E-Bike Riemenantrieb: Vor- und Nachteile im Überblick

Immer öfter wird nun auch bei E-Bikes ein Riemenantrieb verbaut. Bei herkömmlichen Fahrrädern kommt diese Technologie schon länger zum Einsatz - immerhin gibt es sie schon seit über 10 Jahren. Vor ein paar Jahren wurde der Riemenantrieb - welcher aus Carbonfasern besteht, die über 2 Riemenscheiben gespannt sind - weiterentwickelt und ist daher mittlerweile bekannter und mehr im Einsatz als in den ersten Jahren.

Grundlagen des Riemenantriebs

Fahrräder, welche mit einem Riemen angetrieben werden, haben anstelle einer Fahrradkette einen Carbongurt. An dem Riemen sind an der Innenseite aus Nylon gefertigte Zähne; an der Kurbel finden Sie eine größere Riemenscheibe. An der Hinterradnabe ist eine zweite Riemenscheibe zu finden, welche aber etwas kleiner ist. Zwischen den beiden Sprockets (Zahnscheiben) gespannt, greifen sowohl die Zähne des Zahnriemens als auch die der Zahnscheiben direkt ineinander.

Bekannte Hersteller

Mittlerweile gibt es immer mehr Hersteller, die qualitativ hochwertige Riemenantriebe für Pedelecs produzieren: Gates Carbon Drive ist z.B. ein renommierter Hersteller von Riemenantrieben, ebenso bietet die Contitech Power Transmission Group ebenfalls leistungsstarke und hochwertige Systeme an. Der führende Hersteller im Bereich der Riemenantriebe ist die Firma Gates aus den USA; sie stellen den Gates Carbon Drive her. Ihre Zahnriemen, weisen - durch eingearbeitete Carbon-Zugstränge - auch unter Belastung keine Längenveränderung auf. Aber auch die Contitech Power Transmission Group hat sich diesem Thema gewidmet wie auch Veer Cycle. Dieser Hersteller hat sich sogar dem Problem angenommen, dass man einen Riemen bisher nur fahren konnte, wenn der eigene Fahrradrahmen über ein Rahmenschloss verfügt. Als Lösung hat Veer Cycle einen teilbaren Riemen gebaut.

Technische Aspekte und Voraussetzungen

Riemenantrieb am E-Fahrrad nur in Kombination mit Tretlager- bzw. Riemenantriebe lassen sich generell nicht mit einer Kettenschaltung kombinieren; es ist nur mit einer Tretlager- bzw. Nabenschaltung möglich. Wenn der E-Bike-Rahmen vertikale Ausfallenden hat, müssen Sie außerdem noch einen Riemenspanner montieren (lassen), da der Riemen ein bestimmtes Maß an Spannung benötigt und er nur so einwandfrei funktioniert. Wenn die Ausfallenden horizontal sind, ist kein Riemenspanner nötig. Generell sind - wenn o.g. Voraussetzungen erfüllt sind - Riemenantriebe an sich für jedes Elektro-Bike geeignet. Dann ist ein Umbau möglich und auf jeden Fall rentabel.

Zu beachten ist noch dazu, dass die Riemenlinie wirklich absolut gerade sein muss. Nur dann kann der Riemenantrieb einwandfrei und ohne Probleme funktionieren. Auch einem vorzeitigen Verschleiß entgeht man so.

Aufbau und Material

Ein geschlossener E-Bike-Antriebsriemen zeichnet sich durch eine geringe Abnutzung aus, da es aus besonders zugfesten Carbonfasern besteht. Sogar bei intensiver Nutzung des Fahrrads oder bei extremer Belastung ist kaum ein Verschleiß zu verzeichnen. An der Riemen-Innenseite befinden sich Zähne; diese greifen in die Mulden der Riemenscheiben (ähnlich einem Reißverschluss).

Vor- und Nachteile im Detail

Bzgl. der Varianten Riemen- oder Kettenantrieb ist man sich selbst in Profi-Kreisen nicht ganz einig, welches nun die bessere Ausführung ist.

Vorteile

  • Minimaler Verschleiß: Der Riemen hat eine deutlich längere Lebensdauer.
  • Wartungsarm: Es muss kein Kettenöl oder -fett verwendet werden.
  • Sauberkeit: Kein Schmutz an Kleidung.
  • Leise: Geräuscharmer Lauf.

Nachteile

  • Kombination: Nur mit Naben- oder Tretlagerschaltung möglich.
  • Rahmenschloss: Für die Montage wird meistens ein Rahmenschloss benötigt.
  • Anfälligkeit: Bei Beschädigungen wie Rissen ist die Unfallgefahr höher, da diese schwer zu erkennen sind.

Technisch gesehen können Sie bei einem Riemenantrieb mit geringer Leistung mit einem höheren Widerstand rechnen. Wenn die Leistung aber höher ist, erfolgt auch die Kraftübertragung besser. Auf jeden Fall kann man sagen, dass ein E-Fahrrad mit Riemenantrieb eine gute Idee für E-Biker ist, die generell eine hohe Laufleistung schaffen und auch mit höherem Tempo unterwegs sind.

Wartung und Pflege

Behalten Sie beim Riemenantrieb immer vor Auge, dass sie den Zahnriemen in regelmäßigen Abständen checken und auf eventuelle Schäden prüfen müssen. Wenn Schäden zu sehen sind, müssen diese recht zügig repariert werden. E-Bike-Riemenantriebe sind leistungsstark, langlebig, wetterfest und wartungsarm. Gerade gegenüber äußerlichen Einflüssen sind Riemenantriebe im Gegensatz zu anderen Antriebsarten weniger empfindlich. Jedoch kann es auch hier durchaus mal zu sichtbaren Beschädigungen am Antrieb kommen, welcher dann eine fachmännische Reparatur benötigt.

Daher ist es wichtig, immer mal wieder einen prüfenden Blick walten zu lassen: Finden Sie feine Haarrisse am Rahmen, abgebrochene Teile oder ausgefranste Zähne, sollten Sie unverzüglich einen Experten drauf schauen lassen. Bei Verschmutzungen des Carbonriemens - ob durch schlechtes Wetter oder weil man sandige Wege durch den Wald gefahren ist - muss dieser mit Wasser gereinigt werden.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Ein Riemenantrieb kann für viele Anwender sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer eines solchen Antriebs. Dies kann vor allem für Vielfahrer interessant sein, da ein regelmäßiger Austausch der Kette und der dazugehörigen Zahnräder entfällt. Hinzu kommen der geräuscharme Lauf und die geringere Reibung des Riemens. Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett verwendet wird, ist er auch völlig schmutzfrei und kann z.B. problemlos mit einer Anzughose gefahren werden.

Damit eignet sich der Riemenantrieb gleichermaßen für sportliche Mountainbiker, Trekking-Fahrer, Commuter und alle, die einen wartungsfreien, leisen und effizienten Antrieb an ihrem Fahrrad wünschen. Für Stadtradler, Vielfahrer und Globetrotter auf jeden Fall eine Überlegung wert: der Riemenantrieb. Wer schmutzfrei ankommen möchte, geringen Wartungsaufwand und eine hohe Lebensdauer schätzt, ist damit bestens bedient. Kaum verwunderlich also, dass die Nachfrage nach dem Carbongurt steigt.

Nachrüstung eines Riemenantriebs

Die Nachrüstung eines Fahrrades mit einem Riemenantrieb ist grundsätzlich möglich, wobei einige Faktoren zu beachten sind. Zunächst ist zu prüfen, ob der Fahrradrahmen mit einem Rahmenschloss ausgestattet werden kann, um den geschlossenen Riemen aufziehen zu können. Bei Stahlrahmen ist dies deutlich einfacher als beispielsweise bei Aluminium- oder Carbonrahmen.

Ist der nachträgliche Einbau eines Rahmenschlosses nicht möglich, kannst du auch einen teilbaren Riemen verwenden. Damit entfällt das Öffnen des Rahmens mit einem Rahmenschloss. Dies gilt jedoch nicht für die Kettenblätter und Ritzel. Diese müssen in beiden Fällen durch Riemenscheiben ersetzt werden, da ein Riemen nur auf spezielle „Antriebsräder“ aufgezogen werden kann. Grundvoraussetzung ist übrigens auch eine Naben- oder Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Hinterrad. In Kombination mit einer Kettenschaltung ist die Montage eines Riemens nicht möglich.

Bei senkrechten Ausfallenden des Fahrradrahmens ist zusätzlich die Montage eines Riemenspanners erforderlich, da der Riemen sonst nicht auf die erforderliche Spannung gebracht werden kann. Bei waagerechten Ausfallenden ist dies nicht notwendig, da das Hinterrad horizontal verschoben werden kann, um den Riemen zu spannen.

Montagehinweise

Die Ketten- bzw. Riemenlinie muss zwingend gerade sein, da eine reibungslose Funktion sonst nicht gewährleistet ist und der Riemen schneller verschleißen bzw. reißen kann. Der Riemen ist unter keinen Umständen zu knicken, da sonst irreparable Schäden entstehen können. Die Montage des Riemens kann nur in Kombination mit entsprechenden Riemenscheiben erfolgen. Der Antriebsriemen benötigt eine entsprechende Spannung, sodass entweder horizontale Ausfallende oder ein Riemenspanner notwendig sind.

Für einen Riemenantrieb ist ein ganz spezieller Fahrradrahmen nötig; dies bedeutet, dass ein Umrüsten bzw. Nachrüsten eines Riemenantriebes zwar generell möglich ist, dies aber einem sehr hohen Aufwand mit sich bringt. Daher sollte man abwägen, ob dieser Schritt wirklich nötig ist.

Kosten eines Riemenantriebs

Heutzutage gibt es auch am E-Bike-Markt immer mehr Bikes, die bereits ab Werk mit einem Riemenantrieb ausgestattet sind. Preislich macht dies nicht viel aus zu den herkömmlichen Ketten-E-Bikes. Wenn ein E-Fahrrad nachträglich einen Riemenantrieb eingebaut bekommen soll, kann man vorab schlecht eine genaue Kosten-Angabe machen. Speziell durch das Rahmenschloss entstehen individuelle Kosten, welche schwer vorab kalkulierbar sind. Für den Antrieb an sich (je nach Ausführung) muss man mit 150 bis 300 Euro rechnen.

Mittlerweile werden Riemenantriebe in alle Arten von Kompletträdern eingebaut. In diesem Fall fällt der Kaufpreis nicht groß ins Gewicht, da es Räder mit Riemen in allen Preisklassen gibt. Der Preis einer Nachrüstung ist schwer zu kalkulieren, da vor allem der Aspekt des Rahmenschlosses nicht pauschal berechnet werden kann. Rein für den Antrieb kann man je nach Ausführung mit rund 150-300 Euro Materialkosten rechnen, was vergleichsweise wenig ist, wenn man im Gegenzug den Preis einer hochwertigen Kettenschaltung betrachtet.

Riemenantrieb vs. Kette: Ein Vergleich

Was ist besser? Auf diese Frage gibt es keine klare bzw. allgemeine Antwort.

Gemäß Angaben des Herstellers Gates zeigt der Zahnriemenantrieb fast den gleichen Wirkungsgrad, wie eine Kette mit Nabenschaltung. Der Effizienzverlust ist sowohl bei einer nabengetriebenen Kette als auch beim nabengetriebenen Rahmen größtenteils durch die Reibung des Nabengetriebes gegeben. Noch dazu steigt bei höherer Spannung des Fahrrad-Antriebsriemens der Wirkungsgrad an.

  • Wartung: Die Pflege einer Fahrradkette ist auf jeden Fall aufwändiger als die eines Gates Carbon Drive. An einem Kunststoff-Riemen kann sich logischerweise kein Rost bilden, was somit natürlich schon mal sehr gut ist. Ebenso fällt das Schmieren einer Fahrradkette weg - also gehören ölverschmierte Hosenbeine ebenfalls der Vergangenheit an. Jedoch gilt es natürlich auch bei einem Riemenantrieb ein gewisses Pflegeprogramm zu berücksichtigen.
  • Geräuschentwicklung: Generell kann man schon sagen, dass Fahrrad-Riemenantriebe in ihrer Nutzung leise sind - zumindest, wenn Riemen richtig ausgerichtet ist und die Riemenzähne in einem guten Zustand sind. Beim Riemenantrieb gibt es keine ausgeleierten Kettenglieder oder unangenehme Quietsch- oder Knackgeräusche.
  • Lebensdauer: Der Riemen hat in Bezug auf die Lebensdauer große Vorteile gegenüber einer Fahrradkette. Bei einer gut gepflegten Kette kann man von ca. 7.000 km ausgehen, bevor sie getauscht werden muss. Wenn es einen Kettenschutz gibt, ggf. sogar 10.000 km.

Ein Gates Carbon Drive bzw. Die Vorteile eines Gates Carbon Drive Riemenantriebes gegenüber einem Kettenantrieb sind auf jeden Fall gegeben. Ab und ab sollte am Riemen zumindest aber die Spannung überprüft werden; so braucht man sich auch keine Sorgen machen bzgl. irgendwelcher Störgeräusche oder auch klappernden Fahrradketten. Noch dazu zählt die Haltbarkeit als wichtiger Punkt - nicht nur für Vielfahrer.

Im Bereich der Kaufpreise hat sich positiverweise auch so einiges gedreht: Heutzutage gibt es bereits für unter 1.000 Euro Fahrräder mit Riemenantrieb.

Riemenantrieb vs. Kette: Eine Tabelle

Merkmal Riemenantrieb Kettenantrieb
Lebensdauer Länger Kürzer
Wartung Gering Hoch
Geräuschentwicklung Leise Lauter
Sauberkeit Sauber Schmutzig
Kosten Höher Niedriger

Wer mit einem Riemenantrieb an seinem Bike unterwegs ist, sollte wissen, wie dieser gespannt wird. Denn gerissene bzw. verschlissene Antriebsriemen kommt häufig aufgrund einer falschen Riemenspannung zu Stande. Wenn ein Riemen zu locker gespannt ist rutscht der Keilriemen durch. Ist ein Riemen hingegen zu straff gespannt, werden alle Lager belastet, was nicht gut ist.

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