Elektro Moped Gelände Test: Der ultimative Ratgeber für Offroad-E-Scooter

Elektro-Scooter erfreuen sich in Großstädten zunehmender Beliebtheit und sind aus dem Straßenbild kaum noch wegzudenken. Doch nicht nur für den täglichen Weg zum Bahnhof oder für längere Touren sind sie geeignet. Auch abseits befestigter Straßen, im Gelände, können Elektro-Mopeds ihren Fahrspaß entfalten.

In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei der Wahl des richtigen E-Scooters für Gelände-Fahrten ankommt, welche Modelle im Test überzeugen und welche technischen Details für ein optimales Offroad-Erlebnis entscheidend sind.

Die Qual der Wahl: Welcher E-Scooter ist der richtige für das Gelände?

Die Wahl des richtigen E-Scooters hängt von den tatsächlichen Anforderungen im Alltag ab. Für Gelände-Fahrten sind einige Kriterien besonders wichtig:

  • Motorleistung: Sie entscheidet über die Beschleunigung und die maximal erreichbare Geschwindigkeit. Sogenannte Hyperscooter erreichen teils über 10.000 Watt, aber auch eine Leistungsklasse darunter sind E-Scooter mit mehreren tausend Watt erhältlich.
  • Reichweite: Die Reichweite hängt stark von der Akkukapazität (Ah) ab, aber auch das Eigengewicht und das Fahrverhalten spielen eine Rolle - und natürlich davon, wie viel Leistung der Motor aufnimmt.
  • Bremsen: Bei hohen Geschwindigkeiten besonders wichtig: Bremsen, die diesen Namen auch verdienen. Bedeutet: gute Dosierbarkeit, kein abruptes Abbremsen, dennoch ausreichend Bremswirkung. Auf ein duales Bremssystem mit hydraulischer und elektronischer Bremse, also je eine Bremse hinten und vorne, sollte besonders bei schnellen E-Scootern nicht verzichtet werden.
  • Federung: Eine hydraulische Federung ist bei schnellen E-Scootern hingegen unverzichtbar - besonders bei Offroad-Modellen.
  • Bereifung: Auch die Reifen werden bei höherer Geschwindigkeit stärker beansprucht. Deshalb ist ein gutes Reifenprofil und eine Mindestgröße von 10 Zoll bei schnelleren E-Scootern empfehlenswert.

Top-Modelle im Test: Die besten E-Scooter für das Gelände

Hier ist eine Auswahl von E-Scootern, die sich im Gelände-Test bewährt haben:

  • Kukirin G2 Max: Ein Offroad-Scooter mit 10 Zoll großen Luftreifen, wasserdicht nach IP54. Der 1000 Watt Motor sorgt für ordentlich Power und eine maximale Geschwindigkeit von 55 km/h.
  • Joyor S10S: Dieses Modell ist mit zwei kräftigen 1000 Watt Motoren (hinten und vorne) ausgestattet und schafft bis zu 65 km/h Spitzengeschwindigkeit laut Hersteller.
  • Camtop S3-11: Vorsicht! Dieser Offroad-Scooter ist mit 5600 Watt ein Gefährt, für das es Erfahrung und eine solide Sicherheitsausstattung braucht.
  • Joyor S5: Die vergleichsweise geringen 600 Watt sorgen dennoch für eine Spitzengeschwindigkeit von maximal 50 km/h.
  • Kukirin G3 Pro: Dieser Elektroroller bietet mit seinen zwei 1200-Watt-Motoren kraftvolle Beschleunigung und eine hohe Reichweite von bis zu 80 km.

Die Talaria Sting: Ein Crossover für den besonderen Fahrspaß

Die Talaria Sting ist ein cooles Crossover aus Elektromoped, Enduro und Mountainbike mit hohem Spaßfaktor. Mit grobstolligen Reifen, einer äußerst knappen, geraden Solositzbank und der extrem luftigen Silhouette widersetzt sie sich herkömmlichen Sehgewohnheiten. Zum anderen fällt das Gewicht der Sting mit 68 Kilo gering aus. Kein Wunder also, wenn einem das E-Mobil schon nach wenigen Metern ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Ohne Kupplung oder Getriebe bringt ein Dreh am Gasgriff spontanen Vortrieb, der bei unbedachtem Handgelenkszupfen im Sportmodus schon mal das Vorderrad in den Himmel steigen lässt. Vorwärts geht’s nahtlos und gleichmäßig bis laut Tacho knapp 50 km/h, auch sogar an leichten Steigungen.

Grobstollige Gummis auf 19-Zoll-Speichenrädern sorgen auf losen Feld- und Waldwegen für genügend Traktion, auf Asphalt hält sich die Griffigkeit der chinesischen CST-Pneus indes in Grenzen. Mit reichlichen 20,4 Zentimetern Federweg vorn und einer Bodenfreiheit von stolzen 30 Zentimetern meistert die Sting auch tief ausgewaschene Rinnen im Waldboden mit lässiger Attitüde. Die Federelemente vom asiatischen Mountainbike-Spezialisten Fast Ace bieten vielfältige Einstellmöglichkeiten und kommen mit der Dynamik und dem geringen Hüftspeck der Sting nicht nur auf Wald- und Schotterwegen, sondern auch auf anspruchsvolleren Passagen gut zurecht.

Im Normalbetrieb soll der Akku für rund 60 Kilometer reichen, bevor er für eine volle Ladung rund vier Stunden an die Steckdose muss.

Federungssysteme im Detail: Komfort und Sicherheit im Gelände

Wer mit dem E-Scooter über Bordstein, Wald und Wiese pflügt, benötigt eine gute Federung, eine robuste Verarbeitung und einen starken Motor. Die Dämpfung ist entscheidend, also wie viele Unebenheiten der Strecke an den elektrischen Scooter und Fahrer weitergegeben werden. Zunächst ist hier die Größe und die Art der Reifen relevant. Große Räder wie das 16 Zoll große Vorderrad des Gomate Steap ER1 Evo schlucken Unebenheiten deutlich besser weg als 8-Zoll- oder 10-Zoll-Räder. Außerdem sind Luftreifen den Vollgummi- oder Honeycomb-Reifen vorzuziehen.

Wer jedoch abseits der befestigten Straßen und Wege mit seinem E-Roller mit vollem Tempo fahren will, der benötigt eine gute Federung. Diese umfasst im besten Fall nicht nur das Vorderrad, sondern auch das Hinterrad.

Einige Modelle mit besonderer Federung:

  • ePowerfun EPF-Pulse: Nutzt eine Federschwinge vorne, die Unebenheiten sehr effektiv abfedert, selbst bei höheren Geschwindigkeiten oder Bordsteinkanten. Hinten sorgen zwei kräftige Federn unter dem Trittbrett für eine stabile Dämpfung auch bei höherer Zuladung.
  • VMAX New VX2: Vorne ist eine Öldruckfederung verbaut, die Stöße effektiv absorbiert und eine ruhige, kontrollierte Lenkung ermöglicht, selbst bei höheren Traglasten. Hinten kommt eine Elastomerfederung zum Einsatz.
  • Egret Ey!: Setzt ein innovatives Schwingensystem mit Polymer-Dämpfung ein. Vorne und hinten die sogenannte Einarmschwingen (beim Ey 1) oder Zweiarmschwingen (beim Ey 2 und 3).
  • iScooter T4: Zwei mechanische Sprungfedern (rechts und links) sorgen für stabile Dämpfung bei Schlaglöchern.
  • Egret GT: Die großen Luftreifen (mit Pannenschutz) in Kombination mit der Federung zeigte im Praxistest hohen Fahrkomfort und Geländetauglichkeit.

E-Scooter mit Sitz: Komfort auch im Gelände?

Elektro-Scooter mit Sitz bieten im Vergleich zu Modellen ohne Sitz mehr Komfort. Die Höchstgeschwindigkeit von Elektro-Scootern mit Sitz variiert zwischen 6 und 50 km/h. Ab 20 km/h können Sie Ihren Elektro-Scooter mit Sitz auf der Straße nutzen.

Bei der Ausstattung eines Elektrorollers mit Sitzgelegenheit stehen Ihnen mehrere Ausstattungsoptionen zur Verfügung. Zu typischen Ausstattungsoptionen zählen: Lichter, Bremsen, Spiegel, Ständer, Reifen, Display und Korb.

Wichtige Sicherheitsaspekte

E-Scooter über 20 km/h sind in Deutschland per Verordnung von öffentlichen Straßen verbannt, in Österreich sind immerhin 25 km/h möglich. Wer sich allerdings abseits von öffentlichen Straßen mit einem E-Scooter richtig austoben möchte: Die schnellsten E-Scooter, auch als Hyperscooter betitelt, schaffen dreistellige km/h-Werte.

Allerdings gilt: Je höher die Motorleistung bzw. die Höchstgeschwindigkeit, desto robuster muss der Scooter gebaut sein. Nicht nur der Rahmen muss den einwirkenden Kräften gewachsen sein, auch die Bremsen müssen kräftig zupacken - und dennoch möglichst fein dosierbar sein.

Wichtig: Gute Schutzausrüstung ist bei diesen Modellen nicht nur empfohlen, sondern ein Muss.

Checkliste für den Kauf eines schnellen E-Scooters

  • Motorleistung: entscheidet über die Beschleunigung und die maximal erreichbare Geschwindigkeit.
  • Reichweite: hängt stark von der Akkukapazität (Ah) ab.
  • Bremsen: ein duales Bremssystem mit hydraulischer und elektronischer Bremse ist wichtig.
  • Federung: Eine hydraulische Federung ist bei schnellen E-Scootern hingegen unverzichtbar.
  • Bereifung: ein gutes Reifenprofil und eine Mindestgröße von 10 Zoll bei schnelleren E-Scootern empfehlenswert.

Tabelle: Empfohlene E-Scooter für Gelände-Fahrten

Modell Motorleistung Maximale Geschwindigkeit Reichweite Besonderheiten
Kukirin G2 Max 1000 Watt 55 km/h ca. 80 km Offroad-Reifen, wasserdicht
Joyor S10S 2 x 1000 Watt 65 km/h ca. 85 km Zwei Motoren, Geländefahrten
Camtop S3-11 5600 Watt 85 km/h ca. 100 km Extrem leistungsstark, Offroad
Joyor S5 600 Watt 50 km/h 40-55 km Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Kukirin G3 Pro 2 x 1200 Watt k.A. ca. 80 km Abnehmbarer Akku, Geländereifen
Talaria Sting k.A. 50 km/h ca. 60 km Crossover, Enduro, Mountainbike

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0