Pedelecs, im Volksmund auch einfach E-Bikes genannt, sind nichts Neues mehr im Straßenbild. Die elektrifizierten Fahrräder sind besonders in Deutschland sehr beliebt und ersetzen zunehmend traditionelle Fahrräder. Mittlerweile werden E-Bikes auch bei Aldi oder Lidl zu attraktiven Preisen verkauft, sodass die Hemmschwellen zum Kauf sinken. Ab Mitte Juni 2019 kann man nun aber auch E-Scooter fahren. Es handelt sich dabei um elektrische Tretroller, die bisher in Deutschland nicht erlaubt waren, jetzt aber eine Zulassung bekommen haben.
E-Scooter: Vor- und Nachteile
Vorteile eines E-Scooters
- Bequemlichkeit: Im Gegensatz zum Pedelec, bei dem man in die Pedale treten muss, stellt man sich auf den E-Scooter, stößt sich kurz ab und fährt dann dauerhaft mit elektrischer Unterstützung. Man muss im Grunde nur lenken.
- Spaß: Es macht einfach viel Spaß so einen kleinen Flitzer zu bewegen. Es ist ein neues Fortbewegungsmittel, mit dem man gut durch die Stadt kommt, jede Lücke nutzen kann und das sich sehr einfach fahren lässt.
- Diebstahl: Dadurch, dass man den E-Scooter einfach zusammenklappen und mitnehmen kann, dürfte der Diebstahlschutz deutlich besser sein.
Nachteile eines E-Scooters
- Versicherung: Wer in Deutschland einen E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr bewegen will, muss eine „Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge“ kaufen, die jährlich, je nach Versicherung und Alter des Fahrers, bis zu 90 Euro kosten kann.
- Mindestalter: Nicht jeder darf einen E-Scooter fahren. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren.
- Reichweite: Die Reichweite eines E-Scooters liegt je nach Modell bei 20 bis 30 Kilometern, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss.
- Geschwindigkeit: Die maximal zulässige Geschwindigkeit liegt bei 20 km/h. Damit sind die E-Scooter langsamer als E-Bikes, die 25 km/h oder schneller fahren können.
- Fahrkomfort: Kleine Reifen und eine oft nicht vorhandene Federung sorgen für ein holpriges Fahrvergnügen, wenn der Fahrradweg oder die Straße nicht perfekt sind. Ist der Akku leer, muss man kicken, um voranzukommen.
- Gewicht des Fahrers: Man muss das zulässige Gesamtgewicht des E-Scooters beachten. Ist man etwas schwerer und hat noch etwas dabei, kann dieses leicht überschritten werden.
- Haltbarkeit: Aus dem Verleihgeschäft weiß man, das E-Scooter unter ständiger Beanspruchung eine relativ kurze Lebensdauer haben. Zwar geht man mit seinem eigenen E-Scooter sorgsamer um, muss aber schon damit rechnen, dass die Lebensdauer beschränkt ist. Oft sind die Akkus fest verbaut, sodass diese nicht einfach ausgetauscht werden können, wenn sich die Lebensdauer dem Ende entgegen neigt.
E-Bike: Vor- und Nachteile
Vorteile eines E-Bikes
- Geschwindigkeit: E-Bikes fahren mit bis zu 25 km/h elektrisch unterstützt. Wer stärker in die Pedale tritt, der kann auch schneller fahren.
- Reichweite: Da man eben nicht nur vollelektrisch fährt, sondern in die Pedale tritt, ist die Reichweite eines E-Bikes viel höher. 100 Kilometer sind möglich, wenn man wenig Unterstützung hat. Um so höher die Tretunterstützung durch den E-Motor, um so geringer fällt die Reichweite aus.
- Fahrkomfort: Auf einem Fahrrad mit großen Reifen und Federung fährt es sich im Sitzen natürlich deutlich besser auf schlechten Straßen. Außerdem kann man mit dem E-Bike trotzdem noch relativ gut fahren, wenn der Akku mal leer ist.
- Nachhaltigkeit: Bei den wenigsten E-Bikes ist der Akku fest verbaut. Er lässt sich abnehmen, zuhause laden und kann bei Bedarf auch nachgekauft werden.
- Gewicht des Fahrers: Das zulässige Gesamtgewicht ist bei E-Bikes oft viel höher als bei E-Scootern, sodass es kein Problem ist, wenn schwerere Menschen damit fahren und noch etwas beim Einkaufen in den Fahrradkorb packen.
- Praktikabilität: Auf einem E-Bike kann man einfacher Dinge mitnehmen. Sei es beim Einkaufen oder von der Arbeit. Ein Korb ist sowohl auf dem Gepäckträger als auch am Lenker schnell montiert. Seitentaschen sind auch leicht zu montieren und bieten Stauraum.
Nachteile eines E-Bikes
- Preis: E-Bikes, auch wenn sie bei Aldi für unter 1.000 Euro verkauft werden, sind aktuell immer noch teurer. Wer sich ein Premium-Produkt kauft, kann auch mal 2.000 oder 3.000 Euro ausgeben.
- Mobilität: Ein normales Pedelec ist natürlich größer und kann somit nicht einfach so mit ins Büro oder nach Hause mitgenommen werden. Selbst faltbare E-Bikes haben durch die größeren Reifen eine gewisse Größe, die den Transport erschwert. Ein Fahrrad darf man auch nicht kostenlos in der Bahn mitnehmen.
- Bequemlichkeit: Ein Pedelec fährt nicht von allein. Man muss schon in die Pedale treten, um voranzukommen.
- Diebstahl: E-Bikes sind nicht nur bei Kunden begehrt, sondern auch bei Dieben. Sie besitzen oft einen hohen Wert, werden kaum gut gesichert und sind damit leichte Beute.
E-Scooter für Kinder: Besonderheiten
Der Reiz von E-Rollern ist gerade für Jugendliche groß. Alleine und vor allem spontan von A nach B zu fahren, ohne auf die Eltern angewiesen zu sein, bedeutet für viele junge Nutzer eine neu gewonnene Freiheit. Ab 14 Jahren ist die Fahrt mit einem E-Roller gesetzlich erlaubt. Trotz vieler Vorteile des neuen Fortbewegungsmittels, sollte Sicherheit beim Fahren an erster Stelle stehen.
Sicherheitsaspekte für Jugendliche
- Helmpflicht: Zwar ist das Tragen eines Helms in Deutschland nicht vorgeschrieben, trotzdem sollte auf der Fahrt mit E-Rollern unbedingt ein Helm getragen werden.
- Geschwindigkeit: Die gesetzlich vorgeschrieben maximale Geschwindigkeit von E-Rollern liegt bei 20 km/h. Bei Gefälle können sie allerdings noch schneller werden. Gerade Jugendliche sollten daher langsamer fahren, dies gilt vor allem für die ersten Fahrten mit einem E-Roller.
- Ausstattung: Für die Teilnahme am Straßenverkehr müssen E-Roller einige Kriterien erfüllen. Ohne die Ausstattung mit Bremsen an Vorderrad und Hinterrad, einer Klingel sowie Beleuchtung vorne und hinten ist die Fahrt nicht erlaubt. Auch Seitenreflektoren muss ein E-Roller haben.
- Versicherung: Nach Kauf eines E-Rollers und vor der ersten Fahrt muss das Fahrzeug zunächst versichert werden. Es muss eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen und eine Versicherungsplakette angebracht werden.
- Alter: Die Fahrt mit einem E-Roller ist ab 14 Jahren erlaubt. Jedoch gilt dies nur für E-Roller, die im Besitz eines Jugendlichen sind. Für das Ausleihen eines E-Rollers gilt als Voraussetzung Volljährigkeit. Erst ab 18 Jahren kann man den Vertrag mit dem Verleihdienst schließen, der bei der Miete eines E-Rollers fällig wird.
- Fahrgefühl: Gerade als Anfänger ist es wichtig, sich zunächst auf die Geschwindigkeit, die schnelle Beschleunigung und auf das neue Fahrgefühl mit einem E-Roller einzustellen. Längere Fahrten sollten daher zunächst vermieden werden. Es ist vielmehr sinnvoll, zunächst einige Testfahrten zu absolvieren, um Sicherheit zu gewinnen.
- Größe und Gewicht: Bei Kauf eines E-Rollers ist vor allem auf die Größe und das Gewicht zu achten. Zudem sollte der Lenker des E-Rollers verstellbar sein, um optimal auf die Größe des Jugendlichen angepasst werden zu können. Um den Roller leicht tragen zu können, sollte er nicht mehr als 12 bis 13kg wiegen.
- Reifen: Je größer und dicker die Reifen, desto sicherer ist man unterwegs, da mehr Halt vorhanden ist. Dies ist vor allem auf nasser Fahrbahn hilfreich.
- Wo fahren: E-Scooter dürfen nur auf Radwegen, Radfahrstreifen, kombinierten Fuß- und Radwegen oder Fahrradstraßen gefahren werden.
- Alkohol: E-Scooter gelten aufgrund ihres Motors auch als Kraftfahrzeuge. Dies bedeutet, dass hier dieselben Promillegrenzen wie bei einem Auto greifen. Für Erwachsene unter 21 Jahren gilt absolutes Alkoholverbot, Personen ab 21 Jahren erhalten ab 0,5 Promille einen Bußgeldbescheid (500 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Führerscheinentzug).
- Verkehrsregeln: Bei Nicht-Beachtung der Straßenverkehrsregeln drohen Bußgelder und man muss bei Fahrt auf dem Gehweg zwischen 15 und 30 Euro zahlen.
Kinder-Elektro-Scooter: Technische Merkmale
Elektro-Scooter für Kinder erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und bieten eine spannende Möglichkeit, die Mobilität und das Fahrvergnügen von Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Technische Aspekte
- Motorleistung: Mit einem starken Motor erreichen Kinder-Elektro-Scooter Geschwindigkeiten von 15 km/h oder mehr. Je schwerer der Kinder-Elektro-Scooter ist, desto mehr Motorleistung ist erforderlich. Besonders leichte Modelle von nur etwa 5 kg können mit der gleichen Motorleistung eine höhere Geschwindigkeit erreichen, als schwere Modell mit einem Gewicht in kg von über 10 kg.
- Reichweite: Roller der Kategorie Kinder-E-Scooter haben typischerweise eine Reichweite von 10 bis 15 km pro Akkuladung. Das ist ausreichend, um einen Schulweg von durchschnittlich 2 bis 3 Kilometern vier- bis fünfmal zu bewältigen, bevor eine erneute Aufladung des Akkus erforderlich ist.
Die wesentlichen technischen Ausstattungsmerkmale sind in folgender Tabelle zusammengefasst:
| Ausstattung | Merkmale |
|---|---|
| Motorleistung | Je höher die Motorleistung ist, desto schneller fährt der Elektro-Scooter. Schwere Modelle benötigen eine höhere Motorleistung. |
| Höchstgeschwindigkeit | Abhängig von der Motorleistung und dem Gewicht des Scooters. Unter 100 Watt: etwa 6 bis 12 km/h. 150 Watt oder mehr: 15 km/h oder mehr. |
| Reichweite | Abhängig von der Akkuleistung und der Motorleistung. Eine hohe Motorleistung hat einen hohen Energieverbrauch. Durchschnittliche Reichweite zwischen 10 und 15 km. |
Weitere Ausstattungsmerkmale für Kinder-E-Scooter
- Bremse: Eine mechanische Hinterradbremse eines E-Scooters für Kinder gehört zur Standardausstattung.
- Beleuchtung: Für die Verwendung des Elektro-Scooters im Straßenverkehr ist eine Beleuchtung Pflicht. Aber auch beim Fahren auf einem Privatgelände bietet eine Beleuchtung einige Vorteile bei schlechten Sichtverhältnissen.
- Gewicht: Je schwerer ein Elektro-Scooter ist, desto umständlicher lässt er sich transportieren. Leichte Modelle wiegen etwa 5 kg, schwere bis zu 20 kg. Ein schweres Modell ist jedoch meistens besonders stabil und ermöglicht eine hohe Tragkraft.
- Klappbarkeit: Soll der Elektro-Scooter regelmäßig transportiert werden, etwa im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, dann ist es praktisch, wenn das Modell klappbar ist.
- Sattel: Kinder-Elektro-Scooter mit Sattel sind eher unüblich, bieten aber eine Reihe von Vorteilen. Auf längeren Fahrten kann sich das Kind wie auf einem Mofa dank des Sattels hinsetzen und ermüdet weniger.
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