E-Scooter erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie wendig, kompakt und dank Klappmechanismus leicht zu transportieren sind. Auch der Preis stimmt inzwischen. Ein ADAC-Test zeigt jedoch, dass die neuen Kampfpreise oft zu Lasten der Sicherheit gehen. Gute Modelle gibt es schon ab 700 Euro.
Nach Branchenangaben erwägt inzwischen jeder dritte Deutsche den Kauf eines eigenen E-Scooters - nicht zuletzt dank der Corona-Pandemie. Seit dem letzten ADAC-Test im Herbst 2019 hat das Angebot an E-Scootern deutlich zugenommen, vor allem im Niedrigpreissegment. Einzelne E-Scooter sind über Sonderaktionen sogar schon ab 199 Euro erhältlich.
Testergebnisse im Überblick
Der ADAC hat verschiedene E-Scooter getestet und bewertet. Hier sind einige der Ergebnisse:
- Testsieger: Der Segway-Ninebot Max G30 D (Note 2,2 "gut") überzeugt mit bester Verarbeitung und Fahreigenschaften, vor allem der außergewöhnlich starke Antrieb und eine Reichweite von 46,2 Kilometern begeistern.
- Alleskönner: Der Velix E-Kick auf Platz zwei besticht durch sein Gesamtpaket und kann in allen Kapiteln überzeugen.
- Preis-Leistungs-Sieger: Der SO Flow SO6 (Note 2,5 "gut") ist mit akzeptablen 704 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger.
- Besonderheit: Der Go!Mate bietet ein Alleinstellungsmerkmal: Der Akku ist am Steuerrohr montiert, und sein flexibles Trittbrett spart Dämpfungskomponenten, also Gewicht.
- Robust und sicher: Der My Tier ist ein aufbereiteter Scooter des Verleihanbieters TIER und bietet gute Fahreigenschaften.
- Abgeschlagen: Der Iconbit IK-1971K und der Maginon Street One landen auf den letzten Plätzen, vor allem die zu kleinen Räder und das instabile Fahrverhalten führen zu Punktabzügen.
Testergebnisse in Kürze
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ergebnisse des ADAC-Tests zusammen:
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | Fahrzeuggewicht / zul. Fahrergewicht (ermittelt) | Reichweite in km (ermittelt) | ADAC Urteil |
|---|---|---|---|---|
| Segway-Ninebot Max G30 D | 799 | 19,6 kg/100 kg | 46 | 2,2 |
| Velix E-Kick 20 | 798 | 18,5 kg/121 kg | 29 | 2,4 |
| SO Flow SO 6 | 704 | 16,8 kg/118 kg | 24 | 2,5 |
Sicherheitsaspekte und Empfehlungen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Kriterium Fahrsicherheit. Die Realisierung der neuen Kampfpreise geht häufig auf Kosten der Sicherheit. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der durchschnittliche Bremsweg von E-Scootern bei identischem Testverfahren von rund 2 Metern auf 3,4 Meter erhöht. Dies deutet darauf hin, dass die Hersteller an der Qualität der Bremsen sparen.
Das Fahren erfordert generell eine gute Körperbeherrschung und Balance. Beim einhändigen Fahren besteht unabhängig vom Modell eine sehr hohe Sturzgefahr. Der ADAC appelliert daher an die Hersteller, trotz fehlender Ausrüstungspflicht serienmäßig Blinker zu verbauen oder zumindest als Option anzubieten.
ADAC Empfehlungen an die Hersteller:
- Die Bedienungsanleitung sollte online auf der Herstellerseite abrufbar sein.
- Beide Räder, insbesondere das Vorderrad, müssen über eine mechanische Bremse verfügen.
- Das Lichtsystem sollte serienmäßig und an die Antriebsbatterie gekoppelt sein.
- Eine Information über die maximal zulässige Zuladung direkt am Scooter ist wichtig.
- Der Akku sollte entnehmbar oder zumindest mit wenig Aufwand ersetzbar sein.
- Eine Diebstahlsicherung (z.B. mit stabiler Öse) ist die Mindestausstattung.
- Große Räder, gut dosierbare Bremsen, breite Lenker, Fußaufstandsflächen und eine verwindungssteife Konstruktion erhöhen die Fahrsicherheit.
Reichweite und Akku
Die Reichweitentests erfolgten auf einem speziellen Prüfstand, wobei jeder Scooter dauerhaft und ohne Pause mit der maximalen Geschwindigkeit gefahren wurde. Die Reichweitenangaben der Hersteller fallen sehr unterschiedlich aus und weichen teils drastisch von den Testergebnissen ab.
Vergleicht man die erzielten Kilometer mit den Werksangaben, so erfüllt diese einzig der Maginon. Alle weiteren E-Scooter liegen unter ihrer Werksangabe. Der Spitzenreiter in Sachen Reichweite ist der Ninebot mit 46 Kilometern.
Tipps für E-Scooter-Käufer
- Vor dem Kauf unbedingt eine ausgiebige Probefahrt machen.
- Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Fahrzeug der Verordnung entspricht und eine gültige Betriebserlaubnis hat.
- Informieren Sie sich bei den Anbietern über Wartung und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
- Befolgen Sie die Wartungs- und Stilllegungshinweise der Hersteller.
- Sperren Sie E-Scooter immer ab, bestenfalls mithilfe eines Schlosses an einem festen Gegenstand.
Regeln für E-Scooter
E-Scooter sind vorrangig für den Personentransport auf der „letzten Meile“ im urbanen Umfeld gedacht. Sie müssen über eine Betriebserlaubnis verfügen, wenn sie im öffentlichen Raum genutzt werden.
E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind die kleinen E-Tretroller verboten - außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen "E-Scooter frei" erlaubt.
Das Mindestalter für das Fahren mit einem Elektrotretroller liegt bei 14 Jahren. Eine Helmpflicht besteht nicht, ist aber empfehlenswert. Für Elektroroller-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Elektroroller sind nur für eine Person zugelassen. Eine Haftpflichtversicherung ist zwingend vorgeschrieben.
Weitere Testkriterien
Bei der Ausstattung wurde das Vorhandensein eines Diebstahlschutzes, das Gewicht der Fahrzeuge sowie das zulässige Fahrergewicht bewertet. Die Fußaufstandsfläche und ihre Griffigkeit wurden zudem untersucht. Bei der Beleuchtungsausstattung wurde unterschieden, ob diese extern mit Batterien betrieben wird, oder ob diese an die Antriebsbatterie gekoppelt ist.
Die Gebrauchsanleitung wurde subjektiv auf Verständlichkeit, Umfang und Vollständigkeit überprüft. Bei der Transportfähigkeit haben wir den Klappmechanismus, das Volumen der zusammengeklappten Roller und die Höhenverstellung der Lenker beurteilt. Bei der Beurteilung des Cockpits wurden die Ablesbarkeit der Instrumente bzw. des Instrumentendisplays bewertet. Zudem wurde beurteilt, wie einfach sich der E-Scooter starten lässt sowie der Umfang des Bordcomputers.
Im Kapitel Fahreigenschaften wurde die Fahrstabilität subjektiv beurteilt, hier ging es neben der Spurstabilität auch um die Wendigkeit und die Kurvenfahrt. Der Antrieb wurde bezüglich Dosierbarkeit, das Ansprechverhalten sowie das Geräuschverhalten subjektiv bewertet. Die Tester ermittelten die Beschleunigung auf 15 km/h in jeweils zehn Messungen pro Fahrzeug. Ihre Steigfähigkeit mussten die Roller an einer 16-prozentigen Steigung beweisen. Wie komfortabel sich die Scooter fahren lassen, prüften die Tester subjektiv auf Pflastersteinen und bei Schwellenüberfahrten.
Die Bewertung über Stabilität und Dosierbarkeit beim Bremsen erfolgte subjektiv. Der Bremsweg wurde mittels GPS-Messsystem ermittelt, die Bremsung erfolgte aus 20 km/h. Es wurden je zehn Messungen durchgeführt. Auch die Verletzungsgefahr aufgrund von scharfen Kanten sowie Quetsch- und Scherstellen wurde subjektiv beurteilt.
Worauf kommt es beim Kauf an?
Jeder künftige E-Scooter-Fahrer sieht sich zunächst mit derselben Herausforderung konfrontiert: Welches Modell soll es sein? Was Beschleunigung, Reichweite, Fahrkomfort und Sicherheitsfeatures angeht, gibt es teils erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Scooter-Modellen. Dabei ist der Roller mit der besten Beschleunigung oder der größten Reichweite nicht unbedingt die beste Wahl.
Nahezu jeder straßenzugelassene Elektro-Scooter erreicht die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde - die Frage ist nur, wie lange braucht der Roller dafür? Das hängt in erster Linie von der Motorleistung ab. Einstiegsmodelle werden oft mit 250 bis 300 Watt angetrieben, während Premium-Scooter nicht selten 500 Watt leisten. Neben der Dauerleistung gilt es auch auf die Spitzenleistung zu achten, die kurzfristig unter besonderer Belastung abgerufen werden kann - etwa beim Erklimmen von Steigungen oder starkem Gegenwind. Einige Modelle erreichen hier mehr als 1.000 Watt.
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Reichweite, die sich aus der Wattleistung des Motors und der in Wattstunden angegebenen Kapazität des Akkus ergibt. Modelle wie der Egret X+ speichern bis zu 672 Wattstunden und kommen damit bis zu 60 Kilometer weit. Einstiegsmodelle wie der Xiaomi 4 Lite können oft nur einen Bruchteil dieser Strommenge speichern, was sich entsprechend bei der Reichweite bemerkbar macht, die hier oft nur maximal 20 Kilometer beträgt.
Das Fahrgefühl eines E-Scooters wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Bereifung, das Fahrwerk und die allgemeine Konstruktion. Modelle mit großen Luftreifen und Federung bieten eine angenehmere Fahrt, insbesondere auf unebenen Wegen oder Kopfsteinpflaster. Harte Vollgummireifen hingegen sind zwar wartungsarm, geben aber Erschütterungen direkt an den Fahrer weiter. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Trittbretts - vor allem die Breite ist entscheidend. Erfahrungsgemäß beeinflusst es den Fahrkomfort positiv, wenn die Trittfläche so breit ist, dass Fahrer mit beiden Füßen parallel anstatt hintereinander versetzt stehen können.
Sicherheitsmerkmale
Die wohl wichtigste Rolle für die Sicherheit im Straßenverkehr spielen die Bremsen. Scheibenbremsen bieten die beste Bremskraft - auch bei Nässe. Trommelbremsen sind zwar wartungsarm, jedoch weniger reaktionsschnell. Elektronische Rekuperationsbremsen unterstützen das Abbremsen und speisen dabei Energie zurück in den Akku, sollten aber nicht die einzige Bremsmöglichkeit sein.
Falls der Elektro-Scooter mit einer elektronischen Bremse ausgestattet ist, ist es von Vorteil, wenn auch E-ABS mit an Bord ist. Das ist ein elektronisches Antiblockiersystem, das dafür sorgt, dass die Räder auch bei plötzlichen Bremsmanövern nicht blockieren.
Ein leistungsstarkes Frontlicht mit mindestens 2 bis 5 Watt sorgt dafür, dass Hindernisse rechtzeitig erkannt werden. Richtungswechsel im Stadtverkehr lassen sich mit Blinkern deutlich sicherer anzeigen als mit Handzeichen.
Transportfähigkeit
E-Scooter kommen häufig auf Pendelstrecken zum Einsatz. Wer mit dem Zug zur Arbeit fährt, kann die letzten Meter zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz optimal mit einem E-Roller überbrücken. In diesem Fall kommt es oft weniger auf Beschleunigung und Reichweite als auf die Transportfähigkeit an. Leichte E-Scooter wiegen nur um die 15 Kilogramm und sind dadurch angenehm zu tragen. Größere und leistungsstärkere Modelle mit stärkerem Akku und breitem Trittbrett können hingegen schnell mehr als 20 Kilogramm oder mehr auf die Waage bringen, was den Transport maßgeblich erschwert. Auch die Maße spielen eine Rolle.
Modellvorstellungen
Egret X+
Wer anstelle von Auto oder Fahrrad künftig auf einen E-Scooter als primäres Fortbewegungsmittel setzen möchte, ist bei dem Egret X+ genau an der richtigen Adresse. Der E-Roller macht sowohl im Straßenverkehr als auch im Gelände eine gute Figur, beschleunigt flott, bietet eine ordentliche Reichweite und eine umfassende Ausstattung.
Der Scooter wird von einem 500-Watt-Motor angetrieben und schafft es in Spitzenlastsituationen auf bis zu 900 Watt. Die gesetzliche Obergrenze von 22 Kilometern pro Stunde schöpft der X+ aus, wobei drei Modi zur Verfügung stehen: Ein sparsamer Eco-Modus, ein Standard-Modus und ein Sport-Modus. Einen Fußgängermodus bringt der Scooter allerdings nicht mit. Der verbaute Akku hat eine Kapazität von 672 Wattstunden, was dem Elektroroller eine stattliche Reichweite von bis zu 60 Kilometern verleiht. Wer auch mal im Sport-Modus fahren oder den einen oder anderen Hügel überwinden möchte, sollte jedoch eher von 30 bis 40 Kilometern ausgehen.
Die Verarbeitungsqualität des X+ ist einwandfrei, was Verbraucher angesichts des Preises aber auch erwarten dürfen. Die gesamte Konstruktion wirkt sehr robust und die Lackierung macht einen tadellosen Eindruck. Die Tragfähigkeit gibt Egret mit stattlichen 120 Kilogramm an. Positiv aufgefallen ist auch die gummierte Trittfläche, die jede Menge Grip bietet. Praktisch im Hinblick auf den Diebstahlschutz: Der X+ ist am Übergang zwischen Trittbrett und Lenker mit einer Schlossöse versehen. Mit einem separat erhältlichen Rahmenschloss von Egret lässt sich der Scooter effektiv absichern - so dass Langfinger ihn selbst durch eine Demontage nicht entwenden können. Auch der Wasserschutz fällt gut aus. Der Scooter entspricht der Schutzklasse IPX5. Der Akku ist sogar nach IPX7 geschützt. Ein plötzlicher Regenschauer macht dem X+ damit nichts aus.
Dank des breiten Trittbretts kann man bequem mit beiden Füßen parallel auf dem Egret-Scooter stehen. Der breite Lenker vermittelt während der Fahrt ein Gefühl von Sicherheit. Eine höhenverstellbare Lenkstange hat der Scooter allerdings nicht. Mit einer Lenkerhöhe von 118 Zentimetern könnte er für Fahrer über 1,90 etwas unterdimensioniert sein.
Mit seinem 500-Watt-Motor bietet der X+ ordentlich Bumms. Wir kamen stets schnell vom Fleck und konnten auch Anstiege problemlos bewältigen. Die großen 12,5-Zoll-Luftreifen haben ein starkes Profil, wodurch auch kurze Ausflüge über Feldwege oder Schotterpisten kein Problem für den Egret-E-Scooter sind.
Ausgestattet mit großen 160-Millimeter-Scheibenbremsen am Vorder- und Hinterrad bietet der Roller eine sehr effektive Bremswirkung. Eine elektronische Bremse ist allerdings nicht an Bord. Das heißt, der X+ kann weder rekuperieren, noch bietet er E-ABS. Bei plötzlichen Bremsmanövern können die Räder dadurch schneller blockieren.
Zum Ablesen von Fahrgeschwindigkeit und Akkustand hat der X+ ein großes, gut ablesbares Display. Zusätzlich lassen sich alle Funktionen - wie die Einstellung von Licht, Fahrmodi und Blinkern - auch über die Egret-App erreichen. Zwecks Diebstahlschutz bringt der X+ auch eine elektronische Wegfahrsperre mit, die sich per PIN-Code deaktivieren lässt.
Die größte Einschränkung sehen wir in der Transportfähigkeit. Wenn der neue E-Roller regelmäßig in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert oder im Kofferraum mitgenommen werden soll, ist der X+ nicht die beste Wahl. Der Scooter bringt 21 Kilogramm auf die Waage. Zusammengeklappt betragen die Maße 59 x 67 x 128 Zentimeter - nicht gerade kompakt.
Segway ZT3 Pro D
Auf der Suche nach einem Offroad-tauglichen E-Scooter kommt man kaum an dem Modell ZT3 Pro D von Segway vorbei, das erst im Januar 2025 auf den Markt gekommen ist. Verbraucher bekommen hier einen qualitativ hochwertigen, leistungsstarken und gut ausgestatteten E-Scooter mit Straßenzulassung.
Was das Design angeht, weiß der Segway-Scooter zu gefallen - zumindest denjenigen, die einen an Enduro-Bikes angelehnten Style mögen. In puncto Verarbeitungsqualität fanden wir den Segway-Scooter sehr überzeugend. Dank Wasserschutz nach IPX5 hält der ZT3 Pro D auch einem kurzen Regenguss stand.
Die Dauerleistung beschränkt sich zwar auf 500 Watt, was im Preissegment des ZT3 Pro ein gängiger Wert ist, unter Last kann der Motor jedoch bis zu 1.600 Watt abrufen. Die Akkukapazität von 597 Wattstunden liegt in einem gehobenen Bereich. Laut Hersteller soll der Scooter damit bis zu 70 Kilometer weit kommen. Realistisch erscheint uns das jedoch nur bei dauerhafter Fahrt im Eco-Modus. Die Ladezeit des Akkus liegt bei ungefähr 5 Stunden.
Während selbst Premium-Modelle wie der Egret X+ oft nur drei Fahreinstellungen bieten, kommt der ZT3 Pro D mit vier Modi daher. Neben einem Eco-, einem Standard- und einem Sport-Modus gibt es auch einen Fußgängermodus, in dem der Scooter maximal 4 Kilometer pro Stunde fährt. So kann man entspannt neben einem Fußgänger herfahren oder den Scooter ohne Kraftaufwand schieben.
Der Segway ZT3 Pro D ist vollgefedert und hat eine Bodenfreiheit von 152 Millimetern. Hinzu kommen dicke, stark profilierte 11-Zoll-Offroad-Reifen, womit der Scooter im Gelände sehr gut zurechtkommen dürfte - und das tat er auch. Ob holprige Feldwege oder morastige Waldstraßen: Abseits der asphaltierten Straßen fühlt sich der E-Scooter von Segway am wohlsten - ein echter Offroader eben.
Beschreiben lässt sich das Fahrgefühl auf dem ZT3 Pro D am besten mit „komfortabel“. Durch die beidseitige Federung fuhren wir mit dem Scooter auch über Kopfsteinpflaster, ohne vollkommen durchgeschüttelt zu werden. Auch das Erklimmen von Bordsteinen oder Überfahren von Gullideckeln ist mit dem vollgefederten Gelände-Scooter wesentlich angenehmer.
Wenngleich der Offroader in Sachen Beschleunigung nicht ganz mit dem Egret X+ mithalten kann, kommt er zügig vom Fleck und meistert auch Steigungen von bis zu 25 Prozent problemlos.
Mit Maßen von 128 x 67 x 118 Zentimetern ist der ZT3 Pro D ein Schlachtschiff unter den Elektrorollern und auch für große Fahrer geeignet. Beim regelmäßigen Transport durch schmale Zugflure oder Treppenhäuser werden Nutzer mit dem Offroad-Scooter aber nur wenig Spaß haben. Der Roller hat zwar einen gut funktionierenden Klappmechanismus, misst geklappt aber immer noch 59 Zentimeter in der Höhe.
Acer AES023
Auf der Suche nach einem kompakten Stadtflitzer ist der Acer AES023 eine interessante Wahl. Für einen E-Scooter aus der unteren Preisklasse beschleunigt er erstaunlich gut.
Wie mit Blick auf das Preisschild zu erwarten war, steht der Acer-Scooter in Sachen Verarbeitungsqualität nicht so gut da wie der Egret X+ oder der Segway ZT3 Pro D. Ein wesentlicher Qualitätsunterschied zeigt sich an den Rädern. Der AES023 hat keine Luftreifen, sondern Räder aus Vollgummi. Das hat auch Auswirkungen auf das Fahrgefühl.
Was die Leistung angeht, ist der Acer-Scooter im Mittelfeld angesiedelt. Der Motor treibt das Hinterrad mit bis zu 350 Watt an. Mit Blick auf die verfügbaren Fahrmodi steht der AES023 im Vergleich zu den meisten anderen Modellen etwas besser da. Er hat vier Modi, wobei die Höchstgeschwindigkeiten jeweils 6, 12 und 20 Kilometer pro Stunde betragen.
Eine Schwäche des Acer AES023 findet sich im Hinblick auf die Reichweite. Der fest verbaute Akku speichert gerade einmal 327 Wattstunden. Zum Vergleich: Die Akkukapazität des Egret X+ ist mehr als doppelt so hoch. Die Reichweite gibt Acer mit bis zu 25 Kilometern an.
Federung bei E-Scootern
Eine Federung bzw. Stoßdämpfer sind für Stadt und Land gleichermaßen ein Vorteil. In der Stadt ist auch nicht jeder Weg eben. Es gibt Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten und andere Unebenheiten. Wer auf dem Land offroad fahren will, sollte auf jeden Fall mit einer Federung ausgestattet sein. Mindestens mit integrierten Hinterrad Stoßdämpfer oder zusätzlichen Vorderrad Stoßdämpfer.
Ein E Scooter kann mit verschiedenen Stoßdämpfungssystemen ausgestattet sein, meist in Form von Federn, hydraulischen Dämpfern oder Schwingen um Unebenheiten auf der Fahrbahn abzufangen. Günstige Gummifederungen findet Du bei kompakten Stadtmodellen. Schraubenfederung kommt bei mittleren Modellen, in Kombination mit Stoßdämpfern zum Einsatz. Die Pneumatische Luftfederung ist aufwendiger und eher selten.
Die Federung verbessert die Bodenhaftung und damit auch die Bremsstabilität, was besonders bei Nässe oder unebenem Terrain wichtig ist.
Modelle mit Federung im Überblick
- ePowerfun epf-1: Das günstige Einsteigermodell hat unter dem Trittbrett eine doppelte Federung. Damit fuhr er im Test besser und sicherer als gleichteure von Xiaomi und Ninebot.
- ePowerfun epf-2 Pulse+: Bietet mit 140 Kg Traglast und einen stabilen Rahmen mit einer der besten Vollfederungen auf dem Markt. Vorne nutzt ePowerfun statt einer einfachen Teleskopgabel eine Federschwinge, die Unebenheiten sehr effektiv abfedert, selbst bei höheren Geschwindigkeiten oder Bordsteinkanten. Hinten sorgen zwei kräftige Federn unter dem Trittbrett für eine stabile Dämpfung auch bei höherer Zuladung.
- VMAX New VX2: Vorne ist eine Öldruckfederung verbaut, die Stöße effektiv absorbiert und eine ruhige, kontrollierte Lenkung ermöglicht, selbst bei höheren Traglasten. Hinten kommt eine Elastomerfederung zum Einsatz.
- Egret Ey!: Die Hamburger Premiummarke bietet gleich eine ganze Modellreihe mit Vollfederung: Ey! 1, Ey! 2 und Egret Ey! 3. Egret setzt ein innovatives Schwingensystem mit Polymer-Dämpfung ein. Es ist sehr dämpfend, stabil und wartungsarm.
- iScooter T4: Ist für Offroad bzw Crossfahrten im Gelände geeignet. Zwei mechanische Sprungfedern (rechts und links) sorgen für stabile Dämpfung bei Schlaglöchern. Die Hinterradschwinge ist ebenfalls mit zwei Federn ausgestattet, die in geschlossenen Hülsen sitzen - das schützt vor Schmutz.
- Egret GT: Ein starker Akku bietet 100 km Reichweite. Die großen Luftreifen (mit Pannenschutz) in Kombination mit der Federung zeigte im Praxistest hohen Fahrkomfort und Geländetauglichkeit. Die Vorderrad Upside-Down Öldruck-Federgabel (Teleskopgabel vom bekannten Hersteller RST) mit Öldruckdämpfung und die Hinterrad Doppelfederung mit Gewindefahrwerk (zwei Federn an der Hinterradschwinge) sind alle einstellbar je nach Untergrund und Fahrstil.
- Segway G3D: Das vollgefederte Modell von Segway wurde mit einer sehr gut aussehenden Vollfederung ausgestattet.
- VMAX VX4: Ist mit dem neuen V-Torque R10 Direktantriebsmotor ausgestattet und erreicht eine beeindruckende Spitzenleistung von bis zu 2800 Watt, für Steigungen bis zu 40 %. Der VX4 verfügt über eine Federgabel vorne mit bis zu 5 cm Federweg und eine hintere Schwungfederung.
- Egret X: Bietet als einer der wenigen E Scooter 12,5 Zoll Reifen für besseres Fahren auch für Schwergewichte. Er ist mit einer hochwertigen Federgabel an der Vorderachse ausgestattet.
- ePowerfun epf-2 Pro: Hat eine hochwertige Vollfederung, einen entnehmbaren Wechselakku und bietet (je nach Akkuvariante) eine max. Reichweite von 100 km. ePowerfun kombiniert eine Federgabel vorne mit einer hinteren Schwingachse samt einstellbarem Stahlfederbein.
Hinweis: Die Federung des Ninebot Max G3D wird von vielen Nutzern als enttäuschend empfunden. Die Federung ist laut Erfahrungsberichten zu hart abgestimmt, so dass kleine Stöße weniger abgefedert werden. Auf Kopfsteinpflaster wirkt das Fahrverhalten eher „starr“ als komfortabel.
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