Das Eleglide M2 ist ein kostengünstiges E-Bike mit 27,5-Zoll-Bereifung, das sich als würdiger Nachfolger des Eleglide M1 Plus Gen 2 präsentiert. Es wirkt dank dicker Reifen und sportlicher Geometrie, die sich auch für größere Fahrer eignet, vergleichsweise schick und hochwertig.
Aufbau und Optik
Das Eleglide M2 kommt zum großen Teil vormontiert in einem dicken Karton zu uns. Der Aufbau sollte von jedem mit technischem Grundverständnis zu bewerkstelligen sein.
Folgende Bauteile müssen noch montiert werden:
- Vorderrad
- Sattelstütze
- Lenker
- Frontlicht
- Schutzbügel für die Gangschaltung
- Reflektoren
- Pedale
Nach einer knappen Stunde ist das Eleglide M2 fahrbereit, nachdem alle Schrauben nachgezogen und die Reifen aufgepumpt wurden. Die hydraulischen Scheibenbremsen schleifen nicht, was ein gutes Zeichen ist.
Das Styropor im Karton soll dafür sorgen, dass es zu keinen Transportschäden kommt. Allerdings verteilt es beim Herausnehmen des E-Bikes viele kleine Brösel.
Das Eleglide M2 hat eine IPX4-Zertifizierung gegen Spritzwasser.
Optisch gefällt das 22 Kilogramm schwere Pedelec. Trotzdem hat der gelb-grüne Aufdruck auf dem Eleglide M1 noch etwa mehr angesprochen als das in Rot gehaltene Logo auf dem M2. Wie beim M1 ist auch beim neuen Modell das Kabelmanagement weniger gut gelöst.
Vor dem Lenker sammeln sich zu viele über Spiralbinder gebündelte Kabel, die überwiegend am Rahmen entlang zu ihrer Destination führen. So ist es im Zweifelsfall zwar besser reparierbar, sieht aber unaufgeräumt aus.
Display und Bedienelemente
An der linken Seite des Lenkers sitzt das hintergrundbeleuchtete Display mit vier Tastern, welches sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesen lässt.
Das Display zeigt folgende Informationen an:
- Aktuelle Geschwindigkeit mit einer Nachkommastelle
- Gewählte Unterstützungsstufe
- Akkuladung in fünf Balken
- Gefahrene Kilometer
Der untere Taster steuert das ausreichend helle Frontlicht. Außerdem aktiviert der Fahrradcomputer auf Wunsch einen Gehmodus, der das Fahrrad auf 6 Kilometer pro Stunde auch ohne Tritt in die Pedale "anschiebt".
Auf der rechten Seite des Lenkers befindet sich eine kleine Klingel. Die Griffe sind angenehm gummiert. Eleglide legt dem M2 Ersatzgriffe bei. Die Installation sollte man in Deutschland allerdings tunlichst vermeiden, denn sie rüsten einen Gasgriff nach, der so hierzulande nicht erlaubt ist.
Gangschaltung
Was schon die M1-Serie auszeichnete, hat zum Glück auch den Sprung auf das M2 geschafft: die 24-Gang-Schaltung mit Shimano-Schaltwerk. Sie gewährt im niedrigsten Gang eine derart tiefe Übersetzung, dass selbst steile Anstiege kein Problem darstellen.
Im höchsten Gang sorgt sie dafür, dass man auch bei 25 Kilometer pro Stunde noch gemütlich mitpedalieren kann. Diese Gangschaltung ist im Bereich der günstigen China-E-Bikes ein echtes Novum. Die meisten anderen haben eine 7-Gang-Schaltung mit unpassender Übersetzung.
Bremsen
Das Eleglide M2 bietet statt der sonst bei E-MTBs unter 1000 Euro üblichen mechanischen Scheibenbremsen sogar hydraulische Scheibenbremsen.
Vorteile hydraulischer Scheibenbremsen:
- Höhere Bremskraft
- Präzisere Dosierbarkeit
- Weniger Handkraft erforderlich
- Selbstständige Justierung
- Besseres Bremsen in nasser Umgebung
Im Bremstest erreicht das Eleglide M2 die volle Punktzahl. Wir empfehlen dennoch dringend das Tragen eines Helmes.
Fahreigenschaften
Der 250-Watt-Motor am Hinterrad des Eleglide M2 mit einer Nennspannung von 36 Volt ist ausgesprochen stark. Er erreicht in der Spitze 570 Watt und bietet ein Ausgangsdrehmoment von 55 Newtonmeter. Das ist mehr als noch beim Eleglide M1.
So beschleunigt der Motor auch schwerere Fahrer bis zu den zugelassenen 120 Kilogramm problemlos moderate - dank der guten Gangschaltung auch heftige - Steigungen hinauf.
Wie schon beim M1 benötigt der Motor auch beim M2 beim Pedalieren etwa eine halbe Umdrehung, damit er loslegt. Etwa genauso lange läuft er nach, kann jedoch über das Betätigen der Bremse sofort gestoppt werden. Schade, dass Eleglide hier keinen besseren Drehmomentsensor einbaut.
Insgesamt zeigt sich das Eleglide M2 beim Fahren wendig und vermittelt ein gutes Fahrgefühl. Das liegt auch an der nun deutlich besseren hydraulischen Frontgabelfederung, die auf Wunsch fixiert werden kann.
Aber auch die Reifen von Kenda auf den 27,5-Zoll-Rädern haben ihren Anteil. Sie greifen etwa bei Matsch besser als noch die Reifen des Eleglide M1.
Akku und Reichweite
Der Akku sitzt deutlich sichtbar auf dem Rahmen des Eleglide M2. Über einen Schlüssel kann er entnommen werden, um ihn etwa in der Wohnung zu laden, während das Fahrrad im Keller bleibt.
Seine Kapazität ist zum Eleglide M1 von 450 Wattstunden auf stolze 540 Wattstunden gestiegen. Das ist im Vergleich zu anderen E-Bikes richtig viel und in dieser Preiskategorie kaum zu sehen.
Eleglide spricht unter Idealbedingungen von einer erreichbaren Maximalreichweite von 125 Kilometern. Bei einem Fahrergewicht von 80 Kilogramm, viel Stopp-&-Go und Motorunterstützung, überwiegend flachem Untergrund und warmen Wetter gehen wir von 50 bis 60 Kilometern aus, bis der Akku leer ist. Nachgeladen wird er über das mitgelieferte Netzteil.
Technische Daten im Überblick
| Komponente | Details |
|---|---|
| Motor | 250 W Heckmotor 36 V (55 Nm max. Drehmoment) |
| Akku | 36 V 15 Ah Dongguan Lithium-Ionen-Akku (540 Wh Akkukapazität) |
| Sensor | Bewegungssensor |
| Reifen | 27,5″ x 2,35″ Kenda Aptor |
| Reichweite | 60 - 125 km |
| Gewicht | 23,3 kg |
| Anzeige | LED-Display |
| Gangschaltung | Shimano Tourney 24-Gang |
| Bremse | XOD Hydraulische Scheibenbremsen |
| Federgabel | Stahlfedergabel (100 mm Federweg) |
| Frontscheinwerfer | 36 V LED-Licht |
| Gesamtzuladung | 120 kg |
| Empfohlene Fahrergröße | ca. 165 - 190 cm |
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