E-Bike Zulässiges Gesamtgewicht Überschritten: Folgen und Überlegungen

Das Thema rund um das zulässige Gesamtgewicht und die Gewichtsfreigabe bei E-Bikes ist aktuell ein viel diskutiertes Thema. Das zulässige Gesamtgewicht wird oft auch als Systemgewicht bezeichnet.

Viele Einsteiger fragen sich, ob es gefährlich ist, das maximale Gesamtgewicht im Grenzbereich zu überschreiten. Hier sind einige Aspekte und Meinungen zu diesem Thema.

Was bedeutet das zulässige Gesamtgewicht?

Das zulässige Gesamtgewicht ist das Maximalgewicht, das ein E-Bike tragen darf. Es umfasst das Gewicht des E-Bikes selbst, des Fahrers und jeglicher Ausrüstung oder Zuladung.

Hersteller legen ein Gesamtgewicht fest, um einen Standard für diverse Tests zu haben, um Rahmen und Komponenten zu prüfen und zu konstruieren, ohne diese überdimensionieren zu müssen. Das zulässige Gesamtgewicht ist ein erster wichtiger Anhaltspunkt und gibt bereits Aufschluss darüber, welchen Belastungen das Fahrrad oder E-Bike standhält.

Folgen der Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts

Die Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts kann verschiedene Konsequenzen haben:

  • Erhöhter Verschleiß: Ein höheres Gewicht führt zu einem höheren Verschleiß von Teilen wie Speichen, Felgen und Reifen.
  • Beeinträchtigung der Bremsleistung: Die Bremsleistung richtet sich nach dem Fahrergewicht und dem Gesamtgewicht des Fahrrades.
  • Instabiles Fahrverhalten: Insbesondere bei Tiefeinsteigern kann ein Übergewicht zu einem labilen Fahrverhalten führen.
  • Verlust der Garantie: Hersteller und Händler werden bei Defekten während der Gewährleistungszeit eine Reparatur ablehnen, wenn das genaue Gewicht bekannt wird.
  • Beschädigung des Rahmens: Bei extremer Überlastung und ungünstigen Bedingungen (z.B. Schlaglöchern) kann der Rahmen beschädigt werden.

Ein Maschinenbauingenieur aus der Automobilindustrie merkte an, dass kein Fahrradhersteller in Westeuropa ein E-Bike baut, welches bei einer Überladung von ca. 10 kg zusammenbricht. Der Sicherheitsfaktor liegt bei min. 40%. Das heißt, wenn ein Bike ein zulässiges Gesamtgewicht von 125 kg hat und du 20% dazu gibst = 150 kg, dann das Bike-Gewicht von ca. 25 kg abziehst, dann kannst das Bike mit 125 kg belasten. Selbst wenn dann noch ein Helm und eine volle Trinkflasche dazu gibst, hält das Bike auch noch.

Sicherheitsaspekte

Bei der Konstruktion von Fahrrädern werden Sicherheitsreserven eingeplant, um Belastungen wie Schlaglöcher und harte Bremsungen abzufangen. Werden diese Reserven durch Übergewicht ausgereizt, kann dies die Sicherheit beeinträchtigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass bei scharf gefahrenen Notbremsungen das Gewicht von Fahrzeug und Fahrer komplett aufs Vorderrad verlagert werden kann. Handelsübliche Fahrräder und Pedelecs sollten konstruktive Reserven haben, z.B. für Schlaglöcher und hartes Bremsen. Bewegst Du Dein Fahrzeug "dezent", dann sollten diese Reserven durch 10 kg Übergewicht keinesfalls ausgereizt werden. Bei scharf gefahrenen Notbremsungen kann man das Gewicht von Fahrzeug und Fahrer komplett aufs Vorderrad verlagern. Was es wenigstens einige Male aushalten sollte.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Fahrweise. Werden Bordsteinkanten und unebenes Gelände vermieden, ist das Risiko geringer.

Das richtige E-Bike für schwere Personen

Für Personen mit höherem Gewicht ist es ratsam, ein E-Bike mit einem höheren zulässigen Gesamtgewicht zu wählen. Glücklicherweise haben die Hersteller die Nachfrage erkannt und bieten immer mehr robuste Fahrräder und E-Bikes an, die sich für schwere Personen eignen.

Es gibt auch XXL-Räder, die speziell für höhere Belastungen ausgelegt sind. Diese Räder haben oft 36 Speichen pro Laufrad, was für zusätzliche Stabilität sorgt. Um dir die Suche zu ersparen, haben wir hier alle Fahrräder und E-Bikes für Übergewichtige mit 150 kg zulässigem Gesamtgewicht und darüber zusammengefasst.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

  • Zulässiges Gesamtgewicht: Achten Sie auf ein ausreichend hohes zulässiges Gesamtgewicht, das Ihr eigenes Gewicht plus Ausrüstung berücksichtigt.
  • Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen mit großen Bremsscheiben sind empfehlenswert.
  • Reifen und Laufräder: Breite Reifen sorgen für eine optimale Gewichtsverteilung. Kleine Laufräder halten Belastungen besser stand.
  • Rahmen: Ein stabiler Rahmen ist entscheidend für die Sicherheit.

Normen und Prüfverfahren

Für E-Bikes gelten zwei Normen, die ISO 4210 und die EN 15194. Die ISO 4210 geht jedoch von einem max. Systemgewicht (Bike + Fahrer + Zuladung/Rucksack) von 100 kg aus.

In der EN 15194 werden ebenfalls Prüfaufbauten, jedoch mit erhöhten Lasten und einem max. Systemgewicht von 120 kg, beschrieben. Im Klartext bedeutet dies, dass es keine Normen und damit auch keine normierten Tests speziell für E-Mountainbikes gibt.

Die vorgeschriebenen normierten Tests nach EN15194 reichen für die speziellen Belastungen, denen ein E-Mountainbikes ausgesetzt ist, nicht aus. Dadurch entsteht diese Grauzone, die für Ungewissheit und Unklarheit im Markt sorgt.

Herstellerangaben und Marktbeobachtung

Die E-Mountainbike-Hersteller haben eine Marktbeobachtungspflicht, d. h. sie müssen schauen, wie ihre Produkte von den Bikern tatsächlich benutzt werden. Sie können sich somit nicht auf die recht geringen Anforderungen der ISO 4210 bzw. EN 15194 für ihre Produkttests zurückziehen.

Trotz der Herausforderungen kalkulieren viele Hersteller einen größeren Puffer beim zulässigen Gesamtgewicht ein, um sich bestmöglich abzusichern. Schließlich limitiert das schwächste Teil am E-Mountainbike das zulässige Gesamtgewicht, was bei einer großen Produktpalette mit vielen unterschiedlichen Komponenten schnell unübersichtlich wird.

Beispielhafte Aussagen von Herstellern

  • Haibike: Plant, Rahmen und Anbauteile bis zu einem Gesamtgewicht von 150 kg zu prüfen.
  • Merida: Das zulässige Gesamtgewicht liegt aktuell bei 140 kg. Es werden umfangreiche Tests durchgeführt, um den Wert zu erhöhen.
  • DT Swiss: Hat HYBRID-Laufräder entwickelt, die Drehmomenten bis zu 500 Nm standhalten.
  • MAXXIS: Bietet Reifen mit EXO+ Karkasse an, die einen besseren Pannenschutz bieten.

Empfehlungen

Wenn Sie ein E-Bike kaufen möchten und das angegebene zulässige Gesamtgewicht um 15 Kilogramm überschreiten, sollten Sie dies vermeiden. Bei einer Überschreitung von fünf Kilogramm geht nicht gleich etwas kaputt. Bei 15 oder 20 Kilogramm mehr ist das schon eine andere Hausnummer.

Es ist ratsam, ein Modell zu wählen, dessen maximal zulässiges Gesamtgewicht besser berücksichtigt, wie schwer Sie sind und welche Lasten Sie gewöhnlich mit dem Fahrrad transportieren möchten.

Tabelle: Übersicht der Aspekte beim Kauf eines E-Bikes für schwere Personen

Aspekt Empfehlung
Zulässiges Gesamtgewicht Ausreichend hoch wählen
Bremsen Hydraulische Scheibenbremsen
Reifen Breite Reifen
Laufräder Kleine Laufräder für höhere Belastungen
Rahmen Stabiler Rahmen

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