Echte Opas fahren Motorrad: Klischees und Realität

Das Bild des älteren Motorradfahrers, der gemütlich auf seiner Maschine sitzt, ist ein weit verbreitetes Klischee. Doch was steckt wirklich dahinter? Sind es tatsächlich nur "echte Opas", die sich für Motorräder begeistern, oder gibt es auch andere Motive und Zielgruppen?

Das Klischee des BMW-Fahrers

Ein beliebtes Klischee besagt, dass BMW-Fahrer gesetzte, reifere Herren auf bayerischen Kühen sind. Es wird auch gerne kolportiert, dass BMW-Fahrer keinen Sinn für Farbharmonie haben und immer scheiß saubere und manikürte Fingernägel haben.

Weiterhin wird behauptet, dass BMW-Fahrer aufgrund ihrer Koffersysteme keine Ahnung von Spanngurten haben, geschweige denn, wie man eine Gepäckrolle und zusätzlich drei Plastiktüten auf einem einzigen Soziaplatz unterbringt.

Es gibt auch die Vorstellung, dass ältere Menschen, die Motorrad fahren, bei Sturm und Nieselregen keine kalten Füße bekommen sollen. Das war der Moment, als der Boxermotor erfunden wurde. Links ein warmer Zylinder, rechts ein warmer Zylinder, dahinter die warmen Füße. Die Menschen aber jubelten und sprachen: "Er hat uns eine Box-Mich-Warm geschenkt!" Und sie nannten den Boxer von da an BMW.

Der echte und klassische BMW-Fahrer hat hin und wieder Durchblutungsstörungen. Das unterstreicht auch die Tatsache, daß kein anderes Motorrad so oft ab Werk mit Griffheizung ausgeliefert wird.

Der typische BMW-Fahrer befindet sich exakt in der Mitte seines Lebens. Ist die Midlife-Crisis noch nicht angebrochen, dann fährt er eine klassisch-schwarze Maschine. Steckt er mitten in der Krise, bevorzugt er Rot. Dann zwängt er seinen inzwischen fülligen Körper auch gern in eine rote Rennkombi, was ihn zum Gespött der Nachbarschaft macht.

Die Opas umringen den BMW-Fahrer und seine Maschine. "Oooh', rufen sie. Und "ahhh". "Die neue BMW! Vier Ventile?? G-Kat??? Wunderbar, daß es den guten alten Boxer noch gibt. Ja, nach dem Krieg, da hab ich eine R 51 Strich 2 gefahren. Das waren noch Zeiten! Mehr geschraubt als gefahren!"

Harley-Davidson: Mythos und Realität

Auch Harley-Davidson hat mit einem bestimmten Image zu kämpfen. In den Filmen wird als Hauptgrund angegeben, dass die Harley-Fahrer immer älter würden. In dem einen Film heißt es, dass der durchschnittliche Motorradfahrer 1985 27 Jahre alt war, 2003 41 Jahre und 2018 50 Jahre.

Offensichtlich ist es so, dass die Kunden von Harley-Davidson nicht eine Altersgruppe sind, sondern eine Generation. Und Generationen sterben - anders als Altersgruppen - dummerweise aus. Und das ist in der Tat ein Problem.

Für manche Puristen mag nun die Geschichte von Harley-Davidson 1984 mit der Late Shovel als letzte echte Harley enden. Es gibt wohl auch immer noch Leute, die auf die Panhead schwören.

Es gibt aber auch Harley-Fahrer, die jedes Jahr im Winter nach Skandinavien mit der Harley fahren. Zusammen mit einem Freund von ihm zu bekannten dort oben. Für 2-3 Wochen. Also fahren tut er auch.. nicht nur bei Sonnenschein und nicht nur Richtung Polo.

Die Rolle des Führerscheins und der Kosten

Zumindest in Deutschland spielt natürlich aber auch der Führerschein eine Rolle. In meinen goldenen Jugendtagen war der Motorradführerschein leicht zu erwerben und nicht teuer. Das ist heute anders.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Hobbies als Altmänner-Hobbies gelten, weil sie (vermeintlich) teuer sind und ältere Leute sie sich eher leisten können - und vielleicht auch eher die Zeit dafür haben.

Gibt es eine neue Liebe zwischen mir und der Zero?

Für meine weiten Reisen mit viel Gepäck und zum Teil mehr als 400 Kilometern pro Tag kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt ein elektrisches Motorrad noch nicht vorstellen. Ich bin hier zu einfach strukturiert, als mich neben der reinen Navigation auch noch mit Apps zu Ladestationen etc. auseinander setzen zu wollen. Die Betonung liegt auf dem „Wollen“, nicht auf dem „Können“.

Ich gebe zu, dass hier einfach meine Bequemlichkeit siegt! Aber für Tagestouren, für schöne Trips in Städte, Ausflüge auf kleinen Bergstraßen zu abgelegenen Almen? JA!! Genau dafür kann ich mir eine kleine leichte Elektrovariante hervorragend vorstellen. Ich würde mich freuen, kein lärmender Störenfried mehr zu sein, sondern ein akzeptierter Zweiradfahrer, der gern gesehener Gast ist!

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