Elektrofahrrad mit Anhänger: Ein umfassender Test

Das Fahren mit einem Elektrofahrrad und einem Fahrradanhänger bietet viel Freude und Flexibilität, erfordert jedoch auch Vorsicht. Ob Lasten-, Kinder-, oder Hundetransport: Ein kleiner oder großer Fahrradanhänger kann die flexible Alternative zum Lastenrad sein.

Fahrradanhänger im Test: Worauf es ankommt

Im Test wurden 13 kipp- und faltbare Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit Platz für zwei Fahrräder getestet. Bei Handhabung, Qualität und Sicherheit gab es geringere Unterschiede, beim Preis jedoch größere. Die Preisspanne ist bei Heckträgern groß, doch der Test hat gezeigt, dass ein guter Fahrradheckträger nicht so teuer sein muss. Zwar wurde das teuerste Model von Uebler für den Preis von 730 Euro Testsieger und erhielt als einziges Modell das ADAC Urteil "sehr gut". Aber auch für rund 400 Euro ist schon ein guter Fahrradträger zu bekommen. Damit sind die Modelle insbesondere auch für den Transport von E-Bikes geeignet.

Methodik des ADAC-Tests

Für den Test wurden 13 Heckträgermodelle für zwei Fahrräder anonym beschafft und abwechselnd sechs unterschiedliche Fahrräder darauf montiert. In einem Praxistest wurden die Fahrradträger überprüft auf ihre Handhabung (40 Prozent der Gesamtnote), Qualität (40 Prozent der Gesamtnote) und Sicherheit (20 Prozent der Gesamtnote).

Bewertungskriterien:

  • Handhabung: Bedienungsanleitung, Erstmontage, Montage und Demontage am Auto, Auf- und Abladen unterschiedlicher Fahrradtypen, Zugang zum Kofferraum, Reparaturfreundlichkeit, Faltmechanismus.
  • Qualität: Material und Verarbeitung, Gewicht, Diebstahlsicherung.
  • Sicherheit: Sicherheitshinweise, Verhalten bei Vollbremsungen und Bremsschwellentests, Ausweichmanöver.

Die richtige Wahl: Welches E-Bike und welcher Anhänger sind geeignet?

Für den Transport von Fahrradanhängern ist ein E-Bike die perfekte Lösung. Bei der Verwendung eines Fahrrad-Lastenanhängers ist es entscheidend, das zulässige Gesamtgewicht des E-Bikes zu beachten, das die vom Hersteller festgelegte Grenze nicht überschreiten darf. Fahrradanhänger dürfen ausschließlich an E-Bikes angehängt werden, die eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 25 km/h erreichen. Der Fahrer eines Fahrrads mit Kinderfahrradanhänger muss mindestens 16 Jahre alt sein.

E-Bike Anforderungen für den Anhängerbetrieb

Wer mit einem E-Bike und Anhänger unterwegs ist, stellt sein Rad vor deutlich höhere Anforderungen als beim normalen Fahren. Die Kombination aus steilem Gelände, schwerer Zuladung und längeren Distanzen verlangt nach einem kräftigen Motor und einem leistungsfähigen Akku.

Motor:

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Mittelmotoren, die zentral im Tretlagerbereich sitzen, und Nabenmotoren, die in Vorder- oder Hinterradnabe integriert sind. Mittelmotoren bieten eine direkte Kraftübertragung auf die Kette und arbeiten besonders effizient, wenn es bergauf geht oder bei hoher Last. Nabenmotoren (insbesondere im Vorderrad) können beim Ziehen eines Anhängers instabil wirken - das zusätzliche Gewicht zieht hinten, während der Schub von vorne kommt.

Fazit: Für den Anhängerbetrieb sind Mittelmotoren eindeutig im Vorteil, da sie die Kräfte zentral und gleichmäßig verteilen und zudem besser mit Schaltungen zusammenarbeiten.

Drehmoment:

Ein entscheidender Wert beim Motor ist das Drehmoment, angegeben in Newtonmetern (Nm). Es beschreibt, wie kraftvoll der Motor antritt - ein wichtiger Faktor bei schwerer Last. Für Touren mit Anhänger solltest du auf ein Drehmoment von mindestens 60 Nm achten. Bei hügeligem Gelände oder größeren Anhängern (z. B. mit zwei Kindern oder einem Campinganhänger) sind Motoren mit 75-90 Nm ideal.

Akkukapazität:

Je schwerer die Gesamtbeladung, desto höher ist der Energiebedarf - besonders bei Steigungen. Der Akku muss nicht nur das E-Bike, sondern auch den Anhänger samt Ladung mitversorgen. Gleichzeitig steigt der Luft- und Rollwiderstand. Für Touren mit Anhänger ist eine Akkukapazität von mindestens 500 bis 625 Wh zu empfehlen - je nach Terrain und Unterstützungsstufe.

Tipp: Wer regelmäßig lange Touren plant, sollte über ein Dual-Akku-System in Betracht ziehen.

Sicherheit geht vor: Tipps für eine sichere Fahrt

Bei längeren Fahrten ist es wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen. Achte auch auf den Luftdruck und das Profil der Reifen, um Pannen zu vermeiden.

E-Bike und Fahrradanhänger: 5 Tipps für eine sichere Fahrt:

  1. Die passende Fahrtechnik und Geschwindigkeit: Achte darauf, vorausschauend zu fahren und die Geschwindigkeit an die Bedingungen anzupassen.
  2. Die Witterungsbedingungen berücksichtigen: Bei Nässe oder Schnee verlängern sich die Bremswege und die Traktion verschlechtert sich.
  3. Sicherheitsausrüstung: Trage immer einen Helm und sorge dafür, dass Dein Kind im Anhänger stets angeschnallt ist.
  4. Regelmäßige Pausen einlegen: Bei längeren Fahrten ist es wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen.
  5. Pflege und Wartung: Achte auch auf den Luftdruck und das Profil der Reifen, um Pannen zu vermeiden.

Pflege und Wartung von E-Bike und Anhänger

Die regelmäßige Pflege und Wartung Deines E-Bikes und des Anhängers ist entscheidend für deren Sicherheit und Langlebigkeit. Achte auch auf den Luftdruck und das Profil der Reifen, um Pannen zu vermeiden. Um die Reichweite Deines Akkus zu maximieren, plane Deine Fahrten im Voraus und berücksichtige die Streckenlänge sowie das Gelände. Vermeide unnötige Beschleunigungen und halte eine konstante Geschwindigkeit. Achte darauf, den Akku vollständig aufzuladen, bevor Du längere Fahrten unternimmst.

Vor dem Kauf zu beachten

  • Maximal zulässige Stützlast des Autos ermitteln (siehe Fahrzeugschein).
  • In Bedienungsanleitung des Autos auch maximale Stützlast für Fahrradheckträger überprüfen, da diese bei manchen Herstellern von der maximalen Stützlast abweicht.
  • Gewicht zu transportierender Fahrräder ermitteln. Dann prüfen, wieviel Fahrräder auf dem Heckträger transportiert werden dürfen.
  • Bei höherwertigen Fahrrädern oder Pedelecs bzw. E-MTBs darauf achten, dass auch der Heckträger über eine Diebstahlsicherung verfügt.
  • Platz zur Lagerung des Fahrradträgers nach Demontage aussuchen. Auf die passende Steckverbindung achten (7 oder 13 Pole).
  • Zusätzliche Angaben in der Fahrzeug- und Heckträgerbenutzungsanleitung beachten. Zum Beispiel maximaler Überstand nach hinten, maximale Anzahl an Fahrrädern, D-Wert-Anforderungen an die Anhängerkupplung.

Vor der Fahrt zu beachten

  • Anhängerkupplung muss sauber und fettfrei sein.
  • Beladungshinweise des Trägers beachten. Fahrradträger nicht überladen: Eigengewicht Fahrradträger + Gewicht aller Fahrräder ≤ Stützlast.
  • Fahrradträger und Fahrräder auf sicheren Halt überprüfen.
  • Sperrige, schwere oder leicht zu verlierende Teile nach Möglichkeit vom Fahrrad abmontieren, wie zum Beispiel Akkus von Pedelecs.
  • Funktion der Beleuchtungsanlage prüfen. Zudem darf die Ladung laut StVZO nicht weiter als 40 Zentimeter über den Rand der Schlussleuchten des Heckträgers hinausragen. Sonst auf beiden Seiten mit der Beleuchtung durch eine weiße Leuchte nach vorne und eine rote Leuchte nach hinten kenntlich machen.
  • Nach 50 Kilometern anhalten und alle Schrauben und Gurte kontrollieren.
  • Ist eine dritte Bremsleuchte vorhanden, darf diese nicht verdeckt sein.
  • Achtsam fahren: Durch den Träger wird das Fahrverhalten des Fahrzeuges beeinflusst, es kann in Extremsituationen ungewohnt reagieren.
  • Empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h bei Benutzung eines Heckträgers einhalten.
  • Kennzeichen am Auto und Kennzeichen am Fahrradträger müssen gleich sein. Wenn das Hecktragesystem das amtliche Kennzeichen verdeckt, muss ein sogenanntes Wiederholungskennzeichen angebracht werden. Auf dem Wiederholungskennzeichen muss keine Prüfplakette angebracht werden, wenn diese auf dem Originalkennzeichen lesbar ist.
  • Abdeckplanen oder -hüllen nicht über den Fahrradheckträger ziehen, da sie den Luftwiderstand erhöhen, zulässige Kräfte am Träger überschritten werden können und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs beeinträchtigen können.

Beliebte Anhänger für E-Bike-Touren

Modell Typ Zuladung Eigengewicht Räder / Bereifung Kupplung Besonderheiten StVZO-konform?
Thule Chariot Cross 2 Kinderanhänger ca. 45 kg ca. 14 kg 20″ Luftreifen, gefedert Achskupplung (Thule ezHitch) Jogger- & Buggy-Set, wetterfest, sehr komfortabel ✅ (mit Rücklicht)
Croozer Kid Vaaya 2 Kinderanhänger ca. 45 kg ca. 18 kg 20″, Federung AirPad Achskupplung Nachhaltige Materialien, integriertes Rücklicht
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Burley Flatbed Lastenanhänger bis 45 kg ca. 7 kg 16″ Speichenräder Achskupplung Leicht, Plattform statt Wanne, flexibel beladbar
Qeridoo KidGoo 2 Kinderanhänger ca. 45 kg ca. 17 kg 20", Federung Achskupplung Komfort-Sitzsystem, Überrollschutz, Kopfprotektoren ✅ (mit Rücklicht)

Mit der richtigen Vorbereitung steht unbeschwerten Ausflügen mit dem E-Bike und Deinem Fahrradanhänger nichts im Wege. Mit einem E-Bike ist das Ziehen eines Kinder­anhängers deutlich entspannter als ohne Motor.

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