Einfache Mountainbike Touren Tipps

Jedes Jahr, wenn im März oder April langsam der Schnee schmilzt, vollzieht sich bei vielen Outdoorfreunden eine kleine Metamorphose: Die Ski werden im Keller weiter nach hinten geräumt, das Wachs-Set im Schrank verstaut und dafür das Mountainbike und die kleine Bikewerkstatt hergerichtet. Man freut sich, denn die Mountainbike-Saison steht vor der Tür.

Das Bike wurde einem gründlicheren Frühjahrsputz unterzogen als die Wohnung, die Motivation ist hoch. Doch vor der ersten Tour stellt sich wie immer die Frage: Was muss mit?

Ausrüstung für einfache Mountainbike Touren

Zur Basisausrüstung für das Mountainbiken gehören Fahrradhelm, Brille und Handschuhen, ein Reparaturset mit passendem Schlauch, Flickset, kleinem Werkzeug und kleiner Pumpe, weitere Kleidung sowie spezielle Mountainbike-Ausrüstung (je nach Tourtyp und -länge) und ggf. ein kleines Schloss sowie ein Lichtset für den Straßenverkehr (Front- und Rücklicht).

Die obige Packliste bezieht sich auf eine normale Mountainbike-Tagestour in gemäßigtem Gelände, ohne spezielle Anforderungen. Wer zu Extremen neigt oder sich mehr dem Downhill verschrieben hat, der sollte seine Ausrüstung entsprechend vervollständigen. Auch gilt es zu beachten, dass man je nach Länge und Routenwahl der Tour sicher nicht alles mitnehmen braucht.

Eine einstündige Tour durch Felder und Wiesen benötigt eben ein anderes Ausrüstungsspektrum als eine zehnstündige Tour in den Alpen. Daher versucht die Packliste Mountainbike-Tour möglichst vollständig zu sein - gegebenenfalls kann man einige der genannten Ausrüstungsgegenstände getrost zu Hause lassen.

Hier eine Übersicht über die empfohlene Ausrüstung:

  • Mountainbike
  • Fahrradjacke
  • MTB-Shorts
  • Wechseltrikot
  • Funktionsunterziehshirt
  • Weste
  • Armlinge/Beinlinge
  • Buff (Stirnband, Halstuch, Schweißtuch in einem und damit ein Allrounder)
  • für die kalte Jahreszeit: Überziehschuhe
  • Sonnenbrille/Fahrradbrille
  • Fahrradhandschuhe
  • Mountainbikerucksack, ca.

Komfort wird großgeschrieben! Auch beim Biken gilt: leicht spart Kraft. Daher bei der Auswahl der Ersatzklamotten auf niedriges Gewicht achten - lieber die leichte Primaloft-Jacke als den dicken Baumwollkapuzenpullover einpacken. Eine gute Regenjacke schadet daher nie und schützt vor Wind und Wetter.

Das, was man bei der Kleidung an Gewicht spart, darf man dann getrost beim Sicherheitsequipment wieder reinholen. Einige Reparatur-Gegenstände sind Pflicht (kleine Pumpe, Ersatschlauch, kleines Flickset, kleines Werkzeugset), denn jede Tour birgt die Gefahr eines Platten o.ä. Auch auf einen Helm sollte heutzutage bei der Vielzahl an Angeboten in jeder Preis- und Komfortklasse niemand mehr verzichten.

Mountainbike-Reviere in den Alpen

Es gibt viele großartige Orte in den Alpen für Mountainbike-Touren. Hier sind einige Highlights:

  • Gardasee (Italien)
  • Aostatal (Italien)
  • Karwendel (Österreich / Deutschland)
  • Vinschgau (Italien)
  • Kärntner Seenlandschaft (Österreich)
  • Finale Ligure (Italien)
  • Cortina d’Ampezzo (Italien)

Gardasee (Italien)

Kein Lift, kein Flowtrail - trotzdem rangiert der Lago immer noch auf Platz 1 der beliebtesten Bike-Reiseziele. Die Gründe: spektakulär wilde Bergwelten in allen Himmelsrichtungen mit gewaltigem Netz aus Militärpfaden. Selbst unter den eingefleischten Lago-Bikern gibt es nur wenige, die von sich behaupten können, dass sie bereits alle Touren abgefahren sind.

PLUS: Über die Brenner-Autobahn schnell zu erreichen, mediterranes Klima und eine Top-Infrastruktur (Bikeshops, Shuttle, Hotels, Campingplätze, Restaurants, Eiscafés). MINUS: Die meisten Trails sind anspruchsvoll, Anstiege meist auf Asphalt, Einsteigern bleiben oft nur Stichtouren.

Aostatal (Italien)

Das autonome Tal zwischen Piemont, Wallis und Frankreich ist so etwas wie der Vinschgau der Westalpen: ein Sammelbecken für hochalpine Supertrail-Klassiker. Mit dem Unterschied, dass sich hier die noch mal 1000 Meter höheren Gipfel von Gran Paradiso, Mont Blanc und Dent Blanche ins Panorama-Selfie drängeln.

PLUS: Weil das Aostatal von Supertrails umgeben ist, gibt es - im Gegensatz zu anderen Westalpen-Regionen - einen Shuttle-Anbieter: aostavalleyfreeride.com. MINUS: Leider liegt das Tal nicht gerade vor unserer Haustür, die Anfahrt ist lang.

Karwendel (Österreich / Deutschland)

Der Himalaya vor der Haustür: 1000 Meter hoch recken sich seine senkrechten Felsen aus riesigen Schotterreißen und stehen Spalier, wenn man sich durchs Haupttal Richtung Karwendelhaus aufmacht - die vielleicht beliebteste Tour im Münchner Süden. Aber das markante Gebirge zwischen Mittenwald, Achensee und Innsbruck hat insgesamt vier große Täler und 125 Gipfel über 2000 Meter Höhe.

PLUS: Das große Landschaftserlebnis wird auch Einsteigern nicht verwehrt: Die Anstiege sind vorwiegend flach und führen über einfache Schotterwege. MINUS: Die erlaubte Trail-Ausbeute ist relativ gering und die Trails in der Innsbrucker Nordkette (mit Lift) nur für echte Spezialisten.

Vinschgau (Italien)

Das Tal zieht sich vom Reschensee bis nach Meran hinunter und ist eine einzige Goldgrube für episch lange Big-Mountain-Touren: Goldseeweg, Tibet-Trail, Madritschjoch, Eisjöchl, Göflaner Schartl, Piz Umbrail, Ortler - mit einem einzigen Urlaub im zentral gelegenen Latsch kann man hier so manchen Must-do-Trail von der Liste streichen.

PLUS: Kilometerlange, hochalpine Trails auf engstem Raum. Wenige Regentage im Jahr, da gen Norden und Süden durch Gebirgsketten abgeriegelt. MINUS: Kein Badesee, keine Eisdielen-Restaurant-Infrastruktur wie am Gardasee. Für die Touren an Stilfserjoch und Madritschjoch sind Shuttle nötig.

Kärntner Seenlandschaft (Österreich)

Berge und glasklare Seen. Dazwischen: viel Wald und Trails für jeden Geschmack. Familien mit kleinen Kindern sollten unbedingt der MTB Area One in Villach einen Besuch abstatten.

PLUS: Kärnten liegt bereits auf der sonnigeren Südseite der Alpen, und bei so vielen glasklaren Badeseen braucht man kein Meer mehr. MINUS: Außerhalb der erlaubten, ausgeschilderten Trails und Touren ist das Biken auch auf Forstwegen verboten!

Finale Ligure (Italien)

“Du, da baut jemand Trails direkt am Meer!” Mit Schaufel und Spitzhacke die ganze Saison über am Werk: eine passionierte Trailbau-Crew, die sich auch der Wegpflege widmet.

PLUS: Die Trails sind das ganze Jahr über befahrbar. Lediglich im Sommer ist es eventuell zu heiß zum Biken. MINUS: Die lange Anfahrt lohnt erst ab einem einwöchigen Aufenthalt. Zu Stoßzeiten stauen sich die Shuttle-Fahrzeuge auf den Straßen zur Nato Base. Besser: selbst kurbeln!

Cortina d’Ampezzo (Italien)

Bike-Urlaub im alpinen Jurassic Parc - jedenfalls kommt man sich in Cortina so vor. Von hier aus kreiselt man nicht nur um die berühmten Felstürme herum, sondern sticht mitten hinein.

PLUS: Die großen Touren sind in Cortina lückenlos ausgeschildert. Biker dürfen auch in Sessellifte steigen, z. B. Richtung Cinque Torri. MINUS: Gerade rund um Ferragosto (wichtigster italienischer Feiertag 15. August) muss man auf den Bergwegen mit vielen Wanderern rechnen.

Mountainbike-Parks in Deutschland

Deutschland bietet eine Vielzahl von Mountainbike-Parks für jedes Niveau. Hier sind einige der bekanntesten:

  • Mountainbikepark Pfälzerwald (Pfalz)
  • Bikepark Winterberg (Sauerland)
  • Bikepark Geißkopf (Bayrischer Wald)
  • Bikepark Schöneck (Vogtland)

Weitere Mountainbike-Regionen in Deutschland

Neben den Bikeparks gibt es auch viele andere Regionen in Deutschland, die sich hervorragend zum Mountainbiken eignen:

  • Stoneman-Miriquidi (Erzgebirge)
  • Freiburg Trails (Schwarzwald)
  • Bike-Arena Sauerland (Sauerland)
  • Trailcenter Rabenberg (Erzgebirge)
  • Trans-Bayerwald (Bayerischer Wald)
  • Mountainbiken im Harz (Harz)

Sicherheit beim Mountainbiken

Mountainbiken ist ein Ausdauersport, der Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraussetzt. Vor allem der technische Zustand des Bikes sollte vor jeder Fahrt gewissenhaft geprüft werden, allem voran die Bremsen. Insbesondere das Bergab-Fahren erfordert, das Tempo an die jeweilige Situation und das eigene Können anzupassen. Dies gilt einmal mehr beim E-Biken.

Naturschutz

Gerade beim Biken ist Naturschutz ein sensibles Thema, speisen sich an der vermeintlichen Naturzerstörung doch die meisten der Vorurteile gegenüber Mountainbiker*innen. Wer diese widerlegen will, feilt am besten an der Fahrtechnik, um Rinnen und Bremswellen auf den Wegen zu vermeiden.

Mountainbike-Touren Tipps

  • Valepp-Runde zur Erzherzog-Johann-Klause zählt zu den MTB-Klassikern in den Bayerischen Voralpen.
  • Schöne Mountainbikerunde von Vorderriß über den Sylvenstein-Speichersee nach Jachenau und weiter zum Walchensee und von diesem direkt zurück nach Vorderriß.
  • Die Umrundung der Rotwand „Rotwand-Reibn“ über Valepp und Spitzingsee mit dem Mountainbike ist ein echter Klassiker.
  • Die Mountainbike-Runde um den Kranzberg bei Mittenwald ist fahrtechnisch und konditionell einfach, führt aber durch atemberaubend schöne Landschaft.
  • Die einfache Mountainbike-Tour durch das Gaistal auf die Ehrwalder Alm ist ein echtes Highlight.
  • Sehr schöne Rundtour von Hinterthiersee zur Buchackeralm (1345m) auf einfachen Forstwegen, die nur aufgrund der Länge anspruchsvoller ist.

Mountainbiken boomt - und das zu Recht. Es ist ein herrliches Mittel, um sich schnell fortzubewegen und dennoch die Natur intensiv zu erleben. Doch wie immer gilt es auch hier Regeln zu beachten. Da immer mehr und mehr Mountainbiker in die Hotspots pilgern, haben sich oftmals spezielle Routen etabliert, während andere verboten sind. Hier gilt es einfach, sich an die örtlichen Regeln (Wildschutzzonen, Naturschutzzonen) zu halten - so haben alle ihre Freude an und mit der Natur.

Respektiere Deine Mitmenschen! Die Berge sind für alle da und es gibt genügend Platz, um sich auszutoben - wenn Biker und Wanderer aufeinander Rücksicht nehmen und höflich miteinander umgehen, sollte es keine Probleme geben.

Respektiere Deine Grenzen! Herausforderungen sind gut und man wächst ja bekanntlich mit ihnen. Dennoch gilt es seine eigenen Grenzen zu respektieren und sich nicht zu überfordern - wenn Dir der Trail zu lang oder zu schwer erscheint, nimm einen anderen.

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