Elektro-Motorradrennen: Eine Übersicht

Elektromotorradrennen erfreuen sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Neben der Formel E und der Extreme E gibt es inzwischen einige weitere vollelektrische Rennserien. Dazu zählen völlig neu geschaffene Kategorien wie zum Beispiel die ETCR, aber auch bekannte Serien wie die Rallyecross-Weltmeisterschaft WRX, die ihre Rennen seit 2022 elektrisch austrägt.

MotoE-Weltmeisterschaft

Die MotoE wird 2023 erstmals als Weltmeisterschaft ausgetragen. Bisher nur als Weltcup ausgetragen, erhält die MotoE in der Saison 2023 erstmals den Status einer Weltmeisterschaft. Eingebettet ist die Meisterschaft in die MotoGP.

Die MotoE wird 2023 erstmals als Weltmeisterschaft ausgetragen, die Mattia Casadei für sich entschied. Am vergangenen Wochenende hat Ducati das Einheitsmotorrad V21L für die MotoE-WM 2023 auf der Rennstrecke Vallelunga bei Rom präsentiert.

Format und Zeitplan

Das Format sieht zwei Freie Trainings am Freitagmorgen vor, gefolgt von zwei Qualifyings am Nachmittag. Die beiden Rennen werden am Samstag ausgetragen. Das erste Rennen startet nach dem Qualifying der MotoGP. Nach dem Sprintrennen der MotoGP folgt das zweite Rennen.

Mit Beginn der sechsten Saison (2024) sind 16 Rennen für die MotoE angesetzt.

Läufe zur MotoE Weltmeisterschaft 2023:

Datum Strecke
13. Mai Le Mans
10. Juni Mugello
17. Juni Sachsenring
24. Juni Assen
5. August Silverstone
19. August Red Bull Ring
2. September Barcelona
9. September Misano

Technische Details der MotoE-Motorräder

In der MotoE bekommen alle Rennställe einheitliche Motorräder zur Verfügung gestellt. Die "Energica Ego Corsa" waren mit einem 110 kW starken Motor angetrieben und waren damit ähnlich leistungsstark wie aktuelle Moto2-Maschinen. Sie erreichen Spitzengeschwindigkeiten von circa 260 km/h. Das Ego Corsa produziert mit 220 Nm mehr Drehmoment als alle aktuellen Supersport-Bikes mit Verbrennungsmotoren.

Über Gleichstrom-Schnelladestationen können die Elektro-Motorräder im Fahrerlager in 20 Minuten rund 80 Prozent ihrer Akkukapazität laden, was laut Hersteller für eine Reichweite von gut 120 Kilometern ausreicht.

Der Elektromotorrad-Prototyp Ducati V21L hat eine Masse von 225 Kilogramm und besitzt eine Leistung von 110 kW (150 PS). Die zweiten Generation der E-Motorräder wiegt 225 kg und ist ebenfalls mit Brembo-Bremsen am Vorder- und Hinterrad ausgestattet.

Rennstrategie und Herausforderungen

Vor allem angesichts des Gewichts von satten 260 Kilogramm müsse man sich ganz genau überlegen, "wo man überholt, man will sich ja das Rennen nicht kaputt machen und es ist ein sehr schweres Motorrad", erklärt Tuuli weiter.

"Du darfst nicht zu weit von der Linie abkommen, denn dann wird es umso schwieriger, den Anschluss zu halten, weil du schon zu viel Tempo verloren hast aufgrund des Gewichts", erklärt er.

"In der MotoE gilt stattdessen: Alles oder nichts von Anfang an. Und das macht das Rennen noch mal etwas spannender. Noch mehr Kämpfe und Berührungen... Darum denke ich, dass das sicher ein Bonus ist, den wir haben", sieht Raffin einen Vorteil in den Sprintrennen der MotoE.

FIM E-Xplorer World Cup

Unter der Schirmherrschaft des Motorrad-Weltverbands FIM soll ab 2022 eine neue Offroad-Serie für elektrisch angetriebene Enduro-Motorräder starten. Unter dem Titel E-Xplorer World Cup sollen zehn Teams mit jeweils zwei Fahrern antreten, wobei Teams dazu verpflichtet werden sollen, jeweils einen Mann und eine Frau unter Vertrag zu nehmen.

Gefahren werden soll auf rein elektrisch angetriebenen Enduros mit einem Maximalgewicht von 130 Kilogramm. Die Rennen sollen 15 Minuten plus eine Runde dauern. Derzeit laufe bereits ein umfangreiches Testprogramm, in dessen Rahmen auch die Anforderungen für mögliche Herstellerengagements geprüft werden.

Mit dem Mugen-Einstieg dürfte Honda also einen ersten Fuß in der Tür haben. Als weitere Hersteller haben Electric Motion aus Frankreich und EMX Powertrain aus den Niederlanden ihre Teilnahme zugesagt.

Weitere elektrische Rennserien

Die FIA World Rallycross Championship - auch bekannt als WRX oder World RX - wird seit 2022 elektrisch betrieben. Rallycross ist eine Kombination aus Rallye, d. h. Offroad-Motorsport, und Rundstreckenrennen.

Die ETCR ist die erste vollelektrische Tourenwagenserie. Bereits in der Debütsaison 2021 (damals noch "Pure ETCR") traten mit Cupra und Hyundai zwei vollwertige Hersteller an. Hinzu kam das Team Romeo Ferraris, das eine elektrifizierte Alfa Romeo Julia einsetzte.

  • Jaguar I-Pace eTrophy: erster vollelektrischer Markenpokal im Rahmenprogramm der Formel E
  • UIM E1 World Electric Powerboat Series: erste Rennserie für elektrische Motorboote
  • Electric Racing Academy: Nachwuchsserie für elektrische Formelfahrzeuge
  • Roborace: Motorsport-Kategorie mit autonom fahrenden Rennwagen

Neuer Viertelmeile-Sprintrekord

Im September 2020 stellte das dänische Rennteam True Cousins mit der Silver Lightning einen neuen Weltrekord für die Viertelmeile mit einem Elektromotorrad auf. Es stellte mit 6,86 Sekunden einen neuen Sprintrekord für die Viertelmeile auf.

Für ihren vorderen Teil bediente sie sich bei einer Yamaha R1, der Rest des Elektro-Drag Racers ist eine Eigenkonstruktion von "True Cousins".

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