Einsteiger-Motorräder mit ABS im Test: Sicherheit und Fahrspaß für Anfänger

Willkommen in der Streberklasse: Von aktuell 28 Motorrädern der Einsteiger-Klasse in der Bestenliste von MOTORRAD haben 16 im Fach Preis-Leistung die Note 1 vor dem Komma. Doch die kommt nicht nur allein über einen niedrigen Preis, sondern auch über gute Ergebnisse in der 1.000-Punkte-Wertung von MOTORRAD.

MOTORRAD benotet Preis-Leistung

Teil eines jeden MOTORRAD-Tests ist eine objektive Bewertung über das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dabei fließen die Punkte der 1.000-Punkte-Wertung und der reale Preis des Testfahrzeugs in eine Schulnote ein. Die 1.000 Punkte verteilen sich auf die Kategorien Motor (250 P.), Fahrwerk (250 P.), Alltag (250 P.), Sicherheit (150 P.) und Kosten (100 P.).

16 Einsteiger-Bikes mit 48 PS und Bestnoten

Bei 16 Motorrädern mit maximal 48 PS aus der A2-Klasse steht derzeit die Note 1 vor dem Komma im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein echtes "sehr gut" (Note 1,0 - 1,4) attestierte der MOTORRAD-Test immerhin noch 7 Modellen. Übrigens: Die Bandbreite der A2-Bikes mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis erstreckt sich von Retro bis Supersport.

Preis-Leistungs-Wertung im Detail

Hier eine Übersicht einiger ausgewählter Modelle und ihrer Platzierungen in der Preis-Leistungs-Wertung von MOTORRAD:

  • Platz 1: Honda CB 500 X (623 Punkte im Test 2021)
  • Platz 2: Voge 500 DSX (606 Punkte im Test 2023, Preis-Leistungs-Note 1,1, Preis: 5.599 Euro)
  • Platz 3: Triumph Speed 400 (601 Punkte im Test 2024, Preis: 5.345 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,2)
  • Platz 4: Kawasaki Ninja 400 (615 Punkte im Test 2023, Preis: 6.945 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,3)
  • Platz 4: Voge 500 R (576 Punkte im Test 2020, Preis: 4.869 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,3)
  • Platz 4: Voge 500 DS (596 Punkte im Test 2021, Preis: 6.099 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,3)
  • Platz 5: Honda CB 500 F (607 Punkte im Test 2023, Preis: 6.370 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,4)
  • Platz 6: Kawasaki Z 400 (598 Punkte im Test 2023, Preis: 6.445 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,5)
  • Platz 6: KTM 390 Adventure (609 Punkte im Test 2023, Preis: 7.142 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,5)
  • Platz 7: Honda CBR 500 R (603 Punkte im Test 2023, Preis: 7.090 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,6)
  • Platz 7: KTM RC 390 (601 Punkte im Test 2023, Preis: 7.092 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,6)
  • Platz 7: Triumph Scrambler 400 X (584 Punkte im Test, Preis: 6.045 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,6)
  • Platz 7: Yamaha R3 (582 Punkte im Test 2022, Preis: 6.099 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,6)
  • Platz 8: CFMoto 450 SR (586 Punkte im Test 2023, Preis: 6.490 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,7)
  • Platz 9: KTM 390 Duke (573 Punkte im Test 2023, Preis: 6.342 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,9)
  • Platz 9: QJMotor SRV 550 (567 Punkte im Test 2023, Preis: 6.699 Euro, Preis-Leistungs-Note 1,9)

ABS und Sicherheit

ABS ist seit vielen Jahren für Motorräder über 125 Kubik Pflicht. Ganz im Gegenteil: Anfangs den teuersten Motorrädern vorbehalten, zeigt sich langsam ein Trend, dass auch günstigere Bikes mit diesem Feature ausgestattet werden. Denn mit immer besser werdender Technik bringen die Systeme nur mehr wenig Gewicht mit und Kunden verlangen nach dem zusätzlichen Sicherheitsnetz.

Denn selbst wenn es vielleicht nur selten zum Einsatz kommt, bringt es ein enormes Plus an Schutz mit. Überbremst man in Schräglage, können herkömmliche ABS-Systeme überfordert sein und einen Vorderradrutscher produzieren. Natürlich gibt es noch eine Gruppe an Bikern, die auf Fahrhilfen gerne verzichten. Doch für so manchen sind Sicherheitspolster bei der Kaufentscheidung tragend.

Mit Stand 2023 ist bereits eine breite Auswahl an Motorrädern aller Preisklassen mit Kurven-ABS ausgestattet.

Gebrauchtberatung: ABS-Bikes bis 4000 Euro

Die meisten wollen es, aber nicht jeder kann es sich leisten: ABS. Obwohl immer mehr Modelle mit dem hilfreichen Bremsassistenten ausgerüstet sind, ist das Angebot an preisgünstigen und wirklich guten Gebrauchten überschaubar.

Zwar finden sich zahlreiche Angebote, doch meist handelt es sich um betagte Maschinen mit teils sehr hohen Laufleistungen, die lediglich in versierten Schrauberhänden gut aufgehoben sind. Dennoch: Wer etwas Geduld aufbringt, ermittelt ehrenwerte Technologieträger von einst, die liebevoll gepflegt und gewartet wurden. Als Neufahrzeuge waren sie beinahe unbezahlbare Traummotorräder, jetzt sind sie für unter 4000 Euro zu haben und das Geld auch wert.

Einzig Motorrad-Novizen, für die ein ABS besonders empfehlenswert ist, tun sich mit diesen vergleichsweise schwerfälligen Alträdern nicht so leicht, die zudem öfters nicht mit 34 PS erhältlich sind.

Die Recherche zeigt aber dass sich in der Preisklasse bis 4000 Euro inzwischen auch eine wachsende Zahl moderner Vertreter der ABS-Zunft finden wie die Honda CBF 600 oder BMW F 650 CS, die einen 1a-Gegenwert bieten.

Empfehlenswerte Gebrauchtmodelle mit ABS bis 4000 Euro

  • BMW K 1100 RS: Langlebige Touringmaschine mit ABS zum fairen Kurs.
  • BMW F 650 CS (Scarver): Zuverlässiger Einzylinder-Feger mit Top-Gegenwert, oft mit geringer Laufleistung.
  • Honda CBF 600: Bestseller mit hohem Gegenwert, oft als gepflegte Gebrauchte mit geringer Laufleistung verfügbar.
  • Yamaha GTS 1000: Extravagante Touringmaschine mit feinem ABS, aktuell zu einem attraktiven Kurs.

Leserfragen zum Thema ABS

Wie kann ich nach einem Unfall beweisen, dass ich tatsächlich gebremst habe, obwohl aufgrund des ABS keine Bremsspuren vorhanden sind?

Michael Haumann, Sachverständiger vom TÜV Rheinland: Dass bei einer ABS-Bremsung keine Bremsspuren entstehen, ist so nicht richtig. ABS sorgt bei einer Bremsung mit maximaler Verzögerung dafür, dass nicht mehr als 20 bis 30 Prozent Schlupf am jeweiligen Rad auftreten, weil im Bereich der Haftreibung die Verzögerungswerte größer sind als im Bereich der Gleitreibung (Blockieren). Der kontrollierte Schlupf bedingt, dass weiterhin Seitenführungskräfte das Motorrad stabil halten. Bei einer Vollbremsung entsteht also in der Regel trotzdem Reifenabrieb.

Bekomme ich mit Fahrsicherheitstrainings und Rennerfahrung nicht eine genauso gute Bremsleistung hin - auch ohne ABS?

Claus Schmitt, Polizist und Profi-Fahrtrainer: Bei Sicherheitstrainings oder Rennen ist der Fahrer in der Regel auf die Bremsung vorbereitet und erkennt den richtigen Bremspunkt. Im Straßenverkehr gibt es üblicherweise überraschende Gefahrensituationen, die extrem schnelles Reagieren erfordern. Wenn man sich dabei erschreckt, sieht es mit einer optimalen Bremsung eher schlecht aus. Mit ABS gelingt in so einer Situation zumindest ein akzeptabler Bremsweg, insbesondere auf losem Untergrund oder wechselndem Fahrbahnbelag.

Neue 125er im Jahr 2025

Hier die Neuheiten, die die Hersteller im Jahr 2025 mit 125 cm³ Hubraum auf den Markt bringen: Es sind fünf Modelle, von der Aprilia 125 SX/RX bis zur KTM 125 Enduro R. Der weiterhin 11 kW/15 PS starke Einzylindermotor wurde für die Abgasnorm Euro 5+ fit gemacht. Im Zuge der technischen Anpassungen wurde das Drehmoment von 11 auf 11,5 Newtonmeter erhöht. Statt wie bisher Edelstahl-Optik, trägt der Auspuffendtopf nun ein mattschwarzes Finish.

48-PS-Motorräder mit 300 cm³ im Vergleichstest (2018)

Jugend forsch: Hondas Beitrag zur 48-PS- Einsteigerklasse - die Honda CB 300 R - stellt sich im Vergleichstest erstmals der Konkurrenz von BMW G 310 R, Kawasaki Versys-X 300 und Yamaha MT-03. Und dem Urteil des MOTORRAD-Nachwuchses.

Die Honda CBR 300 R ist mit 146 Kilogramm das leichteste Bike in diesem Test. Dieser absolut spielerische Umgang mit der 300er liegt darin begründet, dass sie, bis auf den Antrieb natürlich, baugleich mit der Honda CB 300 R ist. Der 300er ist zwar mit nominell 31 PS der Schwächste im Bunde, doch dank des mit nur 146 Kilogramm ebenfalls geringsten Gewichts sowie einer clever gewählten Gesamtübersetzung kann die Honda ungeachtet der Messwerte im Realbetrieb problemlos mithalten.

Die Kawasaki Versys-X 300 wiegt 177 Kilogramm.Obwohl sie sich von den Federwegen nicht groß von den anderen unterscheidet, rollt sie am ungerührtesten über schlechte Wegstrecken hinweg. Das höchste Gewicht (177 kg) und die kleinste Bremsscheibe vorn (290 mm) ergeben unter dem Strich die am wenigsten gute, dennoch ausreichende Bremswirkung.

Bei der BMW G 310 R, die zielstrebig von Marlene, privat mit einer Honda CB 500 F unterwegs, angesteuert wird, ist über 110 Kilometer früher Ebbe im Tank. Der BMW-Motor verbraucht 3,3 Liter. Dazu passt die kräftig zupackende Bremse mit radial angeschlagenem Vierkolben-Festsattel, die sich zudem mit nur zwei Fingern prima dosieren lässt.

MOTORRAD-Testergebnis

Platz 1 - Kawasaki Versys-X 300:
Sie ist das erwachsenste Bike im Feld und bis auf den auf Dauer fordernden, weil stets etwas Aufmerksamkeit verlangenden und zudem hochfrequent vibrierenden Antrieb ohne große Schwächen.

Platz 2 - Honda CB 300 R:
Mit „nur“ 31 PS vergibt sie bei den Fahrleistungen wertvolle Punkte. Insgesamt ist sie, typisch Honda, ein sehr stimmiges Gesamtkonzept. Chic noch dazu und sehr, sehr attraktiv ausgepreist.

Platz 3 - BMW G 310 R:
Die BMW G 310 R spricht mit straffer Fahrwerksabstimmung und bissigen Bremsen eher sportlich orientierte Naturen an. Ihr Single ist zwar kräftig, aber auch rappelig. Die Honda ist in vielen Punkten einen Tick gefälliger. Und schwups! gibt’s nur noch Bronze.

Platz 4 - Yamaha MT-03:
Die Yamaha MT-03 hat nur 16 Punkte weniger als der Testsieger, so eng geht es in dieser Klasse zu. Hauptmanko ist die zu weiche, unharmonische Fahrwerksabstimmung. Der Motor hingegen ist der Hammer.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Wenn du ein Motorrad kaufen möchtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass es mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet ist. Besonders für Anfänger und Einsteiger ist ABS ein entscheidendes Sicherheitsmerkmal, das dir in kritischen Situationen den entscheidenden Vorteil verschafft.

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