E-Mountainbikes für Frauen: Ein Testvergleich

E-Mountainbikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, und das nicht nur bei Männern. Auch Frauen entdecken zunehmend die Vorteile dieser motorisierten Fahrräder, die das Erklimmen von Bergen und das Bewältigen von anspruchsvollen Trails erleichtern.

Der ADAC hat acht marktgängige vollgefederte E-Mountainbikes auf dem Prüfstand und in der Praxis getestet. Dabei wurden die Kriterien Fahren, Antriebssystem und Motor, Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung sowie Schadstoffe berücksichtigt. Sechsmal wurde das Ergebnis "gut" vergeben, zweimal "befriedigend".

Trotz einer deutlichen Preissteigerung haben Mountainbikes die Trekkingräder auf der Pedelec-Beliebtheitsskala mittlerweile überholt.

Warum spezielle E-Mountainbikes für Frauen?

Charakteristisch für Damen Mountainbikes ist der meist aus Aluminium oder Carbon gefertigte, leichte Diamantrahmen. Das abfallende Oberrohr und der verkürzte Abstand zwischen Sattel und Lenker erleichtern insbesondere kleineren Bikerinnen, aufgrund ihrer geringeren Schrittlänge, das Auf- und Absteigen auch auf anspruchsvollem Untergrund.

Auch der Sattel ist der Ergonomie des weiblichen Körpers angepasst, um auch auf längeren Ausflügen eine komfortable Sitzposition zu gewährleisten. Kombiniert man diesen mit einer absenkbaren Sattelstütze, kann in Sekundenschnelle, selbst während der Fahrt, der Schwerpunkt optimal verlagert werden.

Bei der Wahl und Ausrichtung des Lenkers ist darauf zu achten, dass dieser nicht zu breit ausfällt und mit dünneren Griffen für kleinere Hände ausgestattet wird. Auch die Bremshebel sollten diesbezüglich entsprechend angepasst werden.

Hier kann zwischen verschiedenen Rahmen- und Reifengrößen gewählt werden, um je nach Körpergröße, ein effektives Training und eine gute Streckenkontrolle zu erfahren. Auch der Radabstand spielt gerade hinsichtlich dem Thema Wendigkeit eine große Rolle. Je kleiner die Frau, desto geringer sollte dieser sein. Je nach Armlänge kommen bei den Vorbauten längere oder entsprechend kürzere Varianten zum Einsatz.

Ausgewählte E-Mountainbike Modelle für Frauen im Vergleich

Im Folgenden werden einige E-Mountainbike Modelle vorgestellt, die sich besonders gut für Frauen eignen:

Bergamont E-Trailster Sport FMN 29

Das Bergamont ist auf harten Trail-Einsatz optimiert. Mit 160 mm Federweg an der Gabel und 145 mm am Heck, kombiniert mit 29-Zoll-Laufrädern und 2,6-Zoll-Downhill-Bereifung, gibt sich das E-Trailster extrem schluckfreudig.

Das kurze Oberrohr sorgt für eine aufrechte Sitzposition, während die mit 462 mm für ein Twentyniner recht kurzen Kettenstreben Agilität auf dem Trail versprechen. Mit schweren 24,9 kg belegt das Bergamont einen einsamen Spitzenplatz. Vermutlich bedingt durch den sehr günstigen Preis muss man lediglich am Gewicht Abstriche machen.

Canyon Spectral:On WMN 7.0

Beim kleinsten Rahmen kommen 27,5-Zoll-Laufräder mit 2,6"-Bereifung zum Einsatz, bei allen anderen Größen werden Laufräder mit 29" an der Gabel mit 27,5-Zöllern am Heck kombiniert. Allen Größen gemeinsam ist der Federweg von 150 mm, damit ist das Bike auch für einen härteren Trail-Einsatz gewappnet.

Die mit 430 mm sehr kurzen Kettenstreben harmonieren gut mit den kleinen Größen und machen das Fahrverhalten sehr verspielt.

Cube Sting Hybrid 120 HPC SL 500 Kiox

Eher für den Touren-Einsatz optimiert ist das Cube Sting Hybrid 120. Es bietet 120 mm Federweg an Front wie Heck. Die mit 490 mm längsten Kettenstreben im Feld sorgen zielgruppengerecht für einen guten Geradeauslauf und gute Klettereigenschaften.

Dazu passt auch der relativ kurze Reach, der zu einer aufrechten, zentralen Sitzposition führt. Top: sehr kleine Rahmengrößen mit kurzen Sitzrohren erhältlich. Im 16-Zoll-Rahmen drehen sich 27,5-Zoll-Laufräder, in den übrigen Größen kommen 29-Zöller zum Einsatz.

Liv Intrigue E+1 Pro

27,5"-Laufräder sind bei den meisten anderen Anbietern nur eine Option für die kleinste Rahmengröße. Beim Liv Intrigue kommt diese Laufradgröße in allen Rahmen zum Einsatz. Dabei sind sowohl die Felgen als auch die 2,6 Zoll breite Enduro-Bereifung bereits auf Tubeless-Betrieb vorbereitet.

Die Kombination von 150 mm Federweg an der Gabel wie 140 mm am Heck sorgt für eine gute Performance auf härteren Trails. Die mit 470 mm relativ langen Kettenstreben dämpfen ein wenig die Agilität, zudem ist das Liv kein Leichtgewicht.

Simplon Steamer Compact GX1 Eagle

Kein ausgesprochenes Frauen-Bike, aber explizit auf kleine FahrerInnen optimiert ist das Simplon Steamer Compact. Konsequenterweise wird das Bike auch nur in den drei Rahmengrößen XS / S / M ausgeliefert.

Auch hier kommen an allen Rahmengrößen Laufräder mit 27,5 Zoll Durchmesser zum Einsatz, kombiniert mit einer 2,6-Zoll-Plus-Bereifung. Angenehm ist das mit 21,4 kg für ein E-Bike sehr geringe Gewicht. Durch das 130-mm-Fahrwerk eignet sich das Simplon vor allem für verspielte Trails. Diesem Einsatz kommen auch die mit 430 mm recht kurzen Kettenstreben zugute.

Die Qual der Wahl: Welches E-Mountainbike ist das Richtige?

Neben den bereits genannten Modellen gibt es natürlich noch viele weitere E-Mountainbikes, die für Frauen in Frage kommen. Die Entscheidung für das richtige Modell hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Körpergröße und Schrittlänge: Diese Maße sind entscheidend für die Wahl der passenden Rahmengröße.
  • Einsatzbereich: Touren, Trails oder anspruchsvolles Gelände? Je nach Einsatzbereich eignen sich unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichem Federweg.
  • Budget: E-Mountainbikes gibt es in verschiedenen Preisklassen. Es ist wichtig, ein Modell zu finden, das den eigenen finanziellen Möglichkeiten entspricht.
  • Persönliche Vorlieben: Bevorzugt man eine aufrechte Sitzposition oder eine sportlichere Haltung? Welche Art von Federung bevorzugt man?

Sicherheit geht vor

Neben einem Helm sorgen weitere Sicherheitsausrüstungen wie Knie- und Ellenbogenschützer für guten Unfallschutz auf Trails. Je nach Beschaffenheit des Trails können auch Rumpfprotektoren oder ein Vollvisierhelm sinnvoll sein.

Zur besseren Erkennung für andere sollte bunte oder auffällige Kleidung gewählt werden und zur akustischen Warnung eine Klingel am Fahrrad angebracht sein. Für eine klare Sicht ist eine Schutzbrille zu empfehlen, um die Augen vor Insekten, Schmutz und Staub zu schützen.

Gerade das Bremsen birgt ein hohes Unfallpotential. Nehmen Sie Trainingsprogramme wahr, die dabei helfen, die eigenen und die physikalischen Grenzen zu verstehen und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.

Weitere Tipps für E-Mountainbike-Fahrerinnen

Touren sollten gut vorbereitet sein. Zur Grundausstattung gehört ein kleines Erste-Hilfe-Set, ein Flickzeug sowie ein Ersatzschlauch inklusive Montagematerial, um für eine Panne gerüstet zu sein. Für Notfälle sollte ein vollgeladenes Handy oder eine Powerbank mitgeführt werden.

Ein E-Mountainbike ist ein Sportgerät, das der Übung bedarf. Der ADAC empfiehlt, vor dem Kauf nicht nur eine ausgiebige Probefahrt, sondern auch ein "Bikefitting" beim Fachhändler zu machen: Dort wird die Größe richtig angepasst und die Dämpfung optimal eingestellt.

Zusätzliche Informationen und Empfehlungen

Die Bedienung der Bremsen sollte möglichst mit der "Einfingertechnik" möglich sein.

Die absenkbare Sattelstütze muss auch in schwierigen Situationen mit dem Daumen von der Lenkergriffposition unkompliziert und sicher erfolgen können.

Das e-MTB ist ein Sportgerät und bedarf Übung. Zum Kauf sollte ein z.B. kostenvergünstigtes Techniktraining selbstverpflichtend durch den Hersteller mit angeboten werden.

Eindeutige Hinweise zum zulässigen Gesamtgewicht bzw. Systemgewicht müssen am e-MTB gut sichtbar sein.

Abseits vom Trail lassen sich die vollgefederten E-Mountainbikes durchaus alltagstauglich bewegen, sofern die Sattelstütze so eingestellt ist, dass man entspannt sitzen kann. Ganz wichtig: Für den Einsatz im Straßenverkehr benötigen diese Bikes auf jeden Fall auch Licht, Reflektoren und eine Klingel.

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