Elektromobile für Senioren: Ein umfassender Test und Ratgeber

Wer im Alter oder durch einen Unfall an Bewegungsfähigkeit verliert, kann diese mit einem Elektromobil zumindest teilweise zurückgewinnen. Elektromobile, oft auch als Seniorenroller bezeichnet, bieten eine Möglichkeit, mobil zu bleiben und am sozialen Leben teilzunehmen.

Was ist ein Elektromobil?

Als Elektromobil werden zweiachsige Elektroroller bezeichnet, mit denen gehbehinderte Menschen und Senioren ihre Mobilität ein Stückweit zurückerlangen können. Es gibt die Flitzer in unterschiedlicher Ausführung, mit verschiedenen Maximalgeschwindigkeiten und in verschiedenen Preisklassen. Ein Elektromobil ist mehr als ein elektronischer Rollstuhl, der Antrieb erfolgt aber ebenfalls per Elektromotor. Die Aufladung erfolgt praktisch an der Steckdose.

Auswahlkriterien und Testberichte

Beim Sichten des Marktangebots wird schnell klar: Es gibt jede Menge unterschiedliche E-Mobile zu kaufen, die sich an unterschiedlichen Bedürfnissen und Einsatzzwecken orientieren. Der Touring Club Schweiz hat nun sieben E-Mobile geprüft. Im Blick der Testerinnen und Tester waren Kriterien wie Reichweite, Beleuchtung, Bremsen, Sitz, Räder und Reifen.

Empfehlenswerte Modelle

Vier Modelle bewältigten den Testparcours mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“. Eins der vier besten E-Mobile im Test des Touring Club Schweiz ist der Steck Mobil Luxor. In Deutschland wird er unter dem Namen Life & Mobility Mezzo 4 verkauft und kostet in der geprüften Konfiguration 6 135,64 Euro*. Er lässt sich einhändig bedienen. Display, Bremse und Stauraum gefallen.

Auch der von den Schweizer Testern empfohlene Kyburz DX2 ist in Deutschland erhältlich. Er kostet ab 14 280 Euro, hat ebenfalls viel Stauraum und bietet mit 120 Kilometern die größte Reichweite aller E-Mobile im Test. Der Sitz des Kyburz ist leider wenig komfortabel, das Display schwer einsehbar.

Ein aktueller Test des ADAC Partnerclubs TCS (Touring Club Schweiz) zeigt Ergebnisse von drei Modellen, die - mit Ausnahme Graf Carello GC9 - auch offiziell in Deutschland erhältlich sind. So schneidet das Elektromobil Luxxon E3800 für knapp 1700 Euro im Bereich Sicherheit so schlecht ab, dass es nicht empfohlen werden kann: Das Fahrzeug kommt beim Loslassen des Gasgriffs nicht von allein zum Stillstand, hat keine automatische Feststellbremse und bergab ist die Geschwindigkeit nicht begrenzt. Testsieger wurde beim TCS-Test das dreirädrige Elektromobil DX2 von Kyburz mit dem besten Antrieb und der größten Reichweite.

Weitere getestete Modelle

Im umfangreichen Tests wurden Elektromobile von unabhängigen Testpersonen geprüft und kontrolliert. Bei dieser Inspizierung wurden verschiedene Kriterien berücksichtigt, die sich auf die Bereiche Komfort, Sicherheit und Bedienung bezogen. In umfangreichen Tests waren natürlich auch die Reifen im Fokus.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Bei der Auswahl eines E-Mobils sollten Interessenten auch auf die Akku­leistung achten. Die Reichweite sollte zu den eigenen Bedürfnissen passen. Auch beim Sichten des Marktangebots wird schnell klar: Es gibt jede Menge unterschiedliche E-Mobile zu kaufen, die sich an unterschiedlichen Bedürfnissen und Einsatzzwecken orientieren.

E-Mobile können helfen, die Mobilität von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen langfristig zu sichern. Doch welches Fahrzeug ist erlaubt und geeignet? Auf was muss man beim Kauf achten? Beim Kauf eines Elektromobils sollten Sie einige Kriterien berücksichtigen. Wichtig ist vor allem der Wohlfühlfaktor. Natürlich spielt für den Wohlfühlfaktor auch die Optik eine Rolle.

Wichtige Kriterien im Überblick

  • Reichweite: In diesem Punkt unterscheiden sich die am Markt verfügbaren Modelle sehr stark. Bei einigen Modellen reicht die Energie im Akku nur für 30 Kilometer aus, wohingegen andere Fahrzeuge 120 Kilometer schaffen können. Dies hängt maßgeblich von der Kapazität der verbauten Batterie ab.
  • Sitz: Gerade bei längeren Strecken ist ein ausreichend bequemer Sitz sowie ein komfortables Fahrwerk ein wichtiger Aspekt. Hier ist auch auf eine auf die körperlichen Bedürfnisse wie Einstellbarkeit des Sitzes und des Lenkers zu achten.
  • Geschwindigkeit: Sollten regelmäßig längere Strecken zurückgelegt werden, ist die Anschaffung eines E-Mobils mit einem Höchsttempo über 20 km/h eine Überlegung wert. Jedoch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass für diese E-Mobile meist ein Führerschein oder zumindest eine Prüfbescheinigung erforderlich ist.
  • Licht: Seniorenmobile sind Kraftfahrzeuge im Sinne der StVZO, unterliegen also der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung und müssen mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein.
  • Bremsen: Bei den Bremssystemen gibt es unterschiedlichste Ausführungen. Die einen verfügen nur über eine starke Motorbremse und die anderen haben ein separates Bremssystem an Bord. Gerade bei den separaten Bremssystemen ist darauf zu achten, dass diese nicht zu schwergängig und gut erreichbar sind. Eine automatische Geschwindigkeitsbegrenzung bei Bergabfahrten verhindert ein unkontrolliertes Erreichen von gefährlichen Geschwindigkeiten. Eine Feststellbremse verhindert beim Stillstand ein unkontrolliertes Losrollen.
  • Sicherheit: Manche E-Mobile sind mit einer automatischen Leistungsreduktion bei Kurvenfahrten ausgestattet. Diese Funktion stellt sicher, dass das Fahrzeug bei zu schnell gefahrenen Kurven nicht ins Kippen gerät.

Weitere Tipps

  • Fragen Sie beim Kauf nach dem Batteriealter. Ab zwei Jahren sinkt die Leistung. Lässt sie all zu sehr nach, muss ein Ersatz­akku her.
  • Achten Sie auf eine gute Bremse. Wenn diese nicht vorhanden ist, gibt es Probleme.
  • Eine Hupe ist ein wichtiges Zubehörteil beim Elektromobil, denn nur so kannst Du Dich im Straßenverkehr bemerkbar machen.
  • Ein normales Elektromobil sollte die Fähigkeit besitzen eine Steigung von bis zu 20 Grad problemlos zu meistern.

Kosten und Finanzierung

Was kostet überhaupt ein Elektromobil? Übernimmt die Krankenkasse die Kosten und sind gebrauchte Elektromobile eine günstige Alternative? Die Preise für ein Elektromobil variieren sehr stark und sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Im Durchschnitt können Sie mit Kosten für die Anschaffung in Höhe von 2.500 bis 5.000 Euro kalkulieren.

Kostenfaktoren

  • Modell
  • Geschwindigkeit
  • Reichweite
  • Ausstattung
  • Zubehör

Neben den Anschaffungskosten müssen Sie zudem mit folgenden Unterhaltskosten kalkulieren: Aufladen des Akkus (Stromkosten), Anschaffung eines Ersatzakkus (je nach Modell ab 500 bis 2.500 Euro), Kosten für die Haftpflichtversicherung (bei Elektromobilen über 6 km/h) sowie Reparatur- und Wartungskosten. Ferner sollten Sie auch Ihre Hausratversicherung prüfen, ob der Seniorenroller gegen Diebstahl geschützt ist, wenn er zum Beispiel außerhalb der Wohnung, etwa im Treppenhaus, steht.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Krankenkassen übernehmen ganz oder anteilig die Kosten für ein Elektromobil. Dies gilt nicht nur für die Anschaffung, sondern auch für notwendiges Zubehör und die Unterhaltskosten. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist eine Verordnung vom Arzt, die die medizinische Notwendigkeit des Elektromobils ausweist. Krankenkassen tragen die Kosten nur für Elektromobile bis 6 km/h. Wenn Sie ein Seniorenmobil möchten, welches eine höhere Geschwindigkeit hat, müssen Sie die Mehrkosten dafür selber tragen.

Gebrauchte Elektromobile

Eine gute Alternative, wenn die Neuanschaffung zu teuer ist: Das Elektromobil gebraucht kaufen. Hier lassen sich signifikante Preisersparnisse erzielen, ohne dass Sie Einbußen in puncto Qualität hinnehmen müssen. Um auf Nummer sicher zu gehen, raten wir Ihnen dazu, das Elektromobil gebraucht beim Fachhändler zu erwerben. Die Geräte wurden vor dem erneuten Einsatz grundlegend überholt und die Fahrtauglichkeit entsprechend geprüft.

Mieten statt kaufen

Lohnt sich die Anmietung eines Elektromobils? Nur bedingt. Hier sollten Sie im Einzelfall entscheiden, ob es sinnvoll ist, das Elektromobil zu mieten - etwa, wenn Sie dieses nur für einen kurzen Zeitraum benötigen. In jedem Fall ist es ratsam, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen.

Elektromobil oder Elektrorollstuhl?

Ob Sie sich für ein Elektromobil oder für einen Elektrorollstuhl entscheiden, hängt davon ab, in welchem Bereich Sie Unterstützung benötigen. Das Elektromobil ist somit ein idealer Begleiter, um im Alltag wieder mobil zu sein und den eigenen Aktionsradius zu erhöhen - und zwar für alle Personen mit Mobilitätseinschränkungen.

Die folgende Gegenüberstellung zeigt die Unterschiede.

  • Elektrorollstuhl: bei dauerhafter körperlicher Einschränkung, durchgehende Nutzung, für Innen- & Außenbereich geeignet, vielfältige Bedienungsmöglichkeiten, individuell anpassbar
  • Elektromobil: für eingeschränkte Gehfähigkeit (kurze Strecken können noch zu Fuß bewältigt werden), keine durchgehende Nutzung, vorrangig für Außenbereich geeignet, körperliche und geistige Voraussetzung für Bedienung müssen vorhanden sein

Rechtliche Vorgaben im Straßenverkehr

Mit Ihrem Elektromobil sind Sie als Teilnehmer im Straßenverkehr unterwegs: Sei es nun auf dem Gehweg oder in Ausnahmen auch auf der Straße. Elektromobile mit einer Geschwindigkeit über 6 km/h müssen haftpflichtversichert werden - sind also meldepflichtig. Darüber hinaus gibt es weitere Hinweise und Vorschriften des Gesetzgebers, die Sie bei der Anschaffung eines Elektromobils berücksichtigen sollten.

Der Gesetzgeber regelt den korrekten Einsatz eines Senioren Elektromobils im Straßenverkehr genau. Das heißt, Geschwindigkeit und Fahrverhalten sollten an den Verkehr und die Fahrbahnbedingungen angepasst werden.

Laut Fahrerlaubnisverordnung gelten nur Fahrzeuge mit einer maximalen Geschwindigkeit von 15 km/h als motorisierte Krankenfahrstühle. Personen unter 15 Jahren dürfen Elektromobile bis maximal 10 km/h fahren. Dazu benötigen Sie jedoch eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Verwaltungsbehörde und eine Geschwindigkeit von über 6 km/h darf nicht überschritten werden. Ab 15 Jahren sind Elektromobile bis 15 km/h erlaubt, für die auch Minderjährige keine Fahrerlaubnis benötigen.

Alle Elektromobile über 6 km/h benötigen eine Betriebserlaubnis. Elektromobile über 6 km/h müssen haftpflichtversichert und hinten mit einem entsprechenden Kennzeichen versehen werden. Es besteht keine Helm- oder Gurttragepflicht für die Nutzer von Elektromobilen.

Batterien für Elektromobile: Pflege und Wartung

Die Akkus sind das Herzstück des Elektromobils und maßgeblich für Geschwindigkeit und Reichweite verantwortlich. Die meisten Seniorenroller verfügen über einen Blei-Akku, der im Winter an Leistung verliert. Deswegen empfiehlt es sich, beim Kauf auf einen Akku mit höherer Leistung zurückzugreifen. Auch das Batteriealter spielt eine entscheidende Rolle, ab zwei Jahren sinkt die Leistung und ein Ersatzakku kann teuer werden.

So laden Sie die Elektromobil-Batterien richtig:

  • Elektromobil ausschalten und Zündschlüssel entfernen.
  • Zuerst das Ladegerät mit Elektromobil verbinden und dann an die Steckdose anschließen.
  • Entladene Batterien zügig wieder aufladen.
  • Elektromobil bei sehr geringer Akkuladung nicht nutzen.
  • Entladungen über 60 % vermeiden.
  • Nur das mitgelieferte Kabel zum Aufladen nutzen.

Senioren und Menschen mit Behinderungen dürfen Elektromobile im Hausflur abstellen und haben ein Anrecht auf eine Ladesteckdose im Treppenhaus, wenn keine anderen Möglichkeiten für Aufladung und Aufbewahrung des Elektrorollers bestehen - auch im Mietshaus. Die Kosten für den Umbau müssen jedoch vom Betroffenen selbst getragen werden.

Elektromobil Zubehör

Wer sein Elektromobil häufig nutzt, möchte nicht auf einen gewissen Komfort verzichten. Spezielles Elektromobil Zubehör erleichtert Ihnen den Alltag und erhält die Langlebigkeit Ihres Fahrzeuges.

Top 5 Zubehör-Empfehlungen:

  • Abdeckung
  • Taschen & Körbe
  • Wetter- & Regenschutz für den Fahrer
  • Stockhalter & weitere Halterungen
  • Sicherheitszubehör

Elektromobile im Test: Aktuelle Ergebnisse und Testsieger

Um Ihnen die Entscheidung für das richtige Elektromobil zu erleichtern, haben wir eine Übersicht über verschiedene Modelle und ihre Eigenschaften zusammengestellt. Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich verschiedener Elektromobile, basierend auf Testergebnissen und Kundenbewertungen.

Modell Geschwindigkeit Reichweite Motorleistung Max. Zuladung Besondere Eigenschaften
Rolektro E-Trike 25 25 km/h 70 km 1000 W 150 kg Blinker, Rückwärtsgang, LED Scheinwerfer
Rolektro Quad 25 25 km/h 50 km 1000 W 123 kg Vierrädrig, gute Stabilität
Invacare Orion Metro 6 km/h 43 km 500 W 110 kg Qualitätsmarke, Rehabereich
Eco Engel 501 6 - 25 km/h 55 km 1000 W 90 kg Topcase, hochklappbare Armlehnen
Nova Motors Bendi 6 - 20 km/h 40/80 km 1000 W 100 kg Geringerer Grundpreis

Diese Tabelle soll Ihnen helfen, die verschiedenen Modelle besser zu vergleichen und das für Ihre Bedürfnisse passende Elektromobil zu finden.

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