Kindersitz am Mountainbike befestigen – Tipps und Tricks

Viele Eltern, die begeisterte Mountainbiker sind, möchten ihre Kinder auch auf ihren Touren dabeihaben. Die Montage eines Kindersitzes am Mountainbike kann jedoch einige Herausforderungen mit sich bringen. Dieser Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps und Hinweise, wie Sie einen Kindersitz sicher und komfortabel an Ihrem Mountainbike befestigen können.

Die Wahl des richtigen Kindersitzes

Zuerst empfehlen wir dir, dich zu vergewissern, wo und wie du den Fahrradkindersitz am Fahrrad platziert haben willst. Am beliebtesten sind die Modelle, die direkt am Rahmen des Rades montiert werden. Das Fahrrad braucht ein Rahmenrohr, das eine freie Fläche von mindestens 15 cm hat. Hier wird die Halterung angebracht.

Es gibt verschiedene Arten von Fahrradkindersitzen:

  • Heckkindersitze: Diese werden am Sitzrohr oder dem Gepäckträger montiert und sind für Kinder bis zu 22 kg zugelassen.
  • Frontkindersitze: Diese werden am Steuerrohr befestigt und sind für Kinder bis maximal 15 kg geeignet.
  • MTB-Kindersitze: Diese speziellen Sitze werden entweder am Rahmen montiert oder mit einer Haltestange, die an Sattelstütze und Gabelschaft fixiert wird.

Worauf beim Fahrrad-Kindersitz-Kauf achten?

  • Alter und Gewicht des Kindes
  • Kompatibilität mit deinem Fahrrad
  • Komfort
  • Sicherheitsaspekte

Montage des Thule Yepp Nexxt Mini am Mountainbike

Die Montage des Sitzes selbst ist unkompliziert. Jeder der mal ein IKEA Billy Regal montiert hat schafft den Thule Yepp Nexxt Mini mit Leichtigkeit. Ob man die in der Montageanleitung angegebenen 2nm Drehmoment zur Arretierung der Fussrasten am Sitz mit dem mitgelieferten Werkzeug genau erreicht oder um 4nm überdreht dürfte nachher aber keiner wissen.

Probleme bei der Montage am Mountainbike

Am Mountainbike lässt sich der Thule Yepp Nexxt Mini nicht ganz so leicht montieren. Hier reiben die Fußrasten an der Gabelbrücke. Die Montage des mitgelieferten „Slimfit Adapters“ für „normale und Ahead Vorbauten“ ist in der Montageanleitung auf eine Seite Illustrationen zusammengedampft. Dazu legt man den zweiteiligen Adapter mit zwei Kunststoff-Halbringen zur Winkelverstellung um den Vorbau. Dann nur noch die beiden Innensechskant-Schrauben mit 8nm Drehmoment anziehen.

Mindestens 21mm Platz sollte zwischen Vorbau und Steuersatz noch frei sein. Denn die Montageanleitung beschreibt den Vorgang nur für „normale“ Vorbauten. Bei Bikes mit Ahead-Vorbauten liegen an der Montagestelle des Adapters üblicherweise mehrere Abstandsringe (Spacer) aus Aluminium übereinander. Um den in der Anleitung angegebenen maximalen Vorbaudurchmesser von 28mm zu erreichen müsste man diese entfernen und den Adapter direkt auf den Gabelschaft klemmen. Dazu müsste man aber den Vorbau mit Lenker abschrauben. Und hoffen, dass der Kunststoff des Adapters der Aufgabe der Aluminiumspacer gewachsen ist. Oder man nimmt die Kunstoffhalbringe für die „Winkelverstellung“ heraus. Dann lässt sich der Adapter auch außen auf die Spacer klemmen.

Update vom Hersteller: Die Antwort von Thule ist inzwischen angekommen. Hier wurde mir geraten, die Spacer (Abstandsringe) unter dem Vorbau zu entfernen und den Adapter direkt auf den Gabelschaft zu klemmen. Das erfordert die Demontage des Vorbaus. Wer sich hier nicht auskennt sollte das definitiv in der Fahrradwerkstatt machen lassen.

Lösungen und Alternativen

So ganz ohne Weiteres lässt sich der Thule Yepp Nexxt Mini* also nicht an modernen Fahrrädern (speziell Mounatinbikes) mit Ahead-Vorbauten montieren. Ich habe den Hersteller bzgl. der Montage kontaktiert und warte gespannt auf eine aufklärende Antwort.

  • Spacer entfernen: Entfernen Sie die Spacer unter dem Vorbau und klemmen Sie den Adapter direkt auf den Gabelschaft.
  • Alternativen prüfen: Schauen Sie sich den Thule Yepp Mini (ohne nexxt) an, für den gibt es auch einen Ahead Adapter, den man ordentlich am MTB befestigen kann.
  • Werkstatt aufsuchen: Wer Gebastel vermeiden will, weicht lieber auf einen anderen Sitz aus oder lässt den Sitz in einer Werkstatt montieren.

Wichtige Sicherheitshinweise

Die Anforderungen an einen Kinderfahrradsitz regelt die Norm DIN EN 14344. Sie gibt Auskunft über Materialbeschaffenheit, die nötigen Sicherheitsgurte oder auch das zulässige Höchstgewicht. Alle Fahrrad-Kindersitze in unserem Sortiment sind auf Basis dieser Norm getestet. Zudem achten wir auf hochwertige Produkte namhafter Hersteller wie Thule, bobike und andere. So kannst Du sicher sein, dass sichere Materialien verwendet werden und dass für den Komfort der jungen Mitfahrer:innen gesorgt ist.

  • Helm tragen: Achte darauf, dass dein Kind immer einen gut sitzenden Helm trägt.
  • Regelmäßige Pausen: Lege bei längeren Strecken ein paar Pausen ein.
  • Geeignete Kleidung: Da Dein Nachwuchs während der Fahrt Wind und Wetter ausgesetzt ist, braucht er auf alle Fälle passende Kleidung.
  • Fahrstil anpassen: Trotzdem solltest Du mit einem Kindersitz Trails oder Rumpelpisten meiden, um Verletzungen auszuschließen.

E-Bike und Kindersitz

Das E-Bike ist die perfekte Lösung, wenn du längere Strecken mit deinem Kind komfortabel und schnell bewältigen möchtest. Dank der elektrischen Unterstützung kommst du selbst mit zusätzlichem Gewicht wie einem Kindersitz entspannt ans Ziel. Bei der Auswahl des Kindersitzes ist die Kompatibilität mit deinem E-Bike entscheidend. Viele Modelle haben breite Gepäckträger oder integrierte Akkus, die spezielle Kindersitze erfordern. Suche daher nach Sitzen, die explizit für die Verwendung auf E-Bikes konzipiert sind - das erleichtert die Montage und sorgt für Stabilität.

Ein großer Vorteil der Kombination aus E-Bike und Kindersitz ist das leichtere Handling. Die Motorunterstützung gleicht das zusätzliche Gewicht aus, was besonders an Steigungen oder bei längeren Touren spürbar ist.

Alternativen zum Kindersitz

Eine Alternative zu Fahrradsitzen für Kinder sind Fahrradanhänger, besonders wenn du mehr Flexibilität und zusätzlichen Stauraum brauchst. Sie bieten deinem Kind eine geschützte Umgebung mit viel Platz zum Sitzen, Spielen oder sogar Schlafen - perfekt für längere Ausflüge oder wechselhaftes Wetter. Ein großer Vorteil ist die höhere Stabilität, da das Gewicht nicht direkt auf dem Fahrrad lastet und somit das Fahrverhalten weniger beeinflusst wird.

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