Elektrische Motorräder sind und bleiben noch eine lange Zeit Exoten auf den Straßen. Das liegt zum einen an Skepsis, mangelhafter Infrastruktur für den Hobbyfahrer und zum anderen an den teilweise absurden Preisen. Technisch funktionieren die meisten Stromer bereits auf sehr hohem Niveau. Nicht primär wegen der klimafreundlichen Mobilität, sondern weil elektrisches Zweiradeln so herrlich einfach und entspannt ist.
E-Motorräder und E-Roller bis 11 kW im Überblick
Dahinter verbirgt sich im Behördendeutsch ein zweirädriges Kraftrad mit maximal 11 kW Leistung und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mindestens 45 km/h. Die maximale Geschwindigkeit liegt meist im Bereich von 90 bis 110 km/h. Elektroroller dieser Kategorie bieten in der Regel all das, was auch 125er-Verbrennerroller (L3e) auszeichnet - Stauraum, Beinschild, Windschild, unkomplizierte Fahreigenschaften. Darüber hinaus bieten sie den unbestreitbaren Vorteil, emissionsfrei und nahezu lautlos unterwegs zu sein. Die Zukunft der urbanen Mobilität - hier wird sie heute schon greif- und erlebbar. Mächtig Fahrspaß durch wuuuuuschartige Beschleunigung inklusive.
Top 5 der Elektro-Motorräder
In den vergangenen 12 Monaten fuhr ich viele aktuelle Modelle unterschiedlicher Hersteller, Leistungs- und Preisklassen, und das sind meine Top 5, die ich heute schon kaufen würde.
- BMW CE 04: Ein Roller, ja, is' so. Zum Pendeln gut. Echt guter Antrieb, leise, super Ausstattung, passable Ladezeit, Hammerbremse, gutes Fahrwerk. Gute 90 Kilometer mit einer Ladung im Attacke-Modus - und das kann der CE 04 - sind drin, normales Landstraßen-Tempo sind 120 Kilometer sicher machbar. Typ-2-Stecker, mit 6,9 kW Leistung, reicht für eine Ladezeit knapp über einer Stunde. Sieggarant: Volle-Hütte-Ausstattung, Griffheizung, Sitzheizung, Connectivity, Schnelllader.
- Zero S 11 kW: Noch eine Zero: die S, also das Einsteiger-Bike. Die gibt es sogar als 11-kW-Version, also für A1 und B196-Inhaber. Mit 14,4 kWh ein für ein vergleichsweise kleines Motorrad großer Akku, nur 185 Kilo Gesamtgewicht, maximal 69 PS, 109 Nm Drehmoment und um die 140 km/h schnell. Per App einstellbarer Fahrmodus. Reale Reichweite flott auf der Landstraße so 130 Kilometer, zum Pendeln oder zum Cityhopping super.
- Zero DSR/X: Ich fuhr das neue Top-Modell der Kalifornier bereits 2022, und ich bin immer noch beeindruckt. Unter anderem von den 225 Nm Drehmoment. Schon schick, wenn man im Stand erst den Reifen sich in den Asphalt krallen hört und die Kiste so unvermittelt nach vorn springt. Ein Riesenspaß. Gefühlt hat die DSR/X aktuell das beste Softwarepaket der E-Motorräder, mit üppigen Fahrmodi, Kurven-ABS und so weiter von Bosch. Hinzu kommt ein recht großer Akku mit 17,4 kWh, der für gute 200 Kilometer Landstraße taugt.
- Alrendo TS Bravo: Ich glaube, mehr E-Motorrad kann derzeit für knapp 12.000 Euro kaum einer kaufen. Läuft mit 11 Kilowatt Dauerleistung als "125er", also A1 oder B196-Schein-geeignet. Leistet 27 PS Spitzenleistung und 54 Nm. Üppiger Platz für 2 Personen, 260 Kilo Zuladung, 120-180-Bereifung, Typ-2-Lader mit schwachen 3,6 kW Leistung und ein riesiger Akku mit 17,4 kWh brutto. Real sind es immer noch deutlich über 200 Kilometer, da bin ich mir sicher.
- Ottobike Ovao MCR-SE: Ein kleiner Café Racer mit 14-Zoll-Bereifung, Elektro-Turbo, toller Ausstattung und echt steiler Optik. Knapp 30 PS mit Turboknopf leistet der Mittelmotor, hinzu kommt - großer Pluspunkt für mich - ein sauberer, leiser Zahnriemen. Zudem ist die Ovao Ladesäulen-fähig und hat ein großes Gepäckfach im "Tank". Cooler wuseliger Stadtflitzer, der allerdings mit Turbo 148 km/h schnell wird und diese Höchstgeschwindigkeit erstaunlich flott erreicht.
Weitere E-Motorrad Modelle
- BMW CE 04: Leistungsreduziert kommt er auf eine Nennleistung von 15 PS/11 kW bzw. maximal 31 PS/23 kW und 62 Nm. Batterie 8,5 kWh (11 kW: 6,2 kWh), Reichweite 130 km (11 kW: 100 km).
- Govecs Schwalbe L3e: Leistung max. 4,1 PS (3,0 kW), Batterie 3,4 kWh (2x 1,7), Reichweite 102 km (zwei Akkus).
- Horwin SK3: Leistung max. 8,6 PS (6,3 kW), Batterie 2,6 kWh, Reichweite 80/160 km (zwei Akkus).
- Honda CUV e: Leistung max. 8,2 PS (6 kW), Batterie 1,3 kWh, Reichweite 70 km.
- Niu MQi GT 100: Leistung max. 8,8 PS (6,5 kW), Batterie 3,74 kWh (2 Akkus à 1,87 kWh), Reichweite 65-75 km.
- SEAT Mó 125: Leistung max. 12,2 PS (9 kW), Batterie 5,6 kWh, Reichweite 133 km.
- SuperSoco CPX L3e: Leistung max. 6,5 PS (4,8 kW), Batterie 5,4 kWh (2 Akkus à 2,7 kWh), Reichweite 70/140 km (zwei Akkus).
- Suzuki e-Address: Leistung max. 5,6 PS (4,1 kW), Batterie 3,1 kWh, Reichweite 87 km.
- Trinity Uranus R 80: Leistung max. 8,2 PS (6 kW), Batterie 4,2 kWh (2 Akkus à 2,1 kWh), Reichweite 100 km (mit zwei Akkus).
- Trinity Uranus RS 100: Leistung max. 15 PS (11 kW), Batterie 4,6 kWh (2 Akkus à 2,3 kWh), Reichweite 100 km.
- Vespa Primavera Elettrica 70: Leistung max. 5,4 PS (4 kW), Batterie 4,2 kWh, Reichweite 80 km.
- Wayel W3: Leistung max. 5,4 PS (4 kW), Batterie 3,78 kWh (2 Akkus à 1,79 kWh), Reichweite 100 km.
- Zapp i300: Leistung max. 18 PS (14 kW), Batterie 1,44 kWh (2 Akkus à 720 Wh), Reichweite 60 km.
Technische Details und Reichweite
Was Motorradfans meist abschreckt, ist die Reichweite der E-Motorräder. Aktuell liegt sie im Durchschnitt unter der von Benzinmotoren. So schaffen City-Modelle mit kleinen Batterien zwischen 70 und 100 Kilometer, Top-Modelle bereits über 300 Kilometer. Voll aufgeladen sind E-Motorräder also fürs Stadtleben, Kurzstrecken oder Kurzausflüge praktisch. Für Überlandtouren sollten Sie jedoch Ladepausen einplanen. Wie lang eine Ladung hält, hängt von Fahrverhalten, Gewicht und Batterietyp ab.
Sparsame Fahrweise ermöglicht bei absoluten Top-Modellen mit entsprechend großen Akkus eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Dabei spielen jedoch auch die Verkehrssituation, das Gelände und die Geschwindigkeit eine Rolle. Bei hohen Geschwindigkeiten zum Beispiel auf der Autobahn kann sich diese Reichweite schnell auf 100 bis 150 Kilometer reduzieren.
Laden von E-Motorrädern
Wie bei E-Autos laden Sie Ihr Elektro-Motorrad an privaten oder öffentlichen Ladestationen, E-Leichtkrafträder oder Roller können zudem auch über Haushaltssteckdosen geladen werden. E-Motorräder sind in der Regel mit Typ-2-Ladestationen kompatibel. Zum Teil gibt es allerdings auch Modelle mit integrierter Schnellladetechnologie auf Basis des CCS-Standards.
Die meisten Elektro Motorräder lassen sich auf drei verschiedene Arten laden. Das Aufladen geht entweder über die hauseigene 230V-Steckdose, über eine Wallbox oder an einer öffentlichen Ladesäule. Je nach Stecker-Typ lässt sich das E-Motorrad mit oder ohne Adapter an der öffentlichen Ladesäule befüllen.
Führerschein für E-Motorräder
Natürlich erfordern auch E-Motorräder einen Führerschein. Seit 1.1.2020 können Sie mit der Führerscheinklasse B (Schlüsselzahl 196) A1-Motorräder fahren. Das gilt nicht nur für herkömmliche Leichtkrafträder, sondern auch für ein E-Motorrad 125 - also E-Motorräder oder E-Roller mit maximal 11 kW Nenndauerleistung, die 125 ccm Hubraum entsprechen. Eine spezielle Umschulung ist nicht erforderlich.
Ihr habt nur den Autoführerschein, wollt aber trotzdem mit einem 125er E-Motorrad unterwegs sein? Dann lässt sich euer Führerschein der Klasse B mit einem einfachen Zusatzkurs zum Führerschein für ein Elektromotorrad der Klasse L3e-A1 upgraden. Vier bis sechs Wochen dauert der Kurs für diesen B196-Führerschein. Eine Prüfung am Ende der Schulung ist nicht vorgesehen.
Es gibt für jede Führerscheinklasse das passende E-Motorrad oder den passenden E-Motorroller. Für jugendliche Fahrer ab 16 Jahren mit Führerschein AM oder für den Autoführerschein B bis 45 Km/h. Für den Mopedführerschein A1 ab 16 Jahre bis 80 km/h. Mit der B196 Zusatzgenehmigung in Verbindung mit dem Autoführerschein ab 18 Jahre könnt Ihr in der 125er Klasse (bis 11 kW) unterwegs sein.
Vor- und Nachteile von E-Motorrädern
Elektro Motorräder können Maximalgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreichen. Wobei das E-Motorrad mit der Bezeichnung WMC250EV auf Spitzengeschwindigkeit von 400 km/h kommt. Die gängigsten E Motorräder kommen im Schnitt auf 45 km/h, 80 km/h oder bis zu 120 km/h. Dadurch wird nicht nur der Akku geschont.
Leiser ist das Elektromotorrad auch, es gibt weder Fehlzündungen noch macht der Motor laute Geräusche. Damit kann es zu Zeiten und in Gegenden genutzt werden, wo Motorräder mit Verbrennungsmotor ausscheiden. Das ist in Zukunft für Liefer-und Bringdienste durchaus interessant. Ein weiterer Pluspunkt, neben der besseren CO2-Bilanz, ist das kostengünstige Tanken an der heimischen Steckdose. Hier lässt sich auf Dauer viel einsparen.
Regeln im Straßenverkehr
Welchen Antrieb das Motorrad hat, spielt im Moment fast noch keine Rolle, wenn es darum geht, wo man mit einem E-Motorrad fahren darf. Es gelten die gleichen Regeln für Zweiräder mit Verbrennungsmotor wie für Motorräder mit Elektroantrieb. Beispielsweise darf ein als 125er Leichtkraftrad (neue EU-Klasse L3e-A1) eingestuftes Elektromotorrad mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h auch auf die Autobahn. In Zukunft kann es aber sein, dass in Innenstädten, in Wohngebieten oder auf bestimmten Fahrwegen temporäre Fahrverbote für laute Motorräder mit Benzinmotor verhängt werden, die für die elektrische Konkurrenz nicht gelten, da diese nahezu lautlos bewegt werden können.
Wer sein E-Motorrad parken will, muss sich an die gleichen Gesetze wie Autofahrer halten. Zwar findet man mit einem Zweirad häufiger eine Parklücke als mit einem klobigen Auto, aber der Gehweg ist in der Regel auch für Biker tabu. Das Parken in Einfahrten und vor abgesenkten Bordsteinkanten ist für alle Fahrzeuge ausnahmslos verboten. Parken auf eine speziell für E-Fahrzeuge vorgesehenen Parkplatz mit Ladesäule ist nur während des Ladevorgangs erlaubt.
Auswahl von Elektromotorrädern
Hier sind einige interessante E-Bikes, die in Deutschland aktuell oder demnächst erhältlich sind:
- NIU RQi Sport
- Can-Am Pulse und Origin
- Wildfire
- Silence S05 Weekender
- Kawasaki Ninja e-1 und Z e-1
- Honda EV Fun Concept
- Kymco RevoNex
- Tazzari Italian Volt Lacama
- Livewire S2 Del Mar, Alpinista und Mulholland
- Royal Enfield Flying Flea C6
- Zero Modelle (DS, DSR/X, S, SR)
- Metorbike Classic 50, 70 Pro und Max 100
E-Motorrad Kaufberatung
Als spezialisierter Händler für E-Mobilität möchten wir, dass Sie sich beim E-Motorrad Kauf rundum wohlfühlen. Wir versprechen Ihnen eine unverbindliche kompetente Beratung und sorgen mit einer unkomplizierten Abwicklung dafür, dass der klimafreundliche und geräuscharme Fahrspaß ganz entspannt beginnt. Wir wissen, welche finanziellen Fördermöglichkeiten Sie in Anspruch nehmen können. Und natürlich sind auch Finanzierung und Leasing kein Problem.
Nach der Bestellung werden wir sofort für Sie aktiv: Wir kümmern uns um die Zulassung Ihres Elektromotorrads und gerne auch um die Versicherung. Bei Abholung in einer unserer e-drive Center Filialen in Berlin, Braunschweig und Badbergen (Osnabrück) oder nach der bequemen Lieferung direkt zu Ihnen nach Hause ist Ihr E-Motorrad sofort fahrbereit. Inbetriebnahme und Auslieferinspektion (PDI) sind dann längst in einer unserer E-Motorrad Werkstätten erfolgt.
Wenn Sie bei uns ein E-Motorrad kaufen, erhalten Sie weit über den Kauf hinaus alle Leistungen aus einer Hand. Vertrauen Sie einem zuverlässigen, überregional aufgestellten Ansprechpartner.
E-Motorrad Service und Reparatur
Wie alle Elektrofahrzeuge sind auch E-Motorräder im Vergleich zu Verbrennern deutlich weniger anfällig für Verschleiß und größere Reparaturen. Müssen Sie dennoch einmal Ihr E-Motorrad reparieren lassen oder möchten Sie individuelle Umbauten vornehmen lassen, sind Sie in unseren spezialisierten E-Motorrad Service-Werkstätten unserer Filialen genau richtig. Auch können wir Ihnen dank unserer bestens geschulten Service-Teams im Fall der Fälle eine reibungslose Garantieabwicklung zusichern.
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