Stiftung Warentest E-Bike Test: Ein umfassender Überblick

Die Vielfalt auf dem E-Bike-Markt ist riesig, und fast jeder Fahrradtyp wird mittlerweile auch mit Elektromotor angeboten. Um Verbrauchern bei der Auswahl zu helfen, hat die Stiftung Warentest im E-Bike-Test 2024 elf Trekking-Räder mit integrierten Akkus geprüft. Die Räder kosten zwischen 1.100 und 4.500 Euro, wobei gute Modelle ab rund 3.200 Euro erhältlich sind.

Testkriterien und -ablauf

Im aktuellen Test (06/24) wurden elf Trekking-E-Bikes mit Preisen von 1.100 bis 4.500 EUR auf Herz und Nieren geprüft. Die Stiftung Warentest kaufte die Fahrräder von November bis Dezember 2023 ein. Für den Test wurden die E-Bikes verschiedenen Prüfungen unterzogen, darunter:

  • Fahrverhalten: Erfahrene Radler prüften das Fahrverhalten in der Ebene und bergauf sowie Federungsverhalten und Sitzposition.
  • Fahrstabilität: Zwei Experten bewerteten die Fahrstabilität mit und ohne Gepäck bei unterschiedlichem Tempo.
  • Akku und Motor: Die Ladedauer der Akkus wurde gemessen, und die Spritzwasserfestigkeit von Akku, Motor und Display wurde geprüft.
  • Sicherheit: Geprüft wurde, ob die E-Bikes alle Sicherheitsanforderungen einhalten.
  • Bremsen: Die Bremskraft der E-Bikes wurde gemessen, und es wurde geprüft, ob die Bremsen ein Gesamtgewicht von 150 Kilogramm schnell genug abbremsen können.
  • Schadstoffprüfung: Griffe und Sättel wurden auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Phthalat-Weichmacher untersucht.

Testergebnisse und Testsieger

Die Testergebnisse fielen gemischt aus. Während ein Großteil der Pedelecs mit Mittelmotor "gut" abschnitt, reichte es bei den E-Bikes mit Heckmotor nur für "befriedigende" Gesamtnoten.

Die beiden Testsieger sind:

  1. Kalkhoff ENDEAVOUR 5 ADVANCE+: Mit dem Qualitätsurteil GUT (1,8) teilt sich das ENDEAVOUR 5 ADVANCE+ von Kalkhoff den ersten Platz. Besonders hervorgehoben wurden die angenehme Sitzposition, der kraftvolle Motor und die hochwertige Verarbeitung.
  2. KTM Macina Gran 610: Ebenfalls mit der Note "gut (1,8)" wurde das KTM Macina Gran 610 ausgezeichnet. Die Juroren lobten das stabile Fahrverhalten und den kräftigen, optimal abgestimmten Antrieb von Bosch.

Als Preis-Leistungs-Sieger wurde das Cube Kathmandu Hybrid One 625 mit der Note 2,0 ausgezeichnet. Es ist fast genauso gut wie die Testsieger, aber mit einem Preis von 3150 Euro deutlich günstiger.

Unter den Modellen mit Hinterradmotoren schnitt das Maxtron MT-11 mit der Note 3,2 ("befriedigend") noch am besten ab.

Detaillierte Ergebnisse im Überblick

Hier ist eine Zusammenfassung der Testergebnisse für einige der getesteten E-Bikes:

Modell Qualitätsurteil Besondere Merkmale
Kalkhoff ENDEAVOUR 5 ADVANCE+ Gut (1,8) Angenehme Sitzposition, kraftvoller Motor, hochwertige Verarbeitung, hohe Zuladung (170 kg)
KTM Macina Gran 610 Gut (1,8) Stabiles Fahrverhalten, kräftiger Bosch-Antrieb, einfache Akkuentnahme
Cube Kathmandu Hybrid One 625 Gut (2,0) Hohe Reichweite (bis zu 150 km), gefederte Sattelstütze
Maxtron MT-11 Befriedigend (3,2) Preiswertestes E-Bike im Test, geeignet für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer

E-Bike Typen und Rahmenformen

Die Stiftung Warentest stellt verschiedene E-Bike-Typen vor, nennt Vorteile und Nachteile unterschiedlicher Rahmenformen, Antriebs­arten und Motoren. Hier sind einige wichtige Punkte:

  • City-E-Bikes: Eignen sich für Arbeitsweg, Einkäufe und gelegentliche Ausflüge.
  • Trekking-E-Bikes: Ideal für Ausflüge, Radreisen und längere Touren. Sie sind verkehrssicher ausgestattet und können im Straßenverkehr genutzt werden.
  • Diamant- und Trapezrahmen: Das versteifende Oberrohr gewährleistet ein verbessertes Fahrverhalten, was besonders für Vielfahrer von Vorteil ist.

E-Bike Kaufberatung

Wer ein Elektrofahrrad kaufen möchte, muss oft viel Geld in die Hand nehmen. Deshalb ist es gut, vorher die eigenen Bedürfnisse zu kennen, um das beste E-Bike für sich zu finden. Hier sind einige Tipps:

  • Budget: Gute E-Bikes kosten ab rund 3.200 Euro.
  • Motor: Räder mit Mittelmotor haben grundsätzlich einen guten Schwerpunkt und eine direkte Kraftübertragung.
  • Akkukapazität: Ein Akku mit größerem Energieinhalt verspricht eine höhere Reichweite, aber auch andere Faktoren wie Fahrverhalten und Streckenbeschaffenheit spielen eine Rolle.
  • Sicherheit: Sparen Sie nicht an einem sicheren Fahrradschloss und ziehen Sie eine Versicherung in Betracht.

E-Bike und Alkohol

Pedelecs, bei denen der Motor nur bis Tempo 25 unterstützt, gelten rechtlich als Fahrräder. Wer E-Bike oder S-Pedelec fährt, wird allerdings von vorn­herein wie ein Auto­fahrer behandelt und schon ab 0,5 Promille Alkohol aus dem Verkehr gezogen.

E-Bike Versicherung

Ein Pedelec ist über die Hausratversicherung gegen Diebstahl oder Beschädigung versichert, wenn es zu Hause gestohlen oder beschädigt wird. Für zusätzlichen Schutz außer Haus benötigen Sie einen Fahrradzusatz in Ihrer Hausrat­versicherung. Sinnvoll für E-Bikes und S-Pedelecs kann eine Teilkasko­versicherung sein, die zusätzlich zur (Pflicht-)Haft­pflicht­versicherung abge­schlossen werden kann.

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