Flitzer (17 kg) für 1499 Euro
  • Fafrees F1 (19 kg) für 809 Euro (Code: RIDE10)

Technische Details und StVZO-Konformität

Damit ein Fahrrad StVZO-konform ist, benötigt es bestimmte Ausstattungsmerkmale. Dazu gehören:

  • funktionierende Beleuchtung (vorn weiß, hinten rot)
  • Reflektoren vorn (weiß), hinten (rot) sowie jeweils in den Speichen (orange) und Pedalen (gelb oder weiß)
  • zwei unabhängige Bremsen
  • Klingel

Für E-Bikes gelten zusätzliche Bedingungen:

  • Motor mit einer kontinuierlichen Leistung von maximal 250 Watt.
  • Motor unterstützt nur, wenn in die Pedale getreten wird.
  • Ausnahme: Anschiebehilfe ist bis 6 Kilometer pro Stunde zulässig.
  • Die Motorunterstützung schaltet sich ab 25 Kilometer pro Stunde ab.

Antrieb, Akku und Reichweite

Die in dieser Bestenliste aufgeführten leichten E-Bikes setzen in puncto Antrieb auf einen Heckmotor. Dieser sorgt durch das Gewicht an der Hinterachse für eine gute Traktion, verlagert allerdings auch den Schwerpunkt nach hinten. Das Fahrgefühl ist natürlicher, da ohnehin der Antrieb beim Fahrrad über das Hinterrad erfolgt. Zudem sind sie optisch sehr unauffällig. Allerdings kann bei steilen Anstiegen das Rad eher aufbäumen.

Die Kapazität der Akkus bei den E-Bikes in dieser Bestenliste variiert von 209 Wattstunden bis zu 540 Wattstunden (Wh). Die Herstellerangaben zur Reichweite basieren meist auf praxisfremden Tests. In der Praxis bleibt dann von der angegebenen Reichweite oft nur die Hälfte übrig.

Vor- und Nachteile leichter E-Bikes

Leichte E-Bikes wiegen in der Regel weniger als 20 Kilogramm. Damit kann man sie auch ohne Motorunterstützung noch gut per Muskelkraft bewegen, was bei robusten E-Stadträdern oder E-Mountainbikes aufgrund des höheren Gewichts kaum möglich ist. Leichte E-Bikes sind wendig und agil, mit den meisten Modellen dieser Bestenliste kann man dank robuster Reifen auch einen Abstecher auf unbefestigten Wegen unternehmen.

Detaillierte Betrachtung des Fiido Air

Das Fiido Air ist ein futuristisches E-Bike mit Carbon-Rahmen, das gerade mal 14 Kilogramm wiegt. Mit wartungsarmem Riemenantrieb, Fingerabdrucksensor und ohne Display setzt es auf Minimalismus pur. Doch hinter der schicken Fassade verbergen sich Macken, die den Fahrspaß trüben. Mit 13,75 Kilogramm ist es federleicht und lässt sich problemlos ein paar Stufen tragen - ohne anschließend einen Physiotherapeuten aufsuchen zu müssen. Preislich startet das Fiido Air bei 1499 Euro. Aktuell liegt dem E-Bike eine korrespondierende Smartwatch im Wert von 99 Euro bei.

Optisch ist das Fiido ein echter Hingucker. Der silberne Carbon-Rahmen wirkt edel, die Kabelführung ist sauber versteckt. Die 700C-Laufräder mit Kenda-Bereifung (27,6 × 1,57 Zoll) und der Gates-Riemenantrieb runden das Bild ab. Viele Passanten erkennen nicht, dass es sich um ein E-Bike handelt. Bei der Verarbeitung offenbaren sich jedoch Mängel: Die Steckachse vorn zieht die Gabel zusammen, wodurch die Bremse in einigen Situationen an den Speichen schleift - ein klarer Konstruktionsfehler. Auch die Carbon-Sattelstütze rutscht bei Belastung in den Rahmen, wenn man nicht mit Klebeband nachhilft. Fiido gewährt 24 Monate Garantie auf das E-Bike und 36 Monate auf den Rahmen.

Das Fiido Air verzichtet komplett auf ein klassisches Display. Stattdessen erfolgt die Steuerung über eine App, einen Fingerabdrucksensor oder die beiliegende Smartwatch. Die App selbst ist überladen, unübersichtlich und verbindet sich oft erst nach mehreren Versuchen mit dem E-Bike. Die Beleuchtung ist dezent in Lenker und Sattelstütze integriert. Schade nur, dass sich der Abstrahlwinkel des Frontlichts nicht verstellen lässt - es könnte gerne etwas höher zielen, um den Weg besser auszuleuchten. Der Fingerabdrucksensor funktioniert mit trockenen Fingern zuverlässig, versagt aber bei Regen oder nassen Händen komplett.

Das Fahren mit dem Fiido Air macht richtig Spaß! Die sportliche Sitzposition, typisch für Gravelbikes, sorgt für ein dynamisches Fahrgefühl. Der Mivice M070 Motor (250 Watt, 35-40 Nm) arbeitet flüsterleise und bietet eine angenehm dezente Unterstützung. Das geringe Gewicht ist der heimliche Star: Es ermöglicht, auch jenseits der 25 km/h-Grenze flott voranzukommen, ohne dass sich das Bike wie ein Bleigewicht anfühlt. Erstaunlicherweise vermisste ich die fehlende Gangschaltung nicht. Die hydraulischen Shimano MT410 Bremsen packen beherzt zu. Für steile Anstiege oder längere Bergtouren ist der Motor allerdings etwas schwach auf der Brust. Im Stadtverkehr und auf flacheren Strecken reicht die Leistung völlig aus.

Weitere Faktoren beim Kauf

Vor dem Kauf solltest du nicht nur darauf achten, dass ein Bike auch wirklich weniger als 20 kg wiegt, auch das zulässige Gesamtgewicht ist wichtig. In der Regel ist von einem Gesamtgewicht von 120 Kilogramm auszugehen. Wiegt das Rad 18 Kilogramm, und deine Kleidung, samt Gepäck und Zubehör, machen zehn Kilogramm aus, dürftest du selbst noch 92 Kilogramm auf die Waage bringen.

Sichere und stabile Bremsen sind ausschlaggebend. Soll an Gewicht gespart werden, muss unnötiger Ballast abgeworfen werden. Diese Weisheit ist uralt, beim E-Bike der neuesten Generation jedoch nur bedingt umzusetzen. Die meisten Komponenten sind unbedingt notwendig. Motor und Akku sind Standard. Abgespeckte Versionen üblich. Kannst du auf Gepäckträger und Fahrradständer verzichten, können einige Kilogramm eingespart werden. Letztlich kommt es aber auf die Grundkonstruktion an, ob es sich um ein leichtes E-Bike handelt.

Leichte E-Bikes für Damen

Dennoch sind E-Bikes unter 20 kg bei Damen überaus beliebt. Wenig Gewicht und viel Fahrspaß, was möchte Frau mehr. Allerdings haben es gerade Frauen oft schwer, ein leichteres Bike zu finden. Warum? Weil die für Frauen vorteilhafte Rahmenform schon ein höheres Gewicht mitbringt als gewöhnliche Diamantrahmen.

Beim Damen-E-Bike ist die Geometrie entscheidend. Es kommt auf den sogenannten Reach an. Damit ist der Abstand zwischen Lenker und Sattel gemeint. Dieser sollte geringer ausfallen als bei einem E-Bike für Herren. Ist der Abstand zu groß, radeln Frauen in einer ungesunden Körperhaltung und vergeuden unnötig Kraft. Beim leichten E-Bike für Damen kommt mit dem Stack ein weiteres Fremdwort ins Spiel. Du solltest auch den Abstand zwischen Sattel und Tretlager beachten. E-Bikes unter 20 kg sind leichter und wendiger. Sie lassen sich besser transportieren und können auch von Frauen schnell beherrscht werden.

E-Bike-Motoren bauen kleiner

Der Bosch Performance Line SX ist recht neu im Angebot, wurde allerdings sehr schnell von den Fahrradherstellern angenommen. Unser Canyon Grzl:ON ist ein gutes Beispiel für diese Ausstattung. Dabei ist der SX-Motor eigentlich eine “Zwischengröße”: Er baut äußerlich sichtbar etwas größer als etwa der Fazua, hat aber in etwa das gleiche Drehmoment (55 zu 60 Nm) und Systemgewicht (etwa 5,2 Kilogramm zu 4,6 Kilogramm mit jeweils “kleinem” Akku). Mit den Heckmotoren lassen sich diese Systeme ohnehin schlecht vergleichen.

Nach wie vor gilt der Mittelmotor als die Königslösung unter den Antrieben. Wer etwa einen Fazua Ride in einem sportlich ausgerichteten Rad fährt, erkennt, warum: Diese Motoren harmonieren besonders angenehm mit dem Fahrer. Durch eine grundsätzlich andere Ansteuerung als etwa Motoren für die City oder Lastenräder haben diese Antriebe den Vorteil, in Trittfrequenzen über 65, also dann, wann es für den sportlichen Fahrer angenehm wird - und übrigens grundsätzlich auch noch gesünder - gefühlt sehr natürliche Unterstützung anzubieten.

Trotz dieser Fakten überwiegen in diesem Test die Heckmotoren: Sie haben von der Funktion her aufgeholt - wie man gut am neuen Mahle-X30-Antrieb feststellen kann. Er arbeitet mit drei Sensoren und kommt in mancher Hinsicht Mittelmotor-Feeling nah und ist leiser. Geringe Größe und Gewicht sowie die optische Ähnlichkeit zur Nabenschaltung sind weitere Vorteile.

Reichweite von E-Bikes bis 20 Kilo

Natürlich ist auch bei unseren Low Power Assist-Rädern die Reichweite von vielen Faktoren wie dem Terrain, der Unterstützungsstufe, der Temperatur und nicht zuletzt den Vorlieben des Fahrers beim Pedalieren abhängig. Doch kleine Motoren haben tendenziell nicht nur weniger Leistung, sie verbrauchen dabei auch weniger. So sind also etwa mit dem neuen Bosch-Motor SX 70 auch 70-Kilometer-Strecken möglich, wenn ein Fahrer im smarten Modus fährt und etwa eine Trittfrequenz von 75 einhält. Etwa Gleiches gilt für den ebenfalls effizienten Fazua-Antrieb (430 Wattstunden-Akku).

Tipps zum Stromsparen

  • Starten Sie grundsätzlich an der Kreuzung in einem kleinen Gang (Kettenschaltung: bereits beim Ausrollen herunterschalten).
  • Fahren Sie mit Trittfrequenzen über 60 Umdrehungen pro Minute.
  • Bleiben Sie im Flow! Wer viel Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern hält, muss selten abrupt bremsen und dann wieder stark beschleunigen.

Zulässiges Gesamtgewicht

Wichtig sind aber auch die zulässigen Gesamtgewichte: Sie geben an, wie viel aufs Rad darf: E-Bike, Fahrer inkl. Bekleidung und ggfs. Rucksack und/oder Gepäck müssen unter diesem Richtwert liegen, will man das Rad nicht überlasten. Es muss mindestens diese Summe, also ein zulässiges Gesamtgewicht von 115 Kilo, aufweisen.

Für wen die Kellertreppe wichtig ist, der sollte durchaus bei der Probefahrt auch einen Tragetest machen.

Vergleichstabelle ausgewählter E-Bikes unter 20 kg

Modell Gewicht (kg) Motor Akku (Wh) Besonderheiten
Fiido Air ca. 14 Mivice M070 208 Carbon-Rahmen, Riemenantrieb, Smartwatch
Engwe Mapfour N1 Air ST ca. 16.4 40 Nm k.A. Carbonrahmen, GPS-Tracking
Fiido C21 ca. 18 k.A. k.A. Preis-Leistungs-Sieger
Stevens E-Strada 8.3.4 FEQ ca. 13.8 Mahle X20 236 Carbon-Rahmen, Performance-orientiert
KTM Macina Cross SX Elite ca. 16.8 Bosch Performance Line SX k.A. Carbon-Rahmen, Cross- und Trekking-E-Bike
Sushi Maki 3.0 ca. 16 24 V / 200 W Nabenmotor 230.4 Minimalistisches Design

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