Harley Davidson Endtöpfe im Test: Sound, Leistung und Zulassung

Die Wahl des richtigen Endtopfes für eine Harley-Davidson ist eine wichtige Entscheidung für viele Fahrer. Der Sound spielt dabei eine zentrale Rolle, aber auch Leistung, Optik und Zulassung sind wichtige Faktoren. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Harley-Davidson Endtöpfen und gibt Einblicke in Testergebnisse und Meinungen von Fahrern.

Der Wunsch nach mehr Sound

Viele Harley-Fahrer wünschen sich einen satteren Sound als den, der serienmäßig geboten wird. Die Originalanlagen sind oft aufgrund von Emissionsgrenzwerten sehr dezent. Daher suchen viele nach Zubehöranlagen, die einen besseren Klang bieten. Allerdings müssen diese Anlagen auch legal sein und den geltenden Vorschriften entsprechen.

Es wäre aber auch illusorisch mit legalen Zubehörauspuffen grosse Änderungen im Klangverhalten zu erwarten: Dezibelvorschriften sind Dezibelvorschriften. Wie allgemein bekannt ist, sind es ja leider vor allem die tiefen, wohlklingenden Töne welche die Dezibels in die Höhe schnellen lassen.

Verschiedene Marken und Systeme

Es gibt verschiedene Hersteller von Auspuffanlagen für Harley-Davidson, die unterschiedliche Systeme anbieten. Dazu gehören unter anderem:

  • Supertrapp: Diese Anlagen können mittels Scheiben im Sound verändert werden und haben teilweise eine Zulassung.
  • Kess Tech und Penzel: Diese Hersteller bieten Klappenauspuffe an, die per Klappe geöffnet oder geschlossen werden können. Das Ganze gibt es dann noch manuell oder elektronisch.
  • Jekill & Hyde: Diese Anlagen überzeugen mit einem brachialen Sound und halten gleichzeitig die Grenzwerte ein.
  • Zard: Bietet Komplettanlagen und Slip-On Systeme an, die weniger Gewicht, mehr Leistung und Sound versprechen.
  • Remus: Bietet Endtöpfe mit DB-Eatern für Straßenzulassung und Racing-Einsätze.

Einige Fahrer bevorzugen verstellbare Anlagen, um den Sound je nach Bedarf anpassen zu können. Andere setzen auf Anlagen mit fester Konfiguration, die einen bestimmten Klangcharakter haben.

Testergebnisse und Bewertungen

Ein Test von MOTORRAD hat verschiedene Auspuffanlagen für die Harley-Davidson Sportster-Reihe untersucht. Dabei wurden verschiedene Kriterien wie Sound, Leistung, Gewicht und Verarbeitung bewertet.

Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Harley-Davidson Original

  • Sound: leise, verhalten
  • Fazit: Die Originalanlage passt mit ihren schlanken Tüten natürlich prächtig zur Harley. Was aber gar nicht passt, ist die dürftige Soundkulisse.
  • MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Akrapovic Slip-on

  • Sound: kernig, bissig
  • Fazit: Den Kantenlook mag nicht jeder. Keine Diskussion gibt es beim Finish und den ausgefeilten Details. Die Fahrgeräusche sind viel zu laut.
  • MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Jekill & Hyde Shorty Big Shot

  • Sound: vibrierend
  • Fazit: Das klappengesteuerte System überzeugt mit brachialem Sound - und hält dazu die Grenzwerte ein! Presst dazu eine fette Drehmomentwelle aus dem V-Twin.
  • MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Sebring Classic

  • Sound: leicht bollernd
  • Fazit: Sieht aus wie die Serie, klingt fast wie die Serie und kitzelt auch nicht das wahre Potenzial aus der 1200er-Sporty heraus. Das Finish überzeugt.
  • MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Termignoni HD 05

  • Sound: soft
  • Fazit: Mehr fühlen als hören. Termignoni punktet durch die fette Drehmomentausbeute, weniger durch einen packen­den Sound. Die Passform ist mies.
  • MOTORRAD-Urteil: befriedigend

Zard Z HD 527 SKO-CR

  • Sound: krawallig
  • Fazit: Mit der Komplettanlage gewinnt die Sportster an Schub und Schräglage. In Sachen Sound sehr schrill und zu laut. Kleine Mankos beim Finish.
  • MOTORRAD-Urteil: gut

Die Auspuffanlage von Miller liegt klar vorne. Millers Silverado-Dämpferpaar überzeugt mit einem guten Gesamtpaket aus Leistung, Drehmoment und noch moderatem Fahrgeräusch.

Die Bedeutung der Zulassung

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Zubehöranlagen legal sind. Viele Anlagen überschreiten die zulässigen Fahrgeräuschwerte von 80 dB(A). Daher sollte man beim Kauf einer Auspuffanlage unbedingt auf eine ECE-Prüfzeichen achten. Allerdings ist auch mit zugelassenen Anlagen nicht immer ein großer Unterschied im Klangverhalten zu erwarten, da die Dezibelvorschriften eingehalten werden müssen.

Allerdings müssten alle zugelassenen Anlagen bzw. das jeweilige Fahrzeug, das FAHRgeräusch, welches vorgegeben ist(!), einhalten. Bei den heutigen Neufahrzeugen sind das 80 dB. Nur die misst i.d.R.

Soundfiles und persönliche Erfahrungen

Viele Fahrer tauschen sich in Foren und auf Treffen über ihre Erfahrungen mit verschiedenen Auspuffanlagen aus. Dabei werden oft Soundfiles geteilt, um einen Eindruck vom Klang zu vermitteln. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass der Klang über ein Soundfile nicht immer originalgetreu wiedergegeben werden kann. Daher ist es ratsam, die Anlage selbst zu hören, bevor man eine Entscheidung trifft.

Ich habe mich fast geschämt, jede Vespa tönt besser und ich war dann trotzdem überrascht, wie total anders das eigene Motorrad tönt, als der Experte ne Runde drehte und um die Ecke kam.

Die Rolle des Händlers

Viele Harley-Händler bieten Zubehöranlagen an und beraten ihre Kunden bei der Auswahl. Sie können auch bei der Montage und Abstimmung der Anlage helfen. Einige Händler haben Vorführfahrzeuge mit verschiedenen Anlagen, um den Kunden einen Soundcheck zu ermöglichen.

Jeder zweite Kunde ordert bereits beim Kauf der Neumaschine oder spätestens im Laufe der ersten Saison einen Zubehörauspuff. Es gibt keinen Kunden, der in den Laden kommt und nicht nach Sound fragt. Kein Wunder, klingen die Originalanlagen wegen der Emissionsgrenzwerte doch sehr dezent.

Tabelle: Auspuffanlagen im Vergleich

Marke Modell Sound Leistung Zulassung
Harley-Davidson Original Leise, verhalten - Ja
Akrapovic Slip-on Kernig, bissig +4,4 % Nein
Jekill & Hyde Shorty Big Shot Vibrierend +13,5 % Ja
Sebring Classic Leicht bollernd -0,4 % Ja
Termignoni HD 05 Soft -0,8 % Ja
Zard Z HD 527 SKO-CR Krawallig +7,9 % Nein

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