40 Jahre BMW GS: Eine Erfolgsgeschichte

Seit 40 Jahren ist die BMW GS ein Synonym für Vielseitigkeit und Fahrspaß. Kein anderes Motorradkonzept hat sich weltweit so erfolgreich etabliert, indem es ausgezeichnete Reiseeigenschaften mit gleichermaßen guten Fahreigenschaften auf Asphalt und abseits befestigter Straßen kombiniert.

Die Sondermodelle "40 Years GS"

Anlässlich des 40. Geburtstages der GS-Idee hat BMW mehrere Sondermodelle vorgestellt, die an die legendäre R 100 GS von 1987 erinnern. Diese Modelle sind in der markanten Farbkombination Schwarz und Gelb gehalten, die Kenner der GS-Historie sofort wiedererkennen.

Bereits Mitte des Jahres wurden die Sondermodelle für die zweizylindrige F-Baureihe vorgestellt: F 750 GS und F 850 GS "40 Years GS". Doch es war klar, dass auch die Boxer-GS, das meistgefragte Modell, eine Sonderedition erhalten würde. Nun hat BMW die Präsentation der schwarz-gelb lackierten Sonderedition mit einem allgemeinen Technik-Update für die R 1250 GS und deren Schwestermodell R 1250 GS Adventure verbunden.

Die Ab-Preise für die Editionsmodelle "40 Years GS" liegen derzeit angesichts der ermäßigten Mehrwertsteuer bei 18.102 Euro für die R 1250 GS bzw. 19.379 Euro für die R 1250 GS Adventure.

Auch die Mittelklasse-GS-Modelle mit dem Zweizylinder-Reihenmotor werden seit dem Beginn des Modelljahres 2021 grundsätzlich besser ausgestattet. Sie erhalten allesamt das Paket ABS Pro inclusive des schräglagenoptimierten ABS für mehr Sicherheit beim Bremsen und die dynamische Traktionskontrolle DTC für mehr Sicherheit beim Beschleunigen. Zudem werden F 750 GS, F 850 GS und F 850 GS Adventure jetzt mit LED-Blinkern sowie mit einer USB-Buchse im Cockpit ausgestattet.

Die „40 Years GS“-Editionsumfänge von F 750 GS (ab 9573 Euro), F 850 GS (ab 12.244 Euro) und F 850 GS Adventure (ab 13.296 Euro) unterscheiden sich nur in Nuancen; alle weisen gelb lackierte Handschützer sowie den gelben Schriftzug GS auf der schwarzen Sitzbank auf.

Technik-Update für die R 1250 GS

Die R 1250 GS und R 1250 GS Adventure erhalten ein allgemeines Technik-Update, das auch den Nicht-Editionsmodellen zugutekommt. Ab sofort ist die dynamische Traktionskontrolle DTC ebenso serienmäßig wie das weiterentwickelte und um ein halbes Kilogramm leichtere Integral-ABS Pro; es verhindert auch beim Bremsen in starker Schräglage ein Blockieren der Räder. Serienmäßig werden jetzt zwei Strom-Zapfstellen geliefert, und zwar eine 12-Volt-Steckdose sowie ein leistungsstarker, im Cockpit montierter USB-Port. Zudem gibt es ein drittes serienmäßiges Motormapping namens Eco, das auf besonders niedrigen Verbrauch ausgelegt ist.

Der Zweizylinder-Boxermotor mit variabler Ventilsteuerung (1254 ccm Hubraum, 100 kW/136 PS, 143 Nm) ist jetzt konform mit der neuen Homologationsnorm EU-5. An den Leistungsdaten hat sich nichts geändert.

Neue Sonderausstattung für die R 1250 GS

BMW bietet für die Boxer-GS zahlreiche neue Sonderausstattungen an, darunter eine Sitzheizung für Fahrer und Sozius, eine Lenkererhöhung um 30 Millimeter, ein erweiterter Leistungsumfang der Berganfahrhilfe Hill Start Control Pro sowie ein neuer LED-Scheinwerfer mit integriertem adaptivem Kurvenlicht. Dabei werden in Schräglage nicht zusätzliche LEDs gezündet, sondern der gesamte Scheinwerfer besitzt jetzt eine Schwenkfunktion und „dreht“ sich quasi in die Kurve. Auch bei den beliebten Fahrmodi Pro ändert sich etwas: Es besteht nun die Möglichkeit, bis zu vier von insgesamt sieben verfügbaren Fahrmodi zu präferieren, um das Herumscrollen im Menü zu reduzieren; zudem ist eine Motorschleppmomentregelung integriert.

Die aktuelle BMW R 1250 GS sowie die Adventure-Version gibt es außer als „40 Years GS“-Edition in je einer Basisfarbe und in den zwei aufpreispflichtigen Style-Varianten „Triple Black“ und „Rallye“.

Update für die G 310 GS

Auch um die kleinste GS im Modellprogramm, die einzylindrige G 310 GS, hat sich BMW im GS-Jubeljahr gekümmert. Auch sie erhält ein Update, und zwar technisch wie auch optisch. Und wie bei den größeren Modellen wird auch der G 310 GS ein Editionsmodell „40 Years GS“ zur Seite gestellt, natürlich ebenfalls in Schwarz-Gelb.

Das 313 Kubikzentimeter große, wassergekühlte Einzylindertriebwerk (25 kW/34 PS, 28 Nm) entspricht ab sofort der ab der kommenden Jahreswende gültigen Homologationsnorm EU-5. Zudem wird es mit E-Gas ausgerüstet; die Drosselklappe wird nun elektrisch verstellt, wovon sich BMW eine noch feinfühligere Gasannahme verspricht. Außerdem gibt es eine automatische Leerlaufanhebung beim Anfahren, was ein schlagartiges Absterben verhindern soll. Dritte Neuerung am Triebwerk ist eine selbstverstärkende Antihopping-Kupplung; Vorteile sind niedrigere Bedienkräfte und ein reduziertes Motorschleppmoment beim Zurückschalten.

Neue Ausstattungsdetails sind ein LED-Scheinwerfer, LED-Blinkleuchten und eine vierstufige Einstellmöglichkeit für den Brems- und Kupplungshebel. Die BMW G 310 GS gibt es außer in der Basisfarbe Weiß mit grauen Tankseitenverkleidungen im Style Rallye; hier ist der Rahmen rot lackiert, Tank und Verkleidungsteile sind blau gehalten. Vorübergehend wird die G 310 GS (ab 6025 Euro) auch als Editionsmodell „40 Years GS“ (ab 6103 Euro) geliefert.

Die R nineT Urban G/S "40 Years GS"

Es ist die R 80 GS, die BMW Motorrad dazu inspiriert hat, die R nineT-Reihe um ein weiteres Editionsmodell zu erweitern: die R nineT Urban G/S "40 Years GS". Wem das zu lang ist, der verzichtet auf den Zusatz mit den 40 Jahren, die nämlich spiegeln sich ohnehin eindeutig in den Farben Schwarz und Gelb wider. Das, so BMW, sind nämlich die einstigen Wettkampffarben der R 80 GS. So könnte sie damals also auch auf der Rallye Paris - Dakar angetreten sein. Die BMW R nineT Urban G/S sieht in der Sonderlackierung Schwarz/Gelb schon ziemlich heiß aus.

Gebaut wurde die Ur-GS von 1980 bis 1987. Damals trug das Universal-Bike einen fahrtwindgekühlten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit 797 Kubikzentimetern Hubraum im Doppelschleifenrahmen, der bei 6500 Umdrehungen 50 PS leistete und 59 Newtonmeter maximales Drehmoment ans Hinterrad schickte. Die R 80 GS war übrigens die erste Enduro mit Mehrzylindermotor.

Wie bei den Schwestermodellen ist auch die G/S eine Fahrspaßmaschine, die für den kurzen Weg zur Eisdiele ebenso taugt wie für den kurvenreichen Ausritt in die Berge, denn weder fahrdynamisch noch bei der Motorleistung wird man hier unangenehme Überraschungen erleben. Der luft-/ölgekühlte Boxermotor hat immer noch einen Punch wie Mike Weaver, als er 1980 Schwergewichtsweltmeister wurde. Und das, obgleich dem Treibsatz, der aus 1170 Kubikzentimeter Hubraum 109 PS schöpft, aufgrund der verschärften EU-5-Vorschriften ein Pferdchen aus dem Antrieb gestrichen wurde.

Motorradfahren wird auf der BMW R nineT Urban G/S wieder intuitiv. Das muss man also wieder lernen, am Motorengeräusch und anhand der Bremswirkung des Triebwerks zu detektieren, in welchem Gang man fährt und wann die entsprechend besten Drehzahlen erreicht sind, um den Wechsel einzuleiten.

Und um dem nostalgischen Piloten der R nineT G/S den Ausritt dann dennoch zeitgemäß zu versüßen und vor allem sicher zu machen, hat die Bumblebee-Neuauflage bereits im Serienzustand ein ABS Pro, das in Verbindung mit der Dynamic Brake Control (DBC) das Motorrad auch bei Bremsmanövern in Schräglage stabil hält und zudem verhindert, dass im Moment des Stoppens noch mal am Hahn gezogen wird.

Wer mit der BMW R nineT Urban G/S auf Schotterwegen noch besser zurechtkommen will, ordert zusätzlich das "Dirt"-Fahrprogramm. Dahinter verbirgt sich neben den serienmäßigen Einstellungen Road und Rain ein weiteres Programm unter dem Namen Dirt. Es sorgt im Wesentlichen dafür, das bei Traktionsverlust die Drehzahl reduziert wird.

Die Sitzposition auf der 850 Millimeter hohen Standardsitzbank ist auf der R nineT schon etwas dynamischer als auf einer echten Reiseenduro, was die Langstrecken dann eben nur mit mehreren Pausen zur Freude werden lässt. Hinzu kommt, dass auch ein Sozius sich nur auf der kürzeren Distanz auf der Heritage-G/S wohlfühlen wird.

Und auch der Einstiegspreis der R nineT G/S "40 Years GS" ist mit 16.200 Euro nicht ohne. Bucht man jetzt noch das sehr zu empfehlende "Comfort-Paket" mit Griffheizung, Tempomat und Fahrmodi Pro dazu, landet man bei 17.030 Euro. Viel Geld für ein scheinbar puristisches Motorrad, das aber wie alle BMW-Modelle der R nineT-Reihe mit viel Liebe zum Detail, hochwertigen Komponenten und einer ausgefallenen Optik glänzt.

BMW R 1250 GS Edition 40 Year GS: Technische Details

Die BMW R 1250 GS Edition 40 Year GS erscheint im Modelljahr 2021 als Sondermodell anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der GS-Baureihe. Sie basiert technisch vollständig auf der regulären R 1250 GS des gleichen Modelljahres, unterscheidet sich jedoch durch eine spezifische Farbgebung und ausgewählte Ausstattungspakete.

Zur Serienausstattung der Edition 40 Year GS gehören unter anderem das Dynamic ESA (elektronisch verstellbares Fahrwerk), LED-Scheinwerfer, das 6,5 Zoll große TFT-LC-Display mit Connectivity-Funktion sowie das Fahrmodi Pro-Paket. Letzteres umfasst zusätzliche Fahrmodi, eine dynamische Traktionskontrolle (DTC), Kurven-ABS (ABS Pro) und eine Motorschleppmomentregelung (MSR).

Die Sitzposition der R 1250 GS Edition 40 Year GS ist aufrecht und langstreckentauglich. Die Sitzhöhe beträgt serienmäßig 850 mm, kann jedoch durch optional erhältliche Sitzbänke angepasst werden. Mit einem Tankvolumen von 20 Litern und einem vom Hersteller angegebenen Durchschnittsverbrauch von 4,75 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von über 400 Kilometern.

Technische Details im Überblick:

Merkmal Details
Motorbauart Luft-/Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit zwei obenliegenden stirnradgetriebenen Nockenwellen
Hubraum 1.254 ccm
Nennleistung 100 kW (136 PS) bei 7.750 U/min
Kraftstoffverbrauch 4,75 l (100 km nach WMTC)
Tankvolumen 20 Liter

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