E-Mountainbike mit Mittelmotor im Test: Macvol Peak20 und andere Modelle

Der Hersteller Macvol, noch recht neu auf dem deutschen Markt, hat bereits vier E-Bike Modelle im Programm. Wir haben uns das Hardtail Peak20 besorgt und ausgiebig getestet. Das Macvol P20 ordnet sich irgendwo zwischen gutem Einsteigerbike und Mittelklasse Hardtail ein. Diesen Anspruch unterstreicht sowohl der Preis als auch die Ausstattung.

Erster Eindruck und Ausstattung

Das E-Bike wird vormontiert per Spedition geliefert. Grundsätzlich ist das P20 wertig und solide verarbeitet. Kabel und Züge sind durch den Rahmen geführt und sorgen für eine aufgeräumte Optik. Das P20 ist für den Preis sinnvoll ausgestattet und punktet vor allem mit dem Antriebssystem. Der verbaute Mittelmotor von Motinova entwickelt bis zu 90 Nm Drehmoment und der 720 Wh große Akku kann für eine Reichweite von bis zu 190 km sorgen.Bei den übrigen Komponenten ist das P20 ebenfalls ordentlich bestückt. Für Verzögerung sorgen hydraulische Scheibenbremsen von Shimano, die XCM32 ATB Federgabel von Suntour bügelt die Stöße am Vorderrad aus. Bei der Schaltung setzt Macvol ebenfalls auf Shimano und verbaut eine 9-Gang Alivio Schaltung.

Fahreigenschaften und Performance

Auf der ersten Fahrt macht sich der kräftige Antrieb schnell bemerkbar. In nahezu jeder Situation und Unterstützungsstufe schiebt der Mittelmotor kräftig an. In wechselndem Terrain zeigt sich der Antrieb durchaus ausgewogen. Die einzelnen Unterstützungsstufen könnten sich für meinen Geschmack allerdings noch stärker voneinander abgrenzen. Denn insgesamt stehen 5 Level zur Verfügung und schon ab Stufe 2 und 3 fühlt sich das P20 nach dauerhaftem Turbomodus an. Diese Tatsache sorgt natürlich für extrem viel Spaß, kann sich in manchen Situationen allerdings auch leicht nachteilig auswirken.An Steigungen spielt der Antrieb dagegen seine Stärken voll aus. Ich habe das Macvol E-Bike in teilweise hartem Gelände in den Alpen ausprobiert. Hier schiebt der Antrieb in allen erdenklichen Situationen bedingungslos bergauf. Das E-Bike fährt sich trotz des Gesamtgewichts von ungefähr 26 kg gut und aufgrund der 27,5″ Bereifung auch wendig.Lediglich beim Schaltwerk zeigt sich das Macvol P20 nicht auf der Höhe. Das merkt man auch daran, dass an meinem Testbike die Schaltung schlicht nicht auf die 9 Ritzel einstellbar ist. An einer Stelle springt oder hängt das Schaltwerk immer. Hier sollte der Hersteller aktiv werden und ein oder zwei Regale höher einkaufen. Davon abgesehen habe ich im Test wenig zu meckern. Die Geometrie fühlt sich für mich angenehm an, auch wenn ich mir für den Test meinen Ritchey Trail Lenker angeschraubt habe. Griffe sowie Sattel sind für die Erstausstattung ziemlich gut und lassen erstmal keine Wünsche offen. Auch die Reifen von Kenda machen einen guten Eindruck im Gelände.

Langzeittest und Kritikpunkte

Mit dem Peak20 von Macvol war ich einige Wochen unterwegs. Das Bike hat sich dabei als treuer Begleiter gezeigt. Design, Preis und Antriebssystem mit großem Akku passen für mich gut zusammen. Was mich beispielsweise extrem nervt, ist die Tatsache, dass der große Akku nach kurzer Zeit der Nichtbenutzung (laut Hersteller 24h) in den Tiefschlaf geht. Ein Mountainbike wird in der Regel schließlich nicht jeden Tag mehrfach genutzt. Wie man daher auf eine solche Steuerungs-Idee kommt, ist mir schleierhaft. Auch, wenn ich den Gedanken des Energiemanagements natürlich durchaus verstehe. Andere Hersteller schaffen das jedoch auch anders.Der Akku ist mit seinen 720 Wh Energie groß dimensioniert, womit in den unteren Stufen hohe Reichweiten von über 150 km erreicht werden können. Je nach Strecke und Unterstützungsstufe ist das System allerdings auch deutlich durstiger, was den Energieverbrauch angeht. Hier würde ich mir daher eine noch etwas feinere und aufeinander aufbauende Abstimmung der Software wünschen. Abhilfe für das Verständnis von Endkunden könnten dann auch andere Bezeichnungen der Unterstützungsstufen wie Eco, Boost etc. Im Sportmodus agiert der Antrieb sehr direkt, agil und dynamisch. Das macht extrem Spaß, kann allerdings am Anfang auch manchmal etwas unruhig wirken. Nach ein paar Kilometern hat man sich allerdings an die Abstimmung gewöhnt.Ist der Akku leer, liefert der Hersteller ein 2A Ladegerät mit. Das System hat eine Spannung von 36 V und der Akku entsprechend eine Kapazität von 20 Ah. Die Bremsen packen auch im steilen Gelände ausreichend zu. Vorne sowie hinten sind 180 mm Bremsscheiben verbaut. Sollte das E-Bike noch etwas ruppigere Abfahrten meistern müssen, wäre vorne allerdings eine größere Scheibe ratsam.Was mir gefällt, ist die Bedienung des E-Bikes. Die kompakte Remote sowie das Display sind unauffällig ins Cockpit integriert und stellen alle wichtigen Daten bereit. Cool ist, dass die Leistungsabgabe des Antriebs neben Geschwindigkeit und Co. auf dem Display dargestellt wird. Ja, das hat man früher auch nicht gebraucht, doch jedes Bike ist schließlich so individuell wie sein Fahrer.

Das Macvol P20 ist eine erfrischende Ergänzung in der breiten E-MTB Modellpalette mit einem hierzulande noch recht unbekannten Antriebssystem. Die Aggressivität des Motors ist beachtlich und sorgt für eine Menge Spaß in unbefestigtem Terrain. In Sachen genereller Abstimmung des Systems und an der Performance des Schaltwerks könnte dagegen noch gearbeitet werden. Alles in allem ist das Macvol Peak20 ein solides E-Hardtail mit großem Akku.

Alternativen und Trends auf dem E-MTB Markt

E-Bike-Trends und Highlights

  • Leichtere Systeme: Der Trend geht klar zu Light-E-Bikes mit kleinerem Akku und Motor - weniger Gewicht, mehr Natürlichkeit beim Fahren.
  • Smartere Technik: E-Bikes werden vernetzter - mit GPS-Tracking, Over-the-Air-Updates, Apps und Diebstahlschutzfunktionen.
  • Neue Motoren: Bosch & Co. bringen kompaktere, leisere und gleichzeitig leistungsfähigere Antriebe auf den Markt.
  • Mehr Integration: Kabel verschwinden, Displays werden unsichtbarer - das Design wird cleaner, Technik tritt in den Hintergrund.
  • Vielfalt für alle: Vom Citybike bis zum High-End-Gravel-E-Racer - fast jede Fahrradkategorie ist elektrifiziert, inklusive speziell abgestimmter Geometrien für Frauen, Senioren oder sportliche Fahrer.

E-MTBs im Test: Was ist wichtig?

  • Motorleistung und Drehmoment: Ansprechverhalten, Dosierbarkeit und Leistungsentfaltung sind entscheidend.
  • Akkukapazität: Modulare Systeme wie Range Extender oder die Wahl der Akkugröße sind wichtig.
  • Bedienung und Integration: Intuitive Remotes, übersichtliche Displays und smarte Apps sind von Vorteil.
  • Zuverlässigkeit und Service: Ersatzteile und guter Service vor Ort sind unerlässlich.

Günstige E-Mountainbikes im Vergleich

Auch im Bereich der günstigen E-Mountainbikes gibt es interessante Optionen. Modelle wie das Eleglide M2 bieten hydraulische Bremsen, einen starken Motor und einen großzügigen Akku zu einem erschwinglichen Preis.

Das Telefunken Aufsteiger M925 überzeugt mit einem starken Mittelmotor, guten hydraulischen Scheibenbremsen und einem schicken Design zu einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Tabelle: Vergleich ausgewählter E-Mountainbikes mit Mittelmotor

Modell Motor Akkukapazität Besonderheiten Preis (ca.)
Macvol Peak20 Motinova (90 Nm) 720 Wh Solide Verarbeitung, großer Akku N/A
Eleglide M2 250W Hinterradmotor 540 Wh Hydraulische Bremsen, starker Motor, günstiger Preis 799 Euro
Telefunken Aufsteiger M925 250W Mittelmotor (80 Nm) N/A Gute hydraulische Scheibenbremsen, schickes Design 1383 Euro

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