Giant Twist E-Bike Test: Modelle, Technik und Erfahrungen

Die taiwanesische Firma Giant ist seit über 30 Jahren bekannt für ihre zuverlässigen, sportlichen Fahrräder, die auch in Deutschland viele Freunde haben. Für das Jahr 2013 erweiterte Giant sein E-Bike-Angebot um drei Pedelecs mit Bosch-Mittelmotor: das Giant Twist Elegance C 0 mit 28-Zoll-Rädern und das Giant Twist Elegance C 1 als 26- und 28-Zoll-Modell.

Giant Twist Elegance C0 mit Bosch Antrieb

Die kurze Ladezeit des Bosch-Antriebs soll die Pedelecs der Twist-Elegance-Serie laut Giant besonders attraktiv für Fahrten in der Stadt machen. Selbst kurze Stopps sollen zum Aufladen der Akkus genutzt werden können. Die 400 Wattstunden des Akkus sollen eine Reichweite von bis zu 110 km ermöglichen.

Giant Twist Esprit Double Power: Reichweite und Fahrkomfort

Ein großer Vorteil des Giant Twist Esprit Double Power Pedelecs ist die Verwendung der von Giant erfundenen Hybrid Cycling Technology, die dem Rad eine beeindruckende Reichweite verleiht, die alle anderen Räder dieser Kategorie weit hinter sich zurück lässt. Auch widerlegt das Twist Esprit das alte Vorurteil, das Pedelecs und E-Bikes nur etwas für Menschen sind, die zu faul zum Treten sind.

Ausgestattet mit zwei 234 Wh Li-Ionen-Akkus begeistert das Twist Esprit vor allem mit seiner großen Reichweite, die alle anderen Pedelecs der vergleichbaren Preisklasse weit hinter sich zurücklässt: Alleine mit dem ersten Akku schafften wir es auf relativ ebenerdiger Fläche 48 Kilometer weit. Damit ergibt sich für beide Batterien zusammen bei Touren im flachen Land eine Gesamtreichweite von knapp 100 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 25 km/h. Das ist beachtlich und für einen Sonntagsausflug nahezu optimal. Auch im Berg und in der Stadt konnte uns das Twist Esprit voll überzeugen: Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von immer noch knapp 20 km/h hielt es das Pedelec bergauf satte 38km durch, bis beide Akkus leer waren.

Ein weiterer Vorteil: Der zweite Akku kann entweder in der Gepäcktasche mitgeführt werden oder am Pedelec selbst. Dann schaltet das Rad automatisch auf den zweiten Akku um, wenn sich der erste dem Ende zuneigt. Erfreulich auch die Ladezeit: Nach nur 3 Stunden und 15 Minuten ist die Batterie wieder voll geladen.

Einen kleinen Punktabzug gibt es für das recht hohe Gewicht des Rades, das uns beim Versuch das Twist Esprit auf den Gepäckträger zu hieven sprichwörtlich in die Knie gehen ließ: Stattliche 31,1kg bringt es auf die Waage; dazu kommen die brikettschweren Akkus mit je 2,8kg Gewicht. Dass der Punktabzug nicht größer ausfällt, liegt vor allem daran, dass das Twist Esprit entsprechend viel “Ladung “verträgt: Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 150kg. Damit können auch Schwergewichte das Pedelec für den samstäglichen Großeinkauf im Supermarkt nutzen und zusätzlich noch einen Kasten Bier laden.

Neben Vorder- und Hinterradbremsen verfügt das Twist Esprit - für Pedelecs eher ungewöhnlich - über eine Rücktrittbremse. Dies dürfte vor allem Radfahrer erfreuen, die viele Jahre normale Fahrräder mit Rücktrittbremse gefahren haben und Angst vor einem Umstieg auf ein Pedelec mit Handbremse haben. Der Kritik von der Stiftung Warentest in der August-Ausgabe von 2011 an der Bremsenleistung können wir uns nicht anschließen. Giant bietet das Twist Esprit in drei verschiedenen Größen an: Zur Felgengröße von 28 Zoll gibt es die Rahmengrößen 44, 50 und 55cm.

Der LED-Scheinwerfer von Panasonic enttäuschte bei unserer Fahrt in der Dunkelheit: Während ein größerer Bereich gut beleuchtet wurde, war es direkt vor dem Rad stockfinster. Dies ist nicht so ideal, wenn man beispielsweise auf Waldwegen unterwegs ist und immer wieder Ästen, Tannenzapfen und ähnlichem ausweichen muss. Wer das Pedelec jedoch hauptsächlich in der Stadt benutzt oder bei Wochenendausflügen tagsüber, braucht sich daran nicht stören. Vorteilhaft ist wiederum, dass das Licht durch den eigenen Motor mit Strom versorgt wird und nicht über einen Dynamo.

Unser Fazit: Für den relativen günstigen Preis von 2.299 Euro bietet das Giant Twist Esprit Double Power Fahrkomfort und eine enorme Reichweite.

Giant Twist Aspiro: Sportliches Trekking-Hybrid

Giant hat das E-Bike Twist Aspiro weiterentwickelt. Das Pedelec kommt als Neuheit 2013 in den bundesweiten Fachhandel. Das Twist Aspiro ist ein Trekking-Hybrid, das sich an sportliche Fahrer richtet. Der Hersteller hat Wert auf das Rahmendesign gelegt. Es soll sich von anderen Fahrradbauern unterscheiden. Neuerungen gibt es bei diesem E-Bike Pedelec zum Beispiel bei der Akkuposition und beim Antriebssystem: Der Akku ist horizontal unter dem Gepäckträger angebracht und der SyncDrive R Heckmotor mit schwarzer Lackierung fügt sich in den Rahmen unauffällig ein. Laut Giant soll der Antrieb sehr leise sein.

Ebenfalls neu ist das LCD-Display. Wie das aktuelle iPhone hat der Bildschirm eine 3,5-Zoll-Bildschirmdiagonale. Ein Kontrastwert von 1000:1 solle eine gute Ablesbarkeit garantieren. Mit nur einem Zentimeter Dicke ist das Display laut Giant eines der flachsten am Markt. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt. So sorgt die 27-Gang Shimano XT-Schaltung für angenehmes Schalten bei mittleren und langen Distanzen.

Das Twist Aspiro verfügt darüber hinaus über eine Suntour NCX Magnesium-Federgabel mit Lock-Out (75mm Federweg), Schwalbe Energizer Bereifung (622x37mm) und LED-Beleuchtung. Der Akku befindet sich beim Twist Aspiro horizontal unterhalb des Gepäckträgers, dadurch stehen viele verschiedene Gepäckträgertaschen zur Auswahl. Neben dem Topmodell Giant Twist Aspiro 0 ist auch das Giant Twist Aspiro 1 erhältlich. Neben dem Topmodell Giant Twist Aspiro 0 wird auch das Giant Twist Aspiro 1 erhältlich sein. Es verfügt über eine SR Suntour NEX 4610 Federgabel mit Lockout und eine 27-Gang Shimano Deore Schaltung.

Technische Daten des Giant Twist Elegance C0 (Modelljahr 2013)

Hier sind die technischen Details des Giant Twist Elegance C0, Modelljahr 2013:

  • Modelljahr: 2013
  • Preis UVP: 2.600€
  • Kategorie: City / Urban
  • E-Bike Typ: Pedelec (bis 25 km/h)
  • Rahmen: Damen
  • Rahmengrößen: 45, 50, 55
  • Gewicht: 26 kg
  • Reichweite: 110 km
  • Motor: Bosch DriveUnit Cruise Mittelmotor, 250W
  • Motor Position: Mittelmotor
  • Unterstützung: bis 25 km/h
  • Akku Typ: Lithium-Ionen
  • Akku Eigenschaften: 400.00 Wh / 11.00 Ah / 36.00 V
  • Akku Position: Gepäckträger Hinten
  • Schaltung Typ: Nabenschaltung
  • Anzahl Gänge: 8
  • Schaltung Marke: Shimano Nexus Freilauf
  • Bremsen Typ: Hydraulische Felgenbremsen
  • Bremsen Modell: Magura HS 11
  • Federgabel Modell: SR Suntour NCX-D LO Lite, Hydraulic Speed Lockout, 50mm, 1â…›"~1½”-OverDrive-Schaft
  • Beleuchtung: Ja
  • Gepäckträger: Ja
  • Schutzbleche: Ja

Weitere E-Bike-Modelle im Vergleich

Es gibt viele Alternativen auf dem Markt. Hier ein kurzer Überblick über einige andere E-Bike-Modelle und deren Testergebnisse:

  • Kreidler Vitality Elite: Mit einem Preis von 2200 Euro rangiert das Pedelec im Mittelfeld der getesteten Komforträder.
  • Raleigh Leeds HS: 2400 Euro teuer und mit ordentlichen Messwerten.
  • Kalkhoff Pro Connect C8: Mit der Gesamtnote 2,7 verpasst das Bike die Note "Gut". Mit einem Preis von 2500 Euro ist es recht teuer.
  • Flyer C8 Premium: Die Note 2,8 verschafft dem Rad den 4. Platz in der Rangliste.
  • Kettler Twin Front NX8: Das 2100 Euro teure Twin Front scheiterte jedoch an seinen schwachen Bremsen. Note 4,5.
  • Pegasus E-Tour: Im Dauertest ging der Rahmen zu Bruch.
  • Diamant Zouma Sport +: für 2700 Euro bekommt der Käufer ein Fahrrad, das die Tester im Prinzip überzeugt hat.
  • Winora F2: Eine große Reichweite zählt zu den Stärken des 2300 Euro teuren Pedelecs. Der Preis dafür ist ein hohes Gewicht und eine sehr lange Ladezeit.
  • Giant Twist Esprit Power: Der Tourer macht vornehmlich durch eine geringe Reichweite (35 km) und schlechte Bremsen von sich reden. Ansonsten Durchschnitt und ein günstiger Preis (1900 Euro).
  • Ruhrwerk E-Bike: Außer dem günstigen Preis von 1000 Euro hat das Pedelec nicht viel zu bieten. Die läppische Reichweite von gut 20 km hilft niemandem, die lange Ladezeit nervt, vor allem führen die schlechten Bremsen zur schlechtesten Note im Test (5,0).

ADAC E-Bike Test: Qualitätsprobleme bei vielen Modellen

Veröffentlicht am 18. August 2011. Gerissene Rahmen, gebrochene Lenker, unzureichende Bremswirkung: Von 16 E-Bikes im Test des ADAC fallen neun mit der Note mangelhaft glatt durch. Dabei betreffen die katastrophalen Ergebnisse sowohl billige Pedelecs als auch teure Modelle.

Die Elektrofahrrad-Branche ist ein wachstumsstarker Sektor. Über 380.000 E-Bikes wurden im vergangenen Jahr deutschlandweit verkauft, 2009 waren es gerade einmal 150.000. Laut brancheninterner Schätzungen sind derzeit insgesamt rund 1,3 Millionen der elektrisch betriebenen Fahrräder auf deutschen Straßen unterwegs. Im Zuge dieser Entwicklung kommen immer mehr Modelle der batteriebetriebenen Zweiräder auf den Markt. So wurden im Jahr 2012 in Deutschland 264.000 Pedelecs produziert - mehr als doppelt so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Die Qualität allerdings scheint dabei ins Hintertreffen geraten zu sein. Dies ist zumindest der Anschein, welchen der aktuelle E-Bike-Test von ADAC und Stiftung Warentest hervorruft.

16 Pedelecs (Elektroantrieb bis 25 km/h Geschwindigkeit, Reichweite zwischen 30 und 75 Kilometer) mussten eine Strecke von 20.000 Kilometern auf dem ADAC-Prüfstand zurücklegen. Im Ergebnis wurden neben der Handhabung, dem Fahrkomfort, der Stabilität und der Bremsleistung auch die elektrischen Emissionen bewertet. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Nur zwei E-Bikes schneiden mit einem „Gut“ ab. Der Rest offenbart zum Teil lebensbedrohliche Fabrikationsmängel.

Ein Lenkerbruch bei hohen Geschwindigkeiten - dies ist wohl eine der unangenehmsten Vorstellungen, die ein Radfahrer haben kann. Bei drei der Testmodelle (KTM Macina Eight, Sinus B3 8-G Nexus, Kreidler Vitality Elite VE3) trat genau dieser Fall ein. Nicht weniger gefährlich: Der Bruch des Rahmens, den die ADAC-Prüfer beim Flyer C5R Deluxe und beim Leviatec Demission feststellen mussten. Letzteres konnte zudem bezüglich seines Fahrkomforts nicht bewertet werden: Ein defekter Akku verhinderte die Nutzung. All diese eklatanten Schadensfälle wurden auch in Wiederholungstests erneut überprüft - das Ergebnis blieb das gleiche.

Drei weitere Modelle fielen durch mangelhafte Bremsen auf, vier weitere wiesen so hohe Strahlungsemissionen auf, dass während des Betriebs eine Beeinträchtigung von Rettungs- und Polizeifunk zu befürchten sein muss. Zwei E-Bikes jedoch überzeugen im ADAC-Test: Auf den ersten Plätzen (Prädikat „Gut“) landen das Stevens E-Courier SX und das Kettler Obra RT. Beide Pedelecs sind zu einem Preis von 2.500 Euro erhältlich und kommen mit einer Akkuladung rund 50 bis 75 Kilometer weit.

Wer über 2.000 Euro in ein E-Bike investiert, sollte mehr erwarten dürfen als nur die Erfüllung sicherheitstechnischer Grundanforderungen. Die Mehrzahl der vorliegend getesteten Elektro-Bikes jedoch hat schon hierbei Probleme. So scheint der Wunsch mancher Hersteller, im Zuge des aktuellen E-Bike-Booms möglichst schnell möglichst viele Pedelecs auf den Markt zu bringen, die Qualitätskriterien signifikant herabgesetzt zu haben.

Erfahrungen mit dem Giant E-Bike

Das Giant Bike wirkt schon beim Betrachten hochwertig und aus guten Komponenten aufgebaut. Ebenfalls am Lenker (links) befindet sich in unserem Fall die Sport Ridecontrol, mit welchem das mittig angebrachte große Zentraldisplay bedient werden kann. Beim Losfahren fällt zuerst der leise Antrieb auf. Auch die zur Verfügung stehende Kraft des Motors zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. Es kommt immer genügend Schub, wobei der Antrieb beim Anhalten minimal nachläuft. Die 25 km/h Abregelgrenze sind jedenfalls immer schnell erreicht.

Es soll ja Leute geben, welche mit diesem Motor Probleme haben, welche sich in Aussetzern und ähnlichem äußern. Die Erfassung der Tretkraft erfolgt beim Giant System mittels Kraftsensoren an den Pedalen. Wer beim Halten an einer Ampel etc. seine Füße auf den Pedalen lässt, kann diese Kalibrierung stören und sich mit solchen Symptomen äußern. Der Li-Ion-Akku speichert 360 Wh und kann in der geringsten Unterstützungsstufe das E-Bike samt Fahrer ca. 100 Kilometer weit bringen. Das konnten wir natürlich nicht testen. Am Akku kann der Ladestand per Knopfdruck angezeigt werden.

Die verbauten hydraulischen Bremsen kommen ebenfalls von Shimano und verzögern das Pedelec in hohem Maße. Weiter war das Giant Pedelec mit einer Magnesium-Gabel von Suntour mit Lockout ausgerüstet, die eine gute Stabilität vermittelte. Weiter gefiel uns die komplette Ausrüstung mit der LED-Beleuchtung von Trelock vorne und Spanninga hinten. Die LEDs hinten wurden formschön in das Akkugehäuse integriert. Die Komponenten harmonieren gut zusammen und die Bedienung geht leicht von der Hand.

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