Pedelec, S-Pedelec, E-Bike - auf deutschen Straßen ist es in den letzten Jahren bunt geworden. Das Angebot zeigt, dass es dem Elektrofahrrad gelungen ist, das Image eines Schummelbikes abzulegen. Rund fünf Prozent der Bundesbürger lassen sich heute beim Radeln von einem Motor unterstützen. Die Tendenz ist trotz des relativ hohen Anschaffungspreises steigend. Auf bis zu 15 Prozent Marktanteil will es die Branche in absehbarer Zeit bringen.
Was ist ein Pedelec?
Das Pedelec ist in Deutschland der am häufigsten anzutreffende Typ Elektrofahrrad. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Abkürzung des englischen Begriffs „Pedal Electric Cycle“. Das bedeutet, es muss in die Pedale getreten werden, damit ein Elektromotor mit einer Leistung von maximal 250 Watt den Radler unterstützt. Ein Sensor misst jeweils den Krafteinsatz und passt die Beschleunigung an. Wird schneller als 25 km/h gefahren, schaltet sich der Motor ab.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit dem Begriff E-Bike daher vielmehr ein Pedelec beschrieben. Es handelt sich also um ein elektrisches Fahrrad mit Motor-Unterstützung. Der Elektromotor kommt dabei nur zum Einsatz, solange Du auch in die Pedale trittst. Bei einem Pedelec sorgen also Muskelkraft und Unterstützungsmotor gemeinsam für den Antrieb des E-Fahrrads. Sobald Du aufhörst, in die Pedale zu treten, stoppt auch die Unterstützung durch den Motor. Da der Motor nur unterstützend wirkt und ab 25 km/h keine Leistung mehr bringt, ist für Pedelecs weder ein Führerschein noch eine besondere Zulassung nötig. Wie beim Fahrrad gilt auch für das Fahren eines Pedelecs keine allgemeine Helmpflicht.
Verkehrsrechtlich werden Pedelecs als Fahrräder betrachtet. Das bedeutet, es darf auf dem Radweg fahren und benötigt keine Haftpflichtversicherung. Ein Mindestalter für die Nutzung existiert nicht. Kinder dürfen im Anhänger oder auf dem Kindersitz mittransportiert werden.
Vorteile des Pedelecs
- Keine Helmpflicht
- Kein Führerschein erforderlich
- Nutzung von Radwegen erlaubt
- Keine Zulassung notwendig
S-Pedelec: Schnell und Stark
Das Leben mit dem S-Pedelec ist für Liebhaber von Elektrofahrrädern deutlich leichter, denn hier endet die Motorunterstützung erst bei 45 km/h. Die Maximalleistung des Motors beträgt 500 Watt. Dadurch wird das S-Pedelec als Leichtmofa, beziehungsweise Kleinkraftrad eingestuft. Eine Haftpflichtversicherung und ein sogenanntes kleines Versicherungskennzeichen, das 60 bis 80 Euro kostet, sind erforderlich. Rückspiegel und eine Reifenprofiltiefe von einem Millimeter sind vorgeschrieben und wer nach dem 1.4.1965 geboren ist, benötigt die Mofa-Prüfbescheinigung oder den Führerschein in der Klasse AM. Der Radweg ist tabu, auch dann, wenn der Hinweis „Mofas frei“ angebracht ist. Seit 2013 besteht die Helmpflicht für das S-Pedelec.
Bezüglich der Beleuchtung existieren keine Vorschriften. Kinderanhänger dürfen nicht befestigt werden, Lastenanhänger sind erlaubt.
Besonderheiten des S-Pedelecs
- Motorunterstützung bis 45 km/h
- Haftpflichtversicherung erforderlich
- Führerschein Klasse AM notwendig
- Helmpflicht
- Keine Nutzung von Radwegen erlaubt
E-Bike: Fahren ohne Pedalunterstützung
In die Pedale treten muss beim klassischen E-Bike niemand, der nicht will. Durch Drehgriff oder einen entsprechenden Schalter wird der Motor eingeschaltet. Beim E-Bike ist eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h sowie eine Motorleistung von 500 Watt erlaubt. Manche Modelle erlauben auch höhere Geschwindigkeiten. Alles, was bis 25 km/h fährt, gilt als Mofa. Bis 45 km/h werden E-Bikes als Kleinkrafträder mit elektrischem Antrieb kategorisiert.
Ab 15 Jahren darf dieses schnelle E-Bike gefahren werden, allerdings nicht auf Radwegen. Eine Mofa-Prüfbescheinigung ist ebenso Pflicht wie das Tragen eines geeigneten Helmes. Die langsameren Modelle dürfen auf dem Radweg gefahren werden, sofern das Schild „Mofas frei“ vorhanden ist.
Kostenübersicht
Welche Kosten Du beim E-Bike-Kauf zu erwarten hast, hängt stark davon ab, welche Ansprüche Du an das Rad stellst. Einfache E-Bikes starten ab einem Preis von ungefähr 1500 Euro. Billigere Angebote solltest Du mit Skepsis betrachten - bei einem Rad mit Elektromotor haben nun einmal schon die Bauteile ihren Preis. In der Preiskategorie von 2000 bis 3000 Euro kannst Du ein ordentliches Bike erwarten, das den Anforderungen des täglichen Gebrauchs voll und ganz genügt. Bist Du Dir noch nicht sicher, welche Strecken Du mit Deinem neuen Elektrofahrrad bewältigen möchtest? Dann lohnt es sich auch nicht, in eine spezifische Ausstattung zu investieren. Eine gute Wahl sind dann Allrounder wie Cross-E-Bikes oder ein Einsteiger-Hardtail-E-Bike.
| Fahrradtyp | Preis (Einsteigermodelle) | Preis (Komfortable Modelle) |
|---|---|---|
| Pedelec | ca. 1700 Euro | ab 4000 Euro |
| S-Pedelec | ab ca. 2500 Euro | - |
| E-Bike | ab ca. 1500 Euro | - |
Viele Hersteller bieten an, das Elektrofahrrad auf Raten zu kaufen. Die Monatsraten sind dabei so gewählt, dass sie keine allzu große Belastung für die Haushaltskasse darstellen. Je nach Budget lässt sich der Kauf in 12 bis 72 Monatsraten splitten. Es sollte auf das Sondertilgungsrecht geachtet werden. Manche Händler möchten trotzdem eine Anzahlung, anderen genügt die Abzahlung. Um von der Ratenzahlung profitieren zu können, müssen Käufer über 18 Jahre sein.
Die Vorteile von Elektrofahrrädern
Laut Statistik sind etwa 60 % aller Autofahrten Kurzstrecken unter 6 km. Solche kurzen Distanzen können mit einem Elektrofahrrad perfekt bewältigt werden. Für die Umwelt bedeutet das neben weniger Abgasen auch weniger Lärm und für Deinen Geldbeutel eine geringere Belastung dank eingesparter Spritkosten. Je nach Modell kann der Kaufpreis eine Hürde darstellen, da Elektroräder in der Regel teurer sind als normale Bikes. Auf lange Sicht rechnet sich die Anschaffung aber. Der mechanische Abrieb unterscheidet sich nicht bedeutend von dem eines herkömmlichen Fahrrads. Aufgrund der Einsatzmöglichkeiten und der Leistung kann man die Unterhalts- und Betriebskosten eines E-Bikes eher mit einem Kleinmotorrad oder Auto als mit einem klassischen Fahrrad vergleichen.
Gerade jetzt mit dem Fahrverbot für Diesel suchen viele nach Alternativen, sich in der Großstadt schnell und flexibel fortzubewegen. Ein Elektrofahrrad scheint die perfekte Wahl zu sein, da es ohne Abgase und Treibstoff auskommt. Wer es nachhaltig will, speist das Elektrofahrrad mit Ökostrom oder erzeugt ihn mit Solarzellen selbst. Gleichzeitig kommt der Fitnessaspekt hinzu. Die moderate Bewegung ist ideal für alle, die den ganzen Tag im Büro verbringen müssen. Das entkräftet den Mythos, das Elektrofahrrad sei nur etwas für Faule. Der Motor nimmt dem Fahrer zwar einiges an Arbeit ab, bewegt wird sich aber trotzdem. Das macht das Elektrofahrrad zum unentbehrlichen Begleiter für die ältere Generation.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Die Anschaffung wirft jedoch einige Fragen auf. Es gilt, das richtige Elektrofahrrad zu finden und eine faire und vorteilhafte Finanzierung zu gewährleisten.
Motorposition
Bei einem Elektrorad kann der Motor an unterschiedlichen Stellen untergebracht werden. Der Mittelmotor hat sich in der Praxis als vorteilhaft erwiesen, da er eine gleichmäßige Gewichtsverteilung gewährleistet und damit das Fahrverhalten nicht negativ beeinflusst. Auch ist der Verschleiß solcher Motoren sehr gering. Heckmotoren eignen sich besonders gut für eine sportliche Fahrweise, da sie die Kraft direkt auf das Hinterrad übertragen. Ein Heckmotor kann jedoch nicht mit einer Nabenschaltung oder Rücktrittbremse kombiniert werden. Frontmotoren sind besonders preiswert. Durch den Frontmotor wird allerdings der Schwerpunkt des Bikes ein wenig nach vorne verlagert, was zu einem etwas untypischen Lenkverhalten führt.
Gewicht
Das Gewicht spielt bei Elektrofahrrädern eine eher untergeordnete Rolle, da Du das Rad nicht alleine durch Deine Muskelkraft bewegen musst. Solltest Du das Rad häufig Transportieren und Tragen müssen, gilt es diesen Punkt trotzdem zu beachten. Auch die Reichweite des Akkus wird durch das Gewicht beeinflusst. Sportliche E-Bikes sind häufig aus leichteren Materialien gefertigt. Der Akku selbst ist ebenfalls ein Gewichtstreiber. Hier gilt es Reichweite und Gewicht genau abwägen. Die meisten E-Räder sind mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 120 kg ausgewiesen. Dazu zählt auch schon das Eigengewicht des Bikes. Kommt zu Deinem eigenen Körpergewicht dann auch noch Gepäck für eine längere Radtour, kann es auch schon mal eng werden.
Bremsen
Da mit einem E-Rad deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht werden, als mit einem herkömmlichen Fahrrad, müssen auch die Bremsen entsprechend leistungsfähiger sein.
Akku
Der Akku ist bei einem Elektrorad ein wichtiges Leistungsmerkmal. Du solltest Dir beim Kauf vor allem zwei Fragen stellen: Welche Reichweite soll der Akku schaffen? Und: Soll der Akku integriert oder abnehmbar sein? Ein abnehmbarer Akku kann zum Laden einfach herausgenommen und überall angeschlossen werden. Ein fest verbauter Akku schützt dagegen besser vor Diebstahl. Für die Reichweite ist in erster Linie die Kapazität des Akkus verantwortlich. Diese nimm im Laufe der Lebensdauer der Batterie langsam aber stetig ab. Gewöhnlich haben E-Bike-Akkus eine Kapazität im Bereich von 400 bis 500 Wattstunden.
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