Eine gute Fahrradversicherung kann im Ernstfall bares Geld sparen. Die Stiftung Warentest hat 118 Tarife von 44 Anbietern getestet - mit erfreulichem Ergebnis: Bereits ab rund 30 Euro im Jahr gibt es sehr guten Diebstahlschutz für ein Trekkingrad im Wert von 1 500 Euro oder ein E-Bike im Wert von 6 000 Euro.
Im Test sind Tarife aller wichtigen Anbieter - von ADAC und Ammerländer über Huk und Signal Iduna bis Zurich. Unser Vergleich zeigt, welche Police wofür zahlt, wer einen Pannen-Schutzbrief anbietet und wie gut der Versicherungsschutz im Ausland ist. Zusätzlich zeigen wir die Merkmale jedes Tarifs. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welchen Versicherungsschutz ein bestimmter Tarif bietet.
Unser neuer Online-Rechner zeigt Ihnen, ob sich eine Fahrradversicherung (Diebstahlschutz) für Sie lohnt. Wichtig: Der Umkehrschluss gilt nicht. Nur weil eine Versicherung teurer ist als der Erwartungswert, heißt das noch nicht, dass sie sich nicht lohnt!
Warum eine E-Bike Versicherung sinnvoll ist
Viele E-Bikes und Pedelecs sind häufig im Einsatz: für längere Radtouren, zum Pendeln oder Einkaufen. Ja, ein Versicherungsschutz für das eigene E-Bike ist sowohl im Alltag als auch bei Freizeitaktivitäten sinnvoll. Da E-Bikes in der Regel eine kostspielige Anschaffung sind, ist ein zusätzlicher Versicherungsschutz empfehlenswert. Inzwischen bieten viele Versicherer speziell abgestimmte Tarife für unterschiedliche E-Bikes an, etwa für sportliche E-Mountainbikes oder schnelle E-Rennräder.
Eine E-Bike Versicherung bietet im Hinblick auf Fahrraddiebstahl einen wesentlich umfangreicheren Schutz als eine Hausratversicherung und lässt sich durch weitere Leistungsbausteine individuell an den persönlichen Bedarf anpassen.
Bestandteile einer E-Bike Versicherung
E-Bike Versicherungen bestehen aus drei Bausteinen: Diebstahlschutz, Reparatur sowie Unfall- und Pannenhilfe. Diese können flexibel einzeln oder in Kombination abgeschlossen werden. Für viele E-Bike-Fahrerinnen und E-Bike-Fahrer ist die Kombination aus Diebstahl- und Reparaturschutz besonders sinnvoll.
Diebstahlschutz
Aufgrund der hohen Preise von E-Bikes bzw. Pedelecs ist der Diebstahlschutz essenziell. Der Diebstahlschutz greift bei Diebstahl oder Raub des gesamten E-Bikes sowie einzelner Teile im öffentlichen Raum.
- Tarifunabhängig: Der Diebstahl fest verbauter Teile (Lenker, Reifen, Sattel, usw.).
- Tarifabhängig: Der Diebstahl loser Teile (Fahrradcomputer, Luftpumpe, Kindersitz, usw.) und Gepäcks.
Für Zubehörteile sind in der Regel Erstattungsgrenzen festgelegt: Im Schnitt liegen sie bei 300 € pro Zubehörteil und bei 2.000 € pro Schadenfall.
Tarife mit Neuwert statt Zeitwert: Gute Tarife erstatten den Neuwert und können zusätzlich eine Progression bzw. Wiederbeschaffungsklausel beinhalten.
Wichtig: Nicht abgeschlossene E-Bikes sind nicht versichert. Das Bike muss in der Regel an einem festen Objekt (z. B. Laternenpfahl) angeschlossen sein. Einige Anbieter schließen Zahlenschlösser aus.
Reparaturschutz
Tarife mit dem Baustein „Reparatur” decken Reparaturkosten ab. Der Versicherungsschutz greift in der Regel sowohl bei mechanischen als auch elektrischen Defekten, sofern diese durch ein versichertes Ereignis verursacht wurden.
Beispiele für versicherte Ereignisse:
- Bedienfehler und unsachgemäße Handhabung
- Produktions-, Material- und Konstruktionsfehler
- Elektroschäden
- Verschleiß von bestimmten Fahrradteilen
- Verschleiß des Akkus
- Totalschaden
Pannenhilfe
E-Bike Versicherungen mit Schutzbrief-Leistungen greifen bei Pannen sowie Unfällen. Beim Baustein Pannenhilfe gibt es zwischen den Anbietern nur geringe Leistungsunterschiede. Nahezu alle Tarife bieten eine solide Grundabsicherung.
- Pannenhilfe vor Ort: Bei einer Panne organisiert die Versicherung einen Helfer, der Ihnen direkt vor Ort hilft.
- Übernachtung im Notfall: Macht eine Panne die Weiterfahrt während einer längeren Reise unmöglich, kommen leistungsstarke Tarife im Notfall auch für Hotelkosten auf.
Weniger umfassende Tarife beinhalten hingegen ausschließlich Pannenhilfe und Abholservice.
Diese Option ist vor allem für E-Bike-Fahrer nützlich, die weite Strecken fahren und beispielsweise Fahrradtouren unternehmen. Bei Radtouren, die eine Distanz von bereits 5 Kilometern zum Wohnort überschreiten, ist ein Schutz ebenfalls sinnvoll.
Besondere Aspekte beim E-Bike Versicherungsschutz
Grundsätzlich lassen sich verschiedene Radtypen versichern. Hierzu zählen beispielsweise sportliche E-Bikes, Modelle aus Carbon sowie E-Bikes mit einem Dual-Battery-System. In den Versicherungsbedingungen sind die Fahrradtypen festgelegt, die im jeweiligen Tarif abgesichert werden können beziehungsweise, die nicht versicherbar sind.
- Sportliche Aktivitäten: Die Absicherung eines E-Bikes für sportliche Aktivitäten ist grundsätzlich sinnvoll. Allerdings sollte hier besonders darauf geachtet werden, welche Versicherung beziehungsweise welche Tarife eine sportliche Nutzung abdecken.
- Dual-Battery-Systeme: Manche Versicherer bieten Tarifleistungen bei sogenannten Dual-Battery-Systemen an.
- Versicherungsschutz im Ausland: Mit leistungsstarken Tarifen bleibt das Rad auch im Ausland abgesichert. Zum Beispiel bei einer Tour im Urlaub oder auf längeren Reisen.
E-Bike Versicherung vs. Hausratversicherung
Viele E-Bike-Besitzer und E-Bike-Besitzerinnen gehen davon aus, dass ihr Rad über die Hausratversicherung bereits vollständig abgesichert ist. Tatsächlich ist der Schutz jedoch meist eingeschränkt: Standardmäßig sind Fahrräder in der Hausratversicherung lediglich gegen Diebstahl innerhalb des versicherten Wohnraums abgesichert.
Eine eigenständige E-Bike Versicherung bietet im Vergleich deutlich mehr Leistungen. Der Diebstahl des E-Bikes ist zu Hause und unterwegs abgesichert. Auch der Diebstahl von fest montierten Teilen, losem Zubehör, der Batterie und eines Ersatzakkus sowie von Gepäck auf Touren ist - je nach Tarif - im Versicherungsumfang enthalten.
CHECK24 Tipp: Wenn Sie nur am Baustein „Diebstahlschutz” interessiert sind, dann prüfen Sie, ob Ihre Hausratversicherung den Zusatzbaustein bereits enthält.
Wichtige Vertragsdetails
- Selbstbeteiligung: Die Selbstbeteiligung ist der vertraglich vereinbarte Betrag, den Versicherte im Schadensfall selber zahlen müssen.
- Versicherungssumme: Die Versicherungssumme bei einer E-Bike-Versicherung ist der maximale Betrag, den der Versicherer im Falle eines versicherten Schadens erstattet.
- Wartezeit: Die Wartezeit ist der Zeitraum zwischen Vertragsbeginn und dem Zeitpunkt, ab dem der Versicherer vollumfänglich Kosten für Schadensfälle übernehmen muss.
Ein rückwirkender Versicherungsabschluss ist generell nicht möglich. Mitversichert sind alle Personen, die das versicherte E-Bike nutzen.
Welchen Wert kann ich versichern?
Mit CHECK24 können E-Bikes im Wert von 100 bis 20.000 Euro versichert werden. Viele Versicherer geben hier jedoch eine Obergrenze von 10.000 Euro vor. Hinsichtlich des Alters können E-Bikes bis zu einem Alter von 10 Jahren versichert werden. Beim Baustein Verschleiß gelten jedoch häufig niedrigere Altersgrenzen von maximal 3 bis 5 Jahren.
Wie weise ich den Versicherungsschutz nach?
Der Nachweis besteht in der Regel aus einer Policenbestätigung oder einem Versicherungsschein, auf dem alle versicherten Leistungen, Vertragsdaten sowie das versicherte E-Bike aufgeführt sind. Im Versicherungsfall wird die Rahmennummer zur eindeutigen Zuordnung des Fahrrads benötigt. Sie muss daher beim Kauf auf der Rechnung dokumentiert und beim Abschluss der Versicherung angegeben werden.
Anbieter vergleichen
Mit dem CHECK24 Vergleich für E-Bike Versicherungen können Sie über 42 Tarife von 23 Anbietern miteinander vergleichen. Unsere CHECK24 Kundenberater stehen Ihnen von Montag bis Sonntag von 08:00 bis 20:00 Uhr persönlich zur Verfügung.
Diebstahlrisiko und regionale Unterschiede
Das Diebstahlrisiko ist von Region zu Region verschieden. Am häufigsten werden Fahrräder in Großstädten wie Berlin oder Studentenstädten wie Münster, Göttingen oder Freiburg gestohlen. Wer in einem Stadtstaat oder einer Studentenstadt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutschland schlagen Fahrraddiebe im Schnitt seltener zu.
Allgemeine Tipps und Überlegungen
- Wert des Fahrrads: Je teurer das Rad, desto höher der finanzielle Verlust, den eine Hausratversicherung möglicherweise nur teilweise ersetzt. Ist keine Hausratversicherung vorhanden, ist für teure Fahrräder zumindest eine Diebstahlversicherung zu empfehlen.
- Diebstahlrisiko: Wer in der Großstadt häufig mit dem Rad unterwegs ist oder es draußen abstellt, muss eher mit einem Diebstahl rechnen als jemand, der in einer Kleinstadt nur gelegentlich Rad fährt oder es vorwiegend in geschlossenen Räumen unterbringt.
- Nutzungsverhalten: Wer viel fährt, hat mehr Verschleiß. Auch das Risiko von Schäden, die andere Menschen absichtlich oder unabsichtlich verursachen, ist bei starker Nutzung höher.
Schloss-Vorgaben der Versicherungen
Bedingung für eine Entschädigung nach einem Diebstahl ist, dass das Fahrrad mit einem Schloss gesichert war. Viele Versicherungen schreiben auch Schlossmodelle oder -hersteller vor, die verwendet werden müssen. Andere geben einen Mindestpreis vor.
Kosten einer Fahrradversicherung
Die Kosten der Versicherung richten sich nach dem Wert des versicherten Fahrrads und bei manchen Versicherungen auch nach dem Wohnort. Diebstahlversicherungen für normale Fahrräder sind bereits für eine Jahresprämie deutlich unter 50 Euro zu haben. Für Elektroräder geht es ab etwa 50 Euro los. Für Versicherungen mit weiteren Leistungen werden etwa 70 Euro und mehr fällig - die Beiträge können aber auch weit über 250 Euro liegen.
Die Versicherungsunternehmen bieten auf ihren Internetseiten meist einen Rechner, mit dem die tatsächlichen Kosten schnell zu kalkulieren sind. Abschließen lassen sich die Versicherungen online oder über Versicherungsmakler:innen. Auch manche Fahrradgeschäfte bieten an, direkt beim Kauf eine Versicherung abzuschließen. Allerdings fehlt dabei der Vergleich mit anderen Angeboten und eine unabhängige Beratung.
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