Elektro-Dreirad mit Ladefläche: Test und Vergleich

Transporträder sind aktuell total angesagt und erleben gerade in Städten einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegenstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien. Viele Gemeinden, Kommunen und Städte fördern die umweltschonende E-Mobilität und gewähren Lastenrädern mit Elektroantrieb Zuschüsse. Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype.

Vorteile von Elektro-Lastenrädern

Motorisierte Transporter haben klare Vorteile, wie auch Postboten sicher bestätigen werden. Ohne zu schwitzen, kann man mit ihnen auch Steigungen gut erklimmen oder eben große Besorgungen machen. Jedes E-Bike, das ein Auto ersetzt, ist ein Gewinn für Umwelt und Gesundheit.

Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein. Auch als Kindertaxi werden Cargo-Pedelecs immer beliebter. Dass die Transport­räder ein wertvolles Mittel zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs sind und auch der Luftqualität gut tun, haben schon manche Kommunen erkannt.

Nachteile von E-Bikes

Doch so ein E-Bike hat auch Nachteile. Der Preis liegt schnell um 2000 Euro über dem eines motorlosen Fahrrades. Dazu kommen laufende Kosten für den Strom, wenn er nicht von der eigenen Solaranlage kommt. Außerdem wiegt so ein Rad gerne 10 kg und, je nach Ausführung, auch weit mehr zusätzlich. Verzichtet man bei einem Transportrad auf den Motor, kommen nicht nur Puristen und Früher-war-alles-besser-Menschen auf ihre Kosten.

Nicht jeder will oder kann das viele Geld ausgeben. Nicht jeder will oder kann einen schweren „Bock“ in Keller, Flur oder sogar Wohnung schleppen. Nicht jeder mag es, wenn der Motor bei gut 25 km/h abriegelt und man dann mit dem Gewicht alleingelassen wird. Es gibt genug Menschen, die gerne leichte, spritzige Transporthelfer wollen. Damit liegen sie durchaus im Trend. Auch wenn der Markt und das Angebot noch relativ klein sind.

Typen von Lastenrädern

Im Wesentlichen umfasst der Test drei Transportrad-Konzepte.

  • Typische Long Johns - langer Einspurer mit tiefer Ladefläche oder Box vorne
  • Neuinterpretationen des klassischen Bäckerrades: normaler Fahrradhauptrahmen, kleines Vorderrad und darüber eine größere Ladeplattform
  • Longtail - normale Fahrradfront, verlängertes Heck, meist mit stabiler Sitzbank

Einige scheuen allerdings einspurige Lastesel mit nur zwei Rädern, weil sie befürchten, dass sie das hohe Gewicht des Rads samt Transportkiste und wertvollem Inhalt nicht stemmen können und Angst haben, umzukippen. Tatsächlich braucht man fast keine Kraft, um ein einspuriges Lastenrad in der Balance zu halten. Aber wie gesagt: Das muss jeder selbst ausprobieren.

Wir haben uns vier Transport-Pedelecs genauer angesehen: zwei einspurige "Tieflader" (Riese & Müller Packster, Hartje i:SY eCargo) und zwei dreirädrige Lasten-E-Bikes mit zwei Laufrädern an der Vorderachse (Schweden Cargobike, Johnny Loco E-Cargo Brighton). Tendenziell sind einspurige Transporter etwas länger und schmaler als die Dreiräder. Die Unter­schiede sind gering, beim Abstellen aber eventuell entscheidend. So benötigt das Packster eine zirka 2,50 Meter lange Abstellfläche, das dreispurige Schweden Cargobike nur 2,30 Meter. Das Schweden Cargo ist dafür 85 Zentimeter breit, das Packster nur 71 Zenti­meter. Das Johnny Loco hat in etwa die gleichen Gesamt­abmessungen wie das Schweden Cargobike, das kompakte i:SY ist nochmal deutlich schmaler als das Packster.

Weil die Ladeflächen der Dreispur-Bikes vorne nicht vom Laufrad begrenzt werden, sind ihre Transportboxen im Verhältnis zur Gesamtlänge deutlich länger - bei unseren Testrädern etwa um 20 Zentimeter. Beim Eigengewicht liegen alle um die 50 Kilo, das Schweden Cargo ist ­jedoch mit 68 Kilo ein echtes Schwer­gewicht. Das liegt aber mehr am Material als an der Bauform. Bei einem ­zulässigen Gesamtgewicht von 200 Kilo bleiben bei diesem Rad - einen 80 Kilo schweren Fahrer vorausgesetzt - noch 52 Kilo Zuladung ­übrig. Das Packster verträgt unter der gleichen Voraussetzung 72 Kilo Zuladung, das i:SY gut 70 Kilo; beim Johnny Loco begrenzt der Hersteller das Lade­gewicht auf 50 Kilo.

Fahrverhalten und Stabilität

Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass alle Räder gut und sehr stabil zu fahren sind, trotz der allgemein eher kleinen Räder an der Front. Das gilt sogar für die kompakten, doppelt klein bereiften Transporter von Muli und Yoonit. Bei Leerfahrten sind bis auf das Hagen Bike mit sehr nervösem Frontrad alle Testräder souverän unterwegs. Auffälligere Unterschiede ergeben sich mit Beladung. Auch wenn rechnerisch bis zu 80 kg zusätzlich zu Rad und Fahrer verfrachtet werden können. In den meisten Fällen ist real das fahrbare Limit niedriger. Sei es auch nur wegen der eigenen Muskelkraft.

Als sehr stabil und beinahe Last-neutral erweisen sich das Iumentum, das CBM, das Muli und das Yoonit. Alle vier profitieren von sehr hochwertiger, stabiler Bauweise. Dazu kommt bei Muli, Iumentum und CBM ein tiefer, günstiger Schwerpunkt. Das Yoonit bleibt auch wegen des einzigartigen Lenkungsdämpfers immer fahrstabil. Tief kann die Last auch im Babboe liegen. Der offene Hauptrahmen und das deutlich niedrigere Preisniveau resultieren aber in einer höheren, spürbaren Lastsensibilität. Dann hilft es, den Transportschwerpunkt näher an den Lenker zu bringen, sogar auf dem Kindersitz. Der beladen tiefe Schwerpunkt hilft auch dem Hagen Bike.

Genauer packen sollte man seine Güter auch bei Omnium und Kemper. Je näher die Last am Lenker auf der Plattform liegt, desto besser und sicherer lassen sich die Räder fahren. Mit nervöser Front reagiert auch das Yuba, wenn eine größere Masse (auch liegend schon) auf der Sitzbank transportiert wird. Zumal man wegen des kürzeren Hecks leicht die limitierenden 20 kg hinter der Achse erreichen kann. Viel Druck auf den Lenker oder zusätzliches Gewicht im Korb (8 kg im Test) wirken beruhigend.

So lebendig und locker die leeren Transporter teils auch im hügeligen Gelände und teils auch beladen fahren. Kommen aber reichlich Kilos und Steigung zusammen, ist doch schnell Schluss. Dadurch eignen sich die unmotorisierten Cargobikes ideal für flaches Terrain. Sei das die Stadt, das Dorf oder auch die fröhliche Ausfahrt ins Umland.

Zwei- oder Dreirad?

Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen. Denn normalerweise balanciert man unwillkürlich auf einem Fahrrad hin und her. Das geht beim dreirädrigen Rad nicht, denn es steht mit seinen drei Rädern stabil auf der Straße - und so fährt man unweigerlich erstmal Schlangenlinien. Die nächste Herausforderung ist das Kurvenfahren. Das geht mit Dreirädern längst nicht so schnell wie mit Zweirädern, denn man kann sich ja nicht in die Kurve legen. Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Mit ihnen kann man kleine Ausflüge machen und sogar sportlich biken - sie verfügen teils sogar über bis zu 22 Gänge.

Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht. Das Dreirad wiederum gondelt durch seine größere Reibung schwerfälliger durch den Verkehr. Es ist größer und nimmt mehr Parkplatz auf dem Gehweg ein. Allerdings verfügt es meist auch über mehr Stauraum und steht sicher beim Einstieg, vor allem mit der Feststellbremse. So haben Eltern die Hände für Kinder oder Einkauf frei.

Dreiräder sind nicht sicherer als Zweiräder, denn ein Dreirad kann während der Fahrt schneller umkippen als ein Zweirad, vor allem wenn man zu schnell in die Kurve geht. Die zweite überraschende Feststellung: Dreiräder fahren sich für die Kinder in der Kiste deutlich weniger komfortabel. Denn drei Räder bedeuten schlichtweg 50 Prozent mehr holpern. Fährt man über einen abgesenkten Randstein, ruckelt ein Zweirad zweimal, ein Dreirad in aller Regel dagegen dreimal, denn meistens fährt man nicht genau senkrecht über den Randstein. Auch für den Fahrer haben Dreiräder einen Nachteil: Ist die Straße oder der Gehweg abschüssig, sitzt man schief auf dem Rad, was Rückenschmerzen verursachen kann. Einspurige Räder sind daher für längere Strecken besser geeignet.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

  • Zweirad:
    • Vorteile: Schmaler, wendiger, leichter zu parken, besser für längere Strecken
    • Nachteile: Benötigt Gleichgewicht, kann kippen
  • Dreirad:
    • Vorteile: Stabil, mehr Stauraum, sicherer Einstieg
    • Nachteile: Schwerfälliger, nimmt mehr Platz ein, weniger komfortabel für Kinder, kann auf abschüssigen Straßen unbequem sein

E-Antrieb: Ja oder Nein?

Ob man lieber strampelt oder sich mit einem elektrisch angetriebenen Rad fast von allein kutschieren lässt, ist jedem selbst überlassen. Für den E-Antrieb spricht aber einiges: Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein. Allerdings sind E-Bikes in der Anschaffung deutlich teurer und benötigen wesentlich mehr Pflege. Vor allem der Akku ist ein Verschleißteil, das beim Austausch teuer kommt. Deshalb müssen Käufer von E-Bikes mit deutlich höheren Wartungskosten rechnen als beim Lastenrad ohne E-Antrieb. Zweimal jährlich sollte man zum Service, was jeweils rund 90 Euro kostet, denn die Wartung ist aufwändiger.

Für welche Art von Motor sich der Kunde entscheidet, kommt auf seine Bedürfnisse und Wünsche an. Hinterrad-, Mittelmotor- und Frontmotoren stehen zur Auswahl. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. So dreht das Vorderrad schnell durch, wenn der Motor vorne angebracht ist. Der Nachteil des Hinterradmotors ist vor allem, dass das Hinterrad dann nur schwer ausgebaut werden kann.

Ob mit oder ohne Motor, auch Lastenräder gibt es entweder mit Ketten- oder Nabenschaltung. Marc Stauß, Geschäftsführer vom Münchner Radl-Laden Almtrieb, empfiehlt letztere. Mit ihr kann der Fahrer selbst bei den relativ schweren Lastenrädern sofort losstrampeln, weil sie sich auch im Stand schalten lässt. Außerdem ist sie weit weniger wartungsintensiv. Ebenfalls praktisch: Die Kette springt nicht runter.

Kindertransport im Lastenrad

So komfortabel wie in einem Auto kutschieren Sie Ihren Nachwuchs in einem Lastenrad nicht, denn das ist nicht gefedert. Da kann man noch so vorsichtig fahren, in der Kiste rumpelt es gehörig. Zwar werden die oft gemütlich mit Fell verkleideten Babyschalen in der MaxiCosi-Halterung von den Herstellern schon ab drei Monaten empfohlen, aber Marc Stauß, Vater zweier kleiner Jungs, hält davon nichts: »Erst ab etwa sechs Monaten dürfen Kinder länger aufrecht sitzen. Davor sollten sie vor allem liegen. Er empfiehlt außerdem, die Babyschale so lange es geht zu benutzen. Denn auch ältere Kinder haben darin eine bessere Kopfstütze.

Kinder dürfen nur bis zu einem Alter von sieben Jahren transportiert werden. Diese Obergrenze legt die StVO fest. Kindern in der Kiste bitte unbedingt einen Fahrradhelm aufsetzen. Natürlich kann man Kinder auch mit dem Fahrradanhänger transportieren oder ganz einfach mit dem Kindersitz auf dem Fahrrad. Vor allem, wenn man nur ein Kind hat, ist ein Kindersitz die einfachste Lösung. Bei zwei Kindern wird es aber schon schwierig.

Die meisten Familien nutzen ein Cargobike auch weit länger, als sie anfangs annehmen. Aber letztlich ist die Wahl zwischen einem Fahrradanhänger und einem Lastenrad wie auch beim Auto vor allem eine emotionale Entscheidung.

Sicherheitshinweise für den Kindertransport

  • Kinder sollten ab etwa sechs Monaten aufrecht sitzen können.
  • Babyschalen bieten eine bessere Kopfstütze.
  • Kinder nur bis zu einem Alter von sieben Jahren transportieren.
  • Kinder immer einen Fahrradhelm aufsetzen.

Lastenrad-Modelle im Detail

Im Folgenden werden einige Lastenrad-Modelle detaillierter betrachtet:

Christiania Bikes Classic Medium

Das Christiania Bikes Classic Medium ist ein sehr gutes, toll verarbeitetes und schönes dreirädriges Cargobike - und ein echter Klassiker, immerhin baut Christiania seine Räder schon seit 1984. In unserem E-Testrad Classic Medium von Christiania Bikes mit hydraulischer Scheibenbremse vorne und hinten ist bequem für zwei Kinder Platz. Bis zu vier Minis sind möglich, aber dann wird es eng in der Holzkiste. Auch der Einstieg für Kinder gestaltet sich okay. Den E-Motor empfanden wir als recht spritzig, gleichzeitig schiebt er nicht allzu stark an, was wir als angenehm empfanden. Was uns besonders positiv auffiel: Dieses Modell lässt sich auch ohne E-Antrieb mit reiner Beinkraft im ersten Gang easy anfahren. Das ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit.

Der Preis beim Christiania Bikes Classic Medium gestaltet sich etwas schwierig. Auf den ersten Blick erscheint der Lastenrad-Klassiker aus Dänemark sehr günstig. Bei 1.699 Euro liegt der Basispreis. Hört sich gut an. Doch fahren kann man damit noch nicht. Bei den Dänen kann und muss man sich sein Lastenrad selbst zusammenstellen - wie den E-Motor (zwei Varianten: Promovec 54 Nm Heckmotor oder Shimano 85 Nm Mittelmotor), die Schaltung, Bremsen, Beleuchtung oder Klappsitze. Auch bei der Farbe kann man frei wählen. Das ist toll und praktisch. All das hat jedoch seinen Preis. So ist man dann relativ schnell bei über 4.000 Euro angelangt.

Tern GSD S00

Optisch ist das Tern GSD S00 bereits ein Blickfang. Das knallige Rot könnte auch der Feuerwehr zugeschrieben werden. Der verlängerte Gepäckträger mit dem Captain’s Chair bietet zwei kleinen Mitfahrern Platz. Das Sitzkissen mit Lehne ist dabei schnell und einfach befestigt. Für den hinteren Mitfahrer gibt es rechts und links Armlehnen, der vordere kann sich an einem Griff am Sattel festhalten. Die Füße finden auf einem kleinen Trittbrett komfortabel Halt. In die Speichen können die Kids nicht geraten. Der Hinterreifen ist in dem Bereich mit einer hochwertigen Plastikverschalung versehen. Wer neben seinen Kindern noch mehr transportieren möchte, der kann sich einen recht großen Gepäckträger für vorne dazu bestellen. Ohne seine Kids an Board kann man auch große Gepäcktaschen am hinteren Gepäckträger befestigen.

Für stürmische Regenfahrten gibt es eine „Stormbox“, die wie eine kleine Kabine um die Sitzbank herum montiert werden kann. Diese kann ohne Kinder auch als Transportbox genutzt werden. Kommen wir zum Fahrverhalten: Der E-Motor läuft wie eine Eins. Er macht auf Asphalt, Kieswegen und auf Grasflächen eine sehr gute Figur, nimmt Anstiege mit Leichtigkeit und spricht in jeder Fahrsituation sehr gut an. Mit Eco, Tour, Sport und Turbo kann man entsprechend mehr oder weniger Gas geben. Aufgrund der Klapprad-Geometrie mit 20-Zoll-Rädern ist das Tern sehr wendig und spritzig. Es hat einen extrem kleinen Wendekreis für ein Lastenrad. Die Federgabel sorgt für angenehme und komfortable Ausritte auf zwei Rädern. Die Lenkerposition kann man mit ein paar Handgriffen verstellen. Außerdem lässt sich das Lastenrad zumindest an der Lenkstange umklappen, um es besser verstauen zu können. Zudem ist der hintere Gepäckträger und Rahmen so gestaltet, dass man das Bike hochkant aufstellen kann. Mit knapp 35 Kilogramm gehört das GSD S00 zu den Leichtgewichten bei den E-Lastenrädern. Die Ausstattung ist sehr hochwertig, ebenso die Komponenten. Wer will, kann sogar einen zweiten Akku anschließen und damit die Reichweite verdoppeln. Auch der Bordcomputer lässt sich klar und übersichtlich bedienen.

Weitere getestete E-Cargo-Bikes

Folgende E-Cargo-Bikes wurden ebenfalls getestet:

  • Cargobike Schweden Cargobike Electric
  • i:SY E Car:Go
  • Johnny Loco E-Cargo Brighton
  • Riese & Müller Packster Nuvinci 60 (E-BIKE Testsieger)

Testergebnisse im Überblick

Der ADAC hat im Sommer 2022 sechs einspurige "Long Johns" mit verlängertem Radstand und der Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad im Test gehabt. Bereits 2021 hat der Club fünf Trikes mit einer vorn angebrachten Ladebox getestet. Da sich beide Lastfahrrad-Arten von der Bauweise grundsätzlich unterscheiden und jede ihre eigene "Fangruppe" hat, werden die Testergebnisse hier getrennt vorgestellt.

Das ADAC Urteil: Von den sechs Rädern im Test schnitten zwei "gut" ab, drei "befriedigend" und eines fiel mit "mangelhaft" durch.

Hersteller/ModellPreis in EuroADAC UrteilFahrenSicherheit und VerarbeitungAntriebssystem und MotorHandhabung und KomfortSchadstoffe
Muli e-muli "st"5180 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern)2,11,92,01,82,71,0
Urban Arrow Family66902,42,52,32,32,52,5
Prophete CARGO Plus E-Bike41002,62,82,21,83,43,5
Triobike Cargo8139 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern)2,62,72,03,12,72,5
Babboe City-E32493,12,83,53,52,92,5
Bullitt STePS eBullitt 61006127 (inkl. Schadstoffbelasteten Gurte)------

Tipps für Verbraucher

Florian Borde empfiehlt seinen Kunden, genau darauf zu achten, was die verschiedenen Marken fürs Geld bieten - und was noch an Zubehörkosten auf einen zukommt. Manchen Käufern kommt es rein auf die Optik an, andere interessiert ausschließlich die Funktionalität, der nächste hat ein knappes Budget oder fährt selten damit. Um sein ganz persönliches Traum-Lastenrad zu finden, braucht es deshalb Zeit. Etwa zwei Stunden sollten potentielle Käufer mit ins Fachgeschäft bringen. Denn erst während einer Probefahrt merkt man, auf welchem Bike man sich am wohlsten fühlt. »Ich finde es wichtig, dass die ganze Familie mitkommt. Gerade die Kinder sollten beim Test dabei sein. Ein Lastenrad ist eine Anschaffung fürs Leben. Da sollte man auf gute Verarbeitungsqualität setzen. Aber das ist gar nicht so einfach, wie Florian Borde weiß, denn: »Jedes Rad fährt generell ein Jahr lang top. Wenn Sie sich für ein Lastenrad interessieren, sollten Sie sich daher unbedingt kompetent im Fachhandel beraten lassen und die Lastenräder Probe fahren. Im guten Fachhandel kann man sich sein ganz eigenes Wunschmodell zusammenbauen lassen. Vieles ist - je nach Modell und teils gegen Aufpreis - möglich.

Weitere Tipps für Verbraucher

  • Beratung einholen und auch die Kinder mit in das Fachgeschäft nehmen, um die Transportmöglichkeit von Kindern auszutesten.
  • Probefahren ist Grundvoraussetzung - das Fahrverhalten fordert ein vorsichtiges Herantasten. Wenn möglich auch mit Beladung (Gütertransport) ausprobieren. Besonders beim Kurvenfahren oder auch beim Abstellen. Ein vorsichtiges Kurvenfahren mit einer angepassten Geschwindigkeit, sowie das korrekte Verhalten im Straßenverkehr, z.B. der Einsatz des entsprechenden Handzeichens beim Abbiegen müssen geübt sein, bevor es an den Transport von Kindern geht.
  • Bei dreirädrigen Lastenrädern: Geschwindigkeit anpassen, um die Kippneigung sowie das mögliche Aufschaukeln zu minimieren.
  • Anforderungen der Transportbedürfnisse klären - nicht jeder Transport kann von jedem e-Lastenfahrrad uneingeschränkt geleistet werden.
  • Fahrzeugbreite und der teils enorme Wendekreis müssen im Straßenverkehr kalkuliert werden. Ggf. reicht bei einigen Situationen die Fahrradwegbreite nicht mehr aus und es muss auf die Straße ausgewichen werden.
  • geltenden Norm entsprechen.
  • Stand der Technik beim elektrischen Antrieb bedeutet: Keinen Nachlauf und kein verzögertes Ansprechverhalten des Motors.
  • Angaben zum zul. Gesamtgewicht, zum max. Fahrergewicht, zur max. Nutzlast und zum Eigengewicht sollten gut sichtbar am Lastenfahrrad angebracht sein.
  • Die Anschnallsituation für Kinder muss verbessert werden.
  • Ein eindeutiger Hinweis zum Tragen eines Fahrradhelmes für Kinder ist am Lastenfahrrad anzubringen.
  • Im Falle eines Umfallens muss der Kopfbereich des Kindes geschützt sein.
  • Gepolsterte Sitzauflagen für die Kinder erhöhen den Komfort und bieten auch bei Kurvenfahrten besseren Halt.
  • Qualitativ bessere Bedienungsanleitungen inkl.

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