Der Stuttgarter Motorenhersteller Bosch hat die neueste Generation des Bosch Performance Line CX-Motors vorgestellt. Seit der Einführung des ersten Bosch Performance Line CX-Motors im Jahr 2015 hat Bosch kontinuierlich an Leistung, Integration und Fahrmodi gearbeitet. Seit Jahren räumt Bosch den ersten Platz unserer E-MOUNTAINBIKE-Leserumfrage ab und gilt als der weltweit führende Hersteller von E-Bike-Motoren.
Die Entwickler von Bosch setzen bei all ihren Motoren konsequent auf ein geschlossenes Gesamtsystem, das auf die Kombination aus Motor, Akku und Steuerungseinheit optimiert ist, um eine nahtlose Integration zu gewährleisten. Die letzte Überarbeitung der Drive Unit des CX fand 2022 statt. Heute, in der fünften Generation, konzentriert sich Bosch auf Feinjustierungen, die vor allem das Ansprechverhalten, die Sensibilität und die Geräuschkulisse verbessern sollen.
Top 5 Neuerungen des Bosch Performance Line CX-Motors
Wir haben für euch die Top 5 Neuerungen des neuen Bosch Performance Line CX-Motors zusammengefasst, die ihn nicht nur smarter und leiser, sondern auch noch leistungsfähiger machen.
1. Weniger Anschraubpunkte
Auf den ersten Blick wirkt der neue Bosch Performance Line CX Gen 5, also der Motor der 5. Generation, fast wie sein Vorgänger, doch die eigentlichen Verbesserungen liegen im Detail, allen voran bei den Befestigungspunkten. Bosch hat die Anzahl der Anschraubpunkte von drei auf zwei reduziert. Dadurch wird der Motor nicht nur leichter und bringt nun etwa 100 g weniger auf die Waage, wiegt damit jetzt ca. 2,8 kg und lässt sich vor allem viel einfacher in den Rahmen integrieren.
Diese Designentscheidung dürfte vor allem Bike-Herstellern gefallen, die den Motor nun flexibler in verschiedenen Rahmendesigns integrieren können. Weniger Anschraubpunkte bedeuten außerdem, dass der Austausch im Servicefall schneller und unkomplizierter verläuft - ein klarer Vorteil für Werkstätten und Fahrer gleichermaßen. Diese Anpassung bringt den CX-Motor in der Konstruktion auf Augenhöhe mit dem Performance Line SX, dem kleineren Bruder, der ebenfalls nur zwei Befestigungspunkte hat.
2. Entkoppelter Antriebsstrang
Schaut man auf das Datenblatt, sind die grundlegenden technischen Daten unverändert. Der Dreiklang des Bosch Performance Line CX-Motors aus 85 Nm Drehmoment, 600 Watt Maximalleistung und einem maximalen Unterstützungsverhältnis von 340 % ist gleich geblieben. Doch obwohl sich auf den ersten Blick nicht viel geändert hat, stecken die Veränderungen im Detail: Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft den Antriebsstrang. Bosch hat den externen Antriebsstrang (Kette, Kettenblatt, Kassette) vom internen Antriebsstrang (Freilauf, Getriebe, Motor) entkoppelt.
3. Optimierte Software
Die Software des Bosch Performance Line CX-Motors wurde ebenfalls optimiert. Dabei setzt Bosch auf eine neue Interpretation der Sensorsignale, die von Inertialsensoren, Kadenzsensoren und Geschwindigkeitssensoren erfasst werden. Der Inertialsensor misst Beschleunigung und Drehungen in sechs Dimensionen und erkennt Neigungs- und Steigungswinkel sowie Erschütterungen. Der Motor nutzt diese Daten, um die Unterstützung noch genauer an die jeweilige Fahrsituation anzupassen.
4. Neue und verbesserte Features
Zusätzlich hat der Motor auch neue Features erhalten und bestehende wurden weiter verbessert, die nun dank der neu interpretierten Sensorik möglich sind. Die integrierte Schiebehilfe, die durch das Gedrückthalten der Minus-Taste aktiviert wird, wurde optimiert und der Motor schiebt jetzt nicht mehr durchgehend in der gleichen Geschwindigkeit, sondern passt sich an die Schiebe- und Gehgeschwindigkeit des Fahrers an. Die schon zuvor bestehende Hill Hold-Funktion wird aktiviert, wenn man während der Nutzung der Schiebehilfe von der Minus-Taste geht. Hier wird das E-MTB vom Zurückrollen gehindert.
Mit der Plus- und Minus-Taste kann, während die Hill Hold-Funktion aktiv ist, festgelegt werden, ob die Funktion beendet oder um weitere zehn Sekunden verlängert werden soll. Hill Start ist ein neues Feature, das das Anfahren an Steigungen oder am Berg erleichtern soll. Hier reagiert der Motor direkter auf Pedalinput und soll dadurch ein durchdrehendes Hinterrad verhindern. Setzt man nun den Fuß auf das Pedal und übt etwas Druck aus, beginnt der Motor sofort zu unterstützen.
5. Verbessertes Wärmemanagement
Bosch hat auch das Wärmemanagement verbessert. Der Motor soll jetzt weniger Hitze entwickeln, was bedeutet, dass er nicht so schnell ins Derating geht, sprich die Leistung drosselt, um eine Überhitzung zu vermeiden. Besonders bei langen Anstiegen soll sich das bemerkbar machen: volle Power, ohne Zwangspause.
Weitere Neuerungen und Details
Bosch hat den Materialeinsatz an ihren Akkus reduziert, spart durch das Weglassen der Farbe etwas an Gewicht ein - Silberpfeil lässt grüßen - und hat die Akkus so konzipiert, dass sie besser recycelbar sind. Auch neu: Bosch setzt in den neuen Akkus erstmals auf die leistungsstärkeren 2.170-Zellen anstelle der bisher verwendeten 1.865-Zellen. Ebenfalls neu ist das Bosch Purion 400-Display, ein kompaktes 1,6-Zoll-Farbdisplay, das über ein Kabel mit dem System verbunden ist. Das Display fügt sich dank seines minimalistischen Designs gut in das Cockpit ein.
Zusätzlich ist das Purion 400 kompatibel mit der Bosch LED-Remote und dem System Controller. Eine rudimentäre Navigations- sowie die E-Bike-Lock-Funktion besitzt das Purion 400-Display jedoch nicht. Routen lassen sich über die gut übersichtliche eBike Flow-App planen, die auch am neuen Bosch Performance Line CX weiterhin Teil des Motorsystems ist. Hier lassen sich alle Fahrmodi nach maximalem Drehmoment, Dynamik, Stärke der Unterstützung sowie Geschwindigkeit individualisieren.
Kompatibel ist der Bosch Performance Line CX-Motor weiterhin mit dem Bosch ABS sowie dem neuen Bosch ABS Pro. Fährt man mit dem neuen Bosch Performance Line CX bergauf, stehen wie gewohnt, je nach Bike-Hersteller, die vier Unterstützungsstufen Eco, Tour+, eMTB und Turbo zur Verfügung. Der Eco-Modus eignet sich vor allem zum Akkusparen. Tour+ und eMTB sind sogenannte dynamische Fahrmodi, die ihre Leistung automatisch an den Fahrerinput und das Gelände anpassen.
Im Gegensatz dazu liefert der kraftvollere eMTB-Modus eine feinfühligere Reaktion auf die Pedalkraft. Dank des Extended Boost, also dem längeren Nachlauf, gibt der Motor zusätzliche Unterstützung, wenn es über Hindernisse oder unwegsames Gelände geht. Der Turbo-Modus hingegen bietet die maximale Unterstützung von 340 % und ermöglicht schnelles Vorankommen bei steilen Anstiegen, jedoch auf Kosten der Akkulaufzeit und mit dem Risiko, dass auf losem Untergrund das Hinterrad durchdreht.
Fahrverhalten und Geräuschpegel
Durch die neue Interpretation der Sensordaten unterstützt der Motor jetzt noch dynamischer - besonders spürbar im eMTB-Modus mit Extended Boost. Was jedoch direkt ins Auge - oder vielmehr ins Ohr - sticht, ist der deutlich reduzierte Geräuschpegel, selbst im Turbo-Modus bei niedrigen Gängen und hoher Kadenz. Bosch hat hier deutliche Fortschritte gemacht, indem der externe Antriebsstrang (Kette, Kettenblatt, Kassette) vom internen Antriebsstrang (Freilauf, Getriebe, Motor) entkoppelt wurde.
Dadurch konnten mechanische Geräusche, die zuvor in Abfahrten störten, deutlich reduziert werden. Früher galt der Bosch Performance Line CX-Motor als absoluter Spitzenreiter in Sachen Trittfrequenz-Bandbreite und bot auch in weniger optimalen Gängen eine zuverlässige Unterstützung. Doch mittlerweile haben andere Hersteller stark aufgeholt und bieten Motoren, die in solchen Situationen noch stabiler arbeiten.
E-MTBs mit dem neuen Bosch Performance Line CX-Motor
Ein neuer Bosch-Motor bedeutet in der Regel auch viele neue heiße E-MTBs. Und so ist es auch dieses Mal. Wir haben bereits zahlreiche unterschiedliche E-MTBs mit dem neuen Bosch Performance Line CX-Motor 2025 getestet. Dafür waren wir für euch rund um den Globus unterwegs - von den majestätischen Dolomiten in Italien über die Vogesen in Frankreich bis nach Santa Cruz in Kalifornien.
Hier eine kleine Auswahl:
- BULLS SONIC EN-R Team: 170 mm Federweg an der Front und 160 mm am Heck.
- FOCUS JAM²: mit variablem Akkusystem und 160/150 mm (v/h) Federweg.
- GHOST E-RIOT: als „Bike für das Extreme“ bezeichnet.
- Haibike AllTrail Low: mit 140/130 mm Federweg.
- Moustache Game E-Bike: mit einem komplett überarbeiteten Alu-Rahmen.
- Orbea WILD: mit 170 mm Federweg vorne wie hinten.
- Santa Cruz Vala: mit 160/150 mm Federweg und Mullet-Setup.
Bosch Performance SX vs. Performance CX
Leichte E-MTBs sind im Trend. Sie heben E-Biken auf ein neues, sportlicheres Level. Genau dafür hat Bosch den Performance SX Motor entwickelt. Aber macht sich der Markführer damit selbst Konkurrenz zum Klassiker Performance CX? Wir haben die beiden Top-Motoren des deutschen Herstellers verglichen.
Das hohe Gewicht ist bis heute der größte Kritikpunkt an elektrisch angetriebenen Fahrrädern. Hauptgrund dafür sind die recht schweren Akkus, aber auch der Motor trägt seinen Teil zum Ballast bei. Sportliche Fahrer können aus leichen E-MTBs jede Menge Leistung heraus kitzeln.
Immerhin kann Boschs Newcomer bis zu 600 Watt Maximalleistung liefern - genau soviel wie der Kraftprotz Performance CX! Der CX ist leiser und leichter geworden, und zwar um rund 100 Gramm. Außerdem wurde die interne Sensorik verbessert, so dass der Motor noch feinfühliger auf die Fahrmanöver des Fahrers/der Fahrerin reagiert.
Der Performance SX kann im Gegensatz zum CX (85 Nm) „nur“ 55 Nm (Newtonmeter) auf die Kette bringen. Er reagiert also nicht so explosiv und verlangt vom Fahrer/der Fahrerin eine höhere Tretfrequenz. Faktisch besitzt er 20 Prozent weniger Volumen, was ihn im Rahmen deutlich unauffälliger wirken lässt.
Unterm Strich kann er mit 600 Watt genau so viel Power zusteuern wie sein großer Bruder Performance CX. Der Unterschied: Aufgrund des schwächeren Drehmoments muss der Fahrer/die Fahrerin mehr dafür arbeiten. Unserer Meinung nach ist der SX eine durchaus ernst zu nehmende Alternative zum beliebten Full-Power-Motor Performance CX.
Leistungsmessungen und Derating
Wir hatten bereits im Vorfeld die Gelegenheit, den neuen Bosch CX (Gen 5) auf Herz und Nieren zu testen. Ein Blick auf die von uns gemessenen Leistungswerte bestätigt das, was auch Bosch im Vorfeld kommuniziert hatte: Die beiden CX Motoren, BDU38 und BDU37, verhalten sich hier quasi identisch.
Auffällig ist, dass die beiden Bosch CX Antriebe wieder quasi identisch sind und ab einer Kadenz von rund 50 unglaublich konstant bleiben. Um diesem Trend zu immer kleineren Gehäusen Rechnung zu tragen, führen wir künftig auch immer eine Derating-Messung durch, um festzustellen, wann die jeweiligen Motoren an ihre Grenzen stoßen. Hierfür rufen wir mit 250W Eingangsleistung in der höchsten Unterstützungsstufe und bei simulierter Steigung von 10% die Maximalleistung ab.
Hier zeigt sich nun erstmals ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Bosch CX Motoren. Während der „alte“ Bosch CX Gen 4 bei rund 8 Minuten bereits deutlich an Leistung verliert, hält der neue Bosch CX (Gen 5) wesentlich länger durch. Zwar tritt hier nach rund 12 Minuten ebenfalls Derating auf, angesichts des kleineren Gehäuses ist dies dennoch ein beachtlicher Fortschritt.
Bosch CX Gen 5: Power-Update
Per Update zündet Bosch bei CX-Gen5-Motoren den Afterburner - und schaltet satte 100 Nm für freigegebene Modelle frei. Ab Juli 2025 ist es so weit, dann kannst du nach einem Software-Update deines CX Gen 5 (Modellcode BDU384Y) das Leistungsplus von immerhin 15 Nm und 150 Watt abrufen bzw. einstellen.
Ebenfalls aufgefrischt wird der Bosch-eigene Race-Motor, welcher zukünftig einfach nur noch CX-R heißen wird. Er soll über identische Leistungsdaten ab Werk wie der CX5 nach dem Update verfügen, also 100 Nm bei 750 Watt und bis zu 400 % Unterstützung. Dank pulverbeschichtetem Magnesiumgehäuse, Titan-Kurbelwelle und "hochwertigen Keramik-Kugellager" fällt das Gewicht mit 2,7 Kilo rund 100 Gramm geringer aus, als der "normale" CX5.
Das Duell der Kraftgiganten: Bosch vs DJI!
Das wohl spannendste Duell des Jahres - DJI Avinox gegen Bosch CX Gen 5 mit dem brandneuen 100-Nm-Update. Welcher Motor hat das Sagen auf den Trails? Der Test:
Je nach Fahrerinput soll er - so verstehen wir die Bosch-Kommunikation - automatisch bis zu 400 % unterstützen. Die Sensorik soll dabei dank "Dynamic Control" wohl quasi wie eine Traktionskontrolle den Reifengrip erkennen und die Sensorik gegensteuern können.
Die ersten E-MTBs mit Bosch CX Gen 5 im Check!
Wir dürfen vorstellen: Diese Bikes von Cube, M1 und Co. kommen zeitnah mit dem neuen Bosch-Motor in die Verkaufsräume.
Fazit
Bosch hat mit dem neuen CX (Gen 5) einen vorsichtigen Weg der Evolution gewählt: Viele der Vorzüge des bekannten CX Motors hat man beibehalten, zugleich aber dort nachgebessert, wo es klare Defizite gab - vor allem bei der Lautstärke. Der neue Bosch CX (Gen 5) reagiert schneller und zugleich feinfühliger. Gerade das Ansprechverhalten beim Anfahren ist ein großer Schritt nach vorn.
Im eMTB-Modus reagiert er besonders sensibel und passt die Unterstützung harmonisch an, was für ein natürliches Fahrgefühl sorgt. Mit den neuen Sensoren stellt man außerdem die Weichen in Richtung Zukunft.
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