E-Scooter sind für viele ein praktisches und bequemes Fortbewegungsmittel im Alltag. Stiftung Warentest hat verschiedene Modelle getestet, um herauszufinden, welche besonders wendig und stabil sind.
E-Scooter-Test: Die Kriterien
Die Preisspanne im Test lag zwischen 400 und 882 Euro. Alle E-Scooter im Test lassen sich zusammenklappen, haben luftgefüllte Reifen, Bremsen und sogar Blinker. Sie mussten sich auf Asphalt, Schotter und Feldwegen beweisen.
Wie fahren Sie am Berg an? Wie sanft und regulierbar ist die Beschleunigung? Wie wackelig steuern sie über Pflastersteine? Das und mehr wurde genau unter die Lupe genommen.
Was beim E-Scooter-Kauf wichtig ist
Wer den E-Scooter im Alltag häufig tragen muss, zum Beispiel über Treppen in der U-Bahn oder zu Hause in den Keller, sollte auf das Gewicht achten. Der leichteste E-Scooter wog 14 Kilogramm, der schwerste stolze 24 Kilogramm.
Fast alle E-Scooter im Test haben fest verbaute Akkus. Beim Laden muss also der gesamte E-Scooter an die Steckdose. Auch das Klappmaß, also wie groß und sperrig die Scooter zusammengeklappt sind, variiert je nach Modell sehr stark.
Stiftung Warentest rät dazu, E-Scooter mit einem Handschellenschloss vor Dieben zu schützen. Dies könne zugleich am Rahmen und am Abstellbügel angebracht werden. Ein Vorteil gegenüber normalen Fahrradschlössern, die man nur an den Rädern anbringen kann.
Lenker bricht im Belastungstest
Die schlechteste Note im Test bekam der Streetbooster Vega für 549 Euro. Der E-Scooter ist leicht und lässt sich gut tragen, ist beim Zusammenklappen aber unpraktisch. Laut Stiftung Warentest fährt er sich sehr wackelig und ist schlecht gefedert. Im Belastungstest brach sogar der Lenker.
So was darf nicht passieren und kann im Alltag richtig gefährlich werden.
Teurer Gewinner und günstige Alternative
Der Segway Ninebot Max G2 D fuhr sich im Test am besten, auch auf holprigen Strecken. Er lässt sich leicht bedienen und eignet sich besonders für Kunden, die bequem auch mal längere Strecken fahren wollen. Das Modell erzielte mit 2,3 das beste Testergebnis.
Der Preistipp und mit der Note 2,4 kaum schlechter als der Testsieger: der Odys Alpha X5 Pro für 400 Euro, also nur halb so teuer wie der Testsieger. Auch wenn er ein wenig ruppig beim Gas geben ist, fährt er sich gut auf ebenem Gelände und erwies sich auch im Belastungstest als gut verarbeitet und robust. Ein Haken: sein hohes Gewicht von 23 Kilogramm.
ADAC Test beweist: Die neuen Kampfpreise gehen oft auf Kosten der Sicherheit
Doch ein ADAC Test beweist: Die neuen Kampfpreise gehen oft auf Kosten der Sicherheit. Seit dem letzten ADAC Test der meist klappbaren Tretroller mit Elektroantrieb und Betriebserlaubnis im Herbst 2019 hat auch das Angebot an E-Scootern deutlich zugenommen, vor allem im Niedrigpreissegment.
Über Sonderaktionen sind einzelne E-Scooter sogar schon ab 199 Euro im Handel erhältlich. Doch was taugen die neuen Angebote?
Mit der besten Verarbeitung sowie überzeugenden Resultaten in den Fahreigenschaften - vor allem der außergewöhnlich starke Antrieb und eine Reichweite von 46,2 Kilometern begeistern - wird der Segway-Ninebot mit der Note 2,2 ("gut") insgesamt zum Testsieger. Eine sehr gute Gesamtnote war durch seine großen Abmessungen, das vergleichsweise hohe Gewicht und die nur befriedigenden Bremseigenschaften leider nicht drin.
Der Velix E-Kick auf Platz zwei besticht besonders durch sein Gesamtpaket: Er kann in allen Kapiteln überzeugen und verdient somit das Prädikat „Alleskönner“. Der SO Flow SO6 ist mit akzeptablen 704 Euro unser Preis-Leistungs-Sieger, erhält ebenfalls die Gesamtnote "gut".
Der Go!Mate auf Platz vier bietet ein Alleinstellungsmerkmal: Der Akku ist am Steuerrohr montiert, und sein flexibles Trittbrett spart Dämpfungskomponenten, also Gewicht. Auf Schlechtwegen überzeugt er mit bestem Fahrkomfort, doch aufgrund seines labbrigen Klappmechanismus sowie der labilen Flex-Konstruktion verliert er Punkte.
Der robuste und sichere My Tier ist ein aufbereiteter Scooter des Verleihanbieters TIER und bietet gute Fahreigenschaften. Weil er recht schwer und vor allem nicht zusammenklappbar ist, enttäuscht er jedoch im Kapitel Handhabung.
Abgeschlagen auf den letzten Plätzen landen der Iconbit IK-1971K und der Maginon Street One: Vor allem die zu kleinen Räder und das instabile Fahrverhalten führen zu Punktabzügen. Beim Maginon übersteht außerdem eine Schweißnaht des Alu-Rahmens die Dauerhaltbarkeitsprüfung nicht unbeschadet, der Scooter erfährt daher eine Abwertung auf die Note 4,5 ("ausreichend").
Testergebnis in Kürze
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | Fahrzeuggewicht / zul. Fahrergewicht (ermittelt) | Reichweite in km (ermittelt) | Testjahr | ADAC Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Segway-Ninebot Max G30 D | 799 | 19,6 kg/100 kg | 46 | Juni 2020 | 2,2 |
| velix E-Kick 20 | 798 | 18,5 kg/121 kg | 29 | Juni 2020 | 2,4 |
| SO Flow SO 6 | 704 | 16,8 kg/118 kg | 24 | Juni 2020 | 2,5 |
ADAC Empfehlungen an die Hersteller
Die Bedienungsanleitung sollte zumindest online auf der Herstellerseite abrufbar sein. Um eine gute Verzögerung zu erzielen, müssen beide Räder, insbesondere das Vorderrad, über eine mechanische Bremse verfügen. Das Lichtsystem sollte serienmäßig und an die Antriebsbatterie gekoppelt sein. Wichtig ist eine Information über die maximal zulässige Zuladung direkt am Scooter.
Der Akku sollte entnehmbar oder zumindest mit wenig Aufwand ersetzbar sein. Eine Diebstahlsicherung (z.B. mit stabiler Öse) zum einfachen Anketten ist die Mindestausstattung. Ergänzt werden kann der Diebstahlschutz mit einer PIN-Sperre, einer abnehmbaren Bedieneinheit oder einer mechanischen Verriegelung der Räder oder des Lenkers.
Große Räder und gut dosierbare Bremsen, breite Lenker und Fußaufstandsflächen und eine verwindungssteife Konstruktion erhöhen die Fahrsicherheit. Bei der Entwicklung müssen diese Aspekte vor Kriterien wie Motorleistung, Handlichkeit und Reichweite stehen.
Große Unterschiede bei den Reichweiten
Die Reichweitentests erfolgten auf einem speziellen Prüfstand, den die E-Scooter mit vollgeladenem Akku absolvieren mussten. Dabei wurde jeder Scooter dauerhaft und ohne Pause mit der maximalen Geschwindigkeit gefahren. Das Ergebnis: Die Reichweitenangaben der Hersteller fallen je nach Hersteller und Modell sehr unterschiedlich aus (zwischen 10 und knapp 65 Kilometer) und weichen teils drastisch von den Testergebnissen ab.
Vergleicht man die erzielten Kilometer mit den Werksangaben, so erfüllt diese einzig der Maginon. Der Hersteller gibt bei ihm eine Reichweite von 8 bis 12 Kilometer an. Auf dem Prüfstand erzielt er mit 12,2 Kilometern eine Punktlandung. Alle weiteren E-Scooter liegen unter ihrer Werksangabe. Deutlich verpasste sie der Iconbit mit 18,1 von angegebenen 28 Kilometern. Der Spitzenreiter in Sachen Reichweite ist der Ninebot mit 46 Kilometern.
Tipps für E-Scooter-Käufer
- Vor dem Kauf unbedingt eine ausgiebige Probefahrt machen.
- Achten Sie beim Kauf eines Elektrorollers unbedingt darauf, dass das Fahrzeug der Verordnung entspricht und eine gültige Betriebserlaubnis hat. Bremsen und Beleuchtungsanlage sind vorgeschrieben.
- Informieren Sie sich bei den Anbietern über Wartung und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
- Die Wartungs- und Stilllegungshinweise der Hersteller befolgen, da der Akku bei mehrwöchiger Nichtnutzung (z.B. über den Winter) und falscher Behandlung kaputtgehen kann.
- E-Scooter immer absperren, bestenfalls mithilfe eines Schlosses an einem festen Gegenstand. Auf eine Möglichkeit (Ösen oder Absperrhaken), ein Schloss zu befestigen, sollte man beim Kauf achten. Im Test waren nicht alle Scooter mit einer Vorrichtung zur Befestigung eines Schlosses ausgestattet.
Diese Regeln gelten für E-Scooter
E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind die kleinen E-Tretroller verboten - außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen "E-Scooter frei" erlaubt. Wichtig: Bei Verbot der Einfahrt (Zeichen 267) bei Einbahnstraßen gilt das Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ (Zeichen 1022-10) auch für Elektrokleinstfahrzeuge.
- Das Mindestalter für das Fahren mit einem Elektrotretroller liegt bei 14 Jahren.
- Eine Helmpflicht besteht für E-Scooter nicht - es ist aber empfehlenswert, sich mit einem Helm zu schützen.
- Für Elektroroller-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer.
- Elektroroller sind nur für eine Person zugelassen. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn man zu zweit das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreitet.
- Eine Haftpflichtversicherung ist zwingend vorgeschrieben. Diese wird mit einer aufgeklebten Versicherungsplakette am Roller nachgewiesen. Die Haftpflichtversicherung haftet für Schäden, die Dritten durch den E-Scooter zugefügt werden. Zudem bieten manche Versicherungen die Möglichkeit, zusätzlich eine freiwillige Teilkasko-Versicherung abzuschließen.
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