E-Bike Akku Reparatur: Eine umfassende Anleitung

Die Fahrradsaison neigt sich dem Ende zu, und wer jetzt zu fahrlässig handelt, erlebt im Frühjahr eine böse Überraschung. Wenn das E-Bike regelmäßig benutzt wird, kann es vorkommen, dass man mit einer Akkuladung nicht mehr so weit kommt wie noch im Neuzustand des Bikes. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren E-Bike Akku optimal pflegen und ob eine Reparatur in Frage kommt.

Ursachen für verminderte Reichweite

Eine reduzierte Reichweite kann an vielen Faktoren liegen. Ein schlecht gewartetes Bike, mit zu wenig Luftdruck und verrosteter Kette benötigt mehr Energie als ein reibungslos laufendes Rad. Ein verschlissenes Motorlager am E-Antrieb, zu wenig Reifendruck oder ein verrosteter Antrieb können die Ursache für Zuwenig Reichweite sein. Ob das der Fall ist, kann man mit einem kurzen Check leicht überprüfen. Nicht immer ist also ein beschädigter Akku die Ursache für eine verminderte Reichweite. Aber: Akkus verlieren im Laufe der Nutzungs- oder Lagerzeit aufgrund von Alterungsprozessen ihre Leistungsfähigkeit.

Ab dem Zeitpunkt der Batteriefertigung kann der Energieinhalt des E-Bike-Akkus jeden Monat um bis zu 0,5 Prozent abnehmen. Das geschieht selbst dann, wenn kein Lade- oder Entladevorgang in dieser Zeit stattfindet.

Akku-Gesundheit prüfen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Akku-Gesundheit zu prüfen. Hier kommt die sogenannte Batterie- oder Akku-Gesundheit ins Spiel - Fachleute nutzen dafür auch gerne den englischen Ausdruck "State of Health" (SOH).

  1. Batterie-Informationen sind direkt am Akku auslesbar: Zum einen kann man den Gesundheitszustand der Batterie - also den SOH-Wert - direkt am Akku auslesen. Diese Möglichkeit bieten zum Beispiel von Panasonic oder Yamaha. Hier kann durch das längere Drücken der „Powertaste“ am Akku eine Auskunft über die vom Batterie-Management-System (BMS) errechnete Restkapazität getätigt werden. Der Vorteil: Diese Methode ist kostenlos. Wenn der Akku diese Möglichkeit nicht bietet, kann man das BMS auch über ein spezielles Diagnosegerät in einer Werkstatt auslesen lassen. Manche Werkstätten bieten diesen Service kostenlos an. Aber um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man zuvor nach etwaigen Kosten für das Protokoll fragen.
  2. Andere Hersteller ermöglichen dies über Ihre Smartphone-App, mit der dies möglich ist.
  3. Nur für Bosch-Batterien: Battery-Capacity-Tester: Bosch hat sein eigenes System entwickelt, um die Restkapazität seiner Akkus zu bestimmen. Das entsprechende Messgerät - bestehend aus einer PC-Software, Testgerät und Verkabelung - bezeichnet Bosch als "Capacity Tester". Jedoch wird bei diesem Prüfverfahren ein Ladezyklus verbraucht, was die Akkulebensdauer geringfügig minimiert. Zudem kann ein Zertifikat bis zu 50 Euro kosten. Der Batterie-Tester liest aber kein Fehlerprotokoll aus, sondern gibt nur Auskunft über die tatsächliche Kapazität.

Die aufwendigste, aber auch aussagekräftigste Variante ist die kontrollierte Entladung über ein externes Messgerät zur direkten Bestimmung der verfügbaren elektrischen Energie.

Reparatur oder Austausch?

Ist der E-Bike-Akku tatsächlich defekt oder bringt nicht mehr die gewünschte Leistung, so stellt sich die Frage, ob man sich einen Ersatz-Akku kauft oder den alten reparieren lässt - bzw. selbst repariert. Viele Werkstätten versprechen eine Wiederbelebung des Akkus durch einen Zellentausch.

Risiken der Selbstreparatur

Unsere Empfehlung ist eindeutig: Finger weg von der Reparatur des Akkus. Eine Selbstreparatur ist viel zu gefährlich! Die Brandgefahr durch Fehler ist zu hoch. Außerdem verliert man jegliche Gewährleistungsansprüche. Das hohe Risiko durch die Reparatur ist einfach zu hoch.

Risiken der Reparatur in einer Werkstatt

Aber auch die Reparatur in einer Werkstatt ist nicht ohne Risiken. Laien können nicht nachvollziehen, ob eine Reparatur sachgemäß durchgeführt wurde oder ob der Akku nach der Reparatur ein Sicherheitsrisiko darstellt. Die Kosten einer Akku-Reparatur liegen je nach Hersteller und Typ zwischen 150 Euro und 600 Euro.

Beschädigung des Akkugehäuses

Das Akkugehäuse ist nach einem Sturz kaputt? Nach dem Sturz eines Akkus aus größerer Höhe und auf hartem Untergrund ist es für Laien meist schwierig zu beurteilen, ob das Bauteil Schaden genommen hat. Hinweise auf ernst zu nehmende Schäden können sein:

  • Risse im Kunststoffgehäuse: In diesem Fall besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit in das Akku-Gehäuse eindringt. Das kann zu Kurzschlüssen und langfristig zu Korrosion führen mit erhöhter Wärmeentwicklung.
  • Starke Verformungen am Gehäuse deuten auf einen größeren Schaden hin. Viele Gehäuse sind mittlerweile aus Aluminium. Diese reißen bei einem Sturz eher nicht, stattdessen verformt sich das Gehäuse. Allerdings ist für Laien schwer zu beurteilen, wie stark die Verformung sein darf, ohne dass der Akku tatsächlich beschädigt ist.

Die Höhe des Sturzes und die Härte des Untergrundes kann ausschlaggebend für das Ausmaß des Schadens sein. Rutscht einem der Akku aus der Hand und fällt auf den Boden aus einem weichen Material wie Holz oder Teppich, ist die Wahrscheinlichkeit eines ernsten Schadens gering. Fällt der Akku hingegen aus einer größeren Höhe oder auf einen sehr harten Untergrund, sind Beschädigungen eher anzunehmen. Dann sollte man im Zweifel auf einen weiteren Ladevorgang verzichten. Ansonsten muss man kritisch beobachten, ob beim Laden Komponenten sehr heiß werden oder sich sogar aufblähen. Aber Vorsicht: Nicht immer sind diese für den Laien erkennbar.

Ersatzakkus aus dem Internet

Prinzipiell ist es möglich, einen nachgebauten - also nicht originalen - zu verwenden. Doch auch hier gilt Vorsicht. Der Laie kann schwer erkennen, ob es sich dabei um gut verarbeitete, sichere und gleichwertige Produkte handelt. Generelle Kriterien zur Feststellung, ob ein Akku sicher ist, gibt es nicht. Auch wenn es schmerzlich teuer ist: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sich für einen Original-Akku entscheiden. Nur der Akkuhersteller hat die Möglichkeit, das Batterie-Management-System (BMS) sauber auf die verwendeten Batteriezellen abzustimmen.

Die richtige Lagerung

Die größte Gefahr für den Akku ist die Tiefenentladung. Einmal tiefenentladen - und der Akku ist nicht mehr brauchbar. Deshalb ist es wichtig, den Akku entsprechend den Herstellerangaben zu lagern. Vermeide zu hohe und zu niedrige Temperaturen bei der Lagerung. Eine Raumtemperatur um die 18 Grad ist optimal. Für Deinen Akku ist ein Ladezustand zwischen 20 % und 80 % am gesündesten. Tiefenentladung auf jeden Fall vermeiden.

Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer

  • Die richtige Pflege und Lagerung der Akkus verlängern die Lebensdauer und ersparen unnötige Ausgaben. Deshalb: Die Herstellerhinweise genau beachten.
  • Tiefenentladung auf jeden Fall vermeiden. Tiefenentladung ist die häufigste Ursache für den Tod eines Akkus.
  • Verwende nur originale Akkus, keine Nachbauten.
  • E-Bike-Akku-Reparaturen sind nicht zu empfehlen - außer der Akku-/Bike-Hersteller bietet dies an.
  • Vor dem Kauf eines gebrauchten E-Bikes ein Messprotokoll einfordern.

E-Bike Akku Reparatur Anbieter

Es gibt verschiedene Anbieter, die E-Bike Akku Reparaturen anbieten. Einige Beispiele sind:

  • Das Akkuzentrum
  • Akkuman.de
  • Oder spezielle Werkstätten in Ihrer Nähe

Diese Anbieter bieten in der Regel eine Analyse des Akkus, einen Kostenvoranschlag und verwenden Markenzellen für den Zellentausch.

Versand des Akkus zur Reparatur

Beim Versand des Akkus zur Reparatur ist es wichtig, ihn richtig zu verpacken. Hier sind einige Schritte:

  1. Pack-Material besorgen: Benötigtes Verpackungsmaterial: stabiler Karton (quaderförmig), Luftpolsterfolie, Packband, Kleinmesser, Polstermaterial wie Styroporchips, Luftkissen oder maschinell erstelltes Knüllpapier.
  2. Akku schützen: Umwickeln Sie den zu versendenden Gegenstand mehrfach mit Luftpolsterfolie und fixieren Sie den eingewickelten Akku mit Paketband, sonst kann anderes Füllmaterial durch die Geräteöffnungen in das System eindringen. Achten Sie auf ausreichenden Abstand zum Karton (min.
  3. Karton mit Polstermaterial füllen: Füllen Sie den Boden des Kartons zu etwa 10 cm mit Polstermaterial, wie zum Beispiel Verpackungschips oder Polsterpappe.
  4. Formular beilegen: Stellen Sie das in Luftpolsterfolie verpackte Gerät mittig auf die erste Schicht Polstermaterial im Karton.
  5. Mehr Füllmaterial: Füllen Sie den Karton komplett mit Polstermaterial auf, sodass jede Seite des Kartons gleichmäßig gepolstert ist. Auch der Gegenstand selbst muss oben 5-10 cm hoch bedeckt sein, sodass er sich im Paket nicht mehr hin und her bewegen kann.
  6. Paket verkleben: Verkleben Sie das Paket längs und quer zwei- bis dreimal mit Packband.

Hinweis zum Versand: Aus versandtechnischen Gründen, können wir Akkus ausschließlich innerhalb Deutschlands versenden. Der Versand auf deutsche Inseln ist leider nicht möglich! Sollten Sie also aus dem Ausland auf unseren Service aufmerksam geworden sein, beachten Sie bitte, dass wir nur innerhalb von Deutschland zurückliefern dürfen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0