Elektromotorrad Test Vergleich unter 10000 Euro

Die Elektromobilität gewinnt auch bei Motorrädern immer mehr an Bedeutung. Viele Bikerinnen und Biker stehen vor der Frage: Welches Modell passt am besten zu mir? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Vergleich von Elektromotorrädern, die für unter 10.000 Euro erhältlich sind, und beleuchtet ihre Vor- und Nachteile.

Alrendo TS Bravo

Der chinesische Hersteller Alrendo will den Markt erobern und schickt ein Motorrad ins Rennen, das beim Design kräftig bei Ducati abkupfert: TS Bravo. Das Elektromotorrad TS Bravo von Alrendo verfügt über 118 Newtonmeter Drehmoment. Auf einem 7 Zoll großen LED-Display sammelt TS Bravo alle wichtige Informationen. Der E-Motor hat 75 PS und zieht die Energie aus einer 16,6 Kilowattstunden starken und flüssiggekühlten Batterie.

Allerdings: Die angekündigten sagenhaften 419 Kilometer Reichweite reißt das Motorrad nur bei konstanten 50 km/h ab. Die Höchstgeschwindigkeit der TS Bravo liegt bei 135 km/h. Bei 80 km/h sollen es 250 Kilometer sein und bei 120 km/h rund 150 Kilometer. Ist das Vehikel leergefahren, stehen etwa vier Stunden Ladezeit an der Steckdose an.

Wer vorbestellen möchte, füllt ein Formular mit seinen Kontaktdaten aus und schickt es ab. Voraussichtlich Ende Januar 2021 meldet sich Alrendo bei den Interessenten und verlangt eine Anzahlung von 300 Euro. Rund zwei Drittel des Kaufpreises von knapp 9.995 Euro sollen im März 2021 auf dem Konto der chinesischen Firma landen. Im Mai 2021 zahlen Sie dann die restliche Summe, bevor die Lieferung erfolgt.

RGNT Turbo

Wer die Szene der elektrischen Motorräder aufmerksam beobachtet, dürfte RGNT bereits kennen. Der schwedische Zweiradhersteller RGNT hat trotz seiner jungen Jahre eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Nach einer Insolvenz startet der Hersteller jetzt als RGNT Reborn neu durch. Die RGNT Turbo ist das erste, neue Modell nach dem Neustart.

Und der Name verspricht Programm zu sein: Mit 46 kW Peak-Leistung ist die im Stile der 80er-Jahre gestaltete Maschine für ein Motorrad der 125er-Klasse (A1-Klasse) mehr als ordentlich motorisiert. Denkt man sich die auffällige weiß-lila Farbgebung „Purple Rain“ einmal weg, sieht die neue Turbo auf den ersten Blick nicht viel anders aus, als ihre Vorgänger. Dennoch wurden der Rahmen, die Batterie oder die Radaufhängung neu konstruiert und ein komplett neuer Radnabenmotor verbaut.

Mit einem Gewicht von 160 Kilogramm ist sie verhältnismäßig leicht, die Sitzhöhe mit 82 Zentimetern macht sie auch für nicht ganz so große Personen zugänglich. Laut Hersteller soll die Turbo in nur vier Sekunden auf 100 km/h sprinten können. Die Spitze wird mit 120 km/h auf dem neuen Display im Design eines klassischen Rundtachos angezeigt, was echten 115 km/h entsprechen soll. Das reicht locker, um auf einer Landstraße mitzuschwimmen und souverän überholen zu können.

Die neue Turbo steht trotz doppelter Leistung für exakt 9.995 Euro in der Liste. Bei 5.000 Euro Preisunterschied ist es wenig verwunderlich, dass man bei der Ausstattung einige Kompromisse eingehen musste. Serienmäßig wird der Akku mit 1,8 kW geladen werden. Gegen Aufpreis kann nachträglich ein stärkerer Bordlader verbaut werden, mit dem sich die Ladeleistung auf 3,3 kW erhöht.

Dass die Turbo unter der psychologisch wichtigen 10.000-Euro-Marke bleibt, dürfte schwerer wiegen, als die im Vergleich zu den Vorgängern nun reduzierte Ausstattung. Und mehr Elektro-Power gibt es derzeit kaum für diesen Preis.

Zero Neutrino

Die Zero Neutrino soll leicht, wendig und vor allem erschwinglich sein. Dieses Elektromotorrad für die 125er-Kategorie scheint wirklich Potenzial für den Pendelverkehr zu haben. Mit seiner "All Access"-Initiative möchte Zero Motorcycles bis 2026 insgesamt 6 neue, erschwingliche Elektromotorräder unter 10.000 Euro auf den Markt bringen. Zero Motorcycles strebt an, das Elektromotorrad Neutrino zu einem Preis von unter 8.000 US-Dollar auf den Markt zu bringen, um im Sinne der "All Access"-Initiative eine möglichst breite Käuferschicht anzusprechen.

Die Zero Neutrino sollte hier mit ihren etwa 74 Zentimetern den meisten Fahrern und Fahrerinnen einen sicheren Stand ermöglichen. Zudem soll die Zero Neutrino nur 136 Kilogramm auf die Waage bringen, was sehr leicht wäre, zumal für ein Elektromotorrad. 120 Kilometer Reichweite sollen mit ihr möglich sein sowie eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 105 km/h.

Angetrieben wird das Elektromotorrad vom neuen N1-Antriebsstrang, der etwa 19 PS Spitzenleistung liefert. Als formale Dauer-Nennleistung sind maximal 15 PS (11 kW) zu erwarten, passend zur Führerscheinklasse A1 ab 16 Jahren sowie zur Pkw-Führerscheinerweiterung (in Deutschland B196). Mit dem eingebauten Level-2-Ladesystem kann die Zero Neutrino einfach an die bereits vorhandenen Ladestationen für Elektroautos angeschlossen werden.

Weitere Modelle im Überblick

Das Angebot an Elektromotorrädern wächst langsam, aber stetig. Hier sind einige weitere interessante E-Bikes, die in Deutschland aktuell oder demnächst erhältlich sind:

  • NIU RQi Sport: Reichweite ca. 100 km, Höchstgeschwindigkeit 101 km/h (bis zu 126 km/h mit Boost-Taste).
  • Can-Am Pulse und Origin: 129 km/h Höchstgeschwindigkeit, 115 Kilometer Reichweite (WMTC-Zyklus).
  • Silence S05 Weekender: Herausnehmbarer 5,6 kWh-Akku, Reichweite von deutlich über 100 Kilometern, bis zu 120 km/h schnell.
  • Kawasaki Ninja e-1 und Z e-1: 5 kW/7 PS Dauerleistung, 9 kW/12 PS Spitzenleistung, zwei Fahrmodi (Eco und Road), herausnehmbare Akkupakete.
  • Honda EV Fun Concept: Reichweite von 100 Kilometern, CCS-Ladeanschluss.

Stormborn E Motorrad

Der Stormborn Hersteller verspricht Reichweiten von bis zu 130 km pro Aufladung. Verbaut wurde ein Lithium-Ionen-Akku mit 72 V und 100 Ah Leistung. Die Ladezeit wird mit 6 bis 8 Stunden angegeben. Der Elektro Motorrad Nabenmotor der Stormborn DMG kommt ebenfalls auf 5 kW und schafft Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 125 km/h. Das STORMBORN DMG Elektro-Motorrad hat beidseitig Scheibenbremsen verbaut, eine helle LED-Beleuchtung sowie Öldruckstoßdämpfer.

Stärken des Stormborn E Motorrad:

  • bis 100 oder 125er erhältlich
  • gute Beschleunigung
  • gute Ladezeit
  • gute Reichweite
  • gute Ausstattung
  • günstiger Preis
Schwächen des Stormborn E Motorrad:
  • max. 130 Km Reichweite

Für das STORMBORN Elektro Motorrad V6 LS benötigt ihr einen Führerschein der Klasse A1, A2, A oder den B mit einem Zusatz. Die UVP für dieses Elektro Motorrad A1 liegt bei 6.499 Euro.

Fuell Fllow

Erik Buell ist in Motorradkreisen eine Legende. Das von ihm gegründete Unternehmen Fuell stellt jetzt das E-Mottorad Fuell Fllow vor. Mit 10.495 US-Dollar ist das E-Motorrad günstiger, als viele Alternativen. Die Fuell Fllow wird es in zwei Leistungsstufen, mit 11 kW oder 35 kW geben. Dank Schnellladefunktion (DC, Level 1 und 2) ist der Akku im Idealfall binnen einer halben Stunde vollgeladen.

Das 180 Kilogramm schwere, überwiegend für städtische Fahrten gedachte E-Motorrad von Fuell beschleunigt aus dem Stand binnen 2,7 Sekunden auf 100 km/h. Praktisch im Alltag: Dank des im Hinterrad verbauten Motors ist zwischen dem Rahmen mehr Platz für Akku (10 kWh, Reichweite bis zu 240 Kilometern) und Gepäck. Selbst ein Integralhelm soll dort Platz finden.

Vergleich: Zero SR/F vs. Voge DS 900 X

Bei der Wahl des perfekten Motorrads stehen viele Bikerinnen und Biker vor der Frage: Welches Modell passt am besten zu mir? In diesem Vergleich nehmen wir die Zero SR/F und die Vogel DS 900 X unter die Lupe. Beide Motorräder bieten einzigartige Eigenschaften und Vorteile, die sie für unterschiedliche Fahrertypen attraktiv machen.

Design und Ergonomie

Die Zero SR/F besticht durch ihr modernes und futuristisches Design, das Elektromobilität perfekt verkörpert. Mit ihrem sportlichen Look und der aufrechten Sitzposition bietet sie Komfort und Agilität zugleich. Im Gegensatz dazu ist die Vogel DS 900 X im robusten Adventure-Design für Offroad-Abenteuer konzipiert. Die ergonomische Sitzposition und die hohe Bodenfreiheit machen sie ideal für längere Touren und unbefestigte Wege.

Antrieb und Leistung

Die Zero SR/F ist ein Elektromotorrad mit einem leistungsstarken Elektromotor. Sie bietet eine beeindruckende Beschleunigung und eine hohe Endgeschwindigkeit. Die Voge DS 900 X hingegen setzt auf einen klassischen Verbrennungsmotor, der für seine Zuverlässigkeit und Leistung bekannt ist. Während die Zero in der Stadt und auf kurvigen Straßen glänzt, zeigt die Voge ihre Stärken auf langen Strecken und im Gelände.

Reichweite und Tanken

Ein entscheidender Faktor bei der Wahl zwischen diesen beiden Motorrädern ist die Reichweite. Die Zero SR/F bietet eine für ein Elektromotorrad beachtliche Reichweite, was sie ideal für Stadtfahrten und kurze Ausflüge macht. Die Voge DS 900 X wiederum hat den Vorteil eines klassischen Tanks, der das Tanken an jeder Tankstelle ermöglicht und somit längere Touren ohne Reichweitenangst erlaubt.

Ausstattung und Technik

In Sachen Ausstattung bietet die Zero SR/F zahlreiche moderne Features, darunter ein digitales Cockpit, verschiedene Fahrmodi und eine App-Anbindung zur Überwachung der Fahrdaten. Die Voge DS 900 X wiederum punktet mit solider, bewährter Technik und einem robusten Fahrwerk, das für unterschiedliche Bedingungen ausgelegt ist.

Fahrverhalten und Handling

Das Fahrverhalten der Zero SR/F ist dynamisch und sportlich. Sie lässt sich leicht und präzise lenken, was sie zu einer hervorragenden Wahl für sportliche Fahrten macht. Die Voge DS 900 X hingegen bietet ein stabiles und komfortables Fahrverhalten, das sich besonders auf unebenem Terrain bewährt.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Beide Motorräder bewegen sich in unterschiedlichen Preisklassen. Die Zero SR/F ist in der Regel teurer, was aber durch die moderne Technik und die Vorteile eines Elektromotorrads gerechtfertigt ist. Die Voge DS 900 X bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Fahrerinnen und Fahrer, die ein zuverlässiges und vielseitiges Motorrad suchen, ohne in Elektromobilität zu investieren.

Elektromotorrad oder Verbrenner?

Wenn man sich die heutigen Spritpreise ansieht, spricht vieles für ein E Motorrad. Auch was die Beschleunigung angeht sind e Motorräder besser als herkömmliche Bikes. Es muss nämlich nicht ständig gekuppelt und geschaltet werden und die geringen Wartungskosten sind ebenfalls ein Vorteil bei den umweltfreundlichen Elektro Maschinen. Zwar sind die Anschaffungskosten für e Motorräder höher als die für einen Verbrenner, aber bei den geringen Stromkosten rechnet sich das bereits nach knapp 10.000 km. Ein Nachteil ist aber die Kapazität der Akkus. Unterwegs die Motorbatterie zu laden ist noch Zukunftsmusik.

Denn die Infrastruktur an Ladesäulen ist noch nicht ausgereift, weshalb richtig ausgiebige Touren mit einem E Motorrad aktuell noch nicht möglich sind. Und das Laden an der heimischen Steckdose dauert zum Teil sehr lange.

Modell Preis (ca.) Reichweite (realistisch) Höchstgeschwindigkeit
Alrendo TS Bravo 9.995 € 200 km+ 135 km/h
RGNT Turbo 9.995 € 85-100 km 115 km/h
Stormborn V6 LS 6.499 € 130 km 125 km/h
Zero Neutrino (erwartet) unter 8.000 US-Dollar 120 km 105 km/h

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