Elsass Motorradtouren: Ein Paradies für Biker

An euren Urlaub im Elsass werdet ihr euch noch lange erinnern. Die abwechslungsreiche Landschaft im Elsass und in Lothringen erlaubt sowohl gemächliches Cruisen als auch sportliches Biken und bietet Tourenfahrern ausgezeichnete Streckenbedingungen. Im Elsass hat die Gastronomie eine lange Tradition.

Motorrad-Tourentipps für das Elsass und die Vogesen

Die Motorradtour ist eine eindrucksvolle Reise durch abwechslungsreiche Landschaften und historisch bedeutende Orte, die kulturelle und kulinarische Einblicke in die Region bietet. Egal ob abwechslungsreiche Landschaften am Fuße der Berge oder kreuz und quer durch die Vogesen, herrliche kleine Sträßchen ohne viel Verkehr bieten dem Tourenfahrer ausgezeichnete Bedingungen. Es geht mit Schwung die Elsässer Berge hinauf zu kleinen Passstraßen, Panoramastrecken und zahlreichen Serpentinen.

Ein Motorradurlaub im Elsass verspricht immer höchsten Genuss - das gilt für die Asphaltabenteuer von Col zu Col, wie die grandiosen Pässe hier heißen und für das, was auf Tellern und Holzbrett serviert wird. Mit Obenai, Barr, Riquewihr und Ribeauville sind beliebte Weinorte auf der Tour zu finden, die mit ihrem Elsass-Charme begeistern. Vom Col de la Schlucht bis zum Ballon d´Alsace - diese Route macht den Tourer zum Vogesenkenner. Ein Besuch Colmars und eine Extrarunde über den Kaiserstuhl machen die fulminante Runde komplett.

Die Elsass-Geniesser-Tour

Die ganze Tour am Stück? Marathon-Runde. Machbar, aber verdammt anstrengend. Nicht eben im Sinne einer Genießer-Tour. Deshalb haben wir die Strecke in zwei große Schleifen aufgeteilt: Nord und Süd. Und diese Runden auch wiederum in je zwei Teile untergliedert, um sie für etwas bequemere Tourenfahrer noch verzehrfertiger zuzuschneiden. Ein Abschnitt führt etwa über 100 Kilometer - das sollte auch in kommode, Cruiser-Tempo gut jeweils am Vor- und/oder Nachmittag zu schaffen sein.

Nordtour

  • Strecke: 87 Km
  • Fahrtzeit: 5-6 Stunden

Start vor dem Hotel Le Colombier mitten in Colmar> zunächst Richtung Osten, Neuf-Brisach = Neu-Breisach, Richtung Deutschland (D 415)> dann über D 111 auf D 9 nach Fortschwihr> durch Durrenentzen und bei Baltzenheim auf die Rheinuferstraße> gemütlich und verkehrsarm ab hier Richtung Norden (erst D 52, dann D 20)> kein Verkehr, keine Ortsdurchfahrten, kein Stress (Achtung! Bei so viel Entspannung kann einen sogar ein plötzlich auftauchender Kreisel schon erschrecken!)> gemütlich auf der D 20 bis Fähre Rhinau (diese bringt einen kostenlos von rüber nach Deutschland. Aber aufpassen, dass auf der anderen Seite kein Stau ist, dann kann man grad mal rüber und zurück fahren!)> durch Rhinau auf D 5 nach Nordwesten> Benfeld> D 215 Maistratzheim> durch die beschauliche Rheinebene weiter nordwärts bis Duttlenheim> links auf D 392 nach Molsheim> am Kreisel rechts raus (rechter Hand steht in der weiten Wiese das Bugatti-Atelier, in dem aktuell die Bugatti-Produktion untergebracht ist)> weiter bis Total Tankstelle auf linker Seite. Gegenüber der Ausfahrt befindet sich der Weg zur alten Bugatti-Villa.

Südtour

  • Strecke: 109 km
  • Fahrtzeit: ca. 5-6 Stunden

Start vor dem Hotel Le Colombier> Richtung Osten und an Kreuzung mit D 415 links halten Richtung Neuf-Brisach oder Deutschland> über die Autobahn, dann am Kreisel rechts raus auf D 13 nach Sundhoffen> auf D 13 bleiben bis Balgau> Fessenheim, hier links und dann auf D 52 am Rhein entlang> bevor es ab Chalampe zu industriell und geschäftig wird, lieber nach Westen abbiegen und bei Bantzenheim auf die D 468 ausweichen> dieser südwärts bis Niffel folgen> dort ganz kurz wieder auf die D 52 und in Kembs schräg rechts nach hinten auf der D 56 nach Habsheim> links auf D 201 und auf D 6 rechts durch Dietwiller nach Landser> ab hier im Zickzack durch das wunderschön hügelige Sundgau auf der D 21 bis Folgensbourg (hier ist echt nichts los, außer Landwirtschaft. Daher unbedingt auf Dreck auf der Straße achten!)> D 473 bis auf D 432 bei Ferrette> rechts nach Vieux-Ferrette und dort hinauf zur Kirche und dann links in die Rue de la Montagne> Haus Nr. 5 = Bernard & Jean-François Antony, hier gibt es Käse aus ganz Frankreich auf den Punkt perfekt gereift> absteigen, hineingehen und den 8 Käse Teller bestellen (eine kleine Käsereise durch Frankreich mit erlesenen Produkten, dazu leckeres Bauernbrot.

2-Tages Tour Elsass/ Vogesen

  • Strecke: 450 km
  • Tourtage: 2
  • Übernachtungen: 2

Der Landstrich des Flammkuchens und des Crémant - ein mehr als lohnendes Ziel. Kaum hat man die deutsche Grenze hinter sich gelassen, befindet man sich in einer anderen Welt. Die zweitägige Rundtour ist etwas für Feinschmecker und Gourmets, ob es nun um das Essen geht, den Wein oder um die kleinen, verschwiegenen, kurvenreichen Straßen, ob um grandiose Ausblicke oder fast alpine Landschaften. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Diese zweitägige Tour wird uns vom französischen Sarrebourg bis nach Cernay am Fuße des Grand Ballon durch die Vogesen führen. Zurück geht es auf ebenso kurvenreichen Strecken mit jeder Menge Möglichkeiten, unser Nachbarland mit allen Sinnen zu entdecken und zu erleben.

Tourablauf

Anreisetag

Individuelle Anreise ins Drei-Sterne-Hotel im französischen Sarrebourg. Gemeinsames Abendessen mit anschließender ausführlichen Besprechung des Tourverlaufs und Klärung organisatorischer Fragen.

1. Tag

Am ersten Tag starten wir aus Sarrebourg in Richtung Süden. Der Col du Donon liegt ebenso auf der Strecke wie Schirmeck, Struthof oder der Col de la Schlucht. Das mit drei Sternen klassifizierte Tourhotel in Cernay erreichen wir nach circa 260 Kilometern Pässen, Kurven, Schluchten sowie grandiosen Landschaften und Aussichten. Ja, die Vogesen und der Elsass sind der ganz große Spielplatz für Zweiradfahrer mit dem Hang zu gutem französischen Essen. Ein Grund für die Auswahl des Hotels ist neben dem Parkplatz und den schönen Zimmern ganz sicher die ausgezeichnete Küche. Wenn das Wetter es zulässt, speisen am Abend auf der Terrasse.

2. Tag

Am zweiten Tourtag ist die Strecke etwas kürzer, aber mindestens genauso kurzweilig wie am ersten Tag. Wieder geht es durch die Berge. Das fängt schon nach dem ersten Kilometer hinter dem Hotel an, bei der Auffahrt zum Grande Ballon. Der Tagesablauf sieht - wie auch schon am ersten Tag - eine gepflegte Mittagspause vor. Insgesamt erstreckt sich der schöne Rückweg über 190 km. Wir erreichen das Ausgangshotel am Nachmittag, wo die Tour ihren Endpunkt hat. Insgesamt ein schönes, sehr kurvenreiches und kulinarisch ansprechendes Wochenende bei unseren französischen Nachbarn.

Streckeninformationen

Zum großen Teil kleine, aber immer asphaltierte und überwiegend gut ausgebaute Straßen mit vielen Kurven. Tag 1 circa 260 km / Tag 2 circa 190 km

Organisatorisches

  • Freitag: Eigene Anreise zum Hotel
  • Abends: Erstes Kennenlernen und Besprechung der ersten Tagesetappe
  • Samstag: 09:30 Tagesetappe 1 nach ausgiebigem Frühstück und kurzem Briefing, 19:00 Gemeinsames Abendessen, anschließend Besprechung der nächsten Tagesetappe
  • Sonntag: 09:30 Tagesetappe 2 nach ausgiebigem Frühstück und kurzem Briefing, 17:00 Eigene Rückreise

Leistungen

  • 2 x geführte Tagestouren
  • 1 x Begrüßungsgetränk
  • 2 x Übernachtung im Doppelzimmer im Drei-Sterne-Hotel
  • 2 x reichhaltiges Frühstück
  • Kostenlose WLAN-Nutzung
  • Tourenpläne zu den Tagestouren

Preis

  • Fahrer: 420,00 Euro
  • Beifahrer: 390,00 Euro

Teilnehmerkreis

Dieses Angebot richtet sich vor allem an Motorradfahrer, denen das Fahren auf kleineren, kurvenreichen Nebenstrecken viel Freude bereitet. Längere Strecken auf größeren Bundes- und Landstraßen haben wir auf dieser Tour vermieden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die sichere Beherrschung des Motorrades. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 4 Personen, maximal können 8 Motorräder plus Guide bzw.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Routen

  • Grube Velsen: Einzigartiges Zeugnis industrieller Geschichte.
  • Zitadelle von Bitche: Imposante Festung mit fesselnder Darstellung der Militärgeschichte Frankreichs.
  • Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller: Technische Meisterleistung zur Überwindung von Höhenunterschieden im Kanal.
  • Amerikanischer Kriegsgräberfriedhof in St. Avold: Ort tiefer Besinnung und Dankbarkeit.
  • Gedenkstätte Spichern: Erinnerung an die Schlacht bei Spichern.
  • Warndtwald: Malerische Kulisse für entspannte Fahrten abseits der Hauptverkehrswege.

Motorradfreundliche Unterkünfte: Hotel Landgasthof Ratz

Das Hotel Landgasthof Ratz gilt unter Bikern als Geheimtipp: Das Motorrad-Hotel liegt an der L75, auch die „Badische Spargelstraße" genannt. Sie verläuft durch die Oberrheinische Tiefebene, nahezu parallel zum Rhein an der französischen Grenze. Mit dem Motorrad ins Elsass, wo die Vogesen Bikevergnügen versprechen, in den sagenumwobenen Schwarzwald - oder aber ganz easy durch die Weite der Rheinebene.

Was auch immer das Bikerherz begehrt, vom Hotel Landgasthof Ratz aus haben Sie viele Möglichkeiten Land und Straßen kennenzulernen. Der Schwarzwald hat unter Motorradfahrern einen legendären Ruf. Die urigen Schwarzwaldhütten, die Karseen, tolle Ausblicke, Wasserfälle, Kuckucksuhren: Es ist eine ganz andere Atmosphäre als in den Vogesen. In nur wenigen Minuten sind Sie vom Hotel Landgasthof Ratz am Rheinübergang. Und wenn Sie dann den Rhein passieren - oder sich mit der Rheinfähre Greffern übersetzen lassen - sind Sie schon in Frankreich und zwar im reizenden Elsass.

Ihre Motorradtour durch weite Landschaften und malerische Fachwerkdörfer im Elsass ist an sich schon ein Gedicht. Und das Beste: Ihre Motorradtour führt Sie mitten in die Vogesen hinein, wo viele Kehren und Passhöhen mit tollen Ausblicken und Vesperhütten auf Sie warten. Und Ihr Motorrad? Das ist im Carport im Innenhof gut und sicher aufgehoben.

Bikerpauschale

  • 2 Übernachtungen im Doppelzimmer "Abenddämmerung"

Unser Haus liegt in zentraler Lage an der L75 in idealer Ausgangsposition. Sie übernachten 2 x im komfortabel, modern eingerichteten Zimmer mit Sat-TV, Klimaanlage, Dusche und WC. 2 x starten Sie den Tag mit unserem reichhaltigen, am Tisch servierten Frühstück. Wir freuen uns darauf, Sie mit Rührei, Spiegelei, Wurst, Käse, frischem Obst, hausgemachtem Kuchen, verschiedenen Brötchen, Cappuccino, Kaffee, Tee usw. zu verwöhnen. Für den kleinen Hunger unterwegs packen Sie sich vom Frühstückstisch ein Vesper für Ihren Tagesausflug ein.

Motorradfahren im Elsass und den Vogesen: Ein Bikergenuss

Das Elsass gehört mit Recht zu den bevorzugten Zielen genussliebender Zeitgenossen. Doch nicht nur wegen des Weines und der Pasteten lohnt der Besuch. Das Motorradfahren im Elsass und den Vogesen ist dank zahlreicher kleiner und vor allem kurvenreicher Sträßchen ein garantierter Bikergenuss. Wir starten unseren Motorrad-Reiseführer mit starken Tourenvorschlägen und stellen attraktive Ausgangspunkte, sowie motorradfreundliche Unterkünfte vor.

Der Schwarzwald: Eine legendäre Alternative

Der nördlichste Schwarzwald überzeugt bereits mit enormem Kurvenpotential, das sich hier ganz besonders im Bühlertal und rund um den Schwarzenbach Stausee präsentiert. Unbedingt einzuplanen ist ein Besuch im urigen Fahrzeugmuseum Marxzell. Freudenstadt liegt im Mittelpunkt zweier knackigen Tourenschleifen. Natürlich sollte die Stadt mit Deutschlands größtem umbauten Marktplatz auf der Besuchsliste dieser Tour stehen. Dies gilt natürlich ebenso für den Bikertreff am Mummelsee, den Nagold-Stausee und den Aussichtspunkten am Kniebis.

Neben begeisternden Straßenwindungen rund um das Kinzigtal und den Brandeskopf glänzt diese Runde mit sehenswerten Schwarzwaldhighlights. Dazu gehören die Altstadt von Schiltach, die riesige Kuckucksuhr in Schonach und die Triberger Wasserfälle. Vom Start der Donau in Donaueschingen bis zum Bikertreff am Hegaublick gibt es auf dieser kurvigen Route einige gute Gründe das Bike kurz abzustellen. Dies gilt natürlich auch für einen Halt bei Touratech in Niedereschach, wo der bekannte Zubehörhersteller verlockende Dinge anbietet.

Die begeisternde Fahrt auf den Kandel, ein Benzingespräch am Bikertreff Schluchsee und die Bergrennstrecke zum Schauinsland (außer an Wochenenden) sind beim Motorradurlaub im Schwarzwald Pflicht. Selbstverständlich gehört die Schwarzwaldmetropole Freiburg auf die Sightseeingliste. Diese windungsreiche Tour zum südlichsten Rand des Schwarzwaldes ist eine rund 300 Kilometer lange Kurvenorgie, die mit St. Blasien und Bad Säckingen auch besuchenswerte Zwischenstopps bereithält.

Kombination von Schwarzwald, Elsass und Vogesen

Der Schwarzwald ist DAS Motorradrevier des deutschen Südwestens, seine fast schon legendäre Schwarzwaldhochstraße in Form der gut ausgebauten und herrlich kurvenreichen B500 lockt nicht nur an Sommerwochenenden Tausende Biker, auch unter der Woche ist sie als schnelle Feierabendrunde sehr beliebt. Das allerdings nicht nur bei uns Motorradfahrern, sondern bei allen Verkehrsteilnehmern. Ortskundige - und alle die unsere Tourenvorschläge aufmerksam lesen - stört das kaum, gibt es doch in allen Teilen des Schwarzwaldes unendlich viele wenig befahrene, ja fast schon einsame Pisten, auf denen wir diese so abwechslungsreiche Region intensiv erfahren können. Und das ganz besonders genüsslich in Kombination mit dem westlich angrenzenden Elsass sowie den Höhenzügen der Vogesen, wie wir euch in diesem Regio-Guide aufzeigen.

Wem diese Kombi immer noch nicht reicht, der kann sie problemlos erweitern. Zum Beispiel Richtung Osten hinein in die sonnenverwöhnte Bodensee-Region oder gen Süden um eine Portion Schweiz. Die Straßenverhältnisse sind ordentlich bis gut, die wenigen Streckensperrungen (z.B.

Klima und Kulinarik

Das Klima der gesamten Tourenregion wird einerseits bestimmt durch seine eher moderaten Höhenlagen, andererseits aber auch nachhaltig durch das mächtige Rheintal. Trotz allem gibt es deutlich ausgeprägte Jahreszeiten. Will sagen: Die Höhenlagen des Schwarzwaldes sind von Dezember bis Februar durchaus schneesicher, ja manche Orte dort gehören sogar zu den kältesten Regionen Deutschlands. Der Nordteil des Schwarzwaldes ist zudem deutlich regenreicher, als der Süden oder das Elsass. Der Frühling beginnt im Breisgau bereits im Februar, erklimmt die Höhen von Schwarzwald und Vogesen ab Mitte März, die Sommer sind allerorten warm, teilweise auch heiß, der Herbst überzeugt durch recht stabile Hochdrucklagen.

Der Kaiserstuhl sowie das Markgräfler Land im Südwesten unserer Tourenregion sind zwei der bekanntesten Weinbauregionen Deutschlands mit einigen exzellenten Lagen, die sich auch im Rebschatten des weltberühmten Elsass gut behaupten können. Der Schwarzwald und auch das Elsass sind berühmt für ihre kräftige-deftige Küche mit Eintöpfen, Fleisch- und Wildgerichten (Letzteres vor allem im Herbst), mit Kulinarik für Mutige, wie den Badischen Kutteln - also dem Pansen (Vormagen) von Kühen und Schafen - oder der unendlichen Vielfalt von Sauerkraut-Gerichten garniert mit Schweinefleisch, Gans oder auch Truthahn.

Und was machte den Schwarzwald in aller Welt so berühmt, wie seine Kuckucksuhren? Natürlich das Schwarzwälder Kirschwasser, der beste Beweis für die jahrhundertelange Tradition des - stets absolut legalen! - Schnaps-Brennens in den blickdichten Tiefen des Waldes. Vor allem optisch „schlechtes“ Fallobst, das für den genüsslichen Verzehr wenig geeignet war, wurde früher mühsam aufgesammelt, von Hand entkernt sowie zerkleinern in großen Bottichen vor dem Haus bei niedrigen Herbst- und Wintertemperaturen zur Gärung gebracht. Und im Frühjahr dann zu Schnaps destilliert. Und warum setzte sich vor allem das Kirschwasser durch? Weil das Klima des Schwarzwaldes Kirschbäumen sehr gefällt und die Ernten immer schon außergewöhnlich hoch waren. Während früher vor allem Fallobst destilliert wurde, sind es heutzutage qualitativ hochwertige und kontrollierte Früchte, die in vielerlei Variationen zu Edelbränden verarbeitet werden.

Elsass und Vogesen: Die Geschwister des Schwarzwaldes

Geologisch betrachtet sind Elsass und Vogesen die Geschwister des Schwarzwaldes, lediglich vom Rhein und einer Staatsgrenze getrennt. Das lässt die Vermutung zu, dass drüben in Frankreich ebenso viel Motorradspaß aufkommt wie bei uns. Und so ist es - vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Mit rund 170 Kilometer Länge und ca. Im Gegensatz zum Schwarzwald sind die Hochlagen der Vogesen sehr wenig besiedelt. Daher ist der Charakter des Gebirges etwas „wilder“ als im Schwarzwald. Die dichten Wälder, die ihren Ursprung im feuchten Klima haben, haben der Region den Ruf einer hohen Wasserqualität eingebracht. Schroffe Gipfel wie der Grand Ballon, alpine Bergstrecken wie die Route des Crêtes, karge Hochweiden und blaue Bergseen prägen das Landschaftsbild der Vogesen. Ganz anders das Elsass.

An der warmen, von der Sonne verwöhnten Ostflanke der Berge dominieren gepflegte Rebenhänge, schnuckelige Weinorte, zahlreiche Burgen und die Städte Straßburg und Colmar. Dass man im Elsass hervorragend essen kann, ist gerade für Genusstourer ein weiteres Argument, die Motorradstraßen des französischen Nachbarn unter die Reifen zu nehmen. Man hat die Qual der Wahl: Gemütlich durch die Elsässer Weinberge bummeln oder die rauen Höhen der Vogesen unter die Räder zu nehmen.

Die Vogesenkammstraße (Route des Crêtes)

Die Vogesenkammstraße, auch »Route des Crêtes« genannt - ursprünglich eine Militärstraße - erstreckt sich über ca. 77 km von Sainte-Marie-aux-Mines im Norden bis Cernay im Süden. Die Route führt über den Col du Bonhomme im Norden, den Col de la Schlucht, Hohneck, Markstein, den Grand Ballon, den Hartmannswillerkopf mit seinem Soldatenfriedhof und endet im Städtchen Cernay. Sie wurde während des ersten Weltkriegs zur Versorgung und Bewegung der französischen Armee erbaut und verbindet, anders als die meisten Straßen, keine Orte miteinander. Der Gipfelkamm, frühere deutsch-französische Grenze, bot dabei Schutz vor feindlicher Einsicht - einige Grenzsteine sind heute noch sichtbar.

Sie gilt als eine der schönsten Höhenstraßen Europas, die man am besten von Nord nach Süd befährt. Die Aussicht dabei ist teilweise grandios. Vom Grand Ballon sieht man die elsässische Rheinebene und den Schwarzwald.

Themenstraßen im Elsass

  • Elsässer Weinstraße: Schlängelt sich auf rund 200 Kilometern Länge zwischen der Rheinebene und den Hügeln und Bergen der Vogesen hindurch.
  • Elsässische Käsestraße »Route de Fromage«: Erstreckt sich quer durch das elsässische Münstertal.
  • Sauerkrautstraße »Route de la Choucroute«: Führt von Benfeld nach Krautergersheim, mit zahlreichen Lokalen, die ganzjährig verschiedene Sauerkrautspezialitäten anbieten.
  • Schokoladenstraße: Ein Erlebnis für jeden Schokoladen-Liebhaber, von Retzwiller im Südelsass über Colmar, Strasbourg bis nach Bad Bergzabern in der Südpfalz.
  • Grüne Straße: Eine 365 km lange touristische Route, die drei Regionen verbindet: die Vogesen, die Rheinebene und den Schwarzwald.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Elsass

  • Château du Haut-Koenigsbourg: Eine der imposantesten und faszinierendsten Festungen Europas.
  • Grand Ballon: Mit 1424 Metern der höchste Gipfel der Vogesen mit einzigartigem Panoramablick.
  • Kaysersberg: Der romantischste Ort des Elsass, im Tal der Weiss an der Elsässischen Weinstraße gelegen.
  • Riquewihr: Bunte Mischung aus engen Pflastergassen und von Reben umrankten Innenhöfen.
  • Eguisheim: Mit seinen gepflasterten Straßen eines der schönsten Dörfer Frankreichs.
  • Hartmannswillerkopf: Das Gedächtnis des Ersten Weltkriegs.
  • Burg Fleckenstein: Mächtige und eindrucksvolle Burg auf einem 100 Meter langen Felsplateau.

Elsässer Berggasthöfe (Fermes Auberges)

Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten bieten die Elsässer Berggasthöfe (Fermes Auberges), die sich überall im Elsass finden. Als »Feste Herbergen« sind die »Ferme Auberges« rustikale, urgemütliche elsässische Landgasthöfe mit eigener landwirtschaftlicher, mitunter auch biologisch-nachhaltiger Produktion. Die historischen Wurzeln mancher elsässischer Bergwirtschaften reichen manchmal bis ins Mittelalter.

Beste Reisezeit

Die besten Zeiten für eine Tour durch die Vogesen sind das Frühjahr und der Frühsommer zur Zeit der Obstbaumblüte sowie der frühe Herbst. Im Hochsommer kann es in der Rheinebene oft unerträglich heiß und schwül werden. Vor allem in den Ferienmonaten des Hochsommers sollte man die touristischen Ziele im Elsass meiden.

Die Vogesenkammstrasse »Route des Crêtes« erstreckt sich über ca. 77 km von Sainte-Marie-aux-Mines im Norden bis Cernay im Süden. Eine größere Runde mit ca. Wer noch nicht genug von Landschaft und Kurven hat, kann weiter nach Osten über den Rhein in den Schwarzwald oder auf die naheliegende Schwäbische Alb fahren.

Weitere Tipps und Hinweise

  • Unterkünfte: Die hier verlinkte GoogleMap enthält Empfehlungen für Unterkünfte von Motorradfahrern für Motorradfahrer - überwiegend im erweiterten Alpenraum sowie in einigen anderen Ländern Europas.
  • Verkehr: … ist im Großraum Straßburg mittlerweile Pflicht.
  • Verkehrsdichte: … ist im Elsass unter der Woche nicht vorhanden. Teilweise kommt man sich vor, wie im nördlichen Norwegen. Selbst die Ballone und Cols, die am Wochenende mit Touristen und Einheimischen übersät sind, sind wochentags fast menschenleer.
  • Tankstellen: … liegen meist innerhalb der Ortschaften (Supermärkte), nicht an der eigentlichen Strecke. Visa klappt in der Regel immer.
  • Straßenzustand: … im Elsass sind von meist wechselhafter Güte. Der Straßenzustand ist meist gut und der Asphalt sehr griffig, bis … gerade eben noch.
  • Kurven: … im Elsass sind einfach nur grandios zum Fahren. Die Franzosen haben da ein richtiges Händchen für - schmal, ursprünglich und oft abenteuerlich.
  • Sprache: … ist im Elsass fast Vergangenheit. Ohne ein paar Brocken Französisch wird es z.B. beim Tanken und beim Lesen der Speisekarten oft knifflig.
  • Routen Forestière: … genannt »Route Forestière« sind oft geschottert oder auf verdichtetem Boden gespurt und in Frankreich generell legal befahrbar.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0