Emco Nova Elektroroller Test: Retro-Chic trifft auf moderne Technologie

Elektrisch unterwegs zu sein, kann viel mehr sein als eine Vernunftentscheidung. Viele E-Roller verbinden lokal emissionsfreie Mobilität mit jeder Menge Fahrspaß. AUTO BILD MOTORRAD stellt den Emco Nova vor.

Emco Nova: Eine feste Größe im Roller-Segment

Emco ist im Roller-Segment eine feste Größe, besonders für klassisch designte Scooter wie den Nova. Der Emco Nova begeistert mit herausnehmbaren Akkus, was das Laden in der Stadt herrlich einfach macht.

Die Preise beginnen bei 3599 Euro für die Version mit 2,3 PS und 28-Ah-Akku. Mit dem 4,1 PS starken Motor und dem auf Wunsch erhältlichen zweiten Akku kostet der Nova 4999 Euro, Nebenkosten nicht mit gerechnet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h, die Reichweite gibt der Hersteller je nach Version mit 50 bis 130 Kilometern an. Die Ladezeit beträgt zwei bis vier Stunden.

Design und Verarbeitung

Der Nova R 3000 weist eine hohe Verarbeitungsqualität auf. Die Kunststoff-Verkleidungsteile passen sauber zusammen, da knarzt und quietscht nichts. Schalter und Armaturen machen einen gefälligen Eindruck und lassen sich exakt bedienen.

Insgesamt weckt der Nova mit seinen runden, geschwungenen Formen Erinnerungen an die 1960er-Jahre, passend in Grau, Rot oder Mintgrün lackiert. Kunststoff in Chromoptik um Blinkergläser und Scheinwerfer wie an den Spiegeln tragen ihren Teil ebenso dazu bei wie die langgestreckte Silhouette mit großem Frontschild. Traditionell und gut sind das tiefe, flache Kunststoff-Trittbrett und niedrige 76 Zentimeter Polsterhöhe, die großzügige Platzverhältnisse und eine aufrechte Fahrerhaltung ermöglichen.

Fahrleistungen und Fahrmodi

Wird der Schlüssel ins Schloss gesteckt, leuchten auf dem LC-Display die Hinweise für den Ladezustand der Batterie, die Geschwindigkeits- und die Kilometeranzeige auf. Dann heißt es einfach Gas geben und los geht es. Das sogar mit Schmackes. Nach einem kurzen Ruck versetzt der Gleichstrommotor im Hinterrad den Nova in Bewegung, schnell ist die erlaubte Geschwindigkeit von 45 km/h erreicht - bei Windunterstützung sogar ein bisschen mehr.

An der Ampel nutzt der nostalgisch wirkende Roller die Vorzüge der direkten Kraftübertragung und hängt Verbrenner-Scooter locker ab. Das funktioniert vor allem im Wheely-Modus, dem stärksten der vier möglichen Fahrmodi Eco, Custom, Power und Wheely. Selbst an Steigungen geht der Emco nicht in die Knie und rauscht locker mit Topspeed nach oben. Zumindest solange die Batterie ausreichend geladen ist, denn halbvoll reduziert der Antrieb selbsttätig seine Dynamik.

Leider lassen sich die Fahrmodi nicht direkt am Roller einstellen, sie können nur bei Stillstand über eine Smartphone-App gewechselt werden. Dafür zeigt die App auch die Restreichweite an, während im Cockpit nur der Ladezustand der Akkus über ein Balkendiagramm ablesbar ist.

Akkus und Reichweite

Der Nova wird in zwei Basis-Konfigurationen angeboten: mit 28 Ah-Akku für eine Reichweite bis 50 Kilometer (4.049 Euro) und mit 37 Ah für bis zu 65 Kilometer Aktionsradius (4.299 Euro). Bei beiden lässt sich ein zweiter Akku zum Preis von 1.100 Euro implantieren, was die jeweilige Reichweite verdoppelt.

Eine komplett leere Batterie ist nach etwa 2,5 Stunden wieder voll, das ist im Vergleich zu anderen Elektrikern vergleichsweise kurz. Mit knapp 90 Kilogramm inklusive einem Akku ist der Nova ein Leichtgewicht, was zusammen mit den kleinen 10-Zoll-Rädern das Handling zum Kinderspiel macht.

Fahrwerk und Bremsen

Die beiden klassischen Kurzschwingen vorn und zwei Federbeine im Heck sorgen dafür, dass die Fuhre dennoch nicht kippelig oder trotz der geringen Federwege unkomfortabel wird. Erst bei groben Unebenheiten stoßen die Dämpfer an ihre Grenzen. Unerwartet bissig agiert die vordere Scheibenbremse, während das hintere Pendant dagegen zahnlos wirkt.

Ausstattung und Konnektivität

So klassisch der Nova auf den ersten Blick daher kommt, so modern präsentiert er sich bei näherem Hinsehen. Die Beleuchtung ist mit LED-Technik an Rücklicht, Blinker und Scheinwerfer auf der Höhe der Zeit wie auch das LCD-Instrument und die Smartphone-Konnektivität. Dazu gibt’s ein praktisches Staufächlein auf der rechten „Backe“, wie die Hinterradabdeckung seit Erfindung des Rollers durch Vespa genannt wird.

Technische Daten Emco Nova R3000

Merkmal Daten
Motor luftgekühlter bürstenloser Gleichstrommotor, 3 kW/4,1 PS, 180 Nm
Antrieb Radnaben-Direktantrieb
Akku Lithium-Ionen-Akku, 37 Ah
Fahrwerk vorne zwei Kurzschwingen, 6 cm Federweg
Fahrwerk hinten Stahl-Zweiarmschwinge, zwei Federbeine, Vorspannung manuell einstellbar, 3 cm Federweg
Reifen 3.50-10 (vorne und hinten)
Bremse vorne 18 cm Einscheibenbremse
Bremse hinten 18 cm Einscheibenbremse
Radstand 1,39 m
Sitzhöhe 76 cm
Gewicht fahrfertig 89 kg
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h
Reichweite Hersteller 65 Kilometer
Preis ab 4.049 Euro

Alternativen im Retro-Look

Neben dem Emco Nova gibt es noch weitere Elektroroller im Retro-Design, die eine emissionsfreie Mobilität mit einem Hauch von Dolce Vita verbinden. Dazu gehören:

  • Govecs E-Schwalbe
  • Kumpan 54 Inspire und 54 Ignite
  • Nova Motors eRetro Star Li
  • Motron Cupertino
  • Trinity Romex und Uranus
  • Vespa Elettrica
  • Yamaha Neo

Hersteller wie Piaggio und Yamaha haben Roller im Programm, die die moderne Technik in bildschönen Retro-Kleidern verpacken.

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