Die Geschichte der Mountainbike-Weltmeisterschaft

Die Mountainbike-Weltmeisterschaft hat im Laufe der Jahre viele denkwürdige Momente und herausragende Athleten hervorgebracht. Von den ersten Rennen bis zu den modernen Wettbewerben hat sich der Sport stetig weiterentwickelt. Dieser Artikel beleuchtet einige der wichtigsten Ereignisse und Persönlichkeiten in der Geschichte der MTB-Weltmeisterschaft.

Erste E-Mountainbike-Weltmeisterin

Nathalie Schneitter schrieb Geschichte, als sie 2019 die erste E-Mountainbike-Weltmeisterin wurde. Nach 16 Jahren als Profisportlerin im Mountainbike wechselte sie auf ein E-Bike. Schneitter betonte, dass E-Bikes den Einstieg ins Radfahren erleichtern und auch älteren Menschen zu mehr Bewegung verhelfen können. Sie erklärte, dass auch ein E-Bike nur durch Muskelkraft angetrieben wird und dass es verschiedene Rennformate gibt, wie Enduro, Cross-Country und Etappe.

Die Weltmeisterschaft wird im Cross-Country-Format ausgetragen, bei dem alle zusammen starten und technisch schwierige Aufstiege auf einem Rundkurs bewältigen. Die Strecken bei E-MTB-Rennen sind technisch so anspruchsvoll, dass sie ohne Motor kaum zu bewältigen wären, mit Wurzeln, Felsen, Stufen und engen Kurven.

Schneitter erklärte auch, dass E-MTB-Rennen Teamwork zwischen Mensch und Maschine erfordern. Jeder Motor hat eine optimale Trittfrequenz, und der Fahrer muss seinen Fahrstil anpassen, um diese Frequenz zu erreichen. Während man bei Rennen ohne Motor das Bike an den Fahrer anpasst, stellt sich der Fahrer beim E-Bike-Rennen auf das Bike ein.

Die MTB-WM 2022 in Les Gets

Die UCI MTB-Weltmeisterschaft 2022 in Les Gets war ein weiteres Highlight. Bei den Frauen ging Pauline Ferrand-Prévot als Siegerin hervor.

Das XCO-Rennen der Frauen

Siebzig Fahrerinnen gingen beim Cross-Country-Rennen der Frauen an den Start. Nach drei von sechs Runden lagen Alessandra Keller (SUI) und die US-Amerikanerin Haley Batten 1:20 hinter Pauline Ferrand-Prévot (FRA). Ihre Landsfrau Loana Lecomte lag weitere 10 Sekunden zurück. Eine wieder erstarkte Jolanda Neff (SUI), die UCI-Weltmeisterin von 2021 Evie Richards (GBR) und Anne Terpstra waren noch auf Medaillenjagd.

Neff jagte und überholte Lecomte, dann Keller und Batten, bevor Keller in der vorletzten Runde müde wurde. Diese Vorstoß sicherte der Schweizer Olympiasiegerin die Podiumsplätze. Ferrand-Prévot gewann mit 1:22:08 Stunden ihren zweiten Weltmeistertitel, Jolanda Neff holte Silber (+1:35 min) und Haley Batten sicherte sich Bronze (+2:13 min). Lecomte gewann das Duell mit Keller um den vierten Platz.

Zur Freude der französischen Fans krönte sich Pauline Ferrand-Prévot mit ihrem vierten Cross-Country-Weltmeistertitel neben der Norwegerin Gunn-Rita Dahle Flesjå zur erfolgreichsten Frau in der Geschichte des MTB-Rennsports. “Ich habe mich für das Hardtail entschieden, weil ich wusste, dass ich im Anstieg schneller fahren kann. Ich wollte gleich vom Start weg Vollgas geben und mir einen Vorsprung sichern", sagte Ferrand-Prévot.

Das XCO-Rennen der Herren

Nino Schurter holte seinen 10. WM-Titel. Auf der Jagd nach der Titelverteidigung von Val di Sole 2021 setzte sich Nino Schurter mit einer internationalen Gruppe an die Spitze, zu der auch seine Schweizer Landsleute Filippo Colombo und Titouan Carod gehörten, sowie Jordan Sarrou (FRA), Vlad Dascalu (ROM), Sam Gaze (NZL), Alan Hatherly (RSA), David Valero Serrano (ESP) und Luca Braidot (ITA), während Olympiasieger Tom Pidcock (GBR) in der ersten Runde von Platz 53 auf Platz 16 vorfuhr.

In der dritten Runde stürzte der frischgebackene Short-Track-Weltmeister Sam Gaze an einem Sprung und Pidcock schloss zu Hatherly auf, bevor er in einem Zug an dem Südafrikaner und dann an Sarrou, Valero Serrano, Braidot und Schurter vorbeifuhr. Der Brite und der Italiener fuhren einen kleinen Vorsprung heraus, während der 36-jährige Schurter in einer Kurve ausrutschte, sich aber schnell wieder aufrappelte. Die ersten sechs Fahrer hatten einen Vorsprung von 30 Sekunden auf ihre nächsten Verfolger.

Sarrou und Hatherly fielen zurück. Als Valero Serrano das Tempo forcierte, fiel Pidcock zurück, erholte sich aber wieder und schloss sich dem Führungsquartett an. Schurter attackierte am Anstieg in der vorletzten Runde und nur der groß gewachsene Spanier konnte ihm folgen. Braidot verfolgte die beiden, während Pidcock von einem Reifenschaden am Hinterrad ausgebremst wurde.

Obwohl Valero Serrano in der letzten Runde mehrmals angriff, war es Schurter, der sich in der längeren Abfahrt absetzte. Schurter gewann am Ende seinen zehnten UCI-Weltmeistertitel im Cross Country in 1:21:13 Stunden, Valero Serrano holte Silber (+0:09 min) und Braidot Bronze (+0:29 min).

”Es ist der Wahnsinn! Es ist unglaublich, ich konnte es nicht glauben, als ich die Linie überquerte, dass ich es wieder geschafft habe”, sagte Schurter. ”Dieser Ort ist magisch für mich.

Weitere denkwürdige Ereignisse

  • Ondřej Cink holte mit 34 Jahren seinen ersten Weltcupsieg in der Elite-Kategorie des XCO.
  • Rosa Zierl feierte auf heimischem Terrain ihren allerersten Weltcupsieg bei den Juniorinnen.

Die MTB-Weltmeisterschaft 2025 in der Schweiz

Vom 30. August bis 14. September wird in der Schweiz die wohl größte MTB-Weltmeisterschaft aller Zeiten stattfinden. In acht Austragungsorten werden in acht Kategorien die Weltmeisterinnen und Weltmeister gekürt. Das Eröffnungswochenende steigt in Sion, auf einem neu gestalteten Pumptrack werden in Monthey die Wettbewerbe ums Regenbogentrikot ausgetragen.

Besonders spannend dürfte es in Crans-Montana werden, wo die traditionell stark aufgestellten Schweizer im Cross-Country als Lokalmatadoren um Gold kämpfen werden. Die Short-Track-Rennen finden im benachbarten Zermatt statt. Die anspruchsvolle XC-Strecke in Crans-Montana zählt zur internationalen Spitze.

Beim legendären Grand Raid wartet eine beinharte Strecke über 125 km und 5025 Höhenmeter, welche die Marathonisti von Verbier nach Grimentz im Val D’Anniviers führt.

Die Wettbewerbe mit Motorunterstützung (E-Enduro und E-Cross-Country) rund um Bellwald in der Aletsch Arena versprechen actionreiche Positionskämpfe. Hier wird auch im MTB-Enduro auf verschiedenen fordernden Stages um das Weltmeistertrikot gekämpft.

Die spektakulärste Strecke wartet in Champéry auf die Athletinnen und Athleten der Downhill-Kategorie: Wo einst Danny Hart einen der wohl geschichtsträchtigsten Runs der DH-Geschichte in den regennassen Boden brannte, wird 2025 den Medaillenanwärter*innen besonders viel Zuschauerunterstützung gewiss sein.

Bei den UCI Downhill Mountainbike Weltmeisterschaften 2011 in Champéry, Schweiz, lieferte der Brite Danny Hart einen spektakulären Lauf unter extrem herausfordernden, nassen Bedingungen ab und krönte sich zum Weltmeister. Der fantastische Rennlauf wird von der sehr unterhaltsamen Reaktion der Kommentatoren untermalt - beides schrieb Mountainbike-Geschichte.

Die Eliminator-Weltmeisterschaft 2024 in Aalen

Nach zwei erfolgreich durchgeführten Weltcups 2022 und 2023, fährt die Weltelite der Mountainbike-Profis am 13. Juli in der Aalener Innenstadt um die Weltmeisterschaft im Eliminator. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren, die Stadt erwartet wieder tausende Besucher am WM-Rundkurs, der erneut quer durch die Aalener Innenstadt verläuft.

Im Unterschied zu einem Weltcup, der über mehrere Saisonrennen ausgefahren wird, ist die Weltmeisterschaft am 13. Juli in Aalen ein einmaliges Event. Das heißt, am Ende dieses Tages gibt es eine neue Weltmeisterin und einen neuen Weltmeister im Eliminator-Sprint.

„Rund 40 Fahrerinnen und Fahrer aus der ganzen Welt werden an den Start gehen“, sagt Veranstalter Steffen Thum. Neben den beiden Mountainbike-Profis Marion Fromberger und Simon Gegenheimer, beide vom Mountainbike Racingteam aus Aalen, werden unter anderem Starterinnen und Starter aus Belgien, Schweden, Niederlanden, Mexiko, Brasilien, Japan, Italien und Österreich auf der Ostalb erwartet.

Oberbürgermeister Frederick Brütting zeigt sich begeistert: „Mit der WM haben wir in Deutschland das hochkarätigste Mountainbike-Rennen des Jahres in der Stadt. Damit können wir nicht nur Spitzensport zeigen, sondern unterstützen auch nachhaltig die positive Einstellung zum Radfahren in Aalen“.

Neben den großen Aalener Sportvereinigungen sind dieses Jahr insgesamt etwa 15 Vereine mit rund 300 Freiwilligen vor Ort und sorgen zum Beispiel für die Verköstigung der Fans, helfen beim Auf- und Abbau oder bei der Absicherung der Rennstrecke.

Zeitplan der Eliminator-WM in Aalen

Die eigentliche WM am Samstag startet mit dem Zeitfahren um 14 Uhr. Die Finalläufe sind ab etwa 15.40 Uhr geplant, bevor dann gegen 17.45 Uhr die beiden „Big Finals“ gefahren werden, an deren Ende die neue Weltmeisterin und der neue Weltmeister im Eliminator-Sprint feststehen.

Zum ersten Mal überhaupt seien die Finalrennen zwischen 16.40 Uhr und 18 Uhr live im SWR-Fernsehen zu sehen, so Veranstalter Steffen Thum. Die gesamte WM werde zudem in einem Live-Stream in der ARD-Mediathek gezeigt.

Ergebnisse des XCO-Rennens der Frauen bei der MTB-WM 2022 in Les Gets

Platz Fahrerin Zeit
1 Pauline Ferrand-Prévot 1:22:08
2 Jolanda Neff +1:35 min
3 Haley Batten +2:13 min

Ergebnisse des XCO-Rennens der Herren bei der MTB-WM 2022 in Les Gets

Platz Fahrer Zeit
1 Nino Schurter 1:21:13
2 David Valero Serrano +0:09 min
3 Luca Braidot +0:29 min

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