Das sonnige Wetter lockt die ersten Motorradfahrer wieder aus dem Winterschlaf hervor. Immer mehr Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben sind auf deutschen Straßen unterwegs. Die Polizei in Bayern soll künftig auch auf Elektromotorrädern unterwegs sein.
Einsatz von Elektromotorrädern bei der Polizei
In Nürnberg testet die Polizei derzeit das erste uniformierte reine Elektromotorrad in Bayern. Die Erfahrungen sind bisher sehr positiv. Andreas Ponath, Sachgebietsleiter Einsatztechnik für die Flotte des Polizeipräsidiums Mittelfranken, sieht die bayerische Polizei in der Verantwortung, mit dem Wandel der Mobilität mitzugehen.
Ideal für den Stadtverkehr
Besonders in der Stadt eigne sich das E-Motorrad ideal für Einsätze im Stadtgebiet, zum Beispiel, um Veranstaltungen oder Demonstrationen zu begleiten. Für die Veranstalter sei das Ausbleiben von knatternden Geräuschen und Abgasen angenehm. Auch die Polizisten profitieren: Gerade im ständigen „Stop-and-Go“ kommt ihnen das Automatikgetriebe entgegen, dank dem sie nicht ständig kuppeln müssen.
Vorteile von Elektromotorrädern
Neben dem offensichtlichen Umwelt-Aspekt haben die E-Motorräder auch einen ganz praktischen Vorteil: Sie haben weniger Teile und sind daher weitaus weniger wartungsintensiv wie ihre klassischen Vorbilder.
- Umweltfreundlichkeit: Reduzierung von Emissionen und Lärmbelästigung.
- Wartungsarm: Weniger Verschleißteile und geringere Wartungskosten.
- Komfort: Automatikgetriebe erleichtert das Fahren im Stadtverkehr.
Nachteile von Elektromotorrädern
Allerdings dauert es auch einige Stunden, bis die Akkus voll aufgeladen sind - ein Nachteil für die auf Reaktionsschnelligkeit angewiesene Polizei. Auch die eingeschränkte Reichweite von ungefähr 200 Kilometern mache die E-Motorräder für die Polizei nicht für jeden Einsatz tauglich. „Man wird nicht gänzlich auf Verbrenner verzichten können“, gab Ponath daher zu Bedenken.
- Ladezeit: Längere Ladezeiten im Vergleich zum Tanken von Benzin.
- Reichweite: Begrenzte Reichweite schränkt die Einsatzmöglichkeiten ein.
- Abhängigkeit von Ladeinfrastruktur: Erfordert Zugang zu Ladestationen.
Testphase und Entscheidung
Bis zum Ende der Sommerferien dauert die aktuelle Testphase noch. Dann entscheidet das Innenministerium bis Ende Herbst, ob weitere Elektromotorräder für die bayerische Polizei angeschafft werden. Stand jetzt gibt es eine klare Tendenz: „Wir sind gegenüber Elektromotorrädern im Fuhrpark der Bayerischen Polizei sehr aufgeschlossen, vor allem im innerstädtischen Bereich“, lässt das Innenministerium verlauten.
Aktuell gibt es bei der bayerischen Polizei zehn uniformierte und 44 zivile Elektroautos. Sollen weitere Elektromotorräder dazukommen, gäbe es eine europaweite Ausschreibung.
Elektro-Quads als Alternative
Als ein weiterer Baustein auf dem Weg zur nachhaltigen Umgestaltung der Mobilität in der Polizeidirektion Osnabrück, wird ein vollelektronisch angetriebenes Quad der Marke "Polaris Ranger EV" im Einsatz- und Streifendienst eingesetzt. Die Projektphase ist für ein Jahr geplant. Das neue Einsatzfahrzeug ist mit seinem reinen Elektroantrieb in Niedersachsen das erste seiner Art - bundesweit gab es nur auf Usedom ein vergleichbares Projekt.
"Elektrobetriebene Einsatzfahrzeuge vereinen Innovation, Ökologie und Praktikabilität. Wir werden unseren nachhaltigen Weg konsequent weitergehen", betont Polizeipräsident Michael Maßmann. Das Quad kann an jeder Steckdose geladen werden, die Reichweite liegt bei ca. 50 Kilometern. Für den Einsatz- und Streifendienst wurde es mit polizeilicher Ausstattung und Technik, auch Blaulicht und Martinshorn, ausgestattet.
Vorteile des E-Quads
Das E-Quad bietet universelle Einsatzmöglichkeiten. Bislang wurde ein E-Bike genutzt, um die Einsatzorte zu erreichen. Der örtliche Bereich ist damit gut erreichbar, die Außenbereiche hingegen nur zeitverzögert. Das birgt bei sofortigen Einsatzlagen einen Zeitverzug, der durch den Einsatz eines Quads reduziert wird.
Insbesondere bei der Suche nach vermissten oder flüchtigen Personen spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Durch den Allradantrieb ist das Fahrzeug geländegängig und somit auch in unwegsamen Gelände einsetzbar, wie am Strand oder im Wald. Weiterhin bietet das Quad durch die Ladefläche die Möglichkeit, sichergestellte Gegenstände zu transportieren oder Einsatzgerätschaften unter anderem zur Spurensicherung mit zu führen.
Zudem können Personen die vom Rettungsdienst transportiert werden, nun begleitet werden, ohne dass das E-Bike davon abgesetzt zurückgefahren werden muss. Die bislang getätigte Unterstützungsleistung durch Rettungsdienst oder Feuerwehr beim Transport etc. entfällt und die originäre Aufgabenwahrnehmung kann wieder im Fokus stehen. Ein leises Fahrzeug auf der Insel stört weder Tiere noch Urlauber.
Erfahrungen auf Borkum und Usedom
Dies bestätigen auch die Erfahrungen mit dem elektrischen Polizeimotorrad auf der Insel Borkum, welches dort seit 2017 eingesetzt wird. Von der Umweltfreundlichkeit und einfachen Handhabung eines E-Quads konnten sich bereits die Kolleginnen und Kollegen auf der Insel Usedom überzeugen. Das lautlose Fortbewegungsmittel bietet nicht nur tagsüber Vorteile, auch nachts kann geräuschlos die Suche beispielsweise nach Dieben erfolgen.
Testphase auf Juist
Die Erprobung auf Juist ist für ein Jahr angesetzt, wodurch eine vollumfängliche Erprobung der Einsatzfähigkeit in allen Jahreszeiten möglich ist. Während der Testphase werden alle Einsätze sowie Vor- und Nachteile des E-Quads dokumentiert und zu einem Erfahrungsbericht zusammengefasst. Nach der Testphase entscheidet das Landespolizeipräsidium Niedersachsen über einen möglichen weiteren Einsatz des Quads.
Der Fuhrpark der Polizeidirektion Osnabrück verfügt im Bereich der Elektromobilität, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln, aktuell über 20 E-PKW, 12 Pedelecs und drei E-Motorräder. Weitere 15 Elektrofahrzeuge befinden sich aktuell in der Beschaffung.
Elektromotorräder im militärischen Bereich
Auch Armeen testen vermehrt Elektro-Motorräder. Hier sind Reichweite und Geschwindigkeit nachrangig, während ein stiller Antrieb und Robustheit wichtiger sind. Einer der Hauptgründe, warum Armeen vermehrt Elektro-Motorräder testen, ist der vergleichsweise lautlose Antrieb. Gerade der mobilen Aufklärung kann das von großem Vorteil sein. Zudem bekommt man mehr von seiner Umwelt mit, wenn man selbst kaum Geräusche von sich gibt.
Elektromotorräder sind unabhängig der Lage transportierbar und sofort einsetzbar. Im Gelände machen den Krädern längeres Lagern auf der Seite nichts aus und durch den mitunter entnehmbaren Akku ist das Motorrad schnell betriebsunfähig.
Die Wärmesignatur eines Fahrzeugs mit Verbrenner ist sehr eindeutig: Motor, Antrieb und Auspuff sind alle durch mehr oder wenige Wärme klar zu erkennen. Der Elektromotor und Akku erwärmen sich zwar auch, jedoch wesentlich niedriger. Entsprechend kühlen diese Teile deutlich schneller aus.
Die vollintegrierte Technik, fast keine Betriebsstoffe und der lageunabhängige Transport bieten große Vorteile im Einsatz. Die australische Armee lässt die Sur-Ron in ihrem Test schwimmen: Auf den schwimmenden Rucksäcken ist die Firefly verzurrt und kann übersetzen.
Versicherung für E-Motorräder
E-Motorräder unterliegen der Versicherungspflicht. Für das Elektromotorrad muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Die Kennzeichen können bei jedem örtlichen Versicherungsanbieter erworben werden, nachdem die Betriebserlaubnis vorgelegt wurde. Eine Motorrad Vollkaskoversicherung, welche selbst verschuldete Schäden absichert und ebenso bei Vandalismus greift, ist empfehlenswert.
Das Versicherungskennzeichen für Elektromotorrad hat eine Gültigkeit von einem Jahr, beginnend am 1. März und endend am letzten Februar des folgenden Jahres. Jedes Jahr ändert sich die Farbe des Kennzeichens, was es Behörden und anderen Verkehrsteilnehmern ermöglicht, auf einen Blick zu erkennen, ob dein E-Motorrad versichert ist.
Wartung von E-Motorrädern
Elektromotorräder sind wartungsärmer und kostengünstiger als Benzinmotorräder, da sie keinen Ölwechsel benötigen und weniger Verschleiß aufweisen. Trotzdem sind regelmäßige Inspektionen deines E-Motorrades wichtig, um die Sicherheit beim Fahren zu gewährleisten. Eine regelmäßige Kontrolle der Bremsen, Reifen, Beleuchtung, Akku, Lenkung und Elektronik, mindestens 1x im Jahr, wird empfohlen.
Akkus und Batterien beim E-Motorrad
E-Motorräder können mit verschiedenen Akkus gekauft werden, darunter Blei-Säure Akkus, Nickel-Metallhydrid Akkus (NiMH) und Lithium-Ionen Akkus (Li-Ion). Lithium-Ionen-Akkus sind zwar die teuersten, aber punkten mit ihrem Gewicht, der Effizienz und der Langlebigkeit. Sie bieten aktuell als E-Roller-Fahrer die beste Leistung und Lebensdauer.
Die richtige Akkupflege ist entscheidend, um die Effizienz deines E-Motorrades zu erhalten. Überprüfe vor jeder Fahrt den Zustand deiner Batterien. Lade den Akku deines E-Motorrades regelmäßig auf. Wenn Du dein E-Motorrad längere Zeit nicht fährst, lagere in dieser Zeit den Akku bei Zimmertemperatur an einem trockenen Ort und achte darauf, dass der Akku regelmäßig aufgeladen wird. Verwende zum Laden deines E-Motorrad-Akkus nur das mitgelieferte Ladegerät.
Führerschein und Promillegrenze
Grundsätzlich hängt die Führerscheinpflicht beim Fahren eines E-Motorrades von der maximalen Leistung ab. Für Elektromotorradfahrer liegt die Promillegrenze bei 0,5 Promille. Für E-Motorrad-Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulingen gilt eine 0,0 Promillegrenze.
Ein Elektromotorrad muss, ebenso wie ein PKW, auf Parkflächen auf der Straße oder auf ausgewiesenen Parkplätzen geparkt werden. Ein Abstellen des Elektromotorrades auf Fuß- und Gehwegen sowie an Fahrradständern ist nicht erlaubt.
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