Claas E-Bike: Eine neue Ära der Elektromobilität im Agrarbereich

Als Hersteller von Landmaschinen aller Art zählt Claas zu einem weltweit führenden Unternehmen. Vielleicht findet hier zusammen, was zusammen gehört: Dass eine renommierte Landmaschinenmarke wie Claas den Fahrradmarkt mit einem eigens gelabelten Trekking-E-Bike bereichert, die Idee liegt im Grunde ja gar nicht fern. Schließlich haben beide Bereiche mit Natur und Nachhaltigkeit zu tun.

Jetzt hat sich Elektroradhändler Pott GmbH die europaweite Lizenz für Claas E-Bikes gesichert und startet mit dem Aufbau eines Vertriebsnetzes im Fachhandel. Unter der Führung von Karl-Heinz Pott bringt das Unternehmen künftig E-Bikes der Marke Claas auf den Markt.

Das Claas E-Bike: Ein Überblick

Das Claas E-Bike wird bei einem norddeutschen Auftragsproduzenten hergestellt und ist in Sachen Ausstattung durchaus in der gehobenen Leistungsklasse angesiedelt. Das neue Claas E-Bike mit im Rahmen integrierten Akku, besticht durch seine dynamische Formensprache und das funktionsorientierte Design. Das Claas E-Bike stammt nicht vom Landmaschinen-Hersteller aus Harsewinkel selbst. Bei dem Pedelec mit Bosch-Antriebssystem handelt es sich um ein lizenziertes Produkt.

Der Fahrradhändler Pott GmbH aus Bad Laer, Niedersachsen, ist spezialisiert auf den Verkauf von Elektrofahrrädern und hat in Zusammenarbeit mit Claas die Produktion einer eigenen E-Bike-Serie gestartet. Hergestellt werden die Elektro-Fahrräder bei Velo De Ville in Altenberge, Nordrhein-Westfalen. Als Partner zur Herstellung hat sich Karl-Heinz Pott keine geringeren als den erfahrenen Fahrrad- und E-Bike-Produzenten Velo de Ville an Bord geholt; die Claas Bikes werden fortan in Altenberge hergestellt.

Das Claas E-Bike startet im Januar 2024 in den Verkauf, es gibt sowohl ein Damenrad als auch ein Herrenrad in saatengrün und mit roten Claas-Akzenten. Das Claas E-Bike der 1. Generation in dem Orginalen Claas saatengrün. Dieses Bike ist nicht ausschließlich für Landwirte oder Lohner vorgesehen, es ist ein Bike was durch seine Farbe sicherlich ein wenig aus der Reihe tanzt, jedoch Qualitativ in der Oberklasse angesiedelt ist.

Technische Details und Ausstattung

Beim Antrieb kommt das Bosch Performance Smart-System in Verbindung mit dem KIOX 500 Display zum Zuge. Verbaut werden hochwertige Komponenten bekannter Fahrradmarken: beim Elektromotor greift Velo De Ville auf das Bosch Performance Smart System. Der Bosch-Akku ist in den Rahmen integriert und liefert 625 Wh. Ein optionaler Range Extender erhöht die Ladekapazität.

Zur weiteren Ausstattung zählen beispielsweise eine Enviolo-Schaltung mit Zahnriemen, hydraulische Scheibenbremsen von Shimano sowie eine Lichtanlage von Busch & Müller (IQ-X mit 150 Lux). Angetrieben durch einen Bosch Performance Line Motor wird stufenlos mit der Enviolo Schaltung die richtige Übersetzung gewählt. Das Bike verfügt weiterhin über einen wartungsarmen Zahnriemen und hydraulische Scheibenbremsen. Hydraulische Scheibenbremsen von Shimano mit 180-mm-Rotoren bringen das Claas E-Bike sicher zum Stehen.

Lieferbar sind die E-Bikes in den Größen 45 48, 53, 58 und 63 cm (beim Wave-Rahmen) sowie 48, 53, 58, und 63 cm beim Herren-Rahmen). Das zul. Gesamtgewicht beträgt 140Kg.

Komponentenübersicht

  • Rahmen: Aluminium
  • Antrieb: Bosch Performance Line smart System
  • Schaltung: Enviolo
  • Bremsen: hydraulische Scheibenbremse Shimano
  • Batterie: Bosch Powertube 36Volt 625Wh
  • Ladedauer: ca. 4,5 Stunden
  • Beleuchtung : LED Busch + Müller 150 LUX
  • Bereifung : Schwalbe Jonny Watts

Das Vertriebskonzept

Pott hat eine klare Strategie, was den Vertrieb der Claas-E-Bikes anbelangt. Angesprochen werden sollen Fahrradhändler und Landmaschinenhändler gleichermaßen. Als "alter Hase" im Fahrrad- und E-Bike-Business war dem Fahrradhändler Karl-Heinz Pott die Gepflogenheiten und Umgang der Radhersteller gegenüber den Radhändlern schon lange ein Dorn im Auge. Eine üppige Vororder an Rädern und E-Bikes im Voraus zu kalkulieren, war und wird für Händler immer schwieriger. Ein einfaches Konzept musste her.

Claas-Fachhändler können jene Händler werden, die bereit sind, dauerhaft in der Saison 2024 mindestens zwei E-Bikes in ihren Shops zu präsentieren - und zwar je eine Herren- und eine Damen-Version. Mit dem Claas Bike sind interessierte Fachhändler indessen nicht mehr an die übliche Vororder von bis zum Teil mehreren hundert Rädern gebunden. Lediglich zwei Bikes - eins mit Diamant- und eins mit Waverahmen - müssen im Shop als Test- und Showbikes dauerhaft bereitstehen.

Als Vertriebspartner sind neben ausgesuchten Fachhändlern auch die Claas Landmaschinenhändler im Gespräch - Yamaha macht's vor, da funktioniert das Konzept auch.

Design und Besonderheiten

Das Claas Bike ragt beim Design aus der schwarzen Tristesse vieler Mitbewerber heraus und rollt im herrlich frischen Grün über die Feld-, Wald- und Wiesenwege. Unverwechselbares Design, robustes Konzept mit bewährter Technik. Ganz anders dagegen das neue Claas E-Bike mit seinem giftgrünen Rahmen und den roten Felgen: ein unverwechselbares Design, das ganz bewusst der Farbgebung des namensgebenden westfälischen Landmaschinenherstellers Claas gleicht. Und selbst die nicht involvierten Kollegen in der Redaktion stutzten: "Machen die jetzt auch E-Bikes?" Der Wiedererkennungswert der Marke scheint durchaus hoch.

Das Claas E-Bike im Test

ELEKTROBIKE-TEST 2024 Ein Traktor kann was ab! Kein Wunder, dass das Claas E-Bike grundsolide, wartungsarm und robust konzipiert ist. Hält es auch, was der Name suggeriert?

Die Basis des Claas E-Bikes ist ein robuster Alu-Rahmen aus dem Hause Velo de Ville, wo die Bikes auch produziert werden. Eine 80 mm Federgabel mit Stahldämpfer komplettiert das Rahmenset des Trekkingrades. Die Geometrie des Claas sorgt mit seinem hochgezogenen Steuerkopf für eine entspannte Sitzhaltung. Die kann dank des winkelverstellbaren Vorbaus noch individuell sportiv oder eher komfortabel justiert werden. Der recht stark gekrümmte Lenker bietet für die aufrechte Sitzposition eine unverkrampfte Haltung zum leichten Steuern und trägt somit ein Stück zusätzliche Sicherheit.

Um keinen sturen Geradeausläufer zu kreieren, hält Pott den Hinterbau relativ kurz und montiert gängige 27,5-Zoll-Laufräder. Die schaffen den Spagat zwischen stoischem Geradeauslauf und flinker Wendigkeit. Und mit den aufgezogenen 60 mm breiten Stollenpneus ist das E-Trekkingbike auch für rumpelige Pisten gut präpariert.

Antrieb: Bosch im Smarten System

Beim Antriebssystem geht Pott keine Kompromisse ein: Der Bosch Performance Line ist als effizienter Mittelmotor bewährt und lange am Markt. Ergänzt wird die Performance Line Drive Unit mit Boschs neuestem Display: Das Kiox 500 hat ein großflächiges 2,8-Zoll-Display, dessen Darstellung optisch sehr gut lesbar ist und somit auch auf einen schnellen Blick erfasst werden kann. Vergisst du das Kiox versehentlich daheim, kein Problem: E-Bikes mit Boschs Smartem System sind ohne Display aktivierbar. Das "Gehirn" des Systems sitzt in der LED-Remote, die am linken Lenkergriff platziert ist.

Der rahmenintegrierte 625 Wh-Akku gewährleistet Reichweiten von rund 60 km. Wer clever mit der Energie umgeht, mit einer flotten Trittfrequenz und überwiegend im leichten Gang pedaliert, schafft auch gut und gerne deutlich mehr, bevor er wieder laden muss.

Antriebsstrang: Stufenloses Enviolo-Getriebe und Gates

Pott selektierte nicht nur beim Antriebssystem, sondern auch beim Antriebsstrang kompromisslos robuste und wartungsarme Komponenten. Tret- und Motorkraft überträgt der schmierfreie und wartungsfreundliche Gates-Riemen auf das Enviolo Nabengetriebe. Das Enviolo Trekking-Modell hat einen Übersetzungsumfang von 380 % vom leichtesten bis zum schwersten Gang - geeignet für jedwede Topografie. Verändert wird die Übersetzung mit dem Drehgriff übrigens stufenlos. Das funktioniert recht leicht und hat einen weiteren Vorteil: im Vergleich zu allen übrigen Schaltsystemen kann man die Übersetzung zum einen ganz fein anpassen und auch unter Last am Berg schalten! Das ist gerade für weniger Geübte ein großes Plus.

Die hochwertige Lichtanlage, Gepäckträger und Schutzbleche sowie die gefederte Sattelstütze machen das Claas E-Bike zum runden Tourerpaket. Wer zusätzliche Transportkapazitäten benötigt, der kann optional einen weiteren Gepäckträger ans Steuerrohr schrauben. Montagepunkte sind vorhanden.

Ausgewogene, sportliche Fahrdynamik

In puncto Unterstützung schiebt der Bosch gewohnt kultiviert und kräftig an, im Flachen darf man ruhig auch mal den Eco-Modus aktivieren: Er hat genügend Körner für eine sportliche Runde. Mit 33 kg ist das Claas eher der Kernige unter den Trekkingrädern, dennoch erstaunte es die Tester mit flinker Agilität. Es fährt sich trotz seines robusten Gewichts überraschend sportlich: Enge Kehren durchfährt man aufgrund seines tiefen Schwerpunkts flott. Der Bosch-Antrieb treibt kultiviert voran, die Enviolo-Schaltung überfordert auch Einsteiger nicht - sportlichen Fahrern könnte sie jedoch etwas zu träge sein. Die verbaute Lichtanlage zaubert auch in dunklen Momenten genügend Helligkeit ins Sichtfeld.

Testergebnis

Das Claas E-Bike bietet eine moderne Ausstattung, ein bewährtes Antriebssystem und souveräne Fahrleistungen, die das Gewicht des optisch attraktiven Trekking E-Bikes im unterstützten Fahrbetrieb amortisieren. Das robuste Konzept macht das Claas zu einem unempfindlichen Begleiter.

Ergebnis: Punkte: 717 // Note: gut👍

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