Das Gefühl von Freiheit, mehr Zeit, um mehr zu sehen, und minimale Ermüdung - es gibt viele Vorteile, wenn ihr Paris erkundet. Außerdem macht es viel mehr Spaß und ist dazu sogar preiswerter als z.B. eine geführte Sightseeingtour mit dem Bus.
Seit September 2023 ist in Paris der Verleih von Elektrorollern im öffentlichen Straßenraum verboten. Private E-Roller sind weiter erlaubt. Genauso stehen City-Bikes und E-Bikes zur spontanen Ausleihe zur Verfügung.
Warum wurden E-Scooter in Paris verboten?
In Paris dürfen seit 2023 keine Miet-Roller mehr angeboten werden. Nachdem diese jedoch häufig verkehrsbehindernd abgestellt wurden und man die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährdet sah, haben sich die Bürger in Paris im Rahmen einer Bürgerbefragung für ein generelles Verbot ausgesprochen. Private E-Scooter sind jedoch vom Verbot nicht betroffen und dürfen weiterhin genutzt werden.
Die Gründe sind auch aus deutschen Großstädten bekannt: Die Elektroroller blockieren häufig Wege und Straßen, werden in Gräben und Flüsse geworfen und haben eine schlechte Öko-Bilanz. Das größte Problem ist nach Ansicht der Pariserinnen und Pariser aber die oftmals rücksichtslose und unsichere Fahrweise der Nutzerinnen und Nutzer. Auf den Pariser Straßen gab es 2022 mehr als 400 Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern, drei Menschen kamen dabei ums Leben.
Alternativen zum E-Roller in Paris
Nach dem Verbot von E-Rollern in Barcelona und Montréal nun also auch das Ende des Scooter-Geschäftsmodells in der französischen Hauptstadt. Bürgermeisterin Anne Hidalgo hatte im Vorfeld angekündigt, sich nach der Befragung zu richten: „Die Bürger haben sich klar gegen die E-Scooter ausgesprochen. Ab dem 1. September gibt es keine Leihroller mehr in Paris. Dies ist ein Sieg der lokalen Demokratie.“
Das trifft auch viele Tausend Touristinnen und Touristen, die mit den Elektroflitzern für vergleichsweise wenig Geld die Sehenswürdigkeiten in der schönen Metropole abklappern konnten. Zum Glück gibt es für das unkomplizierte Mobilitäts-Angebot aber viele gute Alternativen. Hier sind einige Möglichkeiten, um Paris einfach und flexibel zu erkunden:
1. Metro und Bus
Eine Fahrt mit der berühmten Metro sollte bei einem Städtetrip nach Paris auf jedem Reiseprogramm stehen. Die ersten Züge rollten bereits um 1900 durch die Stadt. Tickets gibt es an den Automaten in allen Stationen. Ein Must-have für alle Öffi-Nutzer ist die Handy-App „RATP“ mit allen Abfahrtszeiten und einem praktischen Routenplaner.
Mit einer Einzelfahrt („Ticket T+“; 2,10 Euro) lassen sich alle Metrostationen erreichen. Es ist zwei Stunden gültig und beinhaltet beliebig viele Umstiege in alle Fahrtrichtungen. Für eine Fahrt in die Vororte braucht man ein individuelles Ticket. Es gilt für die Metro, den Réseau Express Régional (RER) und Nahverkehrszüge. Eine Fahrt zum Flughafen Charles de Gaulle kostet beispielsweise 11,44 Euro, eine Fahrt zum Schloss Versailles 4,05 Euro.
Spezielles Ticket für Reisende
Für Touristinnen und Touristen gibt es in Paris spezielle Tagestickets („Paris Visite“), die zum Teil Eintritts-Ermäßigungen für einige Sehenswürdigkeiten beinhalten. Ein Ein-Tages-Ticket für Erwachsene kostet beispielsweise 13,55 Euro und gilt für alle Bahnen, Züge und Öffis innerhalb von Paris. Wer auch in die Vororte reisen möchte, zahlt 28,50 Euro pro Tag und profitiert von Rabatt-Aktionen, zum Beispiel 10 Prozent auf eine Disneyland-Tageskarte und 20 Prozent für den Eintritt zum Triumphbogen.
Für Touristinnen und Touristen, die nur einige Tage bleiben und nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Tag die Öffis nutzen, empfehlen sich also Einzelfahrscheine. Wer einen 10er-Block („Carnet“) kauft, spart dabei weitere 27 Prozent. Das Touristenticket lohnt sich bei längeren Aufenthalten mit Abstechern in die Vororte.
350 Buslinien
Mit dem 350 öffentlichen Buslinien (Réseau de bus, RATP) kommt man in Paris ebenfalls gut und günstig voran und kann dabei viel von der Stadt sehen. Die Fahrscheine und Tarife gelten auch für die Metro - man kann mit den Tickets also beliebig zwischen Bus und Metro umsteigen.
2. E-Bikes
In das derzeit rund 700 Kilometer lange Radwegnetz in Paris wird schon seit einigen Jahren viel Geld investiert. Neue Radwege sowie höhere Parkgebühren und Tempolimits sollen mehr Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umstieg auf den Drahtesel bewegen und zugleich die CO₂-Bilanz verbessern.
Auch das Angebot an Miet-Fahrrädern wird immer weiter ausgebaut. Denn es ist nicht nur eine ökologischere, sondern oft auch schnellere Möglichkeit, um von A nach B zu kommen. Zum Vergleich: Vom Eiffelturm zum Louvre braucht man mit den Öffis etwa 30 Minuten.
Ein Fahrrad in Paris leihen klappt am einfachsten über Vélib'. Velib' steht für Vélo und Liberté und ist der größte Anbieter von Fahrrädern zur Selbstbedienung.
Im Großraum Paris gibt es 1.443 Stationen mit 20.000 Fahrrädern, davon 40 % Elektroräder. Leicht zu erkennen sind die City-Bikes an ihrer grünen Farbe. Die E-Bikes sind blau.
Das öffentliche Leihsystem gibt es seit 2007 und ist inzwischen auf 20.000 Fahrräder und 400.000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer gewachsen. 2020 zählte die Stadt etwa 5,5 Millionen Fahrten und war damit nach eigenen Angaben der größte Fahrradverleih der Welt.
Etwa 40 Prozent der Leihräder von Vélib’ Métropole haben einen unterstützenden Elektro-Antrieb (Räder in blauem Design), die anderen werden mechanisch betrieben (grünes Design) - erstere sind vor allem in hügeligen Gegenden wie zum Beispiel in Montmartre von Vorteil.
Touristinnen und Touristen finden die Räder überall in Paris, es gibt insgesamt 1400 Stationen, an denen die Räder ausgeliehen und zurückgegeben werden müssen. Wer sich vorher die Handy-App herunterlädt, kann sich die nächstgelegene Station auf einer Stadtkarte anzeigen lassen.
Anmeldung an der Station oder online
Für spontanes Ausleihen stehen an allen Stationen kleine Automaten bereit. Dann wählt man die gewünschte Leihdauer aus und zahlt mit Kreditkarte. Achtung: Für jedes Fahrrad werden 300 Euro Kaution blockiert.
Danach wird ein Ticket mit einem weiteren Code ausgedruckt, den man auf dem Display des gewünschten Fahrrades eingeben muss. Anschließend muss man zur Bestätigung noch den persönlichen vierstelligen Code eingeben. Dann öffnet sich das Fahrradschloss und man kann losradeln. Das Ticket sollte man gut verstauen, da es auch benötigt wird, wenn man das Rad zwischendurch an einer Station abstellt und später weiterfahren möchte.
Um sich den Anmeldeprozess an den Automaten zu ersparen, kann man sich auch einfach online registrieren und ein elektronisches Ticket buchen.
Velib'-Preisliste:
| Ticketart | Kosten | Details |
|---|---|---|
| Fahrt bis 45 Minuten | 3 € | Danach 1 €/30 min (Standardrad) oder 2 €/30 min (E-Bike) |
| 24 h Tagespass | 5 € | Erste 30 Minuten gratis (Standardrad), danach 1 €/30 min; E-Bike: Erste 45 Minuten 2 €, danach 2 €/30 min |
| 24 h E-Pass | 10 € | Erste 60 Minuten gratis (Standardrad), danach 1 €/30 min; E-Bike: 5 Trips für 45 Minuten gratis, danach 2 €/30 min |
| 3 Tagespass | 20 € | Erste 60 Minuten gratis (Standardrad), danach 1 €/30 min; E-Bike: Erste 45 Minuten gratis (max. 5 Leihvorgänge), danach 2 €/30 min |
3. Bike Sharing
Alternativ zum öffentlichen Leihsystem gibt es in Paris auch die bekannten Bike-Sharing-Anbieter wie etwa „Lime“, „Jump“ „Dott“, „Zoov“ und „Pony“. Fahrten werden mit den entsprechenden Handy-Apps freigeschaltet und abgerechnet. Die Räder stehen an festgelegten Orten im öffentlichen Raum oder eben dort, wo sie die letzte Nutzerin oder der letzte Nutzer abgestellt haben. Die Preise und Reichweiten-Begrenzungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.
Das Freischalten eines Sharing-Bikes kostet in der Regel einen Euro. Fahrten werden mit 20 und 25 Cent pro Minute berechnet. Damit sind die Sharing-Leihräder teurer als das öffentliche Leihsystem - es sei denn, man plant nur eine kurze Fahrt.
4. Rad-Touren
Auf dem Fahrrad kann der Pariser Großstadttrubel schon mal verunsichernd wirken. Wer sich die Mühen von Navigation und Orientierung ersparen möchte, sollte eine geführte Radtour in Betracht ziehen. Mit einem Guide lässt sich Paris stressfreier erkunden und dabei noch vieles über die Besonderheiten erfahren.
Städtereisende können in Paris aus einer Vielzahl an Themenradtouren von verschiedenen Anbietern wählen. Besonders gefragt und deshalb frühzeitig reserviert werden müssen die klassischen Sightseeing-Touren, die etwa drei Stunden dauern und 40 Euro kosten. Doch auch die Nischen-Themen wie etwa eine Picknick-Rundtour oder eine Fahrt zum Sonnenuntergang mit Feuerwerk am Schloss in Versailles sind beliebt.
5. Wassertaxi
Wie auf den Straßen in Paris herrscht auch auf der Seine reger Verkehr. Auf dem Fluss sind täglich Ausflugsboote von vier verschiedenen Reedereien unterwegs.
Touristinnen und Touristen schippern auf Rundtouren bei Moderation und Verpflegung an den Sehenswürdigkeiten vorbei, darunter der Eiffelturm, Notre-Dame und der Louvre. Die Fahrten dauern in der Regel eine Stunde und kosten, je nach Dauer und Art der Verpflegung, zwischen 20 Euro (Standard-Tour) und 150 Euro (mit Dinner und Live-Musik).
Eine flexiblere Alternative zu den großen Sonnendecks ist der Batobus. Die kleineren Schiffe pendeln ähnlich wie die Hop-on-Hop-off-Busse zwischen neun Anlegeplätzen, die alle in der Nähe der bekannten Sehenswürdigkeiten liegen.
Anders als bei den Rundtouren können Fahrgästinnen und Fahrgäste den Batobus an den Haltepunkten verlassen und später wieder an Bord kommen. Im Sommer legen die Boote alle 25 Minuten ab. Ein Tagespass für Erwachsene kostet 20 Euro (online 19 Euro), für Kinder (3 bis 15 Jahre) 10 Euro (online 9 Euro).
6. 2CV (Ente)
Französischer kann man Frankreichs Hauptstadt nicht erkunden: Der kultige Citroën 2CV, in Deutschland liebevoll und leicht verächtlich als Ente bezeichnet, ist das wohl kultigste Fortbewegungsmittel in Paris.
Der Fahrer oder die Fahrerin vermittelt während der Fahrt allerlei Wissenswertes über das Kult-Auto sowie über Sehenswürdigkeiten und die Stadtviertel entlang der Route. Bei gutem Wetter wird das Dach aufgeklappt. Eine rund zweistündige „Enten-Tour“ vom Eiffelturm nach Montmartre startet bei 110 Euro.
7. Les Canards de Paris
Wer sich zwischen Bus, Ente und Boot nicht entscheiden kann, findet in einem neuen Pariser Mobilitätsangebot einen spannenden Kompromiss. Denn die Fahrzeuge von „Les Canards de Paris“ (übersetzt: „Enten von Paris“) fahren von den Großstadtstraßen über eine Rampe direkt in die Seine.
Es handelt sich um wasserdichte und schwimmfähige Amphibienfahrzeuge. Bevor das Fahrwerk des Busses in das Wasser taucht, wird per Knopfdruck ein Bootsantrieb mit Schraube aktiviert. Das peppt die sonst eher gewöhnlichen Stadtrundfahrten zu Eiffelturm, Triumphbogen und Co. ordentlich auf.
Die Rundfahrt mit dem Schwimmbus dauert eine Stunde und 45 Minuten, davon geht’s etwa 20 Minuten übers Wasser. Erwachsene zahlen für das Ticket 39 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 23 Euro.
8. Elektro-Roller
Der kleine Bruder wird ab September 2023 aus Paris verbannt. Doch die „echten“ E-Scooter, also bis zu 45 km/h schnelle Elektro-Roller für zwei Personen, dürfen bleiben.
Ähnlich wie beim Bike-Sharing hat der Anbieter „Cityscoot“ in Paris ebenfalls Hunderte Elektro-Roller geparkt, auf die Kundinnen und Kunden jederzeit Zugriff haben. Vor einer Fahrt muss man sich in der Handy-App anmelden. Der gewünschte Roller lässt sich anschließend per App und mithilfe des Roller-Displays im Handumdrehen entriegeln. Nach der Fahrt müssen die Roller innerhalb einer vom Anbieter festgelegten Zone und auf einem für Motorräder geeigneten Parkplatz abgestellt werden. Der Leihvorgang wird ebenfalls mit App und Display beendet.
Bei der Anmeldung für die Roller muss man einen passenden Führerschein vorweisen. Die Basis-Leihgebühr von „Cityscoot“ beträgt zurzeit 46 Cent pro Minute. Eine 24-stündige Ausleihe gibt es für 30 Euro.
Verkehrsregeln für Fahrräder und E-Scooter in Paris
Wenn Sie mit dem Fahrrad oder dem privaten E-Scooter in Paris unterwegs sind, nutzen Sie nach Möglichkeit immer Fahrradwege. Auf die Straße darf ausgewichen werden, wenn dort höchstens Tempo 50 gilt. Das Fahren auf dem Bürgersteig ist verboten.
Nicht gestattet ist in Paris der Transport von Fahrrädern in der Metro, der Tram und in Bussen. Private E-Scooter können hingegen zusammengefaltet mitgenommen werden.
In den Vorortzügen (RER) der Linien A, B, C, D und E dürfen Fahrräder zu folgenden Zeiten mitgenommen werden:
- Ganztätig an Wochenenden und an Feiertagen
- Vor 6:30 Uhr, zwischen 9:00 und 16:30 Uhr und nach 19:00 Uhr
Die Fahrstühle an den Bahnhöfen dürfen mit dem Fahrrad nicht benutzt werden.
An den Bahnhofsgleisen und Anlagen der Verkehrsbetriebe müssen Fahrräder und E-Scooter geschoben werden.
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