MERIDA eONE-SIXTY 10K: Das ultimative E-Mountainbike im Test

Das MERIDA eONE-SIXTY ist seit seiner Einführung eine feste Größe in Vergleichstests. Nun hat MERIDA mit dem Shimano EP8-Motor das eONE-SIXTY 10K fit für das Modelljahr gemacht und bei der Ausstattung auf das Feedback aus dem vorherigen Vergleichstest gehört.

Ausstattung und Details

Der Name ist Programm: Das 10K im eONE-SIXTY 10K steht für 10.000 €. Für einen tatsächlichen Verkaufspreis von 9.899 € darf man bei der Ausstattung einiges erwarten, und das MERIDA liefert ab. Die Ausstattung ist perfekt!

  • Motor: Shimano EP8 mit 85 Nm
  • Akku: Shimano BT-E8036 mit 630 Wh (504 Wh in XS)
  • Federgabel: FOX 38 Factory GRIP2 mit 160 mm Federweg
  • Dämpfer: FOX X2 Factory mit 150 mm Federweg
  • Bremsen: Shimano XTR M9120 mit 200/200 mm Scheiben
  • Laufradsatz: DT Swiss HXC1250 SPLINE 29"/27,5"
  • Reifen: MAXXIS ASSEGAI/Aggressor DD 2,5"

An der Front generiert eine FOX 38 Factory GRIP2 160 mm Federweg, während ein FOX X2 Factory dem Hinterbau 150 mm entlockt. Shimanos XTR-Topgruppe verwaltet die 12 Gänge und bringt das 22,96 kg schwere Bike dank standfester Vierkolbenbremse mit 200-mm-Scheiben sicher zum Stehen. Auf den DT Swiss HXC 1250-Carbonlaufradsatz mit 29”-Vorderrad und kleinerem 27,5”-Hinterrad sind MAXXIS-Reifen mit der robusten Doubledown-Karkasse aufgezogen: vorne ein 2,5” breiter ASSEGAI in der ganz weichen MaxxGrip-Gummimischung und am Heck ein 2,6” breiter Minion DHRII in der etwas härteren MaxxTerra-Variante.

Nicht nur die klapperfreie Integration des Akkus ist top! Alle Leitungen des Motorsystems verlaufen im Inneren des Lenkers und werden nahezu unsichtbar durch den Vorbau in den Rahmen geleitet. So bleiben lediglich die Züge für Schaltung und Hinterradbremse übrig, die durch das futuristische THERMO GATE ins Steuerrohr geleitet werden. Dank des weichen Kettenstrebenschutzes beschränkt sich die Geräuschkulisse in der Abfahrt lediglich auf das unvermeidbare metallische Klackern aus dem Inneren des EP8-Motors, unter dem alle Shimano-Bikes im Test leiden. Neben dem unauffälligen Lezyne-Scheinwerfer gehört auch ein Multitool zum Bike, das unter dem Sattel versteckt wird.

Geometrie und Handling

Das MERIDA eONE-SIXTY 10K ist in fünf Größen verfügbar. Im Unterrohr des kleinsten Modells (XS) findet lediglich ein 504-Wh-Akku Platz. Doch in der Regel können besonders kleine und leichte Fahrer vom geringeren Bike-Gewicht profitieren und dennoch ausreichende Reichweiten erzielen. Den relativ kompakten Reach (460 mm in L) paart MERIDA mit der höchsten Front im Test (652 mm Stack in L). Auffällig ist auch das mit 470 mm (Größe L) etwas zu lange Sitzrohr, das vor allem die Wahl der passenden Rahmengröße beschränkt. Durch den Knick im Sitzrohr sollten gerade Langbeiner den Sattel ganz nach vorne schieben, denn auch dann fällt die Sitzposition in der Ebene noch immer sehr gemütlich aus.

Geht es bergauf, ist das MERIDA trotz der hohen Front erstaunlich leicht zu handeln. Besonders auf flowigen Strecken mit vielen Kehren vermittelt es reichlich Fahrspaß und lädt wie das ROTWILD R.X375 ULTRA dazu ein, mit dem Terrain zu spielen: Ein abgesägter Baumstumpf wird selbst bergauf zu einem Absprung. Wird der Trail steiler und technischer, muss die Front belastet werden. Genau dafür kann man beim eONE-SIXTY 10K problemlos aus dem Sattel gehen. Denn auch im Stehen generieren der griffige Hinterreifen und das Fahrwerk genug Traktion, obwohl der Dämpfer hoch im Federweg steht.

Fahrverhalten auf dem Trail

Sattel runter, Blick nach vorne, Bremse auf: Das MERIDA eONE-SIXTY 10K vermittelt bergab bereits auf den ersten Metern enormes Selbstvertrauen. Die hohe Front sorgt für einen aufrechten Oberkörper bei insgesamt sehr zentraler Fahrposition. Auf Flowtrails macht dem spritzigen und präzisen MERIDA kein anderes E-Mountainbike etwas vor. Das straffe Fahrwerk bietet viel Gegenhalt und lässt das eONE-SIXTY 10K willig in die Luft gehen. Sollte man die Landung verpatzen, liefert es hohe Reserven und schluckt so manchen Drop ins Flachland problemlos weg. In offenen Kurven ist es - auch im direkten Vergleich mit dem Vorjahresmodell - einfach zu beherrschen.

Wird es steil und verblockt, liefert es nur minimal weniger Grip als das Mondraker Crafty Carbon XR oder das Lapierre Overvolt GLP 2 Team, und kann spätestens beim Highspeed-Einsatz im Bikepark wieder problemlos mit ihnen mithalten. Mit dem MERIDA eONE-SIXTY 10K kommt wirklich jeder Fahrer auf Anhieb zurecht und das Bike selbst meistert jede Herausforderung auf dem Trail mit Bravour. Dank super griffigem Vorderreifen und ausgewogener Lastverteilung können selbst Einsteiger mit Vollgas durchs Gelände carven.

Technische Daten

Hier sind die technischen Daten des MERIDA eONE-SIXTY 10K in einer Tabelle zusammengefasst:

Größe XS S M L XL
Gewicht 22,96 kg
Zul. Gesamtgewicht 140 kg

Fazit

Das MERIDA eONE-SIXTY 10K ist der perfekte Allrounder und sichert sich verdient den Testsieg! Kein anderes Bike im Test ist so vielseitig einsetzbar und macht so viele Fahrertypen glücklich, vom Einsteiger bis zum Downhill-Adrenalinjunkie. Das schicke MERIDA vereint das Unvereinbare und ist ebenso agil wie laufruhig. Das macht es zur neuen Benchmark in Sachen Trail-Performance.

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