Was tun, wenn der E-Scooter-Akku tiefentladen ist?

Viele kennen das Problem: Ein Akku lässt sich nicht mehr laden. Wenn Ihr E-Scooter nicht lädt, während das Ladegerät grün zeigt, können verschiedene Probleme vorliegen. Meist hängen diese mit dem Akku zusammen. Ein möglicher Grund dafür kann eine Tiefentladung (auch „Tiefenentladung“) sein. Das bedeutet, dass der Akku nicht mehr genügend Spannung aufweist. Ladegeräte weigern sich dann, den Akku aufzuladen - ein Schutzmechanismus.

Ursachen und Erkennung einer Tiefentladung

Die häufigste Ursache einer Tiefentladung ist, dass ein Akku über lange Zeit nicht geladen wird. Gerade bei Lithium-Ionen-Akkus, die heutzutage in den allermeisten elektronischen Geräten verbaut sind und auch bei Lautsprechern und E-Bikes zum Einsatz kommen, ist dies fatal. Grund ist die Selbstentladung, die sich bei diesen Akkus nicht vermeiden lässt: Sie geben auch bei Nichtbenutzung kontinuierlich Ladung ab. Obwohl es sich dabei nur um geringe Mengen handelt, kann ein Lithium-Ionen-Akku schon nach wenigen Monaten vollständig entladen sein.

Eine andere mögliche Ursache ist ein Defekt der Elektronik. Akkubetriebene Geräte verfügen in der Regel über ein Batteriemanagementsystem (BMS), das den Akku vor zu hoher und zu niedriger Spannung schützt. Es kann aber auch sein, dass der Akku erschöpft ist. Wie die Erfahrung zeigt, lässt die Kapazität von Lithium-Ionen-Akkus mit der Zeit nach.

Möglich ist ebenfalls eine Tiefenentladung des Akkus aufgrund einer falschen Lagerung, zum Beispiel über den Winter. In diesem Fall kann das Ladegerät die Batterie nicht laden, da nicht genügend Spannung vorliegt. Bei neueren E-Scooter-Modellen kann eine Tiefenentladung durch integrierte Schutzmechanismen verhindert werden.

E-Scooter lädt nicht: Ladegerät zeigt grün aufgrund des Akkus
Wenn Sie Ihren E-Scooter wie gewohnt aufladen wollen, kann es zu einem Problem mit einem dauerhaft grünen Licht kommen. Das Licht leuchtet, wenn das Ladegerät mit dem E-Scooter verbunden ist, aber kein Strom fließt. In den meisten Fällen handelt es sich dabei entweder um ein Problem mit dem Akku oder dem Ladegerät.

Übrigens: Wenn Ihr E-Scooter ein dauerhaft grünes Licht am Ladegerät zeigt, muss dies nicht immer bedeuten, dass ein Problem vorliegt. Er geht nun nicht mehr an, nichts tut sich, lädt auch nicht mehr auf (Ladestecker zeigt dauerhaft grün).

Was passiert bei einer Tiefentladung?

Jeder Akku hat eine sogenannte Entladeschlussspannung - bei einem Lithium-Ionen-Akku beispielsweise sind das 2,5 Volt. Fällt die Spannung unter diesen Wert, kommt es zu einer Tiefentladung. Durch eine Tiefentladung sinkt für gewöhnlich die Lebensdauer eines Akkus. Es können aber auch irreversible Schäden auftreten, die zu Kurzschlüssen führen können.

Lithium-Ionen-Akkus sind besonders empfindlich - im Worst Case können sie bei einer Tiefentladung Feuer fangen, was jedoch bei neueren Akkus kaum noch vorkommt. Allerdings lässt die Kapazität eines mehrmals tiefentladenen Akkus deutlich nach, die Lebensdauer verkürzt sich also erheblich. Lädt der Akku gar nicht mehr auf, ist es um ihn geschehen. Deshalb solltest du Tiefentladungen möglichst immer vermeiden.

Erste Schritte und Sicherheitsvorkehrungen

Wenn du bemerkst, dass ein Akku nicht mehr lädt, solltest du zuerst überprüfen, ob er wirklich tiefentladen ist. Das geht mit einem Messgerät namens Multimeter - Elektroinstallateure haben so etwas. Tiefentladene Akkus lassen sich noch retten, solange ihre Spannung bei über 2,5 Volt liegt. Falls nicht, müssen Sie den Akku wechseln. Aber auch hier gilt: Diese Grenze kann nicht auf jedes Modell übertragen werden. Am besten informieren Sie sich diesbezüglich beim Hersteller Ihres Scooters. Die Spannung sollten Sie von einem Fachmann überprüfen lassen.

Sollte noch genügend Spannung auf dem Akku sein, ist er sehr wahrscheinlich zu retten. Aber was tun, wenn der Akku tatsächlich tiefentladen ist und nicht mehr auflädt? Zunächst einmal solltest du davon Abstand nehmen, den Akku eigenhändig aufzuschrauben oder mit einem anderen Akku parallelzuschalten - außer du weißt wirklich, was du tust.

Achtung: Tiefentladene Lithium-Ionen Akkus aufzuladen kann eine richtige Explosion und einen großen Brand zur Folge haben, besser nicht machen.

Allgemein ist davon abzuraten, dass ein stark überhitzter oder riechender Akku selbst entfernt wird. Durch die potenziellen Gefahren sollten Sie auf Nummer sicher gehen und einen Fachmann kontaktieren. Das ist ebenfalls so, wenn Sie einen deutlichen Geruch von verbranntem Plastik wahrnehmen, der vom Akku ausgeht.

Mögliche Maßnahmen zur Rettung eines tiefentladenen Akkus

Was du tun kannst, um einen tiefentladenen Akku zu retten:

  • Spannung prüfen: Überprüfe die Spannung des Akkus mithilfe eines Multimeters.
  • Kontrolliert aufladen: Wenn sich der Akku aufladen lässt, schließ das passende Ladegerät an und kontrolliere die Temperatur beim Ladevorgang.
  • Mehrmals laden und entladen: Lade und entlade den Akku mehrmals komplett, falls die Akkuladung vom Gerät nicht korrekt angezeigt wird.
  • Akku ersetzen: Wenn sich der Akku nicht mehr aufladen lässt, musst du ihn ersetzen.

Wenn man weis man man tut kann man mit einem entsprechendem Ladegerät / Netzteil direkt in den Akkuausgangsstecker laden (ohne BMS) bis wieder eine Spannung erreicht ist mit der das BMS was anfangen kann. Aber nur mit Vorsicht und unter Aufsicht!

Fallbeispiel: Akku-Rettung durch Freischalten der Schutzschaltung

Es gab einen Fall, bei dem ein 24-Volt-Akku sich nicht laden ließ, da die Leerlaufspannung bei 0 Volt lag. Durch das Öffnen des Akkugehäuses und die Überprüfung der Zellspannung konnte festgestellt werden, dass die Zellen in Ordnung waren (3,6 Volt). Das Problem lag darin, dass das Batteriemanagement in den Schutzmodus geschaltet hatte. Mit einem Labornetzteil konnte die Schutzschaltung freigeschaltet und der Akku gerettet werden.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Tiefentladung

Um ein solches Problem zu verhindern, sind die richtige Lagerung und die regelmäßige Wartung Ihres Akkus entscheidend.

Wie aber verhinderst du, dass sich ein Akku tiefentlädt?

  • Ladestand regelmäßig prüfen: Lass Lithium-Ionen-Akkus bzw. akkubetriebene Geräte nicht dauerhaft ungenutzt, sondern prüfe mindestens alle paar Wochen den Ladestand und lade ggf.
  • Richtig laden: Entlade den Akku deines Geräts möglichst niemals in den einstelligen Prozentbereich. Schließ bereits ab 20 % das Ladegerät an.
  • Tiefentladeschutz einsetzen: Je nach Akkutyp kann ein Tiefentladeschutz sinnvoll sein.

Gut zu wissen: Die akkubetriebenen Geräte von Teufel haben einen integrierten Ladeschutz, der dir hilft, den Akku richtig zu laden.

Problemlösung: Ladegerät zeigt dauerhaft grün

Wenn Sie Ihren E-Scooter wie gewohnt aufladen wollen, kann es zu einem Problem mit einem dauerhaft grünen Licht kommen. Das Licht leuchtet, wenn das Ladegerät mit dem E-Scooter verbunden ist, aber kein Strom fließt. In den meisten Fällen handelt es sich dabei entweder um ein Problem mit dem Akku oder dem Ladegerät.

Handelt es sich stattdessen um ein Problem mit dem Ladegerät, können Kabelbrüche oder beschädigte Kontakte der Grund dafür sein. Ist das Gerät schon etwas älter, können Sie auf die Dienste einer E-Scooter-Werkstatt zurückgreifen.

Zusammenfassung

Tiefentladene Akkus sind ärgerlich. Es ist wichtig, die Ursachen zu verstehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebensdauer der Akkus zu verlängern und mögliche Gefahren zu vermeiden. Regelmäßige Wartung, korrekte Lagerung und das Beachten der Ladehinweise sind entscheidend für die Gesundheit der Akkus.

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